Titel: Mc Donough's Telephonschaltung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1892, Band 284/Miszelle 2 (S. 302)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj284/mi284mi13_2

Mc Donough's Telephonschaltung.

J. W. Mc Donough, der schon frühzeitig im Gebiete der Telephonie als Erfinder aufgetreten ist, hat sich vor einiger Zeit eine Schaltung patentiren lassen, welche die Deutlichkeit der Sprachwiedergabe sehr fördern soll. Nach dem New Yorker Electrical Engineer, Bd. 10 * S. 476, wird, wie gewöhnlich, als Sender ein Mikrophon im Localstromkreise mit der primären Rolle eines Inductors benutzt, die Enden der secundären Rolle aber nicht einfach an die beiden Enden der nach dem Empfangstelephon laufenden Leitungsschleife angelegt, sondern nur das eine Rollen ende mit dem einen Schleifenende und zugleich mit der einen Belegung eines Condensators. Von der zweiten Belegung führt ein Draht nach einer Contactfeder a, welche auf der Seitenfläche einer Metallscheibe schleift; in die Mantelfläche dieser Scheibe sind isolirende Zwischenstücke eingesetzt und auf ihr schleifen zwei Contactfedern b und c, welche so gestellt sind, dass nie beide zugleich auf der leitenden Fläche ruhen, während die Scheibe durch ein Räderwerk in rasche Umdrehung versetzt wird; b ist nun mit dem noch freien Ende der secundären Inductorrolle, c aber mit dem zweiten Ende der Leitungsschleife verbunden.

Es ist hiernach klar, dass der Condensator regelmässig abwechselnd an die secundäre Rolle und an die Leitungsschleife geschaltet wird. Beim Sprechen gelangen daher die inducirten Ströme nicht in die Leitung selbst, sondern sie laden nur den Condensator, dieser aber entladet sich später in die Leitung. Da nun die Ladung des Condensators die ganze Zeit erfordert, während welcher sich die Scheibe um die Breite eines Zahnes dreht, die Zeit der Entladung aber viel kürzer ist, ja praktisch als augenblicklich angesehen werden kann, so muss in die Leitung nach dem empfangenden Telephon eine Folge von scharfen, raschen und vollständig bestimmten Stromstössen gelangen und die Rede im Empfänger sehr deutlich wiedergegeben werden.

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