Titel: Elektrische Stoss-Bohrmaschine für Bergwerke von Van Depoele.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1892, Band 285/Miszelle 2 (S. 168)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj285/mi285mi07_2

Elektrische Stoss-Bohrmaschine für Bergwerke von Van Depoele.1)

Die von Van Depoele auch 1891 in Frankfurt ausgestellte elektrische Stoss-Bohrmaschine für Bergwerke gleicht äusserlich und in der Grösse einer Bohrmaschine für Druckluft auf Dreifuss. Der Bohrer ist nach einem Berichte E. Masson's in der Revue Universelle des Mines et de la Métallurgie, 1892 Bd. 17 * S. 139, an der Stange eines Kolbens befestigt, welcher sich in einem Cylinder bewegt. Der Kolben ist aus weichem Eisen und wird durch eine Spule mit vielen Windungen dünnen Drahtes magnetisirt, welche von einem an Stärke ab- und zunehmenden Strom von unveränderlicher Richtung magnetisirt wird. Er bildet zugleich den Kern für zwei gleiche, an beiden Enden des Cylinders liegende Solenoide mit wenigen Windungen starken Drahtes, welche von Wechselströmen durchlaufen werden.2) Der Gleichstrom wechselt in der Minute 325mal zwischen Null und seiner grössten Stärke; der Wechselstrom wechselt in der Minute 325mal das Vorzeichen und dabei fallen die beiden grössten Stärken, die eine mit der geringsten, die andere mit der grössten Stärke des Gleichstromes zusammen. Die drei Spulen liegen innerhalb der doppelten Wandungen des Cylinders; die Ströme werden von der Dynamo durch ein dreidrähtiges Kabel zugeführt. Die beiden Drähte für den Wechselstrom gehen an zwei sich gegenüber stehende Bürsten; die eine dieser Bürsten und der eine Draht dienen zugleich für den Gleichstrom, für welchen noch der dritte Draht an eine bei der anderen stehende Bürste geführt ist. Die Drehung des Bohrers wird mittels Sperrklinke und Sperrad bewirkt, einfach mit der Hand. Die Zahl der Bohrschläge ist 325 in der Minute, der Kolbenweg 138 mm. Die Maschine kann in aufrechter, wagerechter und geneigter Lage arbeiten.

Zeichen Löcher Gewicht Kraftverbrauch
C 12 bis 15 mm 79 k 1
D 22 bis 32 mm 113 k 1,25
E 38 bis 52 mm 210 k 2

Das Gewicht, worin der Dreifuss nicht mit eingerechnet ist, wird bei der grössten Maschine auf 152 k herabgebracht; der Dreifuss der letzteren mit seinen drei Nebenbelastungen wiegt 205 k; diese Maschine soll in hartem Granit ein 40 mm tiefes Loch von 44 mm Durchmesser bohren können.

Erreicht der Bohrer die grösste Tiefe, so ist der Gleichstrom = 0, der Wechselstrom in grösster Stärke. Beim Auftreten und Wachsen des Gleichstromes ändert der Wechselstrom seine Richtung, wenn der Kolben bei seinem Rückgange mit dem einen Ende aus dem einen Solenoide austritt und mit dem anderen Ende in das zweite Solenoid eintritt. Am Ende des Rückganges haben die Ströme ihre grösste Stärke, Kolben und Solenoid sind gleichnamig polarisirt und der Kolben beginnt kräftig seine Vorwärtsbewegung, und schliesslich verhindert bei dieser das Herabsinken des Gleichstromes auf 0 eine Verzögerung des Kolbens und eine Abschwächung des Schlages als Folge der wieder übereinstimmenden Pollage im Kern und dem ersten Solenoide. Die Wirkung der gleichnamigen Pole ist also beim Vorwärtsgehen wesentlich anders, als beim Rückgange des Kolbens.

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Vgl. 1892 285 119.

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A. a. O. S. 148 erwähnte Masson, dass Siemens und Halske die Erfindung solcher Bohrmaschinen mit drei Spulen für sich in Anspruch nähmen, da sie ihnen 1879 patentirt sei, dass diese Firma aber von dieser Bauart wegen mehrerer Uebelstände derselben wieder abgegangen und 1891 eine Stoss-Bohrmaschine mit Gleichstrom hergestellt habe; letztere wird in einem der nächsten Hefte beschrieben werden.

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