Titel: Richard's Geschwindigkeits-Aufzeichner für Eisenbahnzüge.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1892, Band 285/Miszelle 3 (S. 263–264)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj285/mi285mi11_3

Richard's Geschwindigkeits-Aufzeichner für Eisenbahnzüge.

Von der Orleans-Bahn in Frankreich sind eine Anzahl von Aufzeichnern der Geschwindigkeit fahrender Eisenbahnzüge in Gebrauch genommen worden, über deren Einrichtung die Engineering News, 1892 * S. 219 (nach der Revue Générale des Chemins de Fer, 1891) folgende Angaben machen.

In dem von Gebr. Richard in Paris hergestellten Aufzeichner wird ein Papierblatt um eine aufrecht stehende Walze gelegt, welche durch ein Uhrwerk in 24 Stunden einmal herum gedreht wird. Ein zweites Triebwerk treibt eine mit einer kreisförmigen Furche auf ihrer Stirnfläche versehene Scheibe mit einer Geschwindigkeit von 1 Umdrehung in 2,5 Minuten; gegenüber der Achse dieser Scheibe liegt eine freie Achse, welche an dem Ende neben der Scheibe einen mit einem Ansatz in die Furche passenden Arm trägt und am anderen Ende den Hebel, an dessen Ende der Zeichenstift sitzt. Das Uebergewicht des Hebels erhält für gewöhnlich den Stift auf der tiefsten Stelle des Blattes; sobald aber durch einen Elektromagnet E der Ansatz an die Scheibe herangedrückt wird, |264| nimmt die Scheibe den Arm mit und der Stift schreibt auf dem Blatte eine in ihrer Länge der Stromdauer in E entsprechende krumme Linie.

Es werden nun in etwa 100 m Entfernung an der Bahn zwei elektrische Pedale angebracht, von denen das erste die Stromschliessung in E, das zweite die Unterbrechung des Stromes veranlasst. Die Länge der Krummen auf dem Blatt ist dann proportional der Zeit, welche der Zug zur Zurücklegung des Weges zwischen den beiden Pedalen braucht, und umgekehrt der Zuggeschwindigkeit. Geschwindigkeiten von 30, 63 und 89 km entsprechen Krumme von etwa 89, 44 und 30 mm. Geschwindigkeiten bis 80 km lassen sich bis auf 3 bis 4 Proc. genau messen.

Die Einrichtung kann so getroffen werden, dass das erste bezieh. zweite Pedal einen Strom durch den ersten bezieh. zweiten von zwei Elektromagneten E1 und E2 mit gemeinschaftlichem Anker sendet und einen mit dem Anker verbundenen Contactarm auf einen zum Elektromagnet E führenden Contact, bezieh. auf eine isolirte Platte legt. Ist dabei der Zug länger als die Entfernung der beiden Pedale, so schwingt der Zeichenstift noch eine Zeitlang am Fusse seines Weges auf und ab. Erreicht einmal der Zeichenstift den oberen Rand des Blattes, so schliesst der ihn tragende Hebel einen Contact und sendet einen Strom durch E2 , so dass der Strom in E unterbrochen wird; dadurch ist die Messung auf Geschwindigkeiten über 27 km beschränkt. Der Apparat ist unter einer leichten Metallbüchse angebracht und wiegt bloss 6,75 k.

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