Titel: Siemens und Halske's und C. Davidson's Stromleiter mit Luftisolirung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1892, Band 285/Miszelle 4 (S. 302)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj285/mi285mi13_4

Siemens und Halske's und C. Davidson's Stromleiter mit Luftisolirung.

Um die Isolirung in Kabeln zum Zweck der Verminderung der Capacität zum grossen Theil durch Luft zu bewirken, verfahren Siemens und Halske in Berlin nach ihrem englischen Patente Nr. 798 vom 14. Januar 1892 so: Der aus einem oder mehreren Drähten bestehende, nackte, oder isolirte Leiter wird mit einer entsprechend dicken Schnur in weiten Windungen bewickelt. Darüber wird dann das Isolirmittel in Streifen aufgelegt und spiralförmig umgewickelt, und über dieses kommt eine Schutzdecke oder die Rückleitung. Die Schnur wird so dick genommen, dass das Isolirmittel den Leiter nicht berührt, selbst wenn dieser am stärksten durchgebogen wird. Die Luft zwischen den Windungen bildet daher hauptsächlich den Isolator. Sind mehrere Leiter vorhanden, so werden mehrere Schnuren darum und zwischen ihnen durch gewickelt.

In etwas hiervon abweichender Weise beschafft C. Davidson in New York nach seinem englischen Patente Nr. 5715 vom 2. April 1891 die Lufträume. Derselbe bevorzugt als Isolirmittel Papier, weil die damit isolirten Leiter geringere statische Capacität besitzen als mit vielen anderen Isolirmitteln isolirte. Er legt Fäden oder Schnuren aus dem Isolirmittel in Abständen von einander parallel zu dem Leiter und in Berührung mit ihm, so dass parallel zu dem Leiter und neben ihm Lufträume gebildet werden, und bringt über die Fäden ein Isolirmittel, das die Schnuren in ihrer Lage erhält. Darüber werden am liebsten feste Papierbänder spiralförmig herumgewickelt, bis die gewünschte Dicke erreicht ist. Bei einem anderen Verfahren wird der Länge nach ein Papierstreifen um den Leiter gefaltet, welcher eine Anzahl auf seiner Oberfläche befestigter oder in diese eingelassener paralleler Fäden oder Schnuren von einer dem Leiter angepassten Dicke enthält. Die Leiter können flache Kupferbänder sein, zwischen welche parallele Streifen des Isolirmittels so gelegt werden, dass zu den Bändern parallele Lufträume bleiben.

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