Titel: Neue Holzbearbeitungsmaschinen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1892, Band 286 (S. 73–78)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj286/ar286021

Neue Holzbearbeitungsmaschinen.

(Patentklasse 38.) Mit Abbildungen.

Sägen.

Gattersägen. Es ist eine oft gelöste Aufgabe, Gattersägen bei beständigem Vorschübe des zu zersägenden Arbeitstückes beim Auf- und Niedergange schneiden zu lassen, und doch hat sich diese theoretisch vortheilhafteste Arbeitsweise selbst bei wagerecht laufenden Gattersägen mit einem Blatt nicht allgemein einzubürgern vermocht, weil diese Arbeitsweise umständliche Einrichtungen des Gatters und seines Antriebes erforderte. Bedingung für die Ermöglichung des nach beiden Richtungen schneidenden Gatters ist die Verwendung eines mit entsprechend gesetzten Zähnen versehenen Sägeblattes, dessen Zähne entweder auf der einen Hälfte des Blattes nach einer Richtung, auf der anderen Hälfte nach der anderen Richtung schneiden oder so gesetzt sind, dass abwechselnd ein Zahn um den anderen rechts oder links schneidend gerichtet ist.

Auch die Firma F. Arbey et fils in Paris hat neuerdings nach beiden Richtungen schneidende Sägegatter mit beständigem Holzvorschube in den Handel gebracht; es wurden diese Gatter von, genannter Firma zuerst auf der letzten Pariser Weltausstellung vorgeführt und dort als grundsätzlich neu bezeichnet. Wenn dieser Umstand nun auch thatsächlich nicht zutrifft, vielmehr solche doppeltwirkende Gatter bei uns seit langen Jahren bekannt sind, so sei die bezügliche Ausführung ihrer Eigenart wegen doch nach Uhland's technischer Rundschau, 1890 * S. 193, beschrieben und in Fig. 1 und 2 dargestellt.

Die Sägezähne stehen nicht durchweg nach einer Seite, sondern haben abwechselnd je vier und vier entgegengesetzte Richtung; an dem Uebergange der Zähne von der einen in die andere Richtung ist ein Zwischenraum von etwa zwei Zahnbreiten gelassen für die Ansammlung der Sägespäne. Der Vorschub des Holzes gegen die Säge erfolgt daher auch völlig gleichmässig und nicht mehr intermittirend.

Das Gestell der senkrecht arbeitenden Gattersäge mit einem Blatt steht in einem gemauerten Brunnen, so dass der Wagenvorschub in der Arbeitshöhe zu etwa Mitte des Gatterrahmens erfolgen kann. Der Vorschub erfolgt von der Antriebswelle aus, auf welcher eine kleine Stufenscheibe sitzt; diese treibt mittels Riemens eine grosse Stufenscheibe, welche in der Höhe des Erdbodens liegt. Die Welle dieser Scheibe trägt eine Schraube oder Schnecke, welche in ein Schneckenrad eingreift, von dessen rechtwinkelig zu der letzteren gelagerten Welle aus, mittels Zahnrad und Zahnstange, der auf den Schienen ruhende Wagen weitergeschoben wird. Durch Umlegen des Riemens zwischen den beiden Stufenscheiben kann man die Geschwindigkeit des Vorschubes in ausreichenden Grenzen verändern.

Textabbildung Bd. 286, S. 73
Die Säge mit mehreren Blättern (Fig. 1 und 2) ist so eingerichtet, dass der Rahmen B, in welchem die Sägeblätter eingespannt sind, durch symmetrisch zu beiden Seiten desselben angreifende Schubstangen D auf und ab bewegt wird, welch letztere von der Antriebwelle G durch die Kurbeln E bethätigt werden. Die Welle wird durch die Riemenscheiben HH von der Haupttransmission aus umgetrieben. Der zu zerschneidende Balken C wird zwischen den beiden Hauptständern A der Maschine hindurchgeführt und durch die Walzen C und W an seitlichen Abweichungen gehindert. Die Walze C ist in dem Gestelle fest gelagert, während W mittels der Schraubenspindel Z nebst Mutter Y durch Umdrehung der Handkurbel a angezogen werden kann. Um den Balken gegen ein Abheben von seinem Lager unter dem Aufwärtsdruck der Säge zu schützen, wird derselbe durch einen verstellbaren Stempel fgh niedergehalten, welcher in der Traverse e sein Widerlager findet. Bei e und in dem Führungshebel ij ist der Stempel beweglich gelagert, um etwaigen Unebenheiten in der Oberfläche des Balkens durch ein geringes Vorbiegen ausweichen zu können. Durch Umdrehung der Schraubenspindel g, welche in der Mutter h geht, mittels des Handrades, kann der Stempel f gehoben und gesenkt werden, der jeweiligen Dicke des Balkens entsprechend.

Der beständige Vorschub des Balkens erfolgt von der Hauptwelle G der Maschine aus. Als Verlängerung derselben ist die Schraube k ausgebildet, welche das Schneckenrad |74| L umdreht. Dieselbe ruht in dem Lager J, durch den an das Gerüst angeschraubten Arm I gehalten. Von dem Schneckenrad L wird durch Vermittelung der Stufenscheiben N und P die Welle Q in langsame Umdrehung versetzt, welche durch die konischen Räder B, S auf die Welle T übertragen wird; diese ist in der Mitte mit einer geriffelten Walze ausgerüstet, welche die directe Unterstützung des Balkens bildet, durch deren Umdrehung dieser vorgeschoben wird. Mit Hilfe der Stufenscheiben, durch Umlegen des Riemens wird wie bei der anderen Säge die verschiedene Geschwindigkeit des Vorschubes erreicht, welche zwischen 1,5 und 2 m in der Minute veränderlich ist.

Nach Angaben des Constructeurs erfordert das Schärfen der Zähne durchschnittlich nicht mehr als eine halbe Stunde Zeit; auch können die Sägeblätter gut gehärtet werden. Die zum Betriebe der Säge nöthige Kraft beträgt etwa 4 bis 5 .

Textabbildung Bd. 286, S. 74
Der in Fig. 3 und 4 dargestellte Blockhalter von E. Schott in Kirchheim u. T. (* D. R. P. Nr. 54868 vom 28. Mai 1890) ermöglicht das vollständige Durchschneiden des Holzes bei Vermeidung der Kammenden. Der Stamm wird bis zum letzten Schnitt zusammengehalten, wodurch ein gleichmässiger Schnitt und viel Zeitersparniss erzielt wird, weil nach jedesmaligem Schnitt eines Brettes dasselbe nicht erst weggetragen werden muss.

Der Blockhalter wird auf dem Wagen des Sägegatters befestigt und besteht aus Grundplatte g mit schwalben-schwanzförmiger Nuthenführung, worin der Schlitten g1, auf dem der Anschlag f sitzt, sowie derjenige für den Klammernständer a läuft. Anschlag f kann durch den mit Gewinde versehenen Schlüssel e auf der Grundplatte g festgestellt werden, ebenso der Klammernständer a auf seinem Schlitten, mit welchem er durch Mutter m mit Stehbolzen und Schlüssel e eingestellt und fest verbunden wird und eventuell auch in andere, schräge Richtung gedreht werden kann.

Die Vor- und Rückwärtsbewegung des Ständers a auf seinem Schlitten geschieht durch Triebwerk i an der auf der unteren Seite der Grundplatte g gelagerten, mit Gewinde versehenen Spindel h, welche in der Mutter k des Schlittens vom Ständer a läuft.

Im Ständer a sitzen die beiden Spindeln bb mit Gewinde, welche in mit demselben Gewinde versehenen Lagern dd, in welche die Klammern cc zum Festhalten des Holzes eingeschoben werden, laufen und bei ihrer Drehung die Lager dd mit den Keilen cc auf und ab bewegen.

In der Grundplatte g ist ein Schlitz n zum Durchgang für das Sägeblatt frei gelassen, die Lager dd erhalten im Ständer a auf beiden Seiten ihre Führung, die in die Lager d eingeschobenen Klammern cc werden durch einen Stift c1 richtig festgestellt, der einfach in das in die Klammer c hierzu eingebohrte Loch c1 gesteckt wird.

Textabbildung Bd. 286, S. 74
Es sind die zwei Klammern c zum Befestigen des Holzes hinreichend, wobei die eine von oben und die andere von unten in dasselbe eindringt, doch kann man auch nach obiger Ausführung Anordnungen zur Anbringung mehrerer Keile, Spindeln und Lager u.s.w. treffen.

Von der erzherzogl. Cameral-Direction in Tetschen (* D. R. P. Nr. 52735 vom 24. Januar 1890) wird eine Vorschubvorrichtung angegeben, welche sich auch auf zweischneidige Gatter bei beständigem Vorschub bezieht. Fig. 5 erläutert die bezügliche Ausführung.

Bisher wurde die doppelte Vorschubbewegung von der Kurbelwelle auf das Frictionsrad mittels Excenter, Herzscheiben, Herzkegel oder mehr oder weniger zusammengesetzter Kunstwinkel übertragen.

In Fig. 5 ist eine Vorrichtung für doppelten Vorschub für ein senkrecht angeordnetes Sägegatter, welches beim Hin- und Rückgang schneidet und von einer im tiefsten Theil der Maschine angeordneten Kurbel angetrieben wird, dargestellt.

Die Vorschubvorrichtung besteht aus der Doppelcoulisse A, welche mittels des Hebelwerkes BC von dem durch die Kurbel bethätigten Gatterrahmen in schwingende Bewegung um den Punkt D versetzt wird. An der Coulisse sind die beiden Zugstangen EF befestigt und jede der letzteren ist mit einem Bremswerk G und H verbunden. Diese Brems werke greifen an der Vorschubscheibe J an. Die Vorschubscheibe überträgt die ihr mitgetheilte Bewegung durch ein Getriebe K auf die Zahnräder L und M, welche mit geeigneten, den Vorschub bewirkenden Theilen verbunden sind.

Die Zugstangen E und F sind an den Armen der Doppelcoulisse A mittels Handräder und Schrauben oder durch eine Schraube mit Rechts- und Linksgewinde verstellbar befestigt.

Beim Niedergange des Gatterrahmens, also bei der Bewegung der Doppelcoulisse A in der Richtung des Pfeiles a klemmt sich das Bremswerk G an der Vorschubscheibe J und verschiebt dieselbe in der Pfeilrichtung, während das andere Bremswerk H wirkungslos bleibt; bei der Aufwärtsbewegung des Gatterrahmens, also bei der |75| Bewegung der Doppelcoulisse in der Richtung des Pfeiles b, kommt das Bremswerk H zur Wirkung und verschiebt die Vorschubscheibe in der gleichen Richtung, wie dies beim Niedergange des Rahmens durch das Bremswerk G der Fall war, welch letzteres nun wirkungslos bleibt.

Die der Vorschubscheibe hierdurch ertheilte fortdauernde Bewegung wird von dieser durch die Räderübersetzung KL und M auf die Vorschubwalzen und hierdurch auf das Holzstück übertragen.

Textabbildung Bd. 286, S. 75
Die Grösse des ruckweisen Vorschubes wird je nach der Härte des zu zersägenden Holzes mittels der an der Doppelcoulisse angebrachten Stellvorrichtungen geregelt.

Zur Begründung der Schaltvorrichtung mit Bremswerk von G. Burkhardt in Stuttgart und Burkhardt und Söhne in Kloster Reichenbach bei Freudenstadt in Württemberg (* D. R. P. Nr. 58486 vom 27. September 1890) wird Folgendes mitgetheilt:

Um eine entsprechende Vorschubgeschwindigkeit herbeizuführen und dabei zu vermeiden, dass der Holzstamm bei kleiner werdender Vorschubgeschwindigkeit nicht durch sein Trägheitsvermögen und die bewegten Theile des Schaltapparates, der Walzen oder des Wagens sich mit grösserer Geschwindigkeit weiterbewegt, als dies beabsichtigt ist, wird die in Folgendem beschriebene Anordnung (Fig. 6 und 7) angewendet, welche zugleich eine Regulirung der Schaltungsgrösse auch während des Ganges gestattet.

Der Schlitten b empfängt durch eine Schubstange von einer Kurbelwelle des Gatters aus Bewegung, welche durch eine Lenkstange a auf eine Klinke e des Frictionschaltrades g übertragen wird, und zwar in der Grösse, welche abhängig ist von dem Winkel zwischen der Zugstange a und der Bewegungsrichtung des Schlittens b.

Wenn der Drehschlitten so gestellt wird, dass die Bewegungsrichtung des Schlittens b und die Zugstange a in der Mittellage rechtwinkelig zu einander stehen, so ist die Bewegung der Klinke e annähernd gleich 0. Der am Gattergestell befestigte Drehschlitten c ist mit einem Zahnkranze versehen, so dass er während des Ganges mittels einer Schnecke n auf seinem Support gedreht werden kann. Anstatt der geradlinigen Bewegung des Punktes A kann man auch eine kreisförmige Bewegung um den Punkt C einführen (Fig. 7). Bei dieser Anordnung wird die Grösse des Vorschubes dadurch vermindert, dass man den Punkt C verlegt. Wenn dann der Punkt C (Fig. 7) in die Verbindungslinie BA1 fällt, so ist wiederum die Bewegung der Klinke e annähernd gleich 0. Die auf diese Weise erhaltene Vorschubbewegung mit gleichförmiger Geschwindigkeit wird durch konische Räder hi auf die Schneckenwelle übertragen und durch die zweitheilige Schnecke mittels der Schneckenräder m und m1 auf die Einzugswalzen ww1.

Wenn ein Wagen zum Vorschub der Stämme benutzt wird, so greift eine Schnecke direct in eine Zahnstange des Wagens.

Da die Vorschubgeschwindigkeit in der zweiten Periode des Sägehubs mit der Sägegeschwindigkeit abnehmen soll, so ist, da die bewegte Masse des Stammes und des Schaltapparates vermöge ihrer Trägheit das Bestreben haben, mit der erreichten Maximalgeschwindigkeit weiter zu gehen, hierdurch aber der Stamm zu stark gegen die Säge drückt, der selbst hemmende Schneckenapparat, um die Schaltung genau der gewünschten Geschwindigkeit entsprechend zu gestalten, unmittelbar an den Einzugswalzen oder dem Wagen angebracht. Solange die Masse des Stammes und des Einzugsapparates in der ersten Periode der Schaltung beschleunigt werden muss, drückt die Schneckenwelle gegen ein gewöhnliches Spurlager, in der zweiten Periode dagegen drückt das Schneckenrad die Schneckenachse in umgekehrter Richtung gegen ein Bremslager, z.B. gegen einen Kegel. Auf diese Weise wird eine schnellere Bewegung als die vom Schaltrad herrührende ausgeschlossen.

Textabbildung Bd. 286, S. 75
Um bei einem Verschleiss der Schneckenräder Todtgang zu vermeiden, sind die Schnecken getheilt und können die beiden Theile durch Muttern ll1 axial gegen einander verstellt werden.

Eine auswechselbare Sägeangel von O. Misch in Bromberg (* D. R. P. Nr. 54021 vom 13. Februar 1890) ist in Fig. 8 dargestellt. Diese Sägeangel für Vollgatter soll eine Verbindung des Sägeblattes mit der Angel ohne feste Vernietung oder ohne Beleistung des Sägeblattes und gleichzeitig bei Bruch einer Säge eine leichte Auswechselung derselben bei Wiederverwendung der Angel möglich machen. Bei Verwendung der Angel können mit Vollgattern Bretter bis herab zu 1 cm Stärke geschnitten werden.

Die Angel besteht aus einem zusammengebogenen, oben am gekröpften Ende mit eingenietetem Querstück b versehenen und im mittleren Theil zwecks Federung etwas gespreizten Stahlbande, dessen Schenkel aa1 an den Enden durch die Federkraft fest auf einander gedrückt werden. Die Angelschenkel erhalten nahe den Enden Löcher, welche nach dem freien Ende der Schenkel c zu bei c schwach und bei d stark konisch ausgefeilt sind. In diese Löcher passt ein Niet des Sägeblattes f mit den Köpfen ee1, deren obere Flächen keilförmig abgeschrägt und deren Seitenlaibung auf der einen Seite der Ausreibung c des Angelloches |76| entsprechend durch Ausfeilung unterschnitten ist, während die andere Seite der Nietlaibung gleichfalls, aber entgegengesetzt dossirt ist. Dies hat den Zweck, ein Einsetzen des Sägeblattes durch Hineindrücken desselben in die geschlossenen, an den Enden gleichfalls abgeschrägten Angelschenkel zu ermöglichen, während die Entfernung des Sägeblattes aus der Angel bezieh. des Nietes aus den Angellöchern durch die schräge Ausfeilung d der letzteren durch Eintreiben des Sägeblattes erfolgt, wobei wiederum eine Spreizung der Angelschenkel durch den keilförmigen Niet des Sägeblattes eintritt. Die unterschnittene Laibung des Nietes findet gegen die Dossirung e der Angellöcher beim Betriebe des Gatters feste Anlage, so dass eine sichere Einspannung der Sägen möglich ist.

Textabbildung Bd. 286, S. 76
Eine Abänderung der früher an dieser Stelle beschriebenen Sägeangel von Gronobs in Bromberg ist unter Nr. 59254 vom 23. December 1890 patentirt und in Fig. 9 dargestellt.

Bei der Anwendung der älteren Einrichtung zur Befestigung von Sägeblättern in Sägegattern hat sich herausgestellt, dass bei sehr breiten Sägeblättern das Sägeblatt durch die Aufhängung an einem Zapfen eine einseitige Spannung erhält, so dass ein Verlaufen der Säge eintreten kann. Um dieses zu verhindern und der Säge eine gleich-massige Spannung geben zu können, ist die Sägeangel aus zwei Theilen a und b hergestellt.

Textabbildung Bd. 286, S. 76
Der obere Theil a, welcher den Keilverschluss aufnimmt und in dem Gatterrahmen hängt, ist an seinem unteren Ende so zusammengenietet, dass die beiden Schenkel einen Schlitz bilden, welcher den unteren Theil der Angel aufnimmt. Durch den Stehbolzen e, welcher an beiden Seiten vernietet ist, sind die beiden Theile a und b der Sägeangel mit einander verbunden und um den Bolzen e drehbar.

Der untere Theil b der Sägeangel wird gebildet durch die Platte g und die federnde Platte h, die in ihren oberen Theilen so mit einander vernietet sind, dass zwischen den beiden Platten durch Einlegen der Platte i ein Spielraum von der Stärke eines Sägeblattes c verbleibt.

In dem unteren Theil der Platte g sind die beiden Zapfen dd einseitig festgenietet und oben mit Einschnitten versehen, in welche das Sägeblatt c eingehängt wird. Die federnde Platte h ist mit entsprechenden Löchern versehen, in welche die freien Enden der Zapfen dd hineinpassen. Dadurch wird eine einseitige Inanspruchnahme der Zapfen vermieden.

Das einzuhängende Sägeblatt c ist nun je nach der Breite desselben mit mehreren ovalen Löchern versehen, deren Abstand von einander dem der beiden Zapfen dd entspricht.

Der Vortheil dieser Aufhängung der Säge an zwei Zapfen liegt darin, dass dadurch ein gleichmässiges Spannen des Sägeblattes c erzielt und ein Verlaufen desselben vermieden wird; ebenso ist durch die Drehung des unteren Theiles b der Angel um den Zapfen c des oberen Theiles a eine gleichmässige Auflage der Säge c auf den beiden Zapfen dd ermöglicht.

Das Ein- und Aushängen der Säge wird bewerkstelligt, indem die federnde Platte h mittels eines Schlüssels so weit von der festen Platte g abgespreizt wird, dass die Säge leicht ein- und ausgehängt werden kann.

Für wagerecht laufende Gatter ist der Doppelsägehalter von A. Göde in Berlin (* D. R. P. Nr. 59113 vom 12. April 1891) bestimmt.

Bei dem Horizontalgatter wird allgemein nur mit einem Sägeblatt geschnitten. Durch das Einsetzen von zwei Sägeblättern muss die Leistung des Gatters verdoppelt werden. Bei der für Horizontalgatter zweckdienlichen Einrichtung des die Sägen tragenden Holzrahmens war es aber nicht zu erreichen, beiden Sägeblättern mit den gebräuchlichen Haltevorrichtungen eine gleichmässige Spannung zu geben, da durch die Nachgiebigkeit der Holzarme des Rahmens der Anzug des einen Sägeblattes immer wieder die Spannung des anderen Blattes verminderte. Zur Erreichung des gleich massigen Anzuges für die Spannung beider Sägeblätter wird deshalb mit dieser Neuerung eine Haltevorrichtung für die Angeln zur vortheilhaftesten Einspannung von zwei Sägeblättern gebracht, welche mit der Anspannung eines Sägeblattes durch den Anzug der Angel auf einer schwingenden Platte mit derselben auch gleichzeitig die weitere Anspannung des anderen Sägeblattes vollzieht.

Textabbildung Bd. 286, S. 76
Fig. 10 zeigt einen Theil des Sägerahmens mit der neuen Vorrichtung.

Die beiden Angeln a und b werden durch den senkrechten Schlitz c1 der an dem Holzarm befestigten Platte c gegen seitliche Verschiebung gehalten; in den ausgesparten Raum zwischen Platte c und dem Holzarm wird eine Platte d eingesetzt, welche mit den wagerechten Schlitzen die für die verlangte Dicke der zu schneidenden Bretter erforderliche Entfernung der beiden Angeln von einander bestimmt. Nach den verschiedenen Brettdicken, welche geschnitten werden sollen, wird an jeder Seite des Rahmens eine dazu passende Platte d mit dem zugehörigen Abstand der Schlitze eingesetzt. Deshalb müssen für jede zu schneidende Brettdicke zwei Platten d mit dem entsprechenden |77| Abstand der Schlitze vorhanden sein. Diese Platten werden nach dem Einsetzen unter der Platte c durch geeignete Vorrichtungen sicher gehalten.

Die Angeln a und b, für welche auch das Holz geschlitzt ist, treten auf der anderen Seite des Holzarmes durch die Schlitze e1 der am Holz befestigten Lagerplatte e. Diese Lagerplatte trägt die Lager, in welchen die Platte f mit den Zapfen f2 schwingend gelagert ist. Die Angeln treten auch durch die Schlitze f1 dieser Platte, und die Anzugmuttern a1 und b1 der beiden Angeln legen sich bei der Anspannung auf die Platte f.

Mit dem Anzug der Schraubenmutter b1 wird dieselbe in der Richtung des Pfeiles I fortschreiten und dadurch auch die Platte f in der Richtung dieses Pfeiles I zu ziehen suchen, so dass dadurch die Platte f auf der anderen Seite der Zapfen f2 nach der Richtung des Pfeiles II strebt und hiermit die Angel a durch die auf der Platte f liegende Schraubenmutter a1 gleichzeitig für die Spannung der zugehörigen Säge angezogen wird. In derselben Weise würde mit dem Anzug der Schraubenmutter a1 nach der Pfeilrichtung III für die Spannung des zugehörigen Sägeblattes auf das in der Angel b liegende Sägeblatt gespannt werden, da mit diesem Anzug der Angel a die Platte f unter der Angelmutter b1 nach der Richtung des Pfeiles IV zieht.

Durch wechselseitiges Anziehen der Angelmuttern a1 und b1 wird die senkrechte Lage der Platte f und damit auch die genaue Horizontal- und Parallellage der Angeln a und b erhalten, so dass den Sägeblättern hiermit die erforderliche Spannung gegeben werden kann.

Einen Spaltkeil für wagerecht laufende Einsägegatter bringt W. Bitter in Altona (* D. R. P. Nr. 54531 vom 9. April 1890) in Vorschlag.

Der Sägenspalt wird gegen einen eigenthümlich construirten Keil geführt, welcher an dem das Gatter tragenden Theil des Gestelles gelagert ist und der daher beim Einstellen der Säge mit letzterer zusammen verschoben wird, so dass er stets genau seine Lage in der Ebene des Sägenblattes behält. Der Zweck der Einrichtung ist, die Arbeit der Säge zu erleichtern und das Schlingern der abgetrennten Brettertheile während des Arbeitens der Säge zu verhüten oder zu verringern.

Dieser Keil hat eine geriefelte Oberfläche. Die Riefeln sind hergestellt durch Rillen oder Eintiefungen, welche parallel zum Vorschub des Holzes oder rechtwinkelig zum Sägenlauf gerichtet sind, und haben den Zweck, durch die Reibung, welche sie dem über den Keil geführten Holz entgegensetzen, ein Schleudern des letzteren zu verhüten. Die Riefeln mögen auf beiden Seiten oder auch nur an der oberen Fläche des Keiles angebracht sein.

Die schleudernde Bewegung des Holzes kann noch weiter beschränkt oder verhütet werden dadurch, dass man neben dem Keil eine mit rundlaufenden Einkerbungen versehene Druckwalze anwendet, die beweglich gelagert ist und auf die Fläche des abgetrennten Holzes einwirkt, ähnlich wie der vorbeschriebene Keil.

Bei der Laubsägemaschine von Gebrüder Scheller in Schmalkalden (* D. R. P. Nr. 58565 vom 22. Februar 1891) besteht der Laubsägebügel, welcher sonst aus einem federnden Theil gebildet ist, der bei Bewegung der Säge nachgibt, dadurch aber auch eine übermässige Spannung des Sägeblattes und in Folge dazu tretender ungleichmässiger Führung dessen öfteres Zerreissen zur Folge hat, bei vorliegender Sägeconstruction aus einem sägegatterartig geführten rahmenähnlichen Halter, zwischen dem das Blatt mit einer gleichbleibenden Spannung festgehalten wird.

Unterhalb des Rahmens sind Verbindungsglieder angeschlossen, wovon das eine in seiner Länge mittels Schraube und Schlitzstücke verändert werden kann. Diese Verbindungsglieder stehen mit Hebeln in Zusammenhang, und zwar sind beide Hebel mit einem Stift verbunden, an dem sich eine Rolle befindet. Diese Rolle gleitet in einer Curvenbahn des Antriebrädchens, welches mit Kurbel versehen ist.

Durch Drehung des Rades werden mittels der dreifachen Curve die Hebel in Schwingung versetzt und hierdurch der Rahmen nebst Sägeblatt auf und nieder bewegt, so dass das letztere zur Wirkung gelangt. Mittels einer Druckfeder kann das Arbeitstück auf dem Tischchen festgehalten werden.

Textabbildung Bd. 286, S. 77
Kreissägen. Eine selbsthätige Zuführung des Holzes zur Säge bezweckt die in Fig. 11 und 12 dargestellte Ausführung von F. R. Boultbee in West Kensington Park, London (* D. R. P. Nr. 59108 vom 22. März 1891). Die Zuführung des Arbeitstückes erfolgt selbsthätig, indem letzteres in einen Schlitten eingespannt wird, welcher auf mechanische Weise gegen das Sägeblatt vorgeschoben und nach beendetem Schnitt wieder zurückgezogen wird.

An das Gestell a der Kreissäge ist ein gleich hoher Tisch b angesetzt, auf welchem das unterschnittene Leistenpaar cc1 befestigt ist. Diese Leisten cc1 reichen bis auf die obere Platte des Kreissägengestelles und sind auch mit dieser fest verbunden. Zwischen den Leisten führt sich ein Schlitten d, welcher an dem dem Sägeblatt e zugekehrten Ende eine einseitige Verlängerung f besitzt, die sich in der entsprechend verlängerten Leiste c1 führt. An dem Schlitten d greift eine Schubstange g an, welche durch eine Kurbelscheibe h in Bewegung gesetzt werden kann und dann den Schlitten in seiner Führung hin und her schiebt. Der Antrieb der Welle der Kurbelscheibe h erfolgt mittels eines Stufenscheibenvorgeleges ii1 so dass die Geschwindigkeit der Kurbelscheibe und damit des Schlittens geändert werden kann.

Der Hub des Schlittens kann durch Verstellen des |78| Zapfens g1 der Kurbelscheibe in einem radialen Schlitz h1 der letzteren verändert werden. Die Lage des Schlittens zum Sägeblatt kann ebenfalls verändert werden. Hierzu ist in dem Schlitten ein Schlitz d1 angeordnet, durch welchen der Zapfen k hindurchreicht, an welchem die Schubstange angreift. Der durch den Schlitz d1 hindurchreichende Zapfen k wird durch Anziehen der Mutter k1 an dem Schlitten festgeklemmt. Nach Lösen der Mutter k1 kann der Schlitten in den Grenzen des Schlittens d1 zum Zapfen k verschoben und letzterer nach geeigneter Verstellung des Schlittens durch Anziehen der Mutter k1 wieder mit dem Schlitten fest verbunden werden.

An der Verlängerung f des Schlittens ist auf der dem Sägeblatt zugekehrten Seite auswechselbar ein Futter l befestigt, welches einen Absatz m hat, der beim Vorschub des Schlittens in die Bahn des Sägeblattes gelangt und aus diesem Grunde von vornherein mit einem dem Sägeblatt entsprechenden Schlitz n versehen ist. Gegen dieses Futter wird das zu sägende Holzstück o gelegt, und zwar derart, dass sich das eine Ende gegen den Absatz m stützt. Das Holzstück wird durch irgend eine geeignete Vorrichtung an das Futter angedrückt. Es kann hierzu eine Feder oder wie im dargestellten Falle eine mittels Griffes p von Hand anzudrückende Platte r dienen, welche an einem Hebel s sitzt, der durch ein Scharnier t mit dem Schlitten verbunden ist und sich demgemäss mit letzterem hin und her bewegt. Die Platte r mit dem Griff p kann auf dem Hebel s verschiebbar sein.

Beim Vorgang des Schlittens wird das Holzstück o mittels der Platte an das Futter seitlich angedrückt, so dass ein sauberer, gleichmässiger Schnitt erreicht wird. Nach Rückkehr des Schlittens in seine Anfangsstellung wird der Hebel s mit der Platte r etwas abgehoben, so dass das abgesägte Blatt leicht entfernt werden kann, dann wird das übrige Holzstück o durch Andrücken der Platte r seitlich an das Futter herausgeschoben, worauf wieder ein Schnitt erfolgt u.s.f., bis der Block zerlegt ist. Das Futter ist leicht auswechselbar; es kann dies, wie dargestellt, dadurch erreicht werden, dass dasselbe mit zwei in der Verlängerung des Schlittens sitzenden Schrauben befestigt wird, oder beispielsweise auch dadurch, dass sich dasselbe bei geeigneter Ausbildung der Verlängerung des Schlittens in dieselbe einschieben und feststellen lässt. Durch Wahl eines entsprechenden Futters kann die Stärke der abzusägenden Tafeln beliebig verändert werden. Das Gleiche könnte auch dadurch erreicht werden, dass das Futter in seitlich verstellbarer Weise mit dem Schlitten verbunden wird. Die vorbeschriebene Einrichtung lässt sich auch bei Bandsägen, Laubsägen u. dgl. in Anwendung bringen.

Textabbildung Bd. 286, S. 78
Blockbefestigung von H. Welle in Landsberg a. W. (* D. R. P. Nr. 52385 vom 3. December 1889).

Das Geleise a ist unter dem Sägeblatt, innerhalb des Sägegestelles, mittels der Keile und Unterlagen h in geeigneter Höhe festgestellt. Auf dem Geleise bewegt sich der Unterwagen c selbsthätig oder durch die beiden Arbeiter. Auf dem Unterwagen bewegt sich der halb so breite Oberwagen d in seitlicher Richtung.

Die Seitenbewegung des Blockwagens wird von den beiden Arbeitern mittels der Handräder, Spindel und Getriebe auf den im Unterwagen eingelassenen Zahnstangen ausgeführt. Die am Oberwagen befindlichen Augenlager umfassen dabei die am Unterwagen befestigten Führungsstangen e und lassen nur seitliche Bewegung, aber kein Kippen zu. Auf dem Tisch des Oberwagens ist eine Schiene von schwalbenschwanzförmigem Profil befestigt. Auf dieser Schiene ist der Spannwinkel an beliebiger Stelle entsprechend den Blocklängen zu befestigen. Das Sägeblatt reicht nur 1 bis 2 mm tiefer als die Oberkante der Befestigungsschiene und berührt den Tisch nicht. Da die Schiene nicht bis zum hinteren Ende des Tisches reicht, kann der Arbeiter am hinteren Ende der Kreissäge den Block nach der anderen Seite zu drehen, ohne seinen Standort zu wechseln und ohne sich dem Sägeblatt nähern zu brauchen. Die beiden an den Enden befindlichen Führungsstangen e sind mit Scala versehen behufs genauen Einsteilens der gewünschten Stärken, g ist eine selbsthätige Schutzklappe gegen Abschleudern von Holzstücken.

Beim Schneiden mit der unteren Hälfte des Blattes wird durch die Klappe jede Gefahr durch Wegschleudern von Holz auch für den hinteren Arbeiter beseitigt. Bei Benutzung der oberen Hälfte sind die bekannten Schutzvorkehrungen leicht anzubringen.

(Fortsetzung folgt.)

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