Titel: Neue Holzbearbeitungsmaschinen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1892, Band 286 (S. 217–222)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj286/ar286064

Neue Holzbearbeitungsmaschinen.

(Patentklasse 38. Fortsetzung des Berichtes S. 169 d. Bd.)

Mit Abbildungen.

Korkschneidemaschinen.

Bei der in Fig. 63 dargestellten Korkschneidemaschine von G. Duncan und J. Latta in Liverpool (* D. R. P. Nr. 52544 vom 28. November 1889) werden die rohen Korkstücke in Korkstreifen oder -Längen geschnitten, letztere zur Bildung cylindrischer Stäbe abgefräst und abgeschliffen und endlich in kurze Stücke zerschnitten, so dass jedes abgeschnittene Stück einen Kork oder Stöpsel ergibt. Die Korkstücke werden mittels Schneidemesser in zweckmässig viereckige Streifen zerschnitten, letztere durch rotirende Messer in die cylindrische Form übergeführt, worauf die abgerundeten Streifen durch Berührung von mit Glas, Schmirgel oder anderem Schleifmittel überzogenen Flächen geglättet werden.

Textabbildung Bd. 286, S. 217
1 ist ein Theil des Hauptgestelles zur Aufnahme einer entsprechenden Anzahl von Maschinen und des für dieselben dienenden Antriebes. 2 ist der Rahmen einer jeden Maschine, 3 eine in den Lagern 4 gelagerte hohle Spindel, welche mittels eines um die Riemenscheibe 5 gelegten Riemens in schnelle Umdrehung versetzt wird. An dem einen Ende genannter Spindel sitzt ein Futter 6, in welches ein rohrförmiges Schneidemesser 7 und der Fräser 8 eingesetzt wird. Das andere Ende genannter Spindel endigt in oder ist mit federnden Backen 9 besetzt. 10 ist ein bei 11 drehbar befestigter Tisch, welcher eingestellt werden kann und mit durch Riemenscheibe bethätigten Zuführungswalzen 12 ausgerüstet ist. 14 ist ein Quersteg zum Festhalten der Korkstücke auf dem Tisch, 15 ein Rohr zur Aufnahme der geschnittenen Korkstreifen. Bei 18 ist eine mit gepulvertem Glas, Schmirgel oder anderem geeigneten Material bestreute Polirstange angebracht, welche durch den Antrieb hin und her bewegt wird. Die Korkstreifen 19 werden auf den Tisch 10 gelegt und durch die Walzen 12 dem rotirenden Schneidemesser entgegengeführt, welches die Streifen abrundet, während die hierbei abgeschnittenen Stücke durch den Fräser 8 vom Hauptstück abgetrennt werden. Der so gebildete Korkcylinder geht dann durch die hohle Spindel 3 und tritt nach Passirung der federnden Backen 9 in das Rohr 15 ein, an dem es durch die Schwingstange 18 geglättet oder polirt wird. Der geglättete oder polirte Korkcylinder wird hierauf durch Kreis- oder andere Messer in entsprechende Längen zerschnitten.

Korkschneidemaschine von G. W. Robinson in Halifax (* D. R. P. Nr. 54539 vom 14. Juni 1890). Fig. 64.

Auf einem entsprechenden Rahmen A sind Console DD gesetzt mit den Rosetten B und C, welche das Korkstück halten. Mit der Rosette B ist eine spiralförmig gewundene Achse E verbunden. Auf der Achse E läuft eine Klammer G mittels zweier Rollen FF. Die Klammer G ist fest mit dem Schlitten H verbunden, welcher auf der Achse gleitet, welche in dem durch die Stellschrauben K1K1 verstellbaren Rahmen gelagert ist.

Die spiralförmige Achse E ist so geformt, dass, wenn der Schlitten H verschoben wird, sie an dem Theil E1 ruhig stehen bleibt, bis das Abstechmesser T beim Kork vorbei ist, dann macht sie bei dem Theil E2 eine Drehung um 90°, bis die Messer ü den Kork passirt haben, und macht dann ein paar schnelle ganze Umdrehungen auf dem Theil E2, damit das Messer V das Abrunden besorgen kann.

Textabbildung Bd. 286, S. 217
Die Rosette C ist mit dem Consol D auf einem Schlitten L befestigt. Der Schlitten L ist durch eine Schnur, die über eine Rolle geht, mit dem Trittbrett P verbunden, welches sich um die Achse P1 dreht. Eine Feder R zieht den Schlitten zurück, wenn der Tritt P frei wird. Auf dem Schlitten H ist eine Leiste S befestigt, um die Stärke des eingeschobenen Korkstückes zu bestimmen. T ist das Abstechmesser, welches zuerst das zu einem Kork benöthigte Stück von dem eingelegten Korkstreifen absticht. U sind zwei Messer, welche das Korkstück vierkantig zuschneiden, und V ist das Messer zum Abrunden des Korkes. Schmirgelscheiben schärfen das |218| Messer V. Bei H ist eine Schutzvorrichtung angebracht, damit niemand in die Messer kommt. Y ist der Handgriff, um den Schlitten H zu verschieben.

Soll die Maschine arbeiten, so schiebt man einen Streifen Kork zwischen die Rosetten B und C bis an das verstellbare Lineal S. Dann tritt man auf den Fusstritt P, wodurch die Rosette C nach B gezogen und das Korkstück fest eingeklemmt wird. Verschiebt man nun mittels Handgriffes Y den Schlitten H, so schneidet das Messer T zuerst das benöthigte Korkstück von dem Streifen ab, dann wird der Kork durch die spiralförmige Achse E um 90° gedreht und die Messer UU schneiden das Prisma fertig. Beim Weiterschieben des Schlittens H wird der Kork durch die kurzen Windungen E3 der Achse E schnell gedreht, so dass die Messer V den Kork rund schneiden können.

Anstatt drei verschiedene Schneidewerkzeuge anzuwenden, kann man natürlich auch nur zwei derselben nehmen, wenn eine oder die andere Bearbeitung unnöthig ist. Sind die Korkstücke vorher schon zerschnitten, so braucht man das Messer T nicht. Ist der Streifen Kork so dick, als er breit werden soll, so braucht man die Messer UU nicht, und endlich, wenn man viereckige Korkstücke haben will, so ist das Messer V überflüssig.

Korkschneidemaschine von P. Larios in Gibraltar (* D. R. P. Nr. 57982 vom 9. Januar 1891). Fig. 65.

Textabbildung Bd. 286, S. 218
Die Korke werden durch schnell umlaufende Scheiben mehr geschliffen als geschnitten. Von zwei Antriebvorrichtungen auf einem gusseisernen Stuhl werden zwei Scheiben m und n gedreht, welche je beiderseits mit Haifischhaut, Schmirgel oder Kiesel bezogen sind. Zwischen beiden Scheiben ruht in einem verstellbaren Schlitten e in den Trägern o und w ein Balancier c, welcher ein Gestell, ähnlich demjenigen der Spul Vorrichtungen bei Nähmaschinen, trägt. An Stelle der Spule wird hier der Korkwürfel von zwei Spitzen, welche durch eine Spirale zusammengedrängt werden, gehalten und die Hantirung durch das Rad a und den Griff b ermöglicht. Der Schlitten mit dem Balancier c kann durch die Stellvorrichtung f höher oder niedriger gestellt werden. In der Richtung der punktirten Linien wird der Korkwürfel gegen die Scheiben m und n gehalten und die feinste Herstellung des Korkes vollzogen. Bei Abnutzung der Seiten werden die Scheiben zunächst gewendet und später wieder frisch bezogen. Um die feinen Korkspäne aufzufangen, sind hinter den Scheiben zwei Kanäle x und y angebracht, in welchen dieselben hineinstäuben und dann durch den grösseren Schacht r angesammelt und aus demselben entfernt werden.

Maschine zum Schneiden von Korkstreifen von J. E. Howard in London (* D. R. P. Nr. 59255 vom 12. Februar 1891). Fig. 66.

Die Herstellung der mit dieser Maschine zu bearbeitenden Kork streifen geschieht mittels der sogen. Streifenschneidmaschine, welche entweder von Hand oder auf maschinellem Wege in Thätigkeit gesetzt wird, aus den Korkplatten bezieh. der Korkrinde. Aus diesen Streifen könnten schon Korke hergestellt werden, jedoch weiss selbst der geübteste Arbeiter, da diese Streifen noch mit der Borke versehen sind, nicht, den schlechten Stellen in den Korkstreifen auszuweichen, wodurch vielfach unbrauchbare Korke entstehen, zum Nachtheil des Fabrikanten. Um diese Korkstreifen auf die erforderliche Höhe der Korken zu schneiden und von der Borke zu befreien, soll die in Fig. 66 dargestellte Maschine dienen. Man wird durch dieselbe in den Stand gesetzt, auf maschinellem Wege die Borke und die feine Seite der Streifen oder anderen Korkstücke entweder auf eine gegebene Dicke zu schneiden, d.h. den Schnitt den Wellenlinien besagter Korkstücke auf einer oder beiden Seiten so folgen zu lassen, dass das abgeschälte Stück gleichmässige Dicke hat, oder die Borke und feine Seite auf ein bestimmtes Maass abzustreifen, so dass die geschälten Stücke oder die Borke verschiedene Dicke haben, während das verbleibende glatte Stück durchweg gleich stark ist.

Textabbildung Bd. 286, S. 218
Das zu bearbeitende Korkstück, welches in Streifen geschnitten werden soll, kann beliebig oft durch die Maschine gehen, bis es ganz zu Streifen der gewünschten Dicke verschnitten ist.

Die Maschine ist auf Böcken gelagert, auf denen der Tisch b ruht. In diesem kreist ein rundes Messer oder eine Säge c auf der Welle c1, welche von den Riemenscheiben c2c3 bethätigt wird, oder es geht eine Bandsäge bezieh. ein Messer auf und nieder.

An dem Tisch b ist mittels Bolzen ein Träger d befestigt, an dessen Oberseite in dem Rahmen werk d1 die hölzernen Schärfräder e und e1 oder eine Schärfvorrichtung gelagert ist. Das Schärfrad e sitzt auf der Welle e1, die von dem konischen Zahnrad e2 in Drehung versetzt wird, während dieses selbst wieder mit dem auf der Welle e4 sitzenden Zahnkonus e3 in Eingriff steht, die von der Riemenscheibe e5 unter Vermittelung der Riemenscheibe c4 von der Hauptwelle c1 angetrieben wird.

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Das zweite Schärfrad ex sitzt auf der Welle e6 und wird von der Riemenscheibe e7 unter Vermittelung der Riemenscheibe e8 von der Welle e1 in Drehung versetzt. Durch diesen Schärfapparat, der die Kante der Kreissäge bezieh. des Messers c vorher berührt, wird dieselbe beständig scharf gehalten.

Der rohe Kork, welcher geglättet oder an der Bork- oder feinen Seite flach geschnitten oder in dünne Streifen von angemessener Dicke geschnitten werden soll, wird der Schneide der Kreissäge c zwischen den beiden Zuführungswalzen ff1 zugeführt.

Die Zuführungswalzen f und f1 sind so angeordnet, dass die eine geregelt und in einer gewünschten Lage festgestellt werden kann, während die andere sich selbst einstellt, um den Unregelmässigkeiten der Korkoberfläche zu folgen.

Des Beispiels wegen ist die Führungswalze f in der gewünschten Stellung durch die Flügelschraube h festgestellt.

Die sich selbst einstellende Walze f1 wird beständig in Richtung des Pfeiles V mittels Gewichtes gedrückt, das an einem Seil hängt. Die lose, federnde Führungsrolle x ist so gelagert, dass sie sich auf der Welle i in dem gegabelten Ende des wagerechten Armes j frei drehen kann. Dieser Arm j kann sich in wagerechter Richtung in den an dem Tisch b befestigten Lagern k gegen die gegenüberliegende Rolle y verschieben und drückt gegen die feste Führungsrolle y mittels des an dem Seil l1 hängenden Gewichtes l. Das Seil l1 ist bei j1 an dem gleitenden, die Führungsrolle x tragenden Arm j befestigt und läuft über die Schnurrollen k1 und k2. Hierdurch wird ein beständiger Druck auf diesen Arm j ausgeübt und derselbe dauernd sammt der Rolle x gedrückt. Die gegenüberliegende Führungsrolle y dreht sich auf der Welle m1 in dem gegabelten Ende des wagerechten Armes n, der in den an dem Tisch b befestigten Lagern o ruht. Der Arm n ist in wagerechter Richtung verstellbar und kann in jeder gewünschten Lage durch die Stellschraube p festgestellt werden, so dass die Rolle y in jeder gewünschten Entfernung von der Messerschneide c gehalten werden und so als Maasstab für die Dicke des abzuschneidenden Streifens dienen kann.

Während so die feste Rolle y die Dicke des abzuschneidenden Streifens regelt, geht die federnde Rolle x leicht über die Unebenheiten der ihr zugekehrten Korkseite hinweg, während sie doch zugleich gegen die feste Rolle y drückt.

Auch diese beiden Führungsrollen können umgekehrt angeordnet werden.

Der die Rolle y tragende Arm n wird beständig in Richtung des Pfeiles v nach vorn gedrückt unter Vermittelung der Spiralfeder m, oder in der vorher beschriebenen Weise durch ein Gewicht. An den äusseren Enden der Arme j und n sind Handgriffe j2 bezieh. n2 angeordnet, mittels welcher diese Arme nach innen oder auswärts bewegt werden können. Auf dem Tisch selbst kann ein aufrecht stehender Pfeiler s mit einem verschiebbaren, nach der Seite vorspringenden Arm t vorgesehen werden, der in angemessener Höhe durch die Schraube t1 festgestellt wird, und verhindert, dass die Korkstreifen, wenn sie nach der Schneide geführt werden, sich von derselben abheben.

Die Wirkungsweise der Maschine äussert sich in der Weise, dass die Korkstreifen, welche auf dem Tische b aufruhen, durch die sich drehenden Walzen ff1 den Führungsrollen xy zugeführt werden, von denen die eine in der Stärke des abzuschneidenden Streifens fest eingestellt ist und hier von dem Messer bezieh. der Kreisscheibe c gefasst werden, während der Arm t verhindert, dass der Streifen seine Lage zum Messer verändert.

Schutzvorrichtung für Korkschneidemaschinen von H. E. R. Nähring in Hamburg (* D. R. P. Nr. 59256 vom 13. März 1891). Fig. 67.

Die Schutzvorrichtung bezieht sich auf die sogen. Korkbohrmaschinen, bei denen die Korke aus Korkstreifen mittels eines hohlen Messers a hergestellt werden, das durch eine Riemenscheibe b oder in sonst geeigneter Weise in Umdrehung versetzt wird und gegen das der zu schneidende Korkstreifen durch einen Support c gedrückt wird. Dieser Korkstreifen muss bei den bisher meist gebräuchlichen Maschinen durch die Hand des Arbeiters so lange gehalten werden, bis das Messer den Schnitt aasgeführt hat, wodurch der Arbeiter besonders beim Schneiden des letzten Korkes aus einem Streifen leicht an den Fingern verletzt werden kann.

Textabbildung Bd. 286, S. 219
Die Schutzvorrichtung besteht aus einem das Messer a umgreifenden Ringsegment f, welches auf einer Führungsstange g befestigt ist und durch ein Gegengewicht h ausgeglichen wird. Die Führungsstange g ist in einer Führung d verschiebbar angeordnet und wird durch eine regulirbare Feder i und einen verstellbaren Anschlag k stets in einer bestimmten Lage gehalten. Die Führung d endlich wird an den Lagern des Supports in geeigneter Weise befestigt.

Die Wirkungsweise der Schutzvorrichtung ist kurz folgende:

Das Ringsegment f umgibt stets das durch die Riemenscheibe b in Umdrehung versetzte Messer a, welchem der von links gegen den Support c gehaltene Korkstreifen mittels desselben zugeführt wird. Sobald nun der Korkstreifen selbst gegen das Ringsegment trifft, presst das Ringsegment den Korkstreifen gegen den Support, ersetzt also die Hand des Arbeiters und hält denselben absolut fest. Bei der darauf folgenden Weiterbewegung des Supports nach links wird das Ringsegment unter Ueberwindung der Feder i über das Messer weg nach links gedrückt, und letzteres führt seinen Schnitt aus. Bei der Zurückbewegung des Supports kehrt auch das Ringsegment, durch die Feder i gezogen, in seine ursprüngliche Lage zurück.

Hobelmaschinen.

Bei der in Fig. 68 bis 71 dargestellten Hobelmaschine von L. Scholl in Elberfeld (* D. R. P. Nr. 55220 vom 26. Juli 1890) können die Messer in der Maschine geschliffen werden. Bisher müssen die Messer, um angeschliffen zu werden, |220| aus der Maschine ausgehoben und jedes für sich geschliffen werden. Das Abnehmen vom Hobelkopf, namentlich aber das Wiedereinsetzen eines Messers ist zeitraubend und muss mit Sorgfalt bewirkt werden, da ein nicht genau wagerecht bezieh. mit seiner Schnittkante nicht genau parallel zur Tischoberfläche der Hobelmaschine eingesetztes Messer nicht nur Holzverlust und ungleiche Arbeit liefert, sondern auch sehr leicht beschädigt werden kann wegen des einseitigen Angriffes des Holzes.

Diesem Uebelstande soll diese Messerschleifvorrichtung an Holzhobelmaschinen abhelfen.

Textabbildung Bd. 286, S. 220
Das Wesentliche der Erfindung besteht darin, dass die Messer an drehbaren Klappen befestigt werden, wodurch dieselben in eine radiale Lage gebracht werden können und in eine solche, bei welcher die Messerfläche die Richtung einer Sehne zum Rotationskreis einnimmt. Im ersten Falle stehen die Messer in der Arbeits- oder Hobellage, in der anderen sind sie zum Schleifen richtig eingestellt, müssen sich aber zu diesem Behufe in umgekehrter Richtung wie vorhin drehen.

Zu diesem Zwecke werden auf der Achse A die Scheiben oder Köpfe B und B1 befestigt, erstere fest, letztere axial verschiebbar und mit einer Mutter C feststellbar. Zwischen diese Köpfe hängen mittels genau darin laufender Zapfen D die Platten E, Bei breiten Messern kann auch noch in der Mitte eine scharnierartige Verbindung der Platten E mit der Achse eingelegt werden, damit jene nicht ausgebogen werden kann.

An den Köpfen B und B1 sind Knaggen F angegossen, gegen welche die Platten E in beiden Lagen anliegen und dadurch ihren Halt für beide Drehungsrichtungen erhalten, indem sie einmal vor, das andere Mal hinter den Knaggen anliegen.

Die Messer G werden an den Platten E mittels Bolzen und Schlitzes so befestigt, dass sie daran radial verschiebbar sind, um beim Verschleiss nachgestellt werden zu können.

Ueberdies, aber namentlich zum Zwecke des Einstellens der Messer beim Schleifen, ist die Messerspindel senkrecht verstellbar angeordnet. Sie werden deshalb in Schlitten HH1 gelagert, welche in Coulissen im Maschinengestell auf und nieder gehen können, aber auf Schraubenspindeln JJ1 gehalten sind. Behufs ganz gleichmässiger Drehung beider Schraubenspindeln und Hebung und Senkung der Schlittenstücke ist die quer durch das Maschinengestell gehende Spindel K mit endloser Schraube LL1 auf jeder Seite und einer Handkurbel M an einem Ende vorgesehen. Die Schnecken LL1 greifen in Schneckenräder UU1 ein, die auf die Schraubenspindeln J bezieh. J1 durch Vermittelung der Räder NN1 wirken.

Wenn gehobelt werden soll, werden die Platten E mit den Messern G in die Lage Fig. 69 gebracht, mittels der eben beschriebenen Stellvorrichtung auf richtige Höhe eingestellt, in der durch Pfeile angedeuteten Richtung gedreht und das zu hobelnde Holz in bekannter Weise über den Tisch hingeführt.

Sind nun die Hobelmesser stumpf und sollen geschliffen werden, so werden die Platten E sammt den Messern daran umgelegt in die in Fig. 68 dargestellte Lage; man hebe nun die Messerspindel mit Messerkopf mittels der Hebevorrichtung HJKLMN, bis die Schneidekante der Messer mit der Tischoberfläche gleichsteht. Die Tischfläche durchschneidet nun das Messer in der zum Schnitt nöthigen Schräge, und indem man auf den Tisch einen unten genau abgerichteten Schleifstein legt, den man über die Messer hinführt, oder aber indem man die Messerspindel in der in Fig. 68 angedeuteten Richtung dreht und gleichzeitig den Stein über die Spalten der Tischplatte hin und her schiebt, werden die Messer geschliffen.

Die Schneide muss genau und parallel mit der Tischplatte werden, der Schnittwinkel bei allen Messern wird genau derselbe, jedes Losnehmen, Wiedereinsetzen und namentlich das genaue Einstellen der Messer ist vermieden, da die Schneidkante eben von selbst durch das Schleifen die einzig richtige Richtung erhält.

Die Abrichtehobelmaschine von Gebrüder Junghans in Schramberg (* D. R. P. Nr. 58561 vom 18. Januar 1891) enthält mehrere zusammengesetzte Einrichtungen zur gefahrlosen Führung des Werkstückes über die Messer und zur Verdrehung desselben ohne Umspannung.

Rundstabhobelmaschine mit selbsthätig verstellbaren Messern von Gebrüder Thonet in Wien (* D. R. P. Nr. 58219 vom 6. Februar 1891). Fig. 72 und 73.

Textabbildung Bd. 286, S. 220
Während die bisher bekannten Rundstabhobelmaschinen nur die Bearbeitung von Werkstücken von gleichem Durchmesser gestatten, betrifft die vorliegende Erfindung eine Anordnung, mittels welcher schon gebogene Stäbe von im Verlaufe ihrer Länge ab- oder zunehmendem Durchmesser bearbeitet werden können. Dieses wird dadurch erreicht, dass das Hobeleisen sich je nach der Durchmessergrösse der von ihm anzugreifenden Stelle des Werkstückes vom Mittelpunkte desselben mehr oder weniger entfernt einstellt, wobei es derart in der Vorrichtung angebracht ist, dass es in keiner Stellung mehr als die Spanstärke, für welche es eingestellt ist, von der Oberfläche des Werkstückes abnehmen kann.

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Die ganze Vorrichtung befindet sich in einem hohlen zweitheiligen, scheibenförmigen Gehäuse AB, welches gleichzeitig als Riemenscheibe dient, deren beiderseitige hohle Naben ab in den Lagern cc1 drehbar gelagert sind. An dem breiteren Gehäusetheil A (Boden) sind nach innen vorspringende Ringsectoren a1a2 angegossen, welche als Führungen dienen, zwischen denen ein beweglicher Ring c drehbar lagert. Geeignet angebrachte Federn c1, welche sich einerseits an festen Punkten c2 des Gehäuses stützen und andererseits mit dem drehbaren Ringe c verbunden sind, haben das Bestreben, denselben nach erfolgter Verschiebung immer wieder in seine Anfangsstellung zurückzupressen.

Der drehbare Ring c ist an in die Zwischenräume der Führungssectoren a1a2 hineinragenden Verbreiterungen c3 mit Schlitzen c4 versehen, welche schräg gegen die radiale Richtung gestellt sind und als Führung für die Einzeltheile d der Muffe dienen, welche in die hohle Nabe des offenen Scheibengehäuses eingesteckt werden. Die einzelnen Sectoren d der Muffe tragen zu diesem Zwecke an ihrer Rückseite Führungsschienen d1, welche in entsprechenden Ausnehmungen b1 des Gehäusedeckels B in radialer Richtung beweglich sind, während an diesen Schienen befindliche Stifte d2 in die schrägen Führungsschlitze c4 des vorerwähnten drehbaren Ringes c eingreifen. Einer der Muffensectoren d trägt in einem Ausschnitte das starr an ihm befestigte Hobelmesser e, welches um die beabsichtigte Spanstärke über die innere Cylinderfläche des Muffentheiles herausragt.

Die einzelnen Theile der inneren Muffe, deren einer, wie erwähnt; das Hobelmesser trägt, lassen, in der einen Endstellung nämlich, wenn dieselben an der Nabenhöhlung anliegen, Zwischenräume zwischen einander, während sie in der anderen Endstellung an einander seitlich vollkommen anschliessen und dergestalt ein Dreieck bilden, dessen Seiten Kreisbogentheile sind.

Bei aufgesetztem und mittels der Schrauben b2 fest mit dem Boden A verbundenem Gehäusedeckel B nehmen die Muffentheile d vermöge der Anordnung der im Deckel ausgesparten Führungen ihrer Schienen und der im federnden Ringe c befindlichen Führungsschlitze c4 für die an diesen Schienen sitzenden Stifte d2 die engste Stellung ein. Der dann von den das Dreieck bildenden Kreisbögen umschriebene Kreis entspricht dem geringsten Durchmesser des Werkstückes, welches in der Vorrichtung bearbeitet werden kann, während der grösste Durchmesser desselben derjenige des Kreises ist, den die Innenflächen der Muffentheile in ihrer äussersten Endstellung, also wenn sie an der Hohlnabe ganz anliegen, umschliessen.

Wird nun durch die hohle Nabe der in Drehung versetzten beschriebenen Vorrichtung der zu bearbeitende Stab eingeführt, so wird er in dem Maasse, als sein Durchmesser den des kleinsten in die an einander stossenden Muffentheile einzuschreibenden Kreises übertrifft, diese von einander entfernen. Da die Muffentheile d durch ihre Schienen d1 in den Ausnehmungen des Deckels radial geführt sind, so wird durch die in die schrägen Schlitze c4 des federnden Ringes c eingreifenden Führungsstifte d2 der Ring unter Ueberwindung der Kraft der an ihm befestigten Federn c1 entsprechend verdreht. Nimmt der Durchmesser des Stabes im Verlaufe seiner Länge dann ab, so dreht sich in Folge der Federwirkung der Ring wieder in entgegengesetzter Richtung und die Muffentheile d und mit ihnen das Hobelmesser e nähern sich dem Mittelpunkte der Vorrichtung, so dass das Messer ununterbrochen in Wirksamkeit ist und sich während des Durchlaufens des zu bearbeitenden Stabes auf die geschilderte Weise dessen wechselndem Durchmesser entsprechend stets von selbst einstellt.

Bei dem Hobeldoppelmesser für Holzwollemaschinen von O. Evenstad und O. Senstad in Rasten, Norwegen (* D. R. P. Nr. 53900 vom 2. Februar 1890) sind auf dem unteren Messer scharfkantige Rillen angearbeitet, um den vom oberen Messer gehobelten Span zu zertheilen.

Schutzvorrichtung für Holzhobelmaschinen von G. Galle in Spremberg (* D. R. P. Nr. 54027 vom 6. April 1890). Fig. 74.

Bei Holzhobelmaschinen kommen sehr häufig Unglücksfälle vor, welche dadurch verursacht werden, dass die rotirenden Messer das zu hobelnde Holz zurückwerfen und die Arbeiter dann namentlich mit den Fingern der linken Hand in die Messer gerathen. Um dieses zu verhindern, wird mit der Schutzvorrichtung nach gegenwärtiger Erfindung das zu hobelnde Holz derartig gehalten, dass es nicht zurückfliegen kann.

Textabbildung Bd. 286, S. 221
Die meisten Holzhobelmaschinen haben, wie die dargestellte, einen aus zwei Theilen bestehenden Tisch A mit einem verstellbaren Schlitz in der Mitte, in welchem die Messerwelle rotirt, und seitlich eine senkrecht stehende Platte B, an welcher die Hölzer hochkantig gehobelt werden.

Zur Anbringung der Schutzvorrichtung wird unten an die Platte A ein Winkel C angeschraubt, dessen senkrecht nach abwärts stehender Schenkel C1 eine schwalben-schwanzförmige Nuth hat, in welcher der gebogene Arm D mit den Schrauben E höher oder niedriger gestellt werden kann. Durch den Bund D1 des Armes D geht eine mit der Schraube F feststellbare quadratische Stange G parallel zum Tischschlitz hindurch, an welcher zwei gewundene Federn H mit ihrem inneren Ende befestigt sind, während an dem äusseren Ende derselben ein breites, die beiden Federn H umhüllendes, kräftiges Blech J befestigt ist, welches sich beim Nichtgebrauch der Hobelmaschine an eine Nase des Bundes D1 anlegt, so dass das mit zugeschärfter Unterkante versehene Blech J senkrecht nach abwärts steht und die Federn H dasselbe in der Weise an diese Nase andrücken, dass das zu hobelnde Brett K beim Vorschieben gegen die rotirende Messerwelle das Blech J in die punktirte Lage Fig. 74 bringt, so dass die zugeschärfte Kante desselben durch die beiden Federn H auf das Brett K gedrückt wird und dieses deshalb von den Messern nicht zurückgeworfen werden kann.

Je nach der Stärke des Brettes wird man den die Vorrichtung frei tragenden Arm D in seiner Führung höher oder niedriger stellen.

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Bei sehr breiten Holzhobelmaschinen wird man etwa 10 cm von der Platte B entfernt auf der Tischplatte A einen verstellbaren Träger für die quadratische Stange G aufschrauben.

Vorschubvorrichtung für Holzbearbeitungsmaschinen von Werner und Poetzsch in Meerane i. S. Das Werkstück wird zwischen zwei Paar hinter einander, um 90° versetzt liegenden Walzen geführt.

(Schluss folgt.)

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