Titel: Das Galvanoskop der Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1892, Band 286 (S. 232–234)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj286/ar286069

Das Galvanoskop der Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft.

Mit Abbildungen.

Je mehr sich der elektrische Kraft- und Lichtbetrieb ausbreitet, desto grösser werden die Anforderungen, welche man bezüglich der Isolation sowohl der einzelnen Theile und Apparate einer elektrischen Anlage, als auch der Leitungen stellen muss. Deshalb wird auch das Verlangen nach tragbaren Messapparaten immer dringender und unabweislicher, welche Isolationswiderstände mit ausreichender Genauigkeit bestimmen lassen und dadurch vorhandene Fehler aufzufinden gestatten, dabei aber doch praktisch unempfindlich sind gegen von aussen kommende mechanische Einflüsse.

Textabbildung Bd. 286, S. 232
Dadurch hat sich die Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft in Berlin dazu gedrängt gesehen, fortlaufend an der Verbesserung ihrer Galvanometer zu arbeiten, damit dieselben den derzeitigen Anforderungen der Elektrotechnik gerecht zu werden vermögen. Sie hat es dadurch auch erreicht, |233| dass viele Behörden – unter anderen erst kürzlich die russische Regierung – die Instrumente dieser Gesellschaft als Normalinstrumente eingeführt haben und nur Messungen mit solchen Instrumenten anerkennen.

Eins der in vier Formen ausgeführten Galvanoskope der Gesellschaft ist in Fig. 1 abgebildet; es ist dies die kleinste Form und gestattet nur die Messung von Widerständen bis zu 500000 Ohm mit einer Genauigkeit, welche für die meisten praktischen Zwecke vollständig ausreicht. Die grösste Ausführung desselben ist in Fig. 2 dargestellt; diese gestattet Messungen von 500000 bis zu 10000000 Ohm und arbeitet mit 100 bis 200 Volt. Es bestehen diese Instrumente aus einem sehr empfindlichen Galvanometer in Verbindung mit einer Trockenbatterie von bewährter Einrichtung. Das Gehäuse des Galvanometers ist gut vernickelt und die ganze Einrichtung in einem sauber polirten Holzkasten mit Tragriemen untergebracht, so dass das Instrument wenig Raum erfordert und handlich ist.

Die Magnetnadel des Instrumentes ist durch eine Vorrichtung gegen das Entmagnetisiren und überhaupt gegen eine Schwächung ihres Magnetismus geschützt.

Textabbildung Bd. 286, S. 233

Die Achse der Nadel läuft in feine Spitzen aus und ist I mit diesen in Steinen gelagert. Oben trägt die Achse einen Zeiger, welcher über einer Gradeintheilung spielt.

Sehr viele Windungen feinen Kupferdrahtes bilden die Galvanometerwickelung, welche in Unterabtheilungen an die äusseren Klemmen b1 bezieh. b2 führen, so dass die Zahl der Windungen entsprechend der Grösse des zu messenden Widerstandes gewählt werden kann.

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Die Trockenbatterie ist von hoher elektromotorischer Kraft und erprobter Unveränderlichkeit der elektromotorischen Kraft, so dass bei entsprechender Behandlung eine Nachaichung erst nach langer Zeit erforderlich ist. Die Elemente sind sehr haltbar, dabei aber verhältnissmässig klein. Deshalb können die Galvanoskope mit einer grossen Anzahl von Elementen ausgerüstet werden, damit die zu untersuchenden Isolationswiderstände mit Strömen von der entsprechenden Spannung geprüft werden können.

Fig. 3 erläutert die Schaltungsweise: TB bedeutet die Trockenbatterie (es sind hier nur zwei Zellen angedeutet), G das Galvanometer, a und b1 bezieh. b2 die aussen befindlichen Klemmen, an welche der äussere zu messende Widerstand angeschlossen wird. Der letztere ist also mit der Trockenbatterie und dem Galvanometer hinter einander geschaltet, so dass der Ausschlag der Magnetnadel unmittelbar ein Maass für den äusseren Widerstand ist; letzterer kann gleich von den Kalibrirungstafeln unmittelbar neben der Scala abgelesen werden. Diese Tafeln werden auf Grund einer in der Fabrik angestellten Aichung festgestellt.

Die nachfolgenden Skizzen geben einige Beispiele aus der grossen Zahl der Anwendungen des Galvanoskopes, das im Laboratorium, in der Werkstatt und hauptsächlich bei der Montage Verwendung findet.

I. Fig. 4 die Prüfung auf Erdschluss, oder die Untersuchung einer Löthstelle u.s.w. im Leitungsnetz;

II. Fig. 5 die Prüfung der Isolation bei Maschinen und zwar zwischen Magnetwickelung und Eisengestell;

III. Fig. 6 desgl. zwischen Magnet und Ankerwickelung;

IV. Fig. 7 desgl. zwischen Ankerwickelung und Erde;

V. Fig. 8 desgl. zwischen Stromsammler und Achse.

Preise:

Nr. 360. Galvanoskop zur Messung von Wider-
ständen bis 500000 Ohm

M. 45.
Nr. 361. Galvanoskop zur Messung von Wider-
ständen bis 1000000 Ohm

M. 55.
Nr. 362. Galvanoskop zur Messung von Wider-
ständen bis 2000000 Ohm

M. 70.
Nr. 363. Galvanoskop zur Messung von Wider-
ständen bis 10000000 Ohm

M. 260.
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