Titel: Ueber Dampfkessel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1892, Band 286 (S. 282–287)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj286/ar286087

Ueber Dampfkessel.

(Schluss des Berichtes S. 254 d. Bd.)

Mit Abbildungen.

C. Combinirte Kessel.

Unter D. R. P. Nr. 56733 vom 23. September 1890 ist P. Dupuis in Aachen eine Verbesserung seines Kesselsystems patentirt worden, welche darin besteht, dass an dem bekannten Dupuis-Kessel ein unter dem Walzenkessel liegendes Siederohr angebracht ist, welches mit seinem hinteren Ende an den stehenden Röhrenkessel der alten Bauweise anschliesst, sich vorn aber zu einem etwas schräg liegenden Quersieder gestaltet, der den hinteren Abschluss des Rostes bildet und durch zwei schräg liegende Stutzen mit dem Walzenkessel verbunden ist. Es soll diese Anordnung einen lebhaften Wasserumlauf erzielen. Statt des Quersieders kann auch eine senkrecht stehende einfache Rohrverbindung gewählt werden.

Der Kessel von Wescott in Wokingham hat zwei Feuerungsröhren B (Fig. 40 und 41), welche den Rost C enthalten und mit Querröhren D versehen sind. Die Feuergase durchstreichen darauf die rechteckig geformten Röhren E und F, die mit senkrechten Röhren G und H versehen sind. 1 sind Oeffnungen zum Reinigen. Dem Kessel kann allerdings eine grosse Heizfläche ertheilt werden, aber die vielen flachen Wände, sowohl in den Rohren E und F, als auch in der Wand A machen die Construction doch sehr bedenklich und vermindern die Sicherheit (Englisches Patent Nr. 13101 vom 16. Juli 1892).

Textabbildung Bd. 286, S. 282
G. Hose in Uerdingen (D. R. P. Nr. 62465 vom 23. Juni 1891) verbindet einen geneigt liegenden Wasserröhrenkessel mit einem senkrechten Rauchröhrenkessel, indem er letzteren an den Oberkessel des Wasserröhrenkessels anschliesst.

Textabbildung Bd. 286, S. 282
Für den Kessel, der als D. R. P. Nr. 56137 vom 8. August 1890 der Berliner Maschinenbau-Actiengesellschaft (vorm. Schwartzkopff) geschützt ist (Fig. 42), werden -förmige Röhren verwendet, die an zwei von einander getrennte, über einander liegende Stirnkasten a und b anschliessen. Ein über diesen Kasten liegender Dampf- und Wassersammler ist durch zwei Rohre mit den Kasten a und b derartig verbunden, dass das eine Rohr m nach dem unteren Kasten führt, das andere n von dem obersten Theil des oberen Kastens ausgeht, so dass durch diese Verbindung der Kreislauf des Wassers durch den ganzen Kessel gesichert ist.

Der von L. Uhler in Mülhausen (Elsass) angegebene Wasserröhrenkessel mit Speisewasservorwärmer und Dampfüberhitzer |283| (D. R. P. Nr. 59587 vom 17. März 1891) ist in Fig. 43 dargestellt. Der Röhrendampfkessel besteht aus den Siederöhren B, welche in der schrägen Wand b des Wasservorrathkessels A befestigt sind und mit dem anderen Ende in der Platte S ruhen. Ueber diesen Röhren ist der Dampfüberhitzer Z, der aus den Field'schen Röhren ähnlichen Röhren oo1 besteht, angeordnet. Als Speisewasservorwärmer dient der Theil Y, der aus einem oder mehreren wagerechten cylindrischen Körpern besteht, die der Länge nach von Rauchrohren C durchzogen sind. Der Weg der Feuergase ist durch Pfeile angedeutet.

Textabbildung Bd. 286, S. 283
Die P. Hesse in Iserlohn patentirte Vereinigung zweier Einkammer- zu einem Zweikammer-Wasserröhrenkessel (D. R. P. Nr. 61852 vom 3. Juli 1891), Fig. 44, hat den Zweck, die Hauptvortheile der Einkammer- und Zweikammer-Röhrenkessel zu vereinigen, sowie eine bessere Heizgasführung zu erhalten.

Die Rohrkammer a des einen Kessels ist mit der Rohrkammer b des anderen Kessels durch die Oberkessel cc1 und die am fast tiefsten Punkt der Rohrkammern angebrachten Rohre dd1 verbunden, deren beliebig viele vorhanden sein können. In Folge der in den Rohrbündeln e und f entstehenden starken Dampfentwickelung erfolgt in der Rohrkammer a in der Richtung des Pfeiles 1 ein starker Auftrieb. Das aus a vertriebene Wasser wird hierbei durch den Zufluss der Rohre dd1 ersetzt, so dass in den letzteren eine starke Strömung herrscht und ein Absetzen von Kesselstein, da die Rohre dd1 ausserhalb des Feuers liegen, verhindert wird.

Bei der fortschreitenden Bewegung des Wasser- und Dampfgemisches in den Oberkesseln cc1 kann der Dampf leichter aus dem Wasser entweichen, und es sinkt dann das Wasser in die Rohrkammer b.

Das durch g eingeführte Speisewasser hilft den Umlauf vermehren, andererseits wird der Kesselstein des Speisewassers durch den aus dem Rohrbündel h entgegentretenden Dampf theilweise niedergeschlagen, sinkt nach unten und kann durch i abgeblasen werden. Der in dem Rohrbündel h in bedeutend geringerem Maasse als in den Rohrbündeln e und f entwickelte Dampf hat den besonderen Zweck, einen allzu starken Wasserumlauf (durch Pfeile 1 angedeutet) zwischen den Rohrkammern a und b und insbesondere in den Oberkesseln cc1 zu verhüten, indem dieser Dampf dem Umlauf entgegenwirkt. In den bisher üblichen Zweikammerkesseln findet eine starke Strömung statt, welche eine solche Unruhe und Bewegung des Wassers im Oberkessel bezieh. Dampfsammler zur Folge hat, dass nasser Dampf erzeugt wird.

Durch passende Wahl der Anzahl der Röhren des Bündels h hat man die Bildung jedes wünschenswerth erscheinenden Wasserumlaufes und trockenen Dampfes in der Hand. Ferner macht diese Construction die übliche Anwendung der inneren Füllröhren und Zweitheilung der Rohrkammer durch Scheidewände überflüssig, welche den Umlauf des Wassers eher vermindern als vermehren.

Die Führung der Heizgase (durch Pfeile 2 angedeutet) erfolgt durch die auf den obersten Rohrreihen liegenden Abdeckplatten jkl, welche die üblichen, sehr häufig undichten Querwände, die beim Herausnehmen der Röhren sehr hinderlich sind, überflüssig machen.

Textabbildung Bd. 286, S. 283
Ferner können gerade, glatte Abdeckplatten verwendet werden, welche durch die Oeffnungen mn und o leicht entfernt oder eingebracht, sowie auf ihr Dichthalten untersucht werden können. Die Gase steigen zickzackförmig nach oben und bespülen die Oberkessel erst, nachdem sie geringe Temperatur angenommen haben, so dass ein Anbrennen von Kesselstein in den Oberkesseln nicht stattfinden kann. Das Abblasen der Rohre und Platten von Russ und Asche kann bei der neuen Construction von hinten oder von vorn erfolgen, und zwar sind hierzu die Oeffnungen mn und o bestimmt. Ist nur von vorn Platz zum Abblasen, so können in der Rohrkammer a leicht passende Oeffnungen angebracht werden.

Bei dem D. R. P. Nr. 62329 vom 7. Juli 1891 von W. Sprague Post in Boston und H. de Wolfe Sawyer in East-Boston (Massach., Nordamerika), eine Einrichtung an Dampfkesseln mit Flammrohr, Wasserröhrenrost und von |284| oben nach unten durch den Rost gehendem Zug betreffend, wird der Zug durch das auf dem Rost befindliche Brennmaterial und durch den Rost hindurch nach unten geführt. Der Rost besteht aus einander parallel angeordneten Siederohren, welche, von einer wandartigen, mit Wasser gefüllten Fortsetzung des Siederaumes ausgehend, mit einem besonderen Wasserkasten verbunden sind, der vorn im Feuerraum und, ohne mit den Wandungen des letzteren verbunden zu sein, in der Querrichtung angeordnet ist, um der Bewegung des sich ausdehnenden und zusammenziehenden Rostes folgen zu können. Das Wasser wird dem Rost durch schräg angeordnete Rohre zugeführt, welche vom unteren Theil des Kessels nach oben geführt und mit dem Wasserkasten verbunden sind.

Textabbildung Bd. 286, S. 284
Das Wasser fliesst vom Boden des Kessels, und zwar unterhalb des Feuerraumes durch die schräg nach oben geführten Zuführungsrohre in den Wasserkasten nach vorn und durch die diesen mit der wandartigen Fortsetzung des Siederaumes verbindenden, den Rost bildenden Siederöhre nach hinten in den eigentlichen Siederaum. Durch diese Anordnung wird die wand artige Fortsetzung des Siederaumes entlastet, während dadurch, dass das Wasser dem Bodentheil des Kessels entnommen wird, der Umlauf äusserst energisch wird. Dabei werden die Zuführungsrohre vom Hitzestrom zweimal getroffen, welch letzterer auf seinem Wege zwischen den Rohren des Rostes hindurch nach abwärts, dann nach hinten und endlich an den unteren Enden der Zuführungsrohre vorbei diesen Rohren im Wesentlichen parallel geht, worauf er dann in dem hinter dem eigentlichen Siederaum des Kessels befindlichen Raum hinaufsteigt und von dort durch die Feuerzüge des Kessels nach vorn oder nach hinten dem Fuchs zuströmt oder bei aufrechter Anordnung der Züge durch diese hindurchgeführt wird.

In Fig. 45a, b, c sind die betreffenden Neuerungen in ihrer Anwendung auf einen Dampfkessel gezeigt, in welchem zwei Feuerräume angeordnet sind, über denen je ein Satz wagerechter Feuerrohre sich befindet, welch letztere von einer senkrechten Fortsetzung des betreffenden Feuerraumes aus nach dem Fuchs führen. Die zwei von einander unabhängigen Feuerungen können jede für sich oder beide gemeinsam benutzt werden. Fig. 45a und b sind zusammengehörig, während Fig. 45c eine veränderte Ausführungsform darstellt.

A bezeichnet das äussere Kesselgehäuse, in welchem die Feuerräume BB angeordnet sind, die aus Stahlwellblech bestehen und durch je eine Oeffnung C der vorderen Kesselwand herausragen, während die unteren Hälften der hinteren Enden an der inneren Platte der hinteren hohlen, mit Wasser gefüllten Kessel wand D befestigt sind.

E bezeichnet eine wandartige Fortsetzung des Siederaumes, hinter welcher sich der Feuerraum zu einer Kammer F fortsetzt. Der Siederost G besteht aus einer Anzahl parallel angeordneter Rohren. deren äussere Enden in den Wasserkasten H einmünden, welcher, um den Bewegungen des sich ausdehnenden und zusammenziehenden Rostes folgen zu können, mit den Wandungen des Feuerraumes nicht verbunden ist.

Die Wasserzuführungsrohre J schliessen sich an den Wasserkasten an und sind in schräger Richtung nach unten geführt, wo sie unter der Siedewand E mit einer Biegung, welche zum Gehäuse des Feuerraumes strahlenförmig verläuft, durch den Boden des Feuerraumes hindurchtreten, damit das Wasser daselbst aus dem unteren Theil des Kessels durch diese Rohre hindurch in den Wasserkasten und von diesem durch die Siederohre des Rostes in die Siedewand E gelangen kann. Durch die strahlenförmige Anordnung der gebogenen Enden der Zuführungsrohre (Fig. 45b) wird genügend Raum zum Entfernen der Asche gewonnen und das Befahren der Kammer F erleichtert. An den Stellen, wo die Zuführungsrohre J an den Wasserkasten anschliessen, ist dieser mit taschenartigen Erweiterungen h versehen. Ferner sind Mannlöcher K zwischen und an den Seiten der Feuerräume, sowie Anker L, Ankerbolzen M und bogenförmige Verstärkungen N vorgesehen.

Die Feuerzüge sind wagerecht oberhalb der Feuerräume angeordnet und führen von der Kammer F nach vorn nach dem in Fig. 45a durch punktirte Linien angedeuteten Fuchs Q. Nachdem der Hitzestrom in der Kammer F auf sämmtliche Siedewände zur Wirkung gelangt ist, durchläuft er die Feuerzüge und tritt nach oben aus. Zur Entnahme des Dampfes vom oberen Theil des Kessels ist ein gelochtes Rohr R vorgesehen.

Die Feuerzüge sind in zwei gesonderten Gruppen angeordnet, von denen jede zu einem der Feuerräume gehört und an der nach innen gerichteten Seite der einen Wandung der Kammer F befestigt ist, wobei zwischen den Wandungen oder Kammern selbst und zwischen jeder der Seitenwandungen A des Kessels ein ausgedehnter Wasserraum vorhanden ist. Auf diese Weise kann nöthigenfalls jeder von den Feuerräumen ohne den anderen Verwendung finden.

Bei der in Fig. 45c veranschaulichten Ausführungsform treten die vom Wasserkasten H in schräger Richtung nach dem unteren Theil des Kessels geführten Zuführungsrohre |285| J durch die hintere Wandung der Kammer F am Boden des Feuerraumes hindurch, statt durch dessen Boden selbst hindurchzugehen. Durch diese Anordnung wird die gleiche Wirkung wie bei der vorbeschriebenen erzielt, die Circulation des Wassers findet in gleicher Weise statt, die einzelnen Theile sind in gleich wirksamer Weise verstärkt, und den Rohren des Rostes sowie den Zuführungsrohren ist die gleiche Beweglichkeit bei ihrer Ausdehnung gesichert; dabei tritt die Hitze in gleicher Weise in Wirkung.

Zum Verständniss der an J. I. Thornycroft in Church Wharf, Chiswick, Grafschaft Middlesex, patentirten Dampferzeuger mit engen gebogenen Röhren zwischen Unter- und Oberkessel (D. R. P. Nr. 61588 vom 5. Februar 1891) genügt es, wenn wir mit Bezugnahme auf Fig. 46a, b, c die Patentansprüche folgen lassen:

Textabbildung Bd. 286, S. 285
1) Dampferzeuger, gekennzeichnet durch ein längliches Hauptwassergefäss 2, welches zwischen zwei Feuerbüchsen 3 angeordnet und durch Rücklaufröhren 5 mit einem über ihm angeordneten Dampfkessel, sowie ferner durch andere, geeignet gebogene Röhren 4 mit dem oberen Theil des Dampfkessels verbunden ist, wobei die äussere Wandung einer jeden Feuerbüchse durch eine einzige Reihe passend gebogener Röhren 4* gebildet wird, die an ihrem oberen Ende mit der oberen Seite des Dampfkessels und an ihrem unteren Ende mit den Hilfswassergefässen a verbunden sind, welch letztere ihrerseits mit dem Hauptwassergefäss in Verbindung stehen (s. Fig. 46a, b und c).

Textabbildung Bd. 286, S. 285
2) Die Anordnung der beiden Gruppen von Röhren 4, 4 zwischen den beiden Feuerbüchsen 3, 3 derart, dass jede der genannten Gruppen von Röhren einen Bestandtheil einer der Feuerbüchsen bildet, und dass die beiden Gruppen von Röhren mit dem Dampfkessel und dem Hauptwassergefäss eine Rauchkammer 6 bilden, in welche heisse Gase nach Durchgang durch die von und zwischen einigen der Röhren 4 gebildeten Feuerzüge C durch Oeffnungen 10 strömen, die zwischen den oberen Enden dieser Röhren sich befinden, welch letztere die inneren Wandungen B der Feuerzüge C bilden, und dann nahe am Wasserniveau in den Dampfkessel (s. Fig. 46a und b) treten und so ein Ueberhitzen dieser oberen Theile der Röhren verhindern.

3) Innerhalb der im Anspruch 2 gekennzeichneten Rauchkammer 6 die Anordnung von in der Längsrichtung sich erstreckenden Platten 8, welche die Rauchkammer in zwei äussere Dampfwege für die heissen Gase und in eine innere Kammer theilen, in welch letzterer die gebogenen Rücklaufröhren 5 untergebracht sind.

Textabbildung Bd. 286, S. 285

D. Dampfkesselelemente und Einzelconstructionen.

Wir möchten in Nachstehendem noch einige bemerkenswerthe Einzelconstructionen aufführen.

Dampfführungen für Wasserröhrenkessel ordnet M. Gehre in Rath bei Düsseldorf (D. R. P. Nr. 59419 vom 29. März 1891) nach den Fig. 47 und 48 an, zu dem Zwecke, um das Rohr am ganzen Umfange vom Wasser bespült zu erhalten und das Emporsteigen des Dampfes an die obere Fläche des Rohres zu verhindern. Die Dämpfe steigen bei dieser Anordnung nur bis zu den eingeschobenen Blechstreifen, welche den Dampf auffangen und einer Rinne gleich denselben ableiten. Diese Dampfführungen – lassen sich auch anwenden, wenn innere Wasserzuführungsröhren vorhanden sind.

Nach dem Patente von E. Treudler in Cannstatt (D. R. P. Nr. 54762), Fig. 49, wird das eine Ende des mit Gewinde versehenen Rohres in die hintere Wand geschraubt. Ueber das andere glatte Rohrende c wird eine mit Gewinde versehene Muffe a geschoben und mit der vorderen Wand W verschraubt. Zum Schluss wird ein Ring b eingesetzt und mit dem Rohre verlöthet.

Textabbildung Bd. 286, S. 285
W. Cook bringt an den Rohrbefestigungsmuttern nach D. R. P. Nr. 55883 Schmierlöcher an, um das Herausnehmen und Wiedereinsetzen der Rohre zu erleichtern. Damit die Vertheilung der Fettstoffe erleichtert werde, sind an der Verbindungsstelle Längskanäle angeordnet.

Um die Heizfläche der Röhren zu vergrössern, bringt H. W. Althouse in Ashland, Pa., nach dem amerikanischen Patente Nr. 469731 vom 14. Juli 1891 nach dem Inneren der Röhren eingewalzte Riefeln an, die sich jedoch nicht ganz bis an das Ende erstrecken. Letzteres bleibt cylindrisch und kann in Folge dessen ohne Schwierigkeit in den Seiten- bezieh. Stirnwänden befestigt werden.

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In ähnlicher Weise formt auch W. E. Corrigall in London nach dem englischen Patente Nr. 14936 vom 4. September 1891 (Fig. 50a und b) die Siederöhren. Die eingewalzten Rippen sind auf den oberen Theil des Rohres beschränkt, und sollen die Wärme rasch an das darüber befindliche Wasser übertragen.

Textabbildung Bd. 286, S. 286
Ueber einen erfolgreichen Versuch, an einem Marinekessel mit verstärktem Zuge die Rohreinsatzstellen zu dichten, berichtet Engineer vom 8. Juli 1892 mit etwas überschwenglichen Worten. Der dichte Abschluss soll mit dem sehr einfachen Rohreinsatze, wie ihn Fig. 51 zeigt, vollständig erreicht worden sein. Die Einrichtung ist so verständlich, dass wir eine weitere Beschreibung für entbehrlich halten.

Textabbildung Bd. 286, S. 286
Eine Vorrichtung, welche den Zweck hat, den Rauch zu verbrennen und die Dichtung der Rohreinsatzstellen zu schützen, ist E. Petersen in Isleworth, Middlesex, unter Nr. 15797 vom 6. October 1890 für England (D. R. P. Nr. 63046 vom 14. Juli 1891) patentirt worden. Die Vorrichtung besteht (Fig. 52 bis 55) in einem Ansatz aus feuerfester Thonmasse, der mit einem cylindrischen Theile A in das zu schützende Rohrende hineingeschoben wird. Ein ringförmiger Vorsprung D schützt das äussere Ende des Rohres, mit dem es durch einen Stift E verbunden ist. Die Mündung der Schutzstücke erhält eine eigenthümliche Form, welche ein gegenseitiges Abstützen der Schutzstücke mit Hilfe der Nasen G gestattet. Die Wände der Schutzstücke sind mit Oeffnungen E versehen, um etwaigen Aschentheilchen das Entweichen zu gestatten. Es steht nichts im Wege, die Schutzstücke gruppenweise mit einander zu verbinden.

Textabbildung Bd. 286, S. 286
Eine Construction, welche als Ersatz von Röhren dient, wollen wir an dieser Stelle noch erwähnen. J. McKim Chase, Washington, setzt seinen Sicherheitskessel zusammen aus Röhrengruppen, deren jede aus einem Stücke oben umgebogenen Bleches besteht, welches derartig gewellt ist, dass nach Zusammennieten der beiden Theile parallele Längsröhren und kurze, senkrecht zu diesen verlaufende Querröhren entstehen. Solche Röhren werden je nach der erforderlichen Dampfmenge in beliebiger Zahl neben einander gesetzt. Zwischen den Röhrenblechen sind Zungen aus feuerfestem Mauerwerk eingelegt, welche die Heizgase einen langen Weg leiten. Die Röhren werden, wie Fig. 56 zeigt, mit einander vernietet. Im Uebrigen baut sich der Kessel in der gewöhnlichen Weise auf.

Textabbildung Bd. 286, S. 286
J. Watt in Birkenhead bearbeitet die Platten, um sie zur Aufnahme von Röhren und Stehbolzen geeigneter zu machen, auf einer Presse, wie sie in Fig. 57 beim Beginn der Arbeit des Pressens und in Fig. 58 nach der Pressung dargestellt ist. Die Röhren werden dann cylindrisch, oder konisch, oder mit Schraubengewinde eingesetzt, wie in Fig. 59 und 61 dargestellt ist. Die Platten werden mit Stehbolzen gegen einander abgesteift, die, wie Fig. 60 zeigt, entweder verschraubt und vernietet oder unter Anwendung eines passenden Sattelringes bloss verschraubt sind (Engl. Patent vom 10. April 1891). Das Verfahren scheint die Sicherheit bedeutend zu erhöhen, und hat auch den Vortheil, dass die mit Gewinde versehene Strecke der Wände vergrössert wird.

Textabbildung Bd. 286, S. 286
Nach dem D. R. P. Nr. 56876 vom 11. November 1890 verwendet Ernenputsch in Dortmund als Einlage in die Wasserröhren schraubenförmig gewundene Blechstreifen, um damit grössere Wärmeabgabe der Rohrwandungen zu erzielen. Es ist dies dieselbe Construction, die für Feuerröhren schon vor langer Zeit von Dupuis in Gladbach ausgeführt worden ist, zu dem Zwecke, den heissen Kern der Feuerröhren auseinander zu wirbeln.

Durch D. R. P. Nr. 56141 und Nr. 56210 hat sich Schwalb in Paris Zusatzpatente zu Nr. 46221 ertheilen |287| lassen, welche den Zweck haben, die Feuergase auf alle Röhren in liegenden Röhrenkesseln zu vertheilen. Es soll dies durch verstellbare Klappen und Schieber bewirkt werden. Wegen der Einzelheiten verweisen wir auf die Patentschriften.

Eine derartige Zugregulirung bezweckt auch das D. R. P. Nr. 57002 von F. Mennons in Paris.

Textabbildung Bd. 286, S. 287
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