Titel: Beitrag zur Kenntniss des Sumachs.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1892, Band 286/Miszelle 10 (S. 71)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj286/mi286mi03_10

Beitrag zur Kenntniss des Sumachs.

Die meisten der vielen Sumachsorten, welche in der Gerberei und Färberei Verwendung finden, stammen von verschiedenen Arten des zu den Anacardiaceen gehörigen Sumachstrauches.

Die beste Sorte des Handels stammt aus Sicilien. Den guten Ruf, den diese Handelssorte geniesst, verdankt sie ihrem hohen Gerbstoffgehalt. Letzterer ist, wie W. Eitner neuerdings nachweist, während der verschiedenen Wachsthumsperioden der Blätter durchaus nicht gleichbleibend. Der Gerbstoffgehalt der Blätter ist am grössten dann, wenn die Blätter eben ihre höchste Entwickelung erreicht haben. Auf analytischem Wege wurde dies zuerst nachgewiesen an virginischem Sumach von H. Macagno und vom Verf. am bosnischen bestätigt.

Das Ernten des Sumachs zur Zeit des Gerbstoffmaximums hat neben dem Gewinn eines gehaltreichen Sumachs noch den Vortheil, dass dieser Sumach hell gerbt. Man war der Ansicht, dass diese Eigenschaft nur dem von Rhus coriaria stammenden Sumach zukomme. Verf. gelang es, ebenso wie es mit amerikanischem gelungen war, mit bosnischem Sumach, der zu richtiger Zeit geerntet war, rein weiss zu gerben. Die Gelbfärbung dürfte von Quercitin herrühren, das sich in zu spät geernteten Blättern, sowie auch im Holz und in der Wurzelrinde des Sumach Strauches vorfindet.

Was die Farbe des Sumachs anbelangt, so ist dieselbe nicht durchgängig maassgebend für diejenige des damit gegerbten Leders. Eine grüne Färbung, welche der Sumach in trockenem Zustande zeigt, rührt von dem Chlorophyll der Blätter her, das in Wasser gänzlich unlöslich ist, mithin das Leder nicht färben kann. Es spricht eine Grünfärbung eher dafür, dass dieser Sumach aus jungen Blättern stammt, die, wenn sie zu richtiger Zeit gesammelt sind, gerade sehr hell gerben. Bedenklich dagegen ist eine gelblichbraune und braune Farbe, denn diese beweist, dass die Blätter vollkommen ausgereift oder überreif waren. Dieser gelblichbraune Farbstoff bildet sich auch rasch in jungen Blättern, wenn diese in noch feuchtem Zustande grellem Sonnenlicht ausgesetzt werden; ferner beim feuchten Lagern der Blätter, wobei Gährung eintritt. In ersterem Falle tritt ein Verlust an Gerbstoff auf; in letzterem Falle nur dann, wenn Schimmelbildung erfolgt. Farbe und Gehalt des Sumachs wird ferner beeinträchtigt durch Beimischung fremder Körper, die entweder absichtlich zugesetzt werden oder als Folge einer unrationellen Behandlung erscheinen, wodurch manche Sumachsorten stark entwerthet werden. Von allen Sumachsorten des Handels ist es nur der sicilianische, der eine sachgemässe Behandlung erfährt und deshalb auch, wie schon erwähnt, besonders gern verwendet wird. (Nach Der Gerber, 1892 Bd. 18 S. 51.)

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