Titel: Dynamoelektrischer Minenzünder der Gebr. Manet.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1892, Band 286/Miszelle 2 (S. 69–70)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj286/mi286mi03_2

Dynamoelektrischer Minenzünder der Gebr. Manet.

Der dynamoelektrische Minenzünder der Gebr. Manet, welchen eine vorn französischen Ministerium der öffentlichen Arbeiten eingesetzte Commission als in Bergwerken mit schlagenden Wettern für allein zulässig bezeichnet hat, hat nach der Revue Industrielle, 1891 * S. 134, folgende Einrichtung: Die Dynamomaschine besitzt auf einer gemeinschaftlichen Achse mit Handkurbel zwei Gramme-Ringe, einen aus dünnem Draht und einen aus starkem Draht; beide laufen in einem gemeinschaftlichen Felde. Zufolge doppelter Räderübersetzung können die Ringe 2000 Umdrehungen in der Minute machen. Das Ganze liegt in einem luftdicht verschlossenen Kasten und eine |70| Wergdichtung an der Achse verhütet das Eindringen der entzündbaren Gase.

Bei Beginn der Drehung schliesst ein Contacthebel nur den feindrähtigen Ring und sendet durch eine elektrische Klingel den vom remanenten Magnetismus erzeugten schwachen Strom von den Klemmen in die Leitung nach den elektrischen Zündern; das Ertönen der Klingel dabei beweist, dass der Stromkreis nirgends unterbrochen ist. Mit steigender Umdrehungsgeschwindigkeit entfernt sich ein Centrifugalregulator mittels eines Hebels vom Contacte und unterbricht so den Stromkreis; bei grösster Geschwindigkeit aber legt er ihn an zwei andere Contacte und schliesst so den Stromkreis des Ringes aus feinem Draht wieder nach den Zündern, jedoch unter Ausschaltung der Klingel, zugleich aber auch den Stromkreis des starkdrähtigen Ringes durch die Rollen des Feldmagnetes; letzterer wird zufolge der Kurzschliessung sehr stark erregt, und deshalb sendet der feine Ring einen sehr kräftigen Strom nach den Zündern, welcher fast augenblicklich die Platindrähte in den letzteren zum Glühen bringt und das dieselben umgebende Pulver entzündet.

Noch ist Fürsorge getroffen, dass nicht etwa die kräftigen Oeffnungs-Extraströme die Maschine beschädigen, oder gar eine Entzündung verursachen können. Beim Nachlassen der Geschwindigkeit und dem Zusammengehen der Kugeln des Regulators hält nämlich ein kleiner Elektromagnet im Nebenschluss den Contacthebel noch so lange an den Contactarm fest, bis der Strom soweit abgeschwächt ist, dass der Extrastrom keinen Funken mehr gibt.

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