Titel: Löthmetalle.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1892, Band 286/Miszelle 9 (S. 70–71)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj286/mi286mi03_9

Löthmetalle.

Um die vielen in den Metallgewerben gebräuchlichen Löthmetalle zweckmässig zu verwenden, ist es nöthig, deren wichtigere Eigenschaften zu kennen. Im Allgemeinen unterscheidet man mehrere Hauptgruppen von Löthmetall, von denen die gebräuchlichsten einer kurzen Besprechung unterzogen seien:

1) Bleiloth: der Schmelzpunkt der gebräuchlichen Bleilothe liegt zwischen 426 und 198°; sie bestehen aus 1 Th. Zinn mit 3 bis 1 Th. Blei; je weniger Blei sie enthalten, desto niedriger |71| liegt der Schmelzpunkt. Als Flussmittel kommt Colophonium in Anwendung.

2) Zinnlothe: bestehen aus 1 Th. Blei und 1,5 bis 2 Th. Zinn; der Schmelzpunkt schwankt zwischen 168 und 171°. Als Flussmittel dient Colophonium oder Zinkchlorid (Löthwasser).

3) Hartlothe: dieselben dienen besonders zum Löthen von Kupfer, Messing, Eisen. Sie bestehen aus Kupfer und Zink; ihr Schmelzpunkt liegt über 426°.

4) Silberloth: die Silberlothe schmelzen ebenfalls über 426°; sie finden Verwendung beim Löthen von Gold, Silber, Blechtafeln, Kupfer, Eisen, Stahl. Ihre Zusammensetzung ist eine wechselnde, je nach ihrer Verwendung. Im Allgemeinen bestehen sie aus Silber, Kupfer und Zink. Als Flussmittel ist durchgängig Borax im Gebrauch.

5) Goldloth: besteht aus 12 Th. Gold, 2 Th. Silber und 4 Th. Kupfer. Schmelzpunkt über 426°; Flussmittel: Borax.

6) Wismuthlothe: zeichnen sich alle durch ihren niedrigen Schmelzpunkt aus; derselbe liegt zwischen 160 und 65°. Als Flussmittel eignen sich Colophonium und Zinkchlorid. Sie enthalten alle Blei, Zinn und Wismuth -(auch Cadmium).

Die allgemeinen Regeln, welche beim Löthen zu beobachten sind, sind bekannt und können hier übergangen werden. Erwähnt sei nur noch folgendes: Die leichtschmelzbaren Löthmetalle können für Verbindungen, welche geschmiedet werden sollen, natürlich nicht gebraucht werden. Um Kupfer, Messing oder Eisen zu löthen, muss Hartloth angewendet werden. Am besten würde sich Silber eignen. Dasselbe kommt auch thatsächlich sehr dünn ausgewalzt in Anwendung, wenn es sich um besonders gute Verbindungen handelt. Die Hartlothe werden meist zum Gebrauch gekörnt; die Silberlothe dagegen in dünne Platten gewalzt. Bei der Herstellung der Hartlothe ist zu berücksichtigen, dass beim Zusammenschmelzen von Kupfer und Zink etwa die Hälfte des letzteren verbrennt. Man sucht dies zu vermeiden, indem man eine Schicht gepulverte Kohle auf die schmelzende Masse bringt. (Nach Metallarbeiter, durch Polytechnisches Notizblatt, 1892 Bd. 47 S. 93.)

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