Titel: Huber's Gliedertreibriemen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1892, Band 286/Miszelle 3 (S. 143)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj286/mi286mi06_3

Huber's Gliedertreibriemen.

Die Firma J. A. Huber's Söhne in Rosenheim (Bayern) hat einen Webgliederriemen mit Splintgelenken in den Handel gebracht, dessen Glieder aus Gewebe, und zwar dem Anscheine nach aus Abschnitten von Schlauchgewebe bestehen. Die Verbindung der Glieder wird durch Splintgelenke bewirkt, deren Gelenke sich in der Mitte des Riemens befinden, und somit den Riemen befähigen, sich den ballig gedrehten Riemenscheiben gut anzulegen. Die Gelenke sind mit Rücksicht darauf, dass die Splintgelenke ohne weiteres durch die Glieder gesteckt werden können, so geformt, dass sie über den cylindrischen Theil der Splinte nicht hervorragen. Der Schluss des Gliedes wird dadurch bewirkt, dass die Splinte über ein zum Zusammenfassen des Gliedes übergeschobenes Zinkplättchen vernietet wird. Diese Gelenkverbindung hat vor den früher erwähnten von Lee (1886 259 * 110), Schieren (1889 271 * 255) und Lister (1892 284 * 241) den Vorzug grösserer Einfachheit sowohl in der Anordnung selbst als auch in der grösseren Leichtigkeit des Auswechselns. Das uns vorliegende Muster ist 90 mm breit, hat in der Breite abwechselnd 11 und 12 Glieder, die mit der Schnittfläche auf der Riemenscheibe liegen, während die geschlossenen Kanten senkrecht zur Zugrichtung fallen und somit dem Riemen in dieser Hinsicht die nöthige Widerstandsfähigkeit verleihen. Die Riemen sollen für den Betrieb von Dynamomaschinen besonders geeignet sein. Bei oben angeführtem Muster ist die Entfernung der Splinte 21 mm und ist als kleinstes Maass für den Durchmesser der Riemenscheibe 110 bis 120 mm anzusehen. Die Biegsamkeit und Gleichmässigkeit der Webgliederriemen lassen nichts zu wünschen übrig.

Nach Bauschinger's Untersuchungen reissen die Webglieder bei 134 k, Lederglieder bei 80 k, beide Angaben als Mittel zu verstehen. Bei gleicher Dicke wie die Lederglieder würden die Webglieder ungefähr 150 k tragen. Die Verlängerung bei Ledergliedern fand Bauschinger viel grösser als bei Webgliedern. Bei vergleichenden Versuchen, welche Bauschinger über die Abnutzungsfähigkeit der Leder- und Webgliederriemen anstellte, zeigte sich, dass bei gleichartiger Probe der Webgliederriemen 0,89 Proc. seines Gewichtes verlor, der Ledergliederriemen dagegen 3,95 Proc. Wenngleich wir auf diese Versuche weniger Werth legen, da die Beanspruchung auf Verschleiss bei der Verwendung in der Praxis sich mit den Umständen, unter welchen die Abschleissversuche gemacht wurden, nicht deckt, so halten wir doch die Webgliedertreibriemen in der vorliegenden Anordnung für eine beachtenswerthe Erscheinung.

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