Titel: Formsteine aus Cement zum Abteufen von Schächten im wasserführenden Gebirge.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1892, Band 286/Miszelle 3 (S. 239)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj286/mi286mi10_3

Formsteine aus Cement zum Abteufen von Schächten im wasserführenden Gebirge.

Nach der Oesterreichischen Zeitschrift für Berg- und Hüttenwesen eignet sich das Abteufverfahren mit Ringsteinen aus Cement ganz besonders für Schächte in wasserreichen Gebirgen, und zwar um so mehr, je mehr Dichtigkeit, Stärke und Dauerhaftigkeit für den zu mauernden Schacht erforderlich ist. Für die praktische Verwendung derartiger Schächte werden von V. Waltl folgende Angaben aufgeführt:

Der Schachtausbau mit Formsteinen, einringig, einschliesslich Material und Arbeitslöhne zum Anfertigen der Steine, sowie einschliesslich Versetzen derselben und Ausfüllen mit Beton, von 4 m innerem Durchmesser und 35 cm Wandstärke kostete im Schachte „Bildstock“ bei Saarbrücken für je 1 m 295 M.

Bei der Vergleichung dieses Schachtausbaues mit anderen Methoden ergeben sich folgende Ziffern:

Bei der Schachtausmauerung eines sehr wasserreichen Schachtes, welcher 5,25 m Durchmesser hat, kostet das Meter:

1) in eisernen Ringen (Tubings) ausgeführt 1715 M.,

2) in Backsteinen oder Bruchsteinen mit Cement ausgeführt 1175 M.,

3) in Formsteinen aus Cement ausgeführt, mit Doppelring, 350 mm innere und 250 mm äussere Stärke, einschliesslich Betoniren der 180 mm dicken Isolirschicht und des Gebirges, sowie einschliesslich 25 M. Licenzgebühr für das Meter, unter Anwendung einer noch verbesserten Herstellungsweise der Formsteine, etwa 525 M.

Ein Ausbau nach dem bisher angewandten Herstellungsverfahren ist in Leopoldshall zum Preise von 462 M. für das Meter (ohne Licenzgebühr) ausgeführt worden.

Die Formsteine zum Ausbau der Schächte können auch an Ort und Stelle in allen zum Durchmesser der Schächte passenden Formen, ohne maschinelle Anlagen, auf das billigste hergestellt werden.

Mit der Verwerthung dieser Ausbaumethode beschäftigt sich die Firma Moehle zu Frankfurt a. M., welche von Krutina und Moehle zu Malstatt bei Saarbrücken die Erfinder- und Patentrechte erworben hat.

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