Titel: Röhren, Rohrleitungen und Rohrverbindungen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1893, Band 287 (S. 35–40)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj287/ar287015

Röhren, Rohrleitungen und Rohrverbindungen.

Mit Abbildungen.

II. Röhrenverbindungen.

Die Röhrenverbindungen werden construirt als feste, als um einen Winkel verstellbare oder als gelenkige. Am mannigfaltigsten und zahlreichsten sind die zuerst genannten festen Verbindungen, deren dichtende Zwischenlagen sich ebenfalls einer grossen Aufmerksamkeit erfreuen.

A. Feste Verbindungen.

Die früher erwähnten (1889 272 94) Lechler'schen Dichtungsringe, aus Kupferblech mit Asbesteinlage bestehend, bewähren sich beim praktischen Gebrauche recht gut.

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Auch die kupfernen Dichtungsringe ohne Naht und Löthstelle, welche von Staeding und Meysel in Dresden aus weichem Kupfer angefertigt werden, verdienen wegen ihrer Dauerhaftigkeit allgemeine Anwendung und scheinen berufen, andere Dichtungen nach und nach zu verdrängen. Diese Dichtungsringe sind in verschiedenen Profilen construirt. Die beistehenden Fig. 9 bis 17 zeigen mehrere Querschnittsformen und ihre Verwendungsweise. Insbesondere empfehlen sich die Kupferringe in den Fällen, wo die Dichtungsstellen direct dem Feuer oder starker Hitze ausgesetzt sind, da sie nicht verbrennen.

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Die Vorzüge dieser kupfernen Dichtungsringe bestehen demnach darin, dass sie eine absolute Dichtung, auch bei hohem Drucke von Luft, Gas oder Dampf und selbst bei Berührung durch die Flamme bieten, sehr bequem zu verwenden sind, da sie überall leicht und schnell ohne irgend eine andere Zuthat angebracht werden können, ferner eine beinahe unbegrenzte Dauer haben, indem sie keiner Abnutzung unterworfen sind und sich bei nothwendig werdender Auswechselung durch Glühung wieder brauchbar repariren lassen, und schliesslich immer noch den Werth von Altkupfer behalten.

Textabbildung Bd. 287, S. 35
Textabbildung Bd. 287, S. 35
Ford's gewellte Flanschen, deren Einrichtung aus Fig. 18 zu ersehen ist, sollen dem höchsten Drucke widerstehen, und zwar auch ohne weitere Dichtungseinlage. Wird letztere verwendet, so ist dieselbe jedenfalls gegen das Herausdrängen bei hohem Druck geschützt. Die Dichtung erfolgt beim Anziehen der Schrauben, wie es aus der Figur erklärlich ist.

Das D. R. P. Nr. 61607 vom 21. August 1891 von R. Sander in Bremen zeigt eine Dichtung für Rohrverbindungen mit ringförmigen Dichtungsnuthen und eingreifendem Zwischenring (Fig. 19). – An Rohrverbindungen mit stumpf zusammenstossenden Röhrenden werden neben einander gegenüberstehende Ringnuthen a zur Aufnahme des Dichtungsmittels d angeordnet in Verbindung mit einem in die Ringnuthen passenden Zwischenring e, welcher beim Zusammenziehen der Röhrenden das Dichtungsmittel zusammenpresst und nach aussen abschliesst.

Die Rohrverbindung von William Bowers in New York (Amerikanisches Patent Nr. 442947), Fig. 20, soll zum Aneinandersetzen nicht mit Flanschen gefertigter Rohre dienen und es soll die Anordnung den Zweck haben, sowohl die Stossfuge zwischen beiden Rohren, als auch die Verbindung zwischen den Röhrenden und ihren aufgeschraubten Flanschen vollkommen abzudichten. Zu diesem Zwecke ist an beiden Röhrenden ein ringförmiger Kanal, theils aus dem |36| Rohrende, theils aus der Flansche herausgedreht; zwischen diese beiden Vertiefungen wird die Packung gelegt, welche durch die Schrauben zusammengepresst, den Zwischenraum vollständig ausfüllt. Auch in dem Falle, dass die Rohre verschiedene Durchmesser besitzen, ist diese Verbindung gut zu benutzen; der innere Rand des Packungkanals des engeren Rohres wird dann zu dem des weiteren Rohres nur um etwas mehr nach innen versetzt.

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Eine Rohrverbindung mit cylindrisch in einander greifenden, losen Flanschenringen ist J. Aird in Wellington, Stafford, patentirt unter D. R. P. Nr. 58452 vom 25. Februar 1891. Die Röhren haben, wie Fig. 21 zeigt, einen kleinen Vorsprung a, innerhalb dessen eine Packung b angebracht ist; das Zusammenpressen wird mittels der Flanschen c bewirkt, die in einander greifen.

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Nach Iron ist diese Rohrverbindung im Stande, einem Druck von 350 at zu widerstehen, was für alle vorkommenden Fälle genügen dürfte.

Eine Reihe von Verbindungen für Stahlrohre theilt das Journal für Gasbeleuchtung und Wasserversorgung in Jahrg. 34 S. 687 nach einem Vortrage Duncan's mit, aus dem wir Nachstehendes wiedergeben:

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Die Verbindung Fig. 22 eignet sich für kleinere Caliber. Die Rohre werden an den Enden erweitert, nachdem die losen Flanschen BB übergeschoben sind, und mittels Bolzen zusammengehalten. Diese Verbindung hat den Vortheil der Billigkeit und raschen Herstellung, auch können die Rohre sehr dünnwandig sein, aber die losen Flanschen sind bei der Versendung unvortheilhaft.

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Die „Schulz“-Verbindung (Fig. 23) eignet sich gut für geschweisste Rohre, welche an den Enden zu erweitern sind; aber sie hat den Nachtheil, dass die Verschwächung an dem weitesten Theile auftritt, woselbst die grösste Inanspruchnahme stattfindet.

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Die Duncan-Verbindung (Fig. 24) ist besser als letztere, weil die Muffe eine grössere Wandstärke als die des Rohres erhalten kann. Die Muffe wird warm aufgesetzt oder vernietet; in manchen Fällen wird das Rohr in die Muffe eingeschoben und in derselben Weise verbunden, wie solches bei der Einspannung von Kesselrohren in die Böden zu geschehen pflegt. Bei dieser Verbindung ist die Muffe inwendig, sowie das Schwanzende derart gestaltet, dass eine Abweichung der Rohrachse von der geraden Richtung angängig erscheint.

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Die beste Rohrverbindung mit Spitze und Muffe (Fig. 25), aus Fig. 23 und 24 entwickelt, ist unter dem Namen Riley's Stamped Steel Socket-Verbindung bekannt. Die grosse Ueberlegenheit dieser Construction besteht in der Steifheit, welche an den Muffenenden durch die Bleicalfaterung erlangt wird. Die gestanzten Muffen sind cylindrisch, und da an derselben geschweisste Nähte nicht vorkommen, so ist deren Stärke sehr gross.

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Die Converse Lock-Muffe (Fig. 26) gibt eine vortreffliche Rohrverbindung. Der gusseiserne Ring, welcher in Bleiverguss über das Rohr gesetzt wird, trägt an seiner Innenfläche Vorsprünge zur Aufnahme der Köpfe solcher Nieten, welche sich an den Röhrenden befinden. Bei einer leichten Umdrehung der Rohre um ihre Achse erfolgt der Eingriff der Nietköpfe in die Aussparungen.

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Die Kimberley-Muffe (Fig. 27) ist der vorbeschriebenen ähnlich, nur fehlen hier im Muffenringe die Aussparungen.

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Die Flanschen der Verbindungen Fig. 28 und 29 werden vorwiegend mittels Gesenke hergestellt und bedürfen daher keiner besonderen Bearbeitung; mitunter werden sie auch aus ringförmig zusammengeschweissten Winkeleisen angefertigt.

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Je nach der Verwendungsart gibt es noch zahlreiche andere Verbindungen. Für grosse Röhren zu Drainagezwecken wählt man häufig als einfachste Verbindung die in Fig. 30 und 31 dargestellten (Englisches Patent |37| Nr. 13221 vom 21. August 1889 von O. Brown in London). Erstere fand bei einer 36zölligen Abflussleitung in Bournemouth Verwendung, woselbst die Verlegung in der See mit Hilfe von Tauchern stattfand.

Da Stahlrohre gewöhnlich in grösseren Längen verwendet werden (geschweisst 4,2 bis 5,4 m, genietet 5,4 bis 12,0 m), so wählt man zur Vermittelung von Richtungsänderungen häufig die Verbindung Fig. 24. Mit Ausnahme der Verbindung Fig. 26 und der Flanschenverbindungen lassen fast sämmtliche vorbenannte Verbindungen beträchtliche Abweichungen von der Geraden, sowohl in wagerechter wie in senkrechter Richtung, zu.

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In Fig. 32 ist noch die Verbindungsart durch einfache Vernietung dargestellt, welche nicht allein eine Gleichmässigkeit der Innenweiten, sondern auch grössere Exactheit der Nietung sichert.

Die Druckleitung der Druckluftanlage in Offenbach besteht aas gusseisernen Rohrsträngen von 300, 200 und 100 mm lichter Weite. Die Verbindung und Abdichtung der einzelnen Rohrstücke geschah nach einer Mittheilung Gutermuth's in der bei der Pariser Druckluftanlage bewährten Art durch über die glatten Rohrenden geschobene geschlossene Muffen mit Kautschukringen.

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Neuerdings soll die Abdichtung nach dem D. R. P. Nr. 63262 vom 22. October 1892 der Firma Aug. Riedinger und Co. (Fig. 33 und 34) erfolgen, wobei die Gummiringe in verschiedener Querschnittsform verwendet werden.

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Nach dem D. R. P. Nr. 48759 von M. M. Rotten in Berlin werden Dichtungen für Muffenrohre mittels Einwalzens eines elastischen Ringes C (Fig. 35) in eine mit Rillen versehene Muffe B hergestellt. Die Muffe B erhält eine geringere Länge, als für das Einwalzen des Ringes C erforderlich ist. Ein zweitheiliger Hilfsflansch E wird zum Zweck des Einwalzens des Ringes C auf B geschraubt, und dann durch einen besonderen Verschlussflansch F, welcher über den inneren Randumfang der Muffe B nach dem Inneren des Rohres zu vorsteht, mit B verschraubt, um ein Wiederhinausschieben des eingewalzten Ringes C und ein Auseinanderziehen zweier auf diese Weise gedichteten Rohre zu verhindern.

Auf eine Rohrverbindung mit ringförmiger Nuth und Feder ist Arthur Ramsden in Chiswick, England, das D. R. P. Nr. 54643 vom 21. December 1889 ertheilt worden. Die Rohrverbindung (Fig. 36) ist gekennzeichnet durch eine auf dem Flansch des einen Rohrendes aufrecht stehende Feder A und eine Muffe an dem anderen Rohrende, welche eine ringförmige Nuth B enthält. Beim Ineinanderschieben des Federendes eines Rohres in das Muffenende eines anderen Rohres wird durch Einlegung von Dichtungsringen C ein wasserdichter Hohlraum F gebildet, welcher sich mit flüssigem Cement oder Kitt ausgiessen lässt, der dann erhärtet und die Feder A innen und aussen wasser- und luftdicht umgibt.

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Die zum Eingiessen des Cementes dienenden Oeffnungen sind in dem äusseren Theile der Ringnuth angebracht. In verschiedenen englischen Zeitschriften wird die vorstehende Verbindung als von Archer herrührend beschrieben.

Textabbildung Bd. 287, S. 37
Textabbildung Bd. 287, S. 37
Die Einrichtung einer Packung für eine Röhrenverbindung mittels eines metallischen Drahtringes (Amerikanisches Patent Nr. 392931) von J. A. Prindle in Cleveland (Ohio) ist aus vorstehender Fig. 37 hinreichend deutlich zu ersehen.

Eine Flanschendichtung, die gegen Ausblasen oder Einsaugen der Dichtungseinlage gesichert ist, ist C. Fromm in Stuttgart durch D. R. P. Nr. 63682 geschützt. Die Dichtung besteht aus zwei Ringen von Asbest, Pappe oder Gummi (Fig. 38), welche als Zwischenlage einen im Querschnitt Z-förmigen federnden Metallring erhalten. In die Winkel des Ringes werden die Dichtungen eingeklemmt.

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In der amerikanischen Zeitschrift Engineering News sind einige Verbindungen für die spiralig geschweissten Röhren der Spiral Weld Tube Co. of East Orange, N. Y., angegeben, die insbesondere für sehr hohen Druck gern verwendet werden. Fig. 39 zeigt die Köpfe eines solchen Rohres, bei welchem über die Rohrenden Muffen übergeschoben sind, worauf das Rohr umgehämmert wird. Die Stelle bei a wird mit Werg oder Blei, die Stelle bei b mit Blei gedichtet.

Die Verbindung Fig. 40 ist etwas einfacher und billiger als die letzterwähnte, sie hat eine Doppelmuffe, in welche die umgebörtelten Röhren mit Werg und Blei gedichtet werden, wofür auch als guter Ersatz Spence's Metall empfohlen wird. Für billige Anlagen wird auch Cementdichtung verwendet.

Eine Flanschenverbindung, die insbesondere für Naturalgas verwendet wird, sich jedoch auch für andere Stoffe eignet, wird in folgender Weise hergestellt. Ueber das |38| glatte Rohr werden zunächst die Winkelflanschen geschoben, dann werden die Rohrenden umgehämmert und auf einen ⊤-förmigen Bleiring geschoben, wie Fig. 41 und 42 zeigen. Die vorstehenden Flügel des Bleiringes werden nun ebenfalls umgehämmert (Fig. 41) und das Ganze nach Fig. 42 verschraubt. Fig. 43 und 44 zeigen die fertige Flanschenverbindung ihrem äusseren Ansehen nach. Diese Verbindung soll sich unter allen Arten der Verwendung durchaus bewährt haben.

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Wir wollen noch eine Verbindung für Bleiröhren erwähnen, die in mannigfaltigster Weise verwendet wird und die darauf beruht, dass das konisch erweiterte Rohrende durch eine Ueberwurfmutter mit entsprechend gestaltetem Konus und konischem Ringe angepresst wird, wie Fig. 45 zeigt.

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B. Bewegliche oder verstellbare Verbindungen.

In vorstehendem haben wir gelegentlich schon einige bewegliche Verbindungen erwähnt und holen nunmehr einige derselben nach, wie sie neuerdings angegeben worden sind.

Textabbildung Bd. 287, S. 38
Eine Rohrverbindung mit kugelförmigen Zwischenlagen von Haniel und Lueg in Düsseldorf-Grafenberg ist nach D. R. P. Nr. 59266 vom 23. März 1889 in Fig. 46 abgebildet. Um die zu verbindenden Rohre mit einer Ablenkung des einen aus der Achsenrichtung des anderen zusammenbauen zu können, werden die zweitheiligen Zwischenstücke D mit kugelförmigen Berührungsflächen zwischen den zu verbindenden Rohren eingelegt.

Eine Universalverbindung nach Fig. 47, die die Verstellung von der geraden Richtung bis zu einem Winkel von 90° gestattet, ist in den Werkstätten der Pennsylvania Railroad Company in Alleghany in Gebrauch. Sie besteht im Wesentlichen aus den beiden Rohrstücken, deren Flanschen unter einem Winkel von 45° zur Achse stehen, und einem Klemmringe. Die Verbindung hat der üblichen, mit einem kugel- oder linsenförmigen Verbindungsraume versehenen gegenüber den Nachtheil, dass die Verbindung um so schärfer absetzt, je mehr sich der Winkel einem rechten nähert.

G. Diechmann in Berlin ordnet nach seinem D. R. P. Nr. 63526 vom 11. December 1891 (Fig. 48a und b) an getheilten, abnehmbaren Klemmringen oder Klemmen b, welche zum Zweck des Dichtens durch Bolzen d verbunden sind, hakenförmige Ansätze g oder Stifte h an, um eine seitliche Verschiebung der Flanschen zu verhindern.

Textabbildung Bd. 287, S. 38
Textabbildung Bd. 287, S. 38
Das Verfahren Oesten's in Berlin zur Verbindung schwachwandiger Röhren besteht darin, dass die Enden der zu verbindenden Stücke etwas nach aussen umgebogen werden; um die Verbindungsstelle wird eine Bleimuffe gelegt, welche durch äusseren Druck so weit zusammengepresst wird, dass sie die Rohrenden dichtet.

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Das Kugelgelenk mit auswechselbaren Dichtungsringen für Rohrleitungen (D. R. P. Nr. 60112 vom 18. Juni 1891, ertheilt an U. Busse und R. Jahn in Posen), Fig. 49, hat als Dichtungsfläche eine Gelenkkugel a, die von zwei hohlkegelförmigen Dichtungsringen A und A1 umfasst wird, die von den Gelenkpfannen b und c angepresst werden. d und e sind Gegenmuttern zur Sicherung der Gelenkpfanne und der Ueberwurfmutter. Zum Schutze gegen das Eindringen fremder Körper dient eine Segeltuchumhüllung, welche von der Gelenkpfanne zur Rohrleitung reicht.

Textabbildung Bd. 287, S. 38
Bei dem Kugelgelenk von A. Bertschinger in Bern (D. R. P. Nr. 61190 vom 11. Juni 1891), Fig. 50, ist das kugelige Ende eines Rohres von zwei Halbcylindern umfasst, welche innen kugelig ausgedreht sind und aussen Gewinde tragen, mit welchen sie in das muffenartige Ende des anderen Rohres eingeschraubt werden und dabei den elastischen Dichtungsring D einpressen.

D. R. P. Nr. 56622 vom 24. September 1890 an P. Hébert in Paris. Gelenkige Rohrverbindung mit Kugelflächensitz |39| und Federanpressung (Fig. 51). – In einer zweiarmigen, bei F durchbohrten und bei A1 anschraubbaren Pfanne A dreht sich eine mit Durchbohrungen F1 versehene Kugel C zwischen Kappen a und b, von denen letztere in einem hülsenförmig gestalteten Arm an A gleitbar angeordnet ist und durch eine Feder c gegen C gedrückt wird. Die Kappe b kann durch ein mit Dorn versehenes Gleitstück ersetzt werden, welches in eine an C befindliche kegelförmige Vertiefung greift und Drehung um nur eine Achse gestattet.

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Ein hohlcylindrischer, mit geschlitztem Ringraum versehener Dichtungsring für Schlauchverbindungen (D. R. P. Nr. 61739 vom 29. Juli 1891) von G. Knorr in Berlin ist in Fig. 52 abgebildet. Der Dichtungsring besteht aus einem nach innen hohlcylindrisch geformten Gummiringe b mit hohlem Raum d, in welchen die hindurch geleitete Flüssigkeit nur durch die kleinen Löcher e oder durch den Spalt c eintritt. Hierdurch wird eine Abdichtung nach allen Seiten erzielt, ohne dass die hindurchströmende Flüssigkeit Wirbeln oder Querschnittsveränderungen ausgesetzt wird, und ohne dass es erforderlich ist, die Verbindungsstücke mit grosser Kraft von aussen zusammenzudrücken.

Textabbildung Bd. 287, S. 39
Textabbildung Bd. 287, S. 39
Ueber eine metallene biegsame Kuppelung für Luftbremsenleitung von Legat in Paris (D. R. P. Nr. 41626) macht das Organ für Eisenbahnwesen nachstehende Mittheilung:

Die beweglichen Schlauchstücke werden nicht wie früher bloss durch Aufeinanderlöthen von ringförmigen Scheiben aus dünnem, biegsamem Bleche am äusseren und inneren Umfange gebildet, sondern auch nach Fig. 53 und 54 durch Ineinanderlöthen von kleinen Kegelmänteln, von denen jedesmal der zweite oben nach innen, unten nach aussen umgebörtelte Ränder hat, die dann verlöthet werden; das Gefüge des Rohres wird so offenbar fester. Bezüglich der Dichtigkeit ist die in Fig. 54 dargestellte Herstellung durch Einwalzen von Wülsten, wie in den Krümmern für Ofenrohre besser, da bei wiederholter starker Biegung der gelötheten Rohre leichter Undichtigkeiten in den Löthlinien entstehen.

Fig. 55 zeigt eine veränderte Anordnung des unteren Endes der in sich steifen und mit Gelenken ausgestatteten Rohre. Ueber dem Krummstücke G, welches das Mundstück von dem schrägen festen Rohre aus in wagerechte Lage bringt, ist ein zweites Gelenk mit biegsamem Rohre eingeschaltet, während am oberen Ende das bereits früher beschriebene dichte und nur aus festen Theilen bestehende Kugelgelenk angebracht ist. Zwischen das Mundstück und das Gelenk ist eine Stopfbüchse K eingefügt, indem in das Mundstück L ein Röhrchen e fest eingefügt ist, um welches eine Liderung angeordnet ist. Die Stopfbüchse K trägt die eine Schutzkalotte H des Gelenkes, und das Gelenkrohr M selbst ist an der Scheibe I des kleinen Stutzens J befestigt, der mit einer kleinen Liderung m in die Stopfbüchse eingesetzt wird und durch eine Druckschraube festgehalten werden kann. Der Einsatz in das Krummstück G1 erfolgt auf gleiche Weise, und dieses Krummstück trägt die zweite Schutzkalotte G. Das Krummstück ist dann wieder in gleicher Weise in den beiden Schutzkalotten D und F mit dem festen Kuppelungsrohre C verbunden. Die beiden Schalenpaare GH und FD sind durch Schraubenstifte mit Drehzapfen verbunden, wodurch die Verdrehbarkeit in der gewünschten Richtung gewahrt wird, ohne dass das bewegliche Rohr Zug auszuhalten hätte. Die Anschlagbunde F1 begrenzen den Weg der Verdrehung der Kalotten in einander.

Textabbildung Bd. 287, S. 39
Eine andere Zugverbindung zwischen den festen Theilen zu beiden Seiten des beweglichen Rohres zeigen die Fig. 56 und 57. In Fig. 56 ist das bewegliche Rohr M durch nicht ganz schliessende Schalen OO mit dem Anschlagringe Z für die Begrenzung der Biegung geschützt. Das Rohr M ist für die Druckleitung so in diese Schalen eingefügt, dass die Verbindung durch den Innendruck auf die Flächen S unterstützt wird. Die Zugverbindung erfolgt durch die Schrauben UU mit Muffe T und Kugelköpfen, welche ihr Kugelschalenlager in den in die Anschlusstücke eingegossenen Stegen X finden. Eine Verbindung der Schalen durch Drehzapfen ist dann überflüssig. In Fig. 57 fehlen die Kugelschalen ganz und das biegsame Rohr M ist in einer für Saugleitungen geeigneten Weise um die auf die Rohrenden geschraubten Anschlusstücke Y |40| gelöthet. Der Schutz der Biegerohre kann in solchen Fällen auch durch Umgeben mit weichen, biegsamen und undurchlässigen Stoffen erfolgen.

Von verschiedenen Einzelconstructionen führen wir noch nachstehende auf:

Neue Rohrverbindung für Dampfheizungen (Fig. 58). Die gebräuchliche Art von Passtücken zur Verbindung von Dampfrohren ungleichen Durchmessers leidet an dem Uebelstande, dass sich an der betreffenden Stelle ein Wassersack bildet, weshalb in manchen Fällen die Einfügung eines Auslassrohres oder eines Hahnes erforderlich wird. Um derartige Hilfsmittel entbehrlich zu machen, wendet man nach Engineering and Building Record in Amerika unrunde Muffen- oder Flanschenverbindungen an, wie sie die nebenstehenden beiden Abbildungen zeigen. Man erkennt, dass bei dieser Anordnung das Niederschlagswasser ohne weiteres abfliessen kann, sobald die Rohre mit schwacher Neigung verlegt werden.

Textabbildung Bd. 287, S. 40
Zweitheiliger Rohrflansch von R. Weyher in Arnstadt. Der Flansch mit Bohrung und beliebiger äusserer Form besteht aus den beiden congruenten Theilen A und B, von denen jeder Theil einen Ausschnitt C (Fig. 59), zwei halbstarke Flanschtheile und einen mittleren abgeschrägten Ansatz D hat, welche in einander greifen, auf einander passen und mit Löchern für Schraubenbolzen versehen sind, zum Zwecke, den Flansch leicht von den zusammenzuschraubenden Rohren wegnehmen und durch einen anderen ersetzen zu können.

Textabbildung Bd. 287, S. 40
Auf S. 74 des Jahrg. 1891 theilt der Metallarbeiter eine Muffendichtungsweise mit, die daselbst durch nachstehende Fig. 60, die eine Muffe des Hamburger Wasserwerkes für ein Rohr von 900 mm lichter Weite darstellt, erläutert wird. Das Spitzenende reicht nicht bis auf den Boden der Muffe, sondern lässt einen Zwischenraum von 16 mm. Spitzenende und Muffe werden konisch ab bezieh. ausgedreht, jedoch so, dass die Kegelflächen sich nur in der Nähe des Bleiringes berühren. Aus diesem Grunde bedarf die Dichtung nur eines kleinen Bleiringes von 25 mm Breite und 11 mm Dicke. Die Stärke der Ringe ist für alle Rohrdurchmesser gleich, während die Breite für die weitesten Röhren auf 30 mm steigt.

Textabbildung Bd. 287, S. 40
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