Titel: Ueber das Waschen, Bleichen, Färben u.s.w. von Gespinnstfasern, Garnen u. dgl.
Autor: Glafey, H.
Fundstelle: 1893, Band 287 (S. 53–58)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj287/ar287022

Ueber das Waschen, Bleichen, Färben u.s.w. von Gespinnstfasern, Garnen u. dgl.

Von H. Glafey, Ingenieur, Berlin.

(Fortsetzung des Berichtes Bd. 285 S. 198.)

Mit Abbildungen.

Um die verschiedenen Materialien in ununterbrochener Folge, d.h. ohne sie umpacken zu müssen, der Wirkung der einzelnen Flotten aussetzen zu können, hat man die Schleudermaschinen entweder derart construirt, dass denselben die Flotten nach einander zugeführt werden können, oder aber man hat die Schleudertrommel mit auswechselbaren Behältern ausgestattet, welche von einer Maschine in die andere mit dem Material übergeführt werden können. Diese auswechselbaren Behälter sind in erster Linie die sogen. Einsetzkästen, von welchen die Fig. 1 und 2 ein Beispiel liefern. Die Construction derselben rührt von H. Judenberg in Braunschweig her und ist Gegenstand des D. R. P. Kl. 8 Nr. 52111 vom 27. November 1889.

Textabbildung Bd. 287, S. 53
Diejenigen Einsetzkästen bei Schleudermaschinen, welche dazu dienen, Waschflüssigkeit durch die in ihnen enthaltene Masse zu vertheilen, werden häufig in einem gewissen Abstande von Siebblechen eines Rahmenwerkes festgehalten, um bei der Drehung der Schleudertrommel zu veranlassen, dass der Kasteninhalt durch die Fliehkraft gegen das Siebblech fliegt, so dass zwischen dem Kasteninhalt und dem Kastenboden ein die Einführung der Waschflüssigkeit erleichternder Zwischenraum hergestellt wird. Es hat sich herausgestellt, dass hierbei die Abdichtung des Kasteninhaltes am Umfange der Kästen nicht genügend erhalten bleibt, um Verluste an Waschflüssigkeit zu verhindern.

Nach vorliegender Erfindung wird, um diesem Uebelstande abzuhelfen, der die Einführung der Waschflüssigkeit erleichternde Zwischenraum von vornherein mittels einer in dem abnehmbaren Kastenboden vertieft liegenden und zweckmässig auf die volle Kastenhöhe sich erstreckenden mehr oder weniger breiten Rinne gebildet, die von einer Siebplatte oder passend gelochten Platte überdeckt ist. Der dadurch erhaltene Kanal steht behufs Einführung der Waschflüssigkeit mit einem Hohlzapfen in Verbindung, durch welchen die Waschflüssigkeit zugeführt wird.

Die Kästen K liegen mit ihrem glatt gefüllten Inhalt dicht an den polygonen Siebblechen s der Schleudertrommel. Diese Kästen besitzen leicht lösbare Bodenplatten mit Mundstücken z, die auf die hohlen Zapfen z1 des Hohlkranzes H gesetzt werden und durch welche die Waschflüssigkeit zugeführt wird. Der Eintritt der Waschflüssigkeit von diesem Mundstück z aus erfolgt durch eine im Kastenboden vertieft liegende und auf die volle Kastenhöhe sich erstreckende Rinne f, die von einer Siebplatte |54| oder einer passend gelochten Platte s1 überdeckt ist. Dadurch wird ein Kanal gebildet, welcher es der Waschflüssigkeit leicht ermöglicht, sich über die volle Höhe des Kastens und gleichmässig durch seinen Inhalt zu verbreiten, und Verluste an Waschflüssigkeit werden vermieden, da am Umfange der Kästen eine genügende Abdichtung erhalten bleibt.

Textabbildung Bd. 287, S. 54
Gebrüder Heine in Viersen, Rheinpreussen, statten ihre Schleudermaschine nicht mit Einsetzkästen aus, sondern ordnen den ganzen Schleuderkessel auswechselbar an. Der Kessel l (Fig. 3 bis 5) dieser durch D. R. P. Kl. 82 Nr. 57496 geschützten Maschine sitzt auf dem Teller b der Spindel a und wird auf demselben mittels der Klauen cc1 gehalten, die zu diesem Zweck durch ein Schneckenradgetriebe ihg, dessen Schneckenrad h mit schrägen Schlitzführungen g ausgestattet ist, in welchen die Schenkel e der Klauen gleiten, aus der punktirten Lage c1 in die Lage c übergeführt werden. Tritt das Umgekehrte ein, so wird der Kessel l frei, kann nach Oeffnung der Mantelthüre herausgezogen (Fig. 5) und weiter befördert werden.

Textabbildung Bd. 287, S. 54
Ely Sutcliffe und Georg Edward Sutcliffe in Halifax, Grafschaft York, England, bergen das Material nicht innerhalb eines durchlochten Cylinders, sondern ordnen dasselbe auf dem Umfang eines solchen an. Damit dies auch bei Faserstoffen und Materialien, welche eine feste Packung nicht zulassen, möglich wird, verbinden die Erfinder den eigentlichen Materialträger noch mit einem weiteren durchlochten Mantel oder auch einer Zeughülle, welche beide den Zweck haben, das Material zusammenzuhalten. Eine Ausführungsform der ersten Art, welche Gegenstand des englischen Patents Nr. 10933 A. D. 1886 ist, zeigt Fig. 6. Das zu behandelnde Material a wird auf der durchlochten Welle b mit Hilfe des Mantels a1 und der beiden Pressdeckel k gehalten und mit Hilfe des Rädervorgeleges ghi in eine kreisende Bewegung versetzt. Während dieser Drehbewegung strömt durch das Rohr e die Flotte in den Hohlraum d des die Achse b haltenden Lagerständers und gelangt von diesem aus durch die Durchbohrungen d1 in die Achse b, von welcher aus sie das Material nach allen Richtungen durchdringt und in das die Schleudertrommel umgebende Gehäuse c abfliesst, aus welchem eine Pumpe sie durch das Rohr p wieder absaugt. Damit die hohle Welle a bei ihrer Drehbewegung, welche zum Zwecke des Trocknens bedeutend vergrössert wird, keine Schwankungen ausführen kann, wird der obere Druckteller k durch eine in einem Bügel m gelagerte Druckschraube l gehalten.

Textabbildung Bd. 287, S. 54
Für den Fall, dass die Maschine zum Behandeln von Gespinnstfasern in Form von Bändern (Lunten) Anwendung finden soll, macht sich ein besonderer Mantel nicht erforderlich; um jedoch eine möglichst gleichmassige Bearbeitung des die Flotte leicht durchlassenden Materials herbeizuführen, versehen die Erfinder den eigentlichen Materialträger auf seinem Umfang mit Ringen, die verhindern, dass die Flotte an demselben entlang strömt; weiter wickeln sie die Lunte nicht concentrisch auf den Materialträger auf, sondern in der durch die Fig. 9 veranschaulichten Weise, damit die Flotte nicht einfach radial nach aussen strömt, sondern durch die schraubengangförmigen Windungen gezwungen wird, das Material allseitig zu durchdringen. Zur Herstellung derartiger Materialkörper bedienen sich die Erfinder des Drehtopfes, wie er in Fig. 7 wiedergegeben ist. Die Drehkanne kann von gewöhnlicher Construction sein, nur muss sie auf ihrem Boden einen Zapfen tragen, auf welchen die hohle durchlochte Spindel b aufgesetzt werden kann. Das Material wird in bekannter Weise durch den Kopf e zugeführt und |55| legt sich auf den auf dem Rohr b geführten Teller e auf, der von einer Feder b getragen in dem Maasse sinkt, wie das Gewicht des zugeführten Bandes zunimmt und schliesslich am Boden des Rohres sich auf einen Bund auflegt. Ist dies geschehen, so wird der Teller e mitsammt dem durchlochten Rohre und dem Wickel aus der Kanne ausgehoben, ein zweiter Teller e1 auf das Rohr geschoben und durch eine Mutter gegen das Material gepresst (Fig. 8).

Textabbildung Bd. 287, S. 55

Für gewisse Fälle scheint es zulässig, mehrere mit Hilfe der Drehkanne hergestellte Bandwinkel auf ein gemeinsames Rohr aufzuschieben und stark zusammenzupressen. Es bleibt dann beim Durchtreiben der Flotte durch das Material das Einsinken, welches der Flotte leicht Wege für den Ausgang freigibt, weg. Anstatt in die Kanne ein Rohr einzusetzen, welches durchlocht ist und beim Färben seinen Platz beibehält, kann man auch einen Holz- o. dgl. Stab verwenden oder auch die Drehbewegung der Kanne so reguliren, dass eine cylindrische Oeffnung entsteht, mit welcher die Wickel dann auf ein durchlochtes Rohr geschoben und in den Apparat eingesetzt werden. Der Apparat selbst kann verschiedener Construction sein; die Fig. 10 zeigt einen solchen, wie er der englischen Patentschrift Nr. 14971 A. D. 1886 zu Grunde gelegt ist.

Textabbildung Bd. 287, S. 55
In einem mit abnehmbarem Deckel g zu verschliessenden Gehäuse f ist eine hohle, durchlochte und mit Bundringen tj ausgestattete Welle i gelagert, deren aus dem Kessel durch die Stopfbüchse ijl herausragendes Ende mit einer Riemenscheibe k ausgestattet ist. Auf diese Welle wird, nachdem der Deckel gh gelöst ist, der mit durchlochtem Rohr b ausgestattete Garnwickel aufgeschoben und sodann der Deckel wieder luftdicht geschlossen. Bei sehr empfindlichen Materialien wird der Wickel, bevor er in das Gehäuse gelangt, noch in einen Ueberzug aus Leinwand, Drahtgaze o. dgl. eingehüllt, und diese Hülle dann zwischen zwei weiteren Tellern nn1 ausgespannt. Ist die Maschine in der einen oder anderen Weise beschickt, so wird die Achse ii1 mit dem Material in langsame Umdrehung versetzt, der Hahn o geöffnet und die Flotte in der Pfeilrichtung mittels einer Pumpe o. dgl. durch das Material geführt. unter Zuhilfenahme der Hähne kann dieser Kreislauf der Flotte in einen entgegengesetzten umgewandelt werden oder es kann die Flotte, ganz gleich ob sie von innen nach aussen oder von aussen nach innen durch das Material geht, in einen besonderen Behälter abgeleitet werden. Ebenso wie die Flottenrichtung kann man auch die Bewegungsrichtung der Trommel ib ändern und hat dann nur nöthig, ein besonderes Vorgelege anzuordnen. Durch die Drehbewegung der Bandmasse während des Flottendurchganges wird die Flüssigkeit gezwungen, radial nach aussen zu gehen, also die im Bogen verlaufenden Bandlagen zu durchdringen.

Textabbildung Bd. 287, S. 55

Ist der Arbeitsprocess beendet, so wird der Flottenlauf abgestellt und die Spindel i behufs Ausschleuderns in rasche Umdrehung versetzt. Das Trocknen kann in dem Apparat selbst ebenfalls vorgenommen werden, die Erfinder schlagen jedoch vor, den Kessel fg zu öffnen, den Bandkörper herauszuziehen und in einen Trockenapparat einzusetzen, wie ihn Fig. 11 veranschaulicht. Die hohle, das Material tragende Spindel wird bei demselben zwischen die beiden Düsen ef eingespannt und dann Luft durch das hohle Gestell dcc1 in die Bandmasse bezieh. durch dieselbe getrieben.

Textabbildung Bd. 287, S. 55
Wie bereits im Eingang dieses Kapitels erwähnt, kann das Durchtreiben der Flotte durch das Material nicht nur in der Weise erfolgen, dass die Schwerkraft derselben ausgenutzt, oder eine Saug- bezieh. Druckwirkung auf dieselbe geltend gemacht oder endlich die Fliehkraft in Anwendung gebracht wird, sondern es können die Apparate und Maschinen auch derart construirt sein, dass sie die beliebige Verwendung des einen oder anderen Hilfsmittels |56| ermöglichen oder das eine und andere derselben gleichzeitig zur Anwendung gelangen lassen.

Textabbildung Bd. 287, S. 56
Fig. 12 veranschaulicht einen Apparat zum Bleichen von Baumwollengarnen von Voss und Delins in Manchester, bei welchem die zur Anwendung gelangenden Flotten entweder durch das Material hindurchgesaugt oder in Folge ihrer Schwerkraft hindurchgetrieben werden. Der das Material aufnehmende hölzerne Bottich A ist mit doppeltem Boden B und einem Ablaufstutzen C-N versehen, welcher einerseits an die mit dem Injector D1 ausgestattete Leitung D angeschlossen, andererseits mit den beiden Ablaufrohren L und M nach den Bottichen J und G in Verbindung gebracht ist. Der erstgenannte Behälter enthält z.B. die Chlorkalklösung und die aus Eisen hergestellte Pumpe K hebt dieselbe auf das von einem Sieb F bedeckte Material. Der Bottich G enthält die Säuren und die aus Messing angefertigte Pumpe H dient zum Anheben dieser Flotte. Die Brause D3 dient zur Vertheilung der mittels des Injectors ED1 in Kreislauf versetzten Sodalösung, mit welcher das Material zunächst behandelt wird. Nach dem Ablassen derselben durch den Stutzen C-N gibt zum Zwecke der Spülung die Leitung O das Wasser, welches ebenfalls frei durch das Material hindurchläuft, und dann folgt das Behandeln mit Chlorkalklösung und Säurenlösung unter mehrmaligem Ausspülen mit Wasser durch Zuhilfenahme der Pumpen K und H, sowie Leitung O.

Textabbildung Bd. 287, S. 56
Ein Beispiel dafür, dass die Flotte durch das Material hindurchgedrückt wird, gleichzeitig aber auch in Folge ihrer Schwerkraft durch dasselbe hindurchfliesst, liefert die in den Fig. 13 bis 15 wiedergegebene Maschine der Société Harmel Frères in Val-des-Bois, welche zum Behandeln von Kammzugbobinen bestimmt ist. Die Kammzugbobinen werden in Cylinder oder Büchsen mit durchlochtem Boden eingeführt, welche entweder fest oder drehbar an Armkreuzen aufgehängt sind, die im Flottenbehälter rotiren. In den Fig. 13 und 15 sind beide Systeme der Aufhängung dargestellt. An den Armen B (Fig. 13 und 14) sind die Lager a befestigt, in welchen sich die an den Büchsen C sitzenden Zapfen b drehen. Jede Büchse hat einen gelochten Boden c und einen ebenfalls durchlochten Deckel, welcher auf der Wollspule ruht und dadurch fest auf derselben gehalten wird, dass durch die Oesen zweier am Deckel befestigten aufrechten Stege dd, sowie durch Löcher unterhalb des Wulstes f der Büchse ein Querstab oder Riegel e hindurchgesteckt wird.

Textabbildung Bd. 287, S. 56

Die Belastung einer jeden Büchse C mit Wolle ist so berechnet, dass der Schwerpunkt der belasteten Büchse stets unterhalb des Drehpunktes der Zapfen b liegt; in Folge dessen hängen die Büchsen während ihrer Umdrehung im Trog F stets lothrecht, wie in Fig. 12. Die Achse ruht an ihren beiden Enden in Trägern, welche an dem Trog befestigt sind, und wird mittels eines Schraubenrades von der Schraube G bewegt. Die Achse der letzteren trägt die feste und lose Riemenscheibe H1H2, mittels deren der Apparat angetrieben wird. Bei jeder Umdrehung der Welle A füllen sich die oberen Theile der Büchsen C mit der zur Behandlung dienenden Flüssigkeit. Letztere dringt von dem oberen Theil in den unteren der Büchse, während dieselbe in der Flüssigkeit emporsteigt, und durchdringt auf diesem Wege die Wollspulen, um wieder aus den Büchsen in den Trog F abzulaufen, während die genannten aufsteigen. Unmittelbar neben dem Trog F sind Kufen H für die verschiedenen Flotten zum Galliren. Abspülen u.s.w. aufgestellt. Genannte Badflüssigkeiten gelangen mittels des Rohres G, in welches sich das untere Ventil g der Kufe H öffnet, in den Trog F, und zwar geschieht die Ueberführung der Badflüssigkeit aus der Kufe H in den Trog F entweder mittels Dampfdruckes auf die in den Kufen H enthaltene Flüssigkeit oder mittels eines |57| Strahlapparates, einer Pumpe oder einer ähnlichen Einrichtung.

Bei dem in Fig. 13 und 14 dargestellten Apparat mit fest und unbeweglich aufgehängten rotirenden Wollspulen sind neben dem eigentlichen Trog ebenfalls ein oder mehrere Behälter HH von Holz oder Metall angeordnet; dieselben dienen zur Aufbewahrung der entsprechenden Flüssigkeiten, und es hat jeder derselben am Boden ein verstellbares Ventil g, durch welches die Verbindung mit einem allen Behältern oder Kufen HH gemeinschaftlichen Rohr hergestellt werden kann. Am Ende dieses Rohres sitzt ein Hahn, durch welchen dasselbe mit dem Kessel N verbunden wird, während am anderen Ende der Ablasshahn J sitzt, welcher eine vollständige Reinigung der genannten Kufen zulässt.

Die eigentliche Färbung in engerem Sinne wird in dem Trog F von Holz oder Metall vorgenommen. Zu diesem Zwecke dreht sich in genanntem Trog in zwei festen Lagern die mit gekreuzten Armen und Zapfen versehene Achse B1 zwischen den Seiten wänden des Troges F. An den gekreuzten Armen sind Metallringe nn befestigt, in welchen die aus Metall oder Holz hergestellten Büchsen CC für die Wollspulen D befestigt sind. Die Wollspulen ruhen auf festen, gelochten Böden c, gegen welche die beweglichen, ebenfalls gelochten Böden c1 mittels Federn S gedrückt werden. Die Spannung der Federn wird durch die Schrauben T regulirt.

Die Achse B1 wird mit Hilfe des Zahnrades O und des Triebes Q umgedreht; letzterer ist mittels der Achse R mit den Riemenscheiben H1H2 verbunden, von welchen die eine lose, die andere fest ist. Die Uebertragung der Bewegung kann so eingerichtet sein, dass die Drehung der Achse mit den gekreuzten Armen nach Belieben in der einen oder in der entgegengesetzten Richtung stattfinden kann.

Mittels eines auf dem Boden des Troges F angebrachten Rohres U wird der für die Unterhaltung der Temperatur der Flüssigkeit erforderliche Dampf durch einen kleinen Hahn, welcher mit der Hauptdampfleitung V in Verbindung steht, in den Trog geleitet. Ein ähnliches Rohr kann auf dem Boden eines jeden der Behälter HH angebracht sein, um die verschiedenen Flüssigkeiten je nach Bedürfniss fertig zu machen. Die nämliche Einrichtung lässt sich auch bei der in Fig. 13 dargestellten Maschine anwenden.

Der Boden der Kufe F ist auch mit dem Kessel N durch ein mit dem Hahn W versehenes Rohr in Verbindung. Genannter Kessel ist mit einem luftdicht schliessenden, mit Lufthahn 6 ausgestatteten Deckel versehen, welcher durch das Rohr 4 und den Hahn 5 an die Dampfleitung V anschliesst. Der Boden dieses Kessels ist durch das Rohr 1 mit den Abflussrohren Y und Z und dem Dreiwegehahn X verbunden. Ein Abzugsrohr M ist auf dem oberen Theil der Behälter HH gelagert; dasselbe trägt über jedem der letzteren ein Ventil 3.

Der oben beschriebene Apparat arbeitet wie folgt:

Sobald die Spulen in die Büchsen C C eingesetzt und sich unter dem Druck der Federn S befinden und nachdem das Bad mit Flüssigkeit in den Behältern HH entsprechend zubereitet ist, öffnet man die Ventile g und den Hahn, der die Flüssigkeit in den Behälter N treten lässt.

Nun schliesst man diesen Hahn, verbindet mittels des Dreiwegehahnes X die Rohre 1 und Y mit einander und öffnet alsdann den Hahn 5 der Dampfleitung. Der in den Kessel N einströmende Dampf drückt nun durch die Rohre 1 und Y die ganze vorher im Kessel enthaltene Flüssigkeit in den Trog, man schliesst hierauf die Hähne 5 und x und öffnet den bei G befindlichen Hahn, wodurch der Kessel N von neuem mit Flüssigkeit gefüllt wird.

Auf diese Weise fortfahrend, drückt man wiederum eine neue Menge der Flüssigkeit u.s.w. in den Trog und setzt diese Arbeit fort, bis die Flüssigkeit in letzterem die erforderliche Höhe erreicht hat, um den Apparat in Gang zu setzen.

Nun wird die, die Riemenscheibe H1 treibende Transmission eingerückt, wodurch mit Hilfe des Triebes Q und des Zahnrades O der ganze die Spulen tragende Apparat in Thätigkeit kommt.

Beim Drehen wirken die Büchsen CC wie hohle Schaufeln, weil sie beständig die Flüssigkeit im Trog verdrängen, welche das Bestreben hat, von unten nach oben und von oben nach unten durch die gelochten Böden der Büchsen und die Wolle durchzudringen.

Nachdem der Apparat eine gewisse Zeit in Gang ist, sind die Spulen in allen ihren Theilen vollständig mit Flüssigkeit getränkt und die Behandlung der Wolle ist vollendet.

In Folge der rotirenden Bewegung des Apparates wird die Flüssigkeit beständig umgerührt und die gleichmässige Vermischung aller Bestandtheile derselben erzielt, so dass sich keine Niederschläge von Stoffen auf der Wolle absetzen können, weil eine Bildung solcher Niederschläge durch die beständige Bewegung der Flüssigkeit ganz unmöglich ist.

Das Färben u.s.w. kann auch dadurch geschehen, dass man die eine Hälfte der Zeit die Spulen mit ihrer Achse sich nach der einen, die andere Zeithälfte aber nach der entgegengesetzten Richtung drehen lässt, wodurch das Färben u.s.w. vielleicht auf die ganze Länge der Spulen noch gleichmässiger vor sich geht.

Dadurch dass man den Apparat abstellt und eine Spule herausnimmt, kann man sich leicht von dem Grad der Einwirkung der betreffenden Flüssigkeit überzeugen.

Hält man dieselbe für hinreichend, so öffnet man den Hahn W, worauf die letztere aus der Kufe F in den Kessel N laufen und denselben füllen wird; man schliesst nun diesen Hahn und öffnet den Hahn 5, nachdem man die Rohre 1 und Z durch den Hahn X verbunden hat.

Der Dampf presst nun die im Kessel befindliche Flüssigkeit durch die Rohre 1 und Z in das Abzugsrohr M, von wo sie frei in irgend einen Behälter H laufen kann, welchen man durch Heben des betreffenden Ventils 3 dafür bestimmt hat.

Die eben genannte Verstellung der Hähne wird solange fortgesetzt, als nothwendig, um die Kufe F vollständig zu leeren.

Man kann nun nach Belieben die, die Spulen tragende Achse wieder kurze Zeit sich im leeren Trog drehen lassen, um eine theilweise Abtrocknung der Wolle zu bewirken.

Da der Kessel N und die zugehörigen Behälter nur den Zweck haben, die Umfüllung der Flüssigkeit von dem einen in den anderen und umgekehrt zu bewirken, wie weiter oben schon beschrieben wurde, so lassen sich dieselben auch durch einen Strahlapparat oder irgend einen anderen, denselben Zweck habenden Apparat ersetzen.

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Auch lassen sich die Behälter HH in der Weise anordnen, dass ihre Böden in derselben Höhe oder höher wie der obere Rand des Troges F liegen, wodurch ein freier Abfluss der betreffenden Flüssigkeit von dem Behälter H nach dem Trog F durch ein besonderes Rohr bedingt ist; auch lässt sich der Trog F über die Behälter HH setzen, so dass die Flüssigkeit von selbst von dem Trog F nach dem Behälter H abfliesst; im einen wie im anderen Falle muss die Zurückführung der Flüssigkeit vom tieferen Behälter nach dem höher liegenden entweder mittels des Kessels N, eines Strahlapparates oder irgend eines anderen Apparates bewerkstelligt werden.

Man kann auch eine Gruppe von mehreren Behältern HH benutzen, welche die für die Vorarbeiten des Färbens nothwendigen Flüssigkeiten getrennt von einander enthalten, oder die schon gebrauchten Flüssigkeiten, welche so, wie sie sind, wieder benutzt werden können, oder deren Stärke durch Zusatz von Farbstoffen wieder hergestellt wird.

Auch lassen sich mehrere Tröge F benutzen mit nur einem einzigen Apparat zum Ueberführen der Flüssigkeit, welcher Apparat durch ein entsprechendes Rohrsystem mit den übrigen Trögen verbunden ist.

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