Titel: Werkzeuge zur Holzbearbeitung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1893, Band 287 (S. 58–66)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj287/ar287023

Werkzeuge zur Holzbearbeitung.

(Patentklasse 38. Fortsetzung des Berichtes Bd. 286 * S. 241.)

Mit Abbildungen.

Der in Fig. 1 dargestellte Tischlerhobel von W. Meister in Apolda (* Oesterreichisch-Ungarisches Patent vom 2. Juni 1891) bezweckt die Vermeidung eines durch den Hobelkasten gehenden Spanloches in Folge eigenartiger Anordnung des Hobelmessers.

Textabbildung Bd. 287, S. 58
Das Hobeleisen a sitzt auf der eisernen Widerlage b, welche mittels Schrauben c um den Kasten des Hobeleisens angeschraubt ist. Der Kasten des Hobeleisens hat bei e einen Ausschnitt zur Aufnahme und zum Abführen des Hobelspans. Ueber das Hobeleisen ist die Deckplatte f zum Ableiten des geschnittenen Hobelspans angeordnet. Die Deckplatte f und das Hobeleisen a werden mittels Schrauben g, die mit geschlitzten oder gelochten Köpfen versehen sind, auf der Widerlage b festgeschraubt. Zum Verstellen des Hobeleisens ist letzteres in seinem hinteren Theile geschlitzt.

Beim Einstellen des Hobeleisens werden zunächst die Schrauben g gelüftet, dann das Eisen a in entsprechender Tiefe eingestellt und die Schrauben mittels eines besonderen, hakenförmigen oder eines anderen passenden Schlüssels angezogen. Da das Hobeleisen a an seinem hinteren Ende geschlitzt ist, so ist das Einsetzen eines neuen Eisens sehr leicht möglich, indem dann nur nöthig ist, die Schrauben y etwas zu lüften und das Hobeleisen d in den Spalt zwischen der Deckplatte f und der Widerlage b zu schieben.

Der Hobel von J. Hablitzel in Basel (* D. R. P. Nr. 58000 vom 24. Mai 1890) besteht gemäss Fig. 2 aus einem hölzernen Gehäuse, in dessen Ausschnitt a das metallene Hobelmesserlager B befestigt ist; in letzterem wird das Hobelmesser C durch eine federnde Schliessplatte, welche zugleich den Doppel ersetzt, festgehalten; während durch Verstellen einer auf der Schraubenspindel des Hobelmesserlagers sitzenden Mutter, in deren ringförmige Kerbe das obere, rechtwinkelig umgebogene Ende des Hobelmessers hineindringt, die Stellung dieses letzteren und somit sein Eingriff in das Holz regulirt werden kann.

Das Hobelmesserlager B endigt oben in eine Schraubenspindel b, auf welcher eine zum Verstellen des Hobelmessers C dienende Mutter D sitzt, aus.

Textabbildung Bd. 287, S. 58
Am Umfange dieser Schraubenmutter D ist eine ringförmige Kerbe d ausgedreht, in welche der Rand eines Ausschnittes des rechtwinkeligen Ansatzes c des Hobelmessers C eingreift, so dass, wenn die Mutter D durch die daran befindliche Scheibe d1 gedreht wird, das Hobelmesser entweder vor- oder rückwärts verstellt werden kann. Die nach oben hervorstehenden Seitenränder E des Hobelmesserlagers B sind mit gekrümmten Einschnitten e versehen, in welchen die Lagerzapfen f eines Querstückes F sitzen. Dieses Querstück F ist durch eine in einem Längsschlitze g der gebogenen Schliessplatte G verschiebbare Schraube g1 an letzterer befestigt, so dass, wenn die Hobelsohle abgenutzt ist und die Späne in Folge dessen zu fein werden, die Schliessplatte G, welche zugleich als Doppel dient, verstellt werden kann. Die Schliessplatte G endigt oben in ein Scharnier h, um dessen Stift i ein mit einem Griff k versehenes Excenter H gedreht werden kann. Wird der Griff k des Excenters H in die durch Fig. 2 angegebene Stellung gebracht, so werden die Lagerzapfen f gegen die oberen Flächen der Einschnitte e und der untere Rand l der Schliessplatte G fest gegen das Hobelmesser C gedrückt und somit letzteres durch die Platte G, das Querstück F und das Excenter H auf dem Lager B festgehalten; hierbei kann jedoch das Hobelmesser durch Drehen der Mutter D verstellt werden. Wird dagegen der Grifft des Excenters H aufgeklappt, so kann die Schliessplatte G, sowie das Hobelmesser C aus dem Gehäuse A herausgenommen werden.

Textabbildung Bd. 287, S. 58
Der in Fig. 3 dargestellte Parquetbodenhobel desselben Erfinders (* D. R. P. Nr. 55296 vom 16. April 1890) soll das Abziehen des Parquets gestatten, ohne dass der Arbeiter dabei kniet.

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Dieser Hobel besteht aus einem mit einem hohlen Stiel gelenkartig verbundenen Gehäuse, in welchem das Hobeleisen in einem um zwei konische Gewindezapfen drehbaren Eisenlager durch eine Schliessplatte bezieh. Feder festgehalten ist, welch letztere zugleich den Doppel des Hobels ersetzt. Das Hobeleisenlager, worin Hobeleisen und Schliessplatte ruhen, wird mittels zweier im Hobelgehäuse eingesetzten Federn gegen einen am Boden des Gehäuses gelenkartig angebrachten Hebedaumen gehalten, welcher mit einer Stange, die im hohlen Stiel angebracht und oben mit einem Ring oder Handgriff versehen ist, in Verbindung steht, so dass beim Zurückziehen des Hobels in Folge eines vom Arbeiter auf diesen Ring- oder Handgriff ausgeübten Druckes das Lager sammt Hobeleisen und Schliessplatte durch den bereits erwähnten Hebedaumen gehoben wird und in Folge dessen keine Abstumpfung des Hobeleisens eintreten kann. Ferner wird durch die auf das Hobeleisenlager einwirkenden Federn das Hobeleisen wieder in die zur Arbeit erforderliche Normalstellung zurückgeführt, sobald der Druck des Arbeiters auf den Ring oder Handgriff der durch den hohlen Stiel gehenden Stange aufhört.

Der hohle Stiel A ist durch zwei Seitenarme a mit dem schweren Metallgehäuse B gelenkartig verbunden. In letzterem ist das Lager C des Hobeleisens D, dessen Schneide aus einer Oeffnung r des Gehäusebodens heraustritt, derart eingesetzt, dass es sich um zwei konische Zapfen, die durch die Seitenwandungen des Gehäuses B hindurchgeschraubt sind, etwas drehen kann. Das Hobeleisenlager C endigt oben in eine Schraube b, auf welcher eine zur Verstellung des Hobeleisens D dienende Mutter E sitzt, aus.

Am Umfange dieser Schraubenmutter E ist eine ringförmige Kerbe d ausgedreht, in welche der Rand eines Ausschnittes des rechtwinkeligen Ansatzes c des Hobeleisens D eingreift, so dass, wenn die Mutter E durch die daran befindliche Scheibe e gedreht wird, das Hobeleisen entweder vor- oder rückwärts gestellt werden kann. Die nach oben hervorstehenden Seitenwände des Hobeleisenlagers C sind mit kurzen Einschnitten f versehen, in welchen die Zapfen g einer gebogenen Schliessplatte G sitzen. Letztere endigt oben in ein Scharnier h aus, um dessen Stift i ein mit einem Griff k versehenes Excenter H gedreht werden kann.

Durch den hohlen Stiel A geht eine Stange K hindurch, die mittels eines Gelenkes n mit dem Hebedaumen L, der sich um den am Gehäuseboden angebrachten Stift o drehen kann, verbunden ist. Die Stange K trägt oben einen Handgriff, welcher durch einen grösseren Handgriff des hohlen Stieles A umgeben ist.

Die untere Seite des Hobeleisenlagers C hat zwei Oehre, in welche starke Springfedern O eingehängt sind. Diese Federn O sind andererseits an einer durch eine Schraube q verstellbaren Traverse Q eingehängt, so dass durch Verstellen der Traverse Q mittels der Schraube q die Spannung der Federn und folglich deren Druck auf das Hobeleisenlager C regulirt werden kann.

Das Hobeln der Parquetböden mittels des bereits beschriebenen Werkzeuges geschieht auf folgende Weise:

Der Arbeiter fasst den Stiel A, indem er die Handgriffe in die eine Hand nimmt, während er mit der anderen den Stiel selbst oben an einer daran befestigten Stütze hält; er schiebt alsdann den Hobel vorwärts, wodurch das Hobeleisen D je nach seiner Stellung einen dickeren oder dünneren Span vom Parquetboden trennt. Darauf zieht der Arbeiter den Hobel rückwärts, wobei er einen Zug auf den Handgriff ausübt. Durch diesen Zug wird die Stange K im hohlen Stiele A bewegt und folglich der Hebedaumen L um den Stift o gedreht, so dass der Hebedaumen L auf die untere Seite des Hobeleisenlagers C drückt und somit letzteres nebst dem Hobeleisen D etwas hebt, d.h. von der Parquetbodenfläche entfernt, indem das Hobeleisenlager C im Sinne des Pfeiles w etwas um die Zapfen gedreht wird. Auf diese Weise ist das Hobeleisen während seines Rückganges keiner Beschädigung ausgesetzt.

Auf dem Gewinde eines jeden der Zapfen sitzt eine Schraubenmutter, mittels welcher die Stellung des Zapfens verändert wird, sobald es in Folge seiner Ausnutzung erforderlich wird.

Der in den Fig. 4 und 5 abgebildete Hobel von C. Anton in Berlin (*D. R. P. Nr. 59902 vom 7. April 1891) dient zur Ausführung von Abfasearbeiten.

Textabbildung Bd. 287, S. 59
Derartige Arbeiten wurden bisher in der Weise vorgenommen, dass die entsprechende Fasenbreite der Vorderseite auf der Schnittseite angezeichnet wurde und dann mit dem Messer die Schlusspunkte an jenen Stellen eingesetzt wurden, an welchen die Fase ihren Anfang nimmt und aufhört oder sich mit einer zweiten kreuzt. Dann werden die glatten Fasen bezieh. Hohlkehlen an den gemerkten Stellen derart ausgeschnitten, dass die Gehrungen hergestellt sind, und erstere mit passenden Eisen losgelöst. Obwohl keineswegs eine schwierige Arbeit, erfordert das Abfasen doch eine gewisse Geschicklichkeit und Uebung; vor allem aber ist es recht zeitraubend. Hauptsächlich aus diesem letzteren Grunde, sowie auch, weil es häufig an geeigneten Kräften zur Ausführung gebricht, sieht man bei Zimmerer- oder Bautischlerarbeiten häufig von einer ausgebreiteteren Anwendung des Abfasens ab, sehr zum Schaden des Aussehens der Arbeiten selbst.

Der neue Hobel soll nun die Herstellung von Abfasearbeit ohne nennenswerthen Zeitverlust auch dem minder geübten Arbeiter gestatten und die Verwendung von Bildhauern für derartige Arbeiten überflüssig machen. Derselbe wird in drei Ausführungsformen in der Patentschrift dargestellt.

Die einfachste Form des neuen Hobels wird durch die Fig. 4 und 5 dargestellt. Wie aus denselben ersichtlich ist, besteht der Hobel aus dem mit rechtwinkelig ausgeschnittener Sohle b versehenen Hobelkasten a.

Das Keilloch c wird zweckmässiger Weise unverhältnissmässig gross gewählt, um den Fortgang der Arbeit genau verfolgen zu können. Auch für das richtige Einsetzen |60| des Hobels erscheint es vortheilhaft, das Keilloch grösser als sonst zu wählen. Das Festlegen des Eisens d erfolgt in der bekannten Weise durch einen Keil e.

Mit dem Hobel können Fasen verschiedener Breite abgestossen werden, und zwar solche von geringster Breite bis zu solchen der Breite der Schneide.

Charakteristisch für den neuen Hobel sind der Eisensenker f und der Häupter g, welche beide in ihrer Höhenlage verstellbar sind.

Der Eisensenker f hat den Zweck, das Eisen dem Holze mehr oder weniger nähern und so die Stärke des abzunehmenden Spanes bestimmen zu können. Derselbe besteht aus einer Grundplatte f1, welche an einem in senkrechter Richtung verschiebbaren Schaft f2 befestigt ist. Festgelegt wird der in einer Aussparung im Hobelkasten gleitende Eisensenker bei den in den Zeichnungen dargestellten Constructionen durch eine Flügelmutter, welche mittels einer Schraube eine kleine Platte h2 gegen den Schaft f2 und dadurch diesen gegen den Kasten presst.

Mit Vortheil wird der Eisensenker bei schlechtem ästigen Holze verwendet, bei welchem ein Einreissen zu befürchten ist. Durch Einsetzen des Eisensenkers arbeitet der Hobel wie ein Doppelhobel und wird die Fase bei Verwendung desselben ausserordentlich rein bei gutem wie bei schlechtem Holze.

Der hinter dem Eisen angeordnete Häupter g unterscheidet sich von dem Eisensenker f im Wesentlichen durch seine längere Sohle g1. Im Uebrigen kann er ganz so wie der Eisensenker verstellbar angeordnet werden.

Auch genügt es schon, denselben ein für alle Mal in einer ganz bestimmten Stellung fest anzuordnen, in welchem Falle er nur indirect zum Heben und Senken des Eisens mitwirkt und allein eine bessere Führung des Hobels auf dem Holze ermöglicht.

Textabbildung Bd. 287, S. 60
Mit der Anbringung des ein für alle Mal feststehenden Häupters wird der Zweck verfolgt, die Breite der Fase genau bestimmen und stetig einhalten zu können. Der verstellbare Häupter dagegen gestattet, diese Vorzüge mit dem weiteren zu verbinden, dass Fasen von ausserordentlich verschiedener Breite abgenommen werden können. Unentbehrlich ist der Häupter nur im Hinblicke auf die Güte der herzustellenden Arbeit, sowie die sichere Führung, welche dem Hobel durch Benutzung desselben gegeben wird.

Die beweglichen Handgriffe für Ziehklingen von J. S. Cantelo in Boston, Nordamerika (* D. R. P. Nr. 58303 vom 11. December 1890 und * Zusatz Nr. 61323 vom 12. December 1890) bezwecken die leichte Einstellung der Handgriffe in beliebige Lagen zum Messerblatt.

In der Zeichnung Fig. 6 und 7 bezeichnet a das Messerblatt oder die Klinge und bb die Angeln derselben. Die Enden der letzteren sind mit feststellbaren Theilen oder Klemmkanten versehen, deren in der Zeichnung drei (c c1 c2) ersichtlich sind.

Die Bolzen d haben gabelförmige Enden, mit welchen sie an den Angeln b mittels der Durchstecker e verbunden sind, so dass die Bolzen d eine Drehbewegung in derselben Ebene wie die Klinge machen können. Diese Bolzen sind mit einem Drehzapfen d1 und einem Gewindtheil d2 versehen. Die Griffe f besitzen einen Holztheil, der auf einem metallenen Schaft h steckt, welcher vortheilhaft gegabelt ist und durch die Zwingen f1 f2 geht, wobei er mit den äusseren Zwingen f2 vernietet ist. Die Holzgriffe f sind mit einem Längsschlitz f3 versehen, um in dieselben, wenn sie nach innen umgelegt werden, die Messerschneide hineinlegen zu können, wie dies in Fig. 6 die punktirte Stellung zeigt.

Die Schäfte h tragen Hülsen h1, welche sich auf den Zapfen d1 drehen, so dass die Handgriffe f sich um dieselben herumbewegen lassen, gleichgültig in welcher Lage die Bolzen d gegen die Klinge stehen, wie dies mit punktirten Linien in der Zeichnung dargestellt ist. Die Hülsen h1 sind mit Kerben h2 oder mit Vorsprüngen versehen; die Kerben h2 greifen in die Feststelltheile c c1 c2 der Angeln ein, und die Vorsprünge h2 kommen zwischen die Backen des Bolzens d und legen sich an die Theile c c1 c2, so dass in beiden Fällen die Handgriffe gegen die Messerangeln bb festgestellt werden. Durch Anziehen der auf den Schrauben d2 der Bolzen d sitzenden Flügelmuttern i werden die Handgriffe f auf den Angeln b des Messerblattes unverrückbar festgestellt. i1 sind zur Feststellung dienende Unterlagsscheiben, welche auf die Schrauben d2 (die zum Zwecke der Feststellung seitlich abgeflacht sind) zwischen den Muttern i und den Hülsen h1 aufgeschoben werden; so dass ein Lockern der Muttern i durch kleine seitliche Bewegungen der Handgriffe verhindert wird.

Um die Handgriffe f in jeder Lage in der Horizontal- oder Verticalebene der Klinge a feststellen zu können, wird die Hülse h1 aus zwei Theilen hergestellt.

Fig. 8 und 9 zeigen eine Abänderung.

Die Klinge A ist an ihren Enden mit den Angeln aa versehen, welche zur Aufnahme der Zapfen oder Schrauben bb, um welche die Griffe drehbar sind, durchbohrt sind. Jeder dieser Griffe ist vortheilhaft mit drei zum Feststellen dienenden Ansätzen a1a2a3 versehen. Die Ansätze a1a1 dienen dazu, die Griffe in zusammengeklappter Stellung auf der Klinge A zu halten, wie im rechten Theil der Fig. 8 mit punktirten Linien gezeichnet ist. Die Ansätze a2a2 halten die Griffe unter einem rechten Winkel gegen die Angeln der Klinge, welche Lage in Fig. 8 mit vollen Linien gezeichnet ist, und die Ansätze a3a3 dienen dazu, die Griffe in der Verlängerung der Klinge festzustellen, wie dies die punktirt gezeichnete Stellung auf der linken Seite der Fig. 8 zeigt. Jeder Griff besteht aus einem Holztheil c, der an einer Seite einen Längsschlitz besitzt, welcher zur Aufnahme der Klinge A dient, wenn der Griff nach innen auf die letztere niedergeklappt wird. In jedem Holztheil c ist das metallene Gelenkstück c1 befestigt, welches |61| zwei parallele Schäfte oder Angeln c2c2 hat, die durch Längsbohrungen im Griff c und durch gelochte, damit verbundene Zwingen ddl hindurchgehen, die zwei Lappen oder Dorne besitzen, welche in den Griff eingelassen sind, um dessen seitliche Verbiegung zu hindern.

Die unteren Enden der gegabelten Schäfte c2c2 sind mit der unteren Zwinge d1, wie in Fig. 9 gezeigt, vernietet oder in anderer Weise daran befestigt. Das obere Ende oder der Kopf des Gelenkstückes c1 ist gegabelt, wie bei c3 ersichtlich, und an der Angel a mittels eines Stiftes, einer Schraube oder eines Bolzens b drehbar. Mit jedem Kopftheil c3 ist in einem Stück ein vortheilhaft cylindrischer Ansatz c4 hergestellt, der unter einem rechten Winkel aus dem Gelenkstücke c1 und dessen Griff c heraussteht; in Verbindung mit diesem Theil und den zum Feststellen dienenden Ansätzen a1a2a3 ist eine federnde Sperrvorrichtung von vortheilhaft folgender Construction angebracht: auf jedem Ansatz c4 ist der Länge nach eine Hülse E verstellbar, welche einen ringförmigen Innenraum e besitzt, in den eine Schraubenfeder e1 eingelegt ist, deren eines Ende auf dem Boden der Höhlung e aufliegt, während ihr äusseres Ende vortheilhaft gegen den Kopf f der Schraube f1 drückt, welche in das Ende des Gelenkstückansatzes c4 eingeschraubt ist. Statt der Schraube f f1 kann ein Stift durch einen Querschlitz im äusseren Ende des Ansatzes c4 durchgesteckt werden.

Textabbildung Bd. 287, S. 61
Die Feder e drückt die Hülse E gegen den Drehpunkt des Griffes, wodurch der Griffansatz c4 auf einem der Klingenansätze a1a2 oder a3 festgestellt wird, der gerade in einer Linie mit diesem Ansatz liegt. Um die Stellung der Griffe gegen die Klinge zu ändern, braucht man bloss die Hülsen EE so weit nach aussen zu bewegen, bis sie ausser Eingriff mit den Ansätzen sind, durch welche sie festgehalten wurden, wobei, während die Hülsen in dieser äusseren Stellung festgehalten werden, die Griffe in die mit vollen und punktirten Linien gezeichneten Stellungen gedreht und in jeder dieser Lagen einfach dadurch festgehalten werden, dass man die unter Federdruck stehenden Hülsen EE loslässt.

Die Handgriffe können über der Klinge zusammengeklappt erhalten oder in deren Verlängerung liegend festgestellt werden, oder sie können rechtwinkelig gegen die Klinge fest eingestellt werden, wodurch die Klinge vor Beschädigungen geschützt ist, wenn sie nicht gebraucht wird, oder mit den die obengenannten Stellungen einnehmenden Griffen verwendet werden kann.

Die Hobelbank von J. Runkel in Breidenbach bei Wiesbaden (*D. R. P. Nr. 55328 vom 21. August 1890) hat eine Einrichtung erhalten, mit welcher die Zange von der Vorschubschraube gelöst werden kann, so dass die Zange einfach hin und her schiebbar ist.

Die Handklobsäge von H. Braun jr. in Lüttringhausen (*D. R. P. Nr. 60979 vom 16. Juni 1891) hat an beiden Seiten Sägeblätter erhalten, während die Spann Vorrichtung zwischen dieselben an Stelle des Steges verlegt ist.

Textabbildung Bd. 287, S. 61
Die in Fig. 10 dargestellte Handsäge von H. M. Marsden in London (*D. R. P. Nr. 60975 vom 14. Mai 1891) besitzt ein Blatt b, welches gegen die Zähne zu stärker wird und in einen starken Rücken a ausläuft, der mit dem Blatte ein Stück bildet. Dadurch, dass das Blatt nach den Zähnen c zu, welche von dem Griffe nach der Spitze zu immer feiner werden, an Dicke zunimmt, soll das Schränken oder Stauchen der Zähne entbehrlich gemacht werden. Der Schlitz in dem Handgriffe d, welcher das Blatt aufnimmt, wird von oben durch ein gebogenes Blechstück e, welches mit den Schrauben f befestigt wird, bedeckt und nach vorn durch Beschläge von winkelförmigem Querschnitt, welche zwischen Blatt und Griff eingeschoben werden, geschützt. Diese Beschläge g besitzen Löcher, durch welche Schrauben eingeschraubt werden. Die eigentliche Befestigung des Blattes b am Griff d erfolgt durch Schraubenbolzen i, deren Gewindetheil durch Unterlegscheiben j überdeckt wird. Diese Unterlegscheiben j sind aus gehärtetem Stahl gefertigt und auf der einen Seite mit Zähnen versehen, auf welche sich die Mutter des Schraubenbolzens aufsetzt, um hierdurch gegen Lockerwerden geschützt zu werden. Die Unterlegscheiben j sichern die Schraubenbolzen gegen Beschädigungen durch das harte Sägeblatt.

Textabbildung Bd. 287, S. 61
Die Schraubzwinge von F. W. Unterilp in Düsseldorf (*D. R. P. Nr. 58556 vom 9. December 1890), Fig. 11, ist verstellbar angeordnet und kann ein- und zweiseitig benutzt werden. Dieselbe wird mit einer verschiebbaren Büchse b versehen, welche auf dem Längstheile verstellbar ist. In dieser Büchse ist der eine Quer arm verschiebbar angebracht. An der Zwinge kann unten eine Büchse befestigt sein, in welcher der andere Querarm ebenfalls verschoben werden kann, so dass die Arme, je nachdem die Zwinge weit oder weniger weit übergreifen soll, vor- oder zurückgezogen werden können. Die Zwinge kann, wenn die Arme lang genug gestaltet sind, nach beiden Seiten hin benutzt werden. Da der Querarm in der Büchse b an dem Längstheil anliegt, so genügt eine Klemmscheibe k, um zugleich die Büchse, den Längstheil und den Querarm zu verbinden. Die Klemmschraube ist nicht nöthig, wenn die Zwinge einseitig benutzt wird, da sich durch den einseitigen Druck, zumal wenn die zusammentreffenden Theile rauh sind, die Büchse b selbsthätig feststellt.

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Fig. 12 zeigt einen Centrumbohrer von C. Hallenscheid in Ronsdorf-Langenhaus (*D. R. P. Nr. 52390 vom 8. Januar 1890).

Textabbildung Bd. 287, S. 62
Am Schneidkopf werden der sogen. Zirkel a, das Messer b und der Vorschneider c so gestellt, dass ihre Spitzen ein gleichschenkeliges Dreieck bilden, an dessen den kleinsten Dreieckswinkel begrenzender Spitze sich der Zirkel a befindet. Die Schneide des Messers b ist, von der Dreiecksfläche betrachtet, nach aussen gerichtet, so dass ihr bei Anwendung des Bohrers der Vorschneider c folgt. Kolben, Halm und Schneidkopfkörper können quadratisch rechteckig oder cylindrisch gestaltet sein.

Die Einspannvorrichtung für Bohrer und Bohrwinden von F. A. Arnz in Remscheid-Vieringhausen (*D. R. P. Nr. 55302 vom 12. August 1890) bezweckt die genau centrische Einspannung von Bohrern verschiedener Dicke. Fig. 13 zeigt die Anordnung.

Der eingesteckte Bohrer wird neben der Befestigung, die derselbe an seinem flach oder kantig gestalteten Schaftende in der Aushöhlung o bezieh. o1 des Bohrkopfes erhält, noch am Schaft kurz vor dem Kopfe mittels zweier Backen bb gehalten. Diese Backen liegen im vorderen, rund ausgebohrten Theil des Bohrkopfes und sind, sich diametral gegenüberstehend, gelenkig an den Schiebestücken ss angebracht. Die frei vorstehenden Enden sind keilförmig gestaltet, so dass die Backen, je mehr sie in den Bohrkopf eingeführt werden, zusammengehen, während sie, je weiter sie aus dem Bohrkopfe heraustreten, mehr oder weniger von einander ab- bezieh. aus einander bewegt werden können. Um den Backen bezieh. den Schiebestücken ss die Verstellung in der Richtung der Achse des Bohrkopfes zu ertheilen, ist der Kopf mit Gewinde und einer Mutter m versehen, welchen innen von den Enden der genannten Schiebestücke s umfasst wird. Die letzteren enthalten in entsprechenden Nuthen u des Bohrkopfes Führung und liegen so vertieft, dass sich die Mutter auf dem Gewinde des Kopfes frei drehen kann; je nachdem dieselbe also vor- oder zurückgedreht wird, verschieben sich gleichmässig die Stücke s in den Nuthen u und ziehen die Backen b in den Bohrkopf hinein oder drücken dieselben nach vorn aus dem Kopfe heraus. In Folge der gleichmässig keilförmigen Gestaltung der Backen müssen dieselben, wie ohne weiteres zu erkennen, mit den inneren das Rohr umspannenden Kanten in den jeweiligen Lagen gleichen Abstand von der Mittelachse einnehmen. Es muss daher stets, wenn die Backen durch Zurückschrauben der Mutter m gegen den Bohrschaft angedrückt werden, eine genaue Centrirung des Bohrers erfolgen; hierbei kommt die Dicke des Schaftes nicht in Betracht.

Textabbildung Bd. 287, S. 62
Zur Aufnahme von Bohrern mit flachem Schaftende dient die entsprechende konische Aushöhlung o, während die Bohrer mit kantigem Schaftende in das gleichfalls konisch verlaufende Loch o1 eingeführt werden.

Bei der Einspannvorrichtung von J. Herrmann in Pr.-Friedland (*D. R. P. Nr. 61970 vom 17. Juni 1891) wird der Bohrkopf in eine entsprechend ausgesparte Backe gelegt, welche durch eine darüber drehbare Platte und einen beide Theile umschliessenden Ring geschlossen wird.

Bei der Bohrereinspannung von H. Hasenclever in Zurmühle bei Remscheid (*D. R. P. Nr. 58012 vom 8. November 1890) ist im Heft D (Fig. 14) ein von einer Feder H verschiebbarer Rahmen K vorgesehen. Beim Einschieben des Bohrerkopfes springt der Rahmen in eine Ausfräsung desselben und hält ihn fest. Zum Freimachen des Bohrers wird der Rahmen mittels des Druckstiftes M aus der Einfräsung des Bohrkopfes zurückgeschoben.

Textabbildung Bd. 287, S. 62
Zum Schraubenschneiden dient die Vorrichtung von M. Rittberger in Potsdam (*D. R. P. Nr. 53908 vom 27. März 1890).

Die bisher üblichen hölzernen Schrauben haben ein Gewinde von keilförmiger Gestalt. Zur Herstellung derselben bedient man sich eines Schneidzeuges, das mit einem Messer mit winkelförmiger Schneide versehen ist. Dieses Messer liegt so, dass es einen Theil des Muttergewindes bildet. Diese Schrauben mit keilförmigem Gewinde haben den Nachtheil, dass die Stärke des Ganges von der Steigung des Gewindes und von der Stärke des Holzes abhängig ist. Das neue Schneidzeug ist zum Schneiden hölzerner Schrauben eingerichtet, deren Gewinde einen rechteckigen Querschnitt hat. Zu diesem Zwecke ist das Schneidzeug mit drei Messern versehen, die nach einander in Thätigkeit treten. Das erste dieser Messer hat eine winkelförmige Schneide und schneidet einen keilförmigen Gewindegang vor. Das zweite Messer ist mit zwei Schneiden versehen, die parallel zu einander liegen und zu beiden Seiten des keilförmigen Gewindeganges Einschnitte von der Tiefe des Gewindes machen. Das dritte Messer hebt dann das zwischen diesen beiden Einschnitten liegende Holz heraus und vollendet auf diese Weise das Gewinde.

Gehrungschneidvorrichtungen.

Zum Hobeln ganzer und halber Gehrungen dient die Vorrichtung von J. Heinen in Köln (*D. R. P. Nr. 60724 vom 14. März 1891), ohne dass ein Umspannen nöthig wäre.

In einem Kastengestell befinden sich zwei auf einander liegende Anschläge, deren jeder für sich in dem Arbeitsschlitze beweglich ist. Der untere Anschlag steht mit seiner Vorderfläche zur Hobelfläche in einem Winkel von 45°, einer sogen. ganzen Gehrung, während der obere Anschlag mit seiner Vorderfläche zur Hobelfläche in einem Winkel von 67½°, einer sogen. halben Gehrung steht. Durch Vorschieben des einen oder anderen Anschlages erhält man dann die gewünschte Gehrung, während man durch ganzes Zurückziehen der beiden Anschläge. Leisten, welche im rechten Winkel geschnitten sind, behobeln kann.

Bei der in Fig. 15 und 16 dargestellten Gehrungsäge von X. Lehmann in Aachen und G. Schreiber in Stolberg (*D. R. P. Nr. 52970 vom 1. Februar 1890) wird das Blatt von einem Metallbügel a gehalten und erfolgt die Spannung desselben durch Anziehen der Schraube b, indem der Theil c des Bügels sich hierbei um den Zapfen d dreht.

Die Führungständer e und e1 sind in ihrer ganzen |63| Länge gespalten, und hat der Bügel a in den Spalten f und f1, deren Breite gleich der Stärke des Bügels ist, seine Führung, wogegen das Blatt genau in den über die Ständer e und e1 geschobenen Büchsen g und g1 geführt wird, welche an ihrem oberen Ende passende Einschnitte für den Bügel a besitzen, über welchen die hakenförmigen Stücke h greifen, so dass die Büchsen auf dem Bügel a hängen und nicht auf dem Blatte aufliegen, wodurch das bei anderen Gehrungsägen vorkommende Einschneiden des Blattrückens in die Büchsen vermieden wird. Die Säge kann ohne weiteres aus den Ständern e und e1 herausgehoben werden, wobei ein Zerlegen der Säge nicht nothwendig wird, und die Büchsen g und g1 können von derselben entfernt werden, indem man die Stücke h und h1 herausklappt.

Textabbildung Bd. 287, S. 63
Der vordere Führungständer e lässt sich, den Breiten der Gehrungschnitte entsprechend, in dem geschlitzten Stück i verstellen.

Der Einstellapparat ist ähnlich den bekannten Einrichtungen. Das die Führungständer e und e1 tragende Stück i ist drehbar um den Punkt k und mit einer Feder l versehen, welche an ihrem vorderen Ende einen Ansatz m trägt, welcher in die zweckentsprechend angebrachten Einschnitte n des Bügels o einspringt und durch den Hebel p wieder ausgelöst werden kann.

Die Säge besitzt durch die Construction der Führungständer eine genaue Führung, und können Gehrungschnitte von beliebiger Höhe mit der Säge ausgeführt werden, wobei Schwankungen der Säge vollständig vermieden werden, indem der Bügel a der Säge stets in den Spalten f und f1 Führung behält.

Bei der bekannten amerikanischen Gehrungsäge ist der Cylinder 1 (Fig. 17) auf dem Gestell drehbar gelagert und trägt das wagerechte Lineal 2.

Um den Mittelpunkt von 1 ist ein Theilkreis unten an dem Gestelle angebracht, an dem das Lineal in den gewünschten Stellungen durch eine Klemmschraube befestigt werden kann. Der nach aussen stehende freie Theil des Lineals 2 trägt den zweiten Cylinder 3. Beide Cylinder haben Schlitze, durch welche die Säge läuft.

Textabbildung Bd. 287, S. 63
Diese Art der Lagerung des zweiten Cylinders 3 ist nun ein wenig fest, da einerseits das Lineal an sich elastisch ist, andererseits eine solide Lagerung des zweiten drehbaren Cylinders auf ihn nicht erreichbar erscheint. Diese Uebelstände werden durch die in Fig. 17 dargestellte Ausführung von R. Uhl in Hausach (*D. R. P. Nr. 59110 vom 29. Mai 1891) behoben.

Der Cylinder 3 hat unten einen Schlitz 4, mit welchem er auf dem Lineal 2 läuft. Gleichzeitig ist er in einem kräftigen Kopf 5 drehbar gelagert, welch letzterer in der Schiene 6 am Gestell durch Schwalbenschwanz oder Nuth geführt ist.

In der Höhe der Unterkante des Lineals ist die getheilte Stange 7 angebracht, welche Einschnitte hat, in welche das Lineal einfällt. Durch diese Construction ist der zweite Cylinder ebenso gut gelagert, wie der erste, und die Gehrungen werden nicht mehr durch die Elasticität des Lineals beeinflusst.

Textabbildung Bd. 287, S. 63
Zur Feststellung der Sägeführung dient eine Ausführung von J. Aichner in München (*D. R. P. Nr. 59908 vom 24. Mai 1891), siehe Fig. 18. Am Boden des Auflegebrettes b, an welchem der mit dem Führungsrahmen d für die Säge versehene Stellhebel a um c drehbar befestigt ist, ist an der Vorderseite eine segmentartige Schiene e aus Flacheisen angebracht, welche in ihrem Aussenrand mit einer den Gehrungswinkeln entsprechenden Anzahl Kerben f versehen ist. In diese Kerben greift eine in den Hebel eingelassene, um g drehbare winkelförmige Klinke h ein, welche von einer Feder i darin festgehalten wird.

Am Stellhebel a, welcher durch zwei seitlich des einen Rahmentheiles angebrachte Leisten k an der Schiene e geführt |64| wird, ist unten bei c ein federnder Hebel l befestigt, welcher mit zwei aufrecht stehenden Stiften versehen ist, deren kürzerer m durch einen Ausschnitt der Bodenplatte o unter die Klinke h und der längere n durch eine Bohrung des Hebels a unter eine der mit Schlitzen für die Säge versehenen, im Rahmen d auf und ab schiebbaren Sägeführungen p greift.

Durch Empordrücken des nach abwärts stehenden Hebels l wird durch den Stift m die Klinke h ausgelöst und gleichzeitig durch n die Sägeführung p nach aufwärts gedrückt, wodurch das Sägeblatt aus der Schnittnuth des Auflegebrettes gehoben wird und mittels des Stellhebels in einen anderen Gehrungswinkel gedreht werden kann, wobei die Klinke, wenn man den Hebel l loslässt, selbstthätig in die entsprechende Kerbe der Schiene e einfällt.

Rahmenspannvorrichtungen dienen zum Zusammenklemmen des Gehrungstosses zweier zu verbindenden Eckstücke, um letztere mittels Leimens oder Nageins zusammenzuhalten.

Textabbildung Bd. 287, S. 64
Fig. 19 zeigt einen Rahmenspanner von G. Ott in Ulm a. D. (*D. R. P. Nr. 54642 vom 1. December 1889). Der Rahmen a bildet den Hauptkörper des Apparates und hat einen mit Falzen versehenen Innenraum, in welchem der Schieber b der Länge nach durch die Schraubenspindel c bewegt wird. Auf dem Schieber b sind zwei bewegliche Backen d angebracht, welche von den Schrauben e und dem Stege f niedergehalten werden. Die Backen d sind auf einer Stirnseite im Winkel von 45° mit einem gezahnten Eisen g versehen, welches mit den Zähnen in den Falz der zu leimenden Bilder- oder Spiegelrahmenleiste h eingreift und so durch Vorwärtsschrauben des Schiebers b mit den Backen d die Gehrung zusammenschiebt, indem die Leiste h an der inneren Kante der Winkel i einen Widerstand findet und so an denselben in der Pfeilrichtung hingleitet und so die Gehrungsfuge zusammengepresst wird. Zwischen den losen Backen d ist eine Spiralfeder k eingelegt, welche dieselben auf etwa 6 bis 8 mm aus einander hält, so dass die Zähne g rechtzeitig in den Falz der Leiste eingreifen und bei etwaigem Nachgeben des Holzes noch so viel Raum zwischen beiden Backen bleibt, dass dieselben sich nicht berühren, wodurch die Wirkung des Druckes auf die Gehrung beeinträchtigt würde. Es kann dann entweder die geleimte Gehrung in dem Apparate getrocknet werden, oder man kann dieselbe auf der Aussenseite gleich nageln und dann herausnehmen.

Die in Fig. 20 dargestellte Vorrichtung von E. Schievenbusch in Köln a. Rh. (*D. R. P. Nr. 58550 vom 28. Januar 1890) besteht aus einer Fussplatte A und einer Druckschraube B, welche in einen beweglichen, fast rechtwinkelig ausgeschnittenen, unten zum Nageln durchbrochenen Schlitten C eingreift. Dem Schlitten C gegenüber befindet sich in einem auf der Fussplatte verstellbaren Gehäuse der Stahl D, welcher in diesem Gehäuse durch die Spannschraube d festgestellt werden kann. Für manche Fälle kann auch der Schlitten C feststehend und das Gehäuse nebst Stahl D verschiebbar sein, wobei dann die unter der Fussplatte A angeordnete Spindel B direct auf das Gehäuse des Stahles D wirkt, dieses vor- oder zurückschiebend.

Textabbildung Bd. 287, S. 64
Die auf rechtwinkelige Gehrung geschnittenen, mit Leim bestrichenen Holzleisten werden auf die Grundplatte A mit der Aussenseite gegen den Schlitten C angelegt, hierauf wird der lose Stahl D gegen die Holzleisten angeschoben, die Spannschraube d angezogen und dann der Schlitten C durch Drehen der Spindel B gegen den losen Stahl gepresst. Hierdurch werden die beiden Spitzen ee des losen Stahles D in die Holzleisten eingedrückt, und da die Spitzen des Stahles D keilförmig sind, werden die beiden Holzleisten in der Gehrungs- oder Schnittlinie fest gegen einander gepresst und so eine rechtwinkelige und in den Profilen denkbar genaueste Verbindung erzielt. Es wird dann durch den durchbrochenen Winkel von beiden Seiten die Gehrung genagelt. Der lose Stahl, welcher mit seinen beiden Spitzen ee in den Falz eingedrungen ist, geht beim Zurückschrauben nach Lösen der Druckschraube d aus seinem Gehäuse heraus und bleibt in der Holzleistenecke so lange sitzen, bis der ganze Rahmen fertig ist. Für jede Ecke ist mithin nur ein neuer Stahl erforderlich, während ein Apparat genügt, um einen oder mehrere Rahmen hinter einander zu fügen, zu leimen und zu nageln.

Der lose Stahl hält also die Gehrung von innen und die Drahtstifte dieselbe von aussen zusammen. Der Stahl drückt durch seine flachen, schrägen, kantigen Schnittflächen die Gehrung ganz exact zusammen, ohne dass sich die beiden Leisten übersetzen; ebenso laufen die beiden Zacken des Stahles nicht nach den weichen Stellen des Holzes, sondern drücken in Folge ihrer flachen Kanten gerade aus.

Der zum Durchnageln durchbrochene Winkel C ist ungefähr 88°; es greifen daher beim Zuschrauben zuerst die beiden äusseren Enden die Leisten an und drücken dieselben zunächst von der Seite gegen den losen Stahl, so dass diese am Holz nicht abrutschen können. Hierdurch wird ausserdem die Gehrung am dichtesten.

Ist der Winkel C feststehend, so werden die Holzleisten gegen denselben angelegt und der lose Stahl D durch die Schraube B gegen die Holzleisten gedrückt. Die Rücken der Leisten werden in keiner Weise verletzt, und es sind die Vertiefungen der Spitzen des Stahles in den Falzen nach der Einrahmung nicht mehr sichtbar.

Fig. 21 erläutert eine vier Ecken eines Rahmens spannende Vorrichtung von J. A. Brookfield und A. E. Whitehead in London (*D. R. P. Nr. 60803 vom 3. Juli 1891). Zwei Schenkel a lassen sich um den Zapfen b drehen und mittels der in einem Bogenschlitz steckenden Flügelmutterschraube |65| e unter einem beliebigen Winkel zu einander einstellen. In jedem der Schenkel a sind zwei Schraubenspindeln d gelagert, auf denen je eine Mutter steckt. Mit der Mutter ist durch einen Stift drehbar die Klaue f verbunden, welche aus einem glatten Theil und zwei senkrecht zu diesen Theilen und zu einander gerichteten Backen h besteht.

Textabbildung Bd. 287, S. 65
Nachdem man die Mutter genügend nach aussen gedreht hat, legt man die auf Gehrung zusammengestossenen Rahmentheile an einander und dreht die Schrauben d so lange, bis sich die Klauen f an den Ecken befinden; dadurch, dass sich die Klauen drehen können, legen sich die Backen h stets an die Aussenkante der Rahmentheile an und schieben dieselben gegen einander. Hierbei bleiben die Ecken des Rahmens vollkommen frei, so dass Nägel oder Schrauben eingezogen werden können.

Textabbildung Bd. 287, S. 65
Bei der in Fig. 22 und 23 dargestellten Vorrichtung von A. Löbbe in Krefeld (*D. R. P. Nr. 61792 vom 15. Februar 1891) sind in dem röhrenförmigen Gestelle A zwei Spindeln D gelagert, von denen die eine mit Rechtsgewinde, die andere mit Linksgewinde versehen ist. Auf die gegen einander gerichteten Enden dieser Spindeln sind Kegelräder d1 gekeilt, welche mit dem Kegelrade d in Verbindung stehen, welches das Handrad a trägt. Die Muttern dieser Spindeln D befinden sich an den Platten B, welche in dem Schlitze des Gestelles A gerade geführt werden. Jede Platte B hat eine Anzahl Löcher, von denen man zwei auswählt, um mit ihnen die Gelenke b zu verbinden, welche an die Stühle E angeschlossen sind. Einen Theil der Stühle E bilden deren runde Platten C, welche mit gebogenen Schlitzen versehen sind. In diesen stecken die Stifte der Backen c, welche man so einstellt, dass sie sich an die Aussenkante der zusammenzuspannenden Rahmentheile anlegen. Hat man diese Backen c festgeschraubt und an die Rahmentheile angelegt, so werden letztere, sobald man das Handrad a dreht, gleichmässig gegen die Mitte zu an einander gedrückt werden, wobei zwischen den Backen c jeder Platte C ein genügender Zwischenraum bleibt, um in die Gehrungsfugen die Keile einzusetzen.

Mit der Platte C ist ein Rohr g verbunden, in welchem sich eine Spindel g1 dreht, welche durch das Handrad f bewegt wird. Die Mutter dieser Spindel wird von der gerade geführten Backe h gebildet, welche sich gegen den Kopf des Keiles setzt und diesen in seine Nuth hineinpresst. Da sich an jeder der vier Ecken ein Stuhl E mit der geschilderten Einrichtung befindet, so kann man nach dem Zusammenspannen des Rahmens alle vier Theile gleichzeitig hineintreiben.

Durchlochte Raspel von P. Holke in Bautzen (*D. R. P. Nr. 54536 vom 7. Mai 1890).

Bisher werden Raspeln dadurch hergestellt, dass mittels Meissels viele einzeln stehende Eindrücke auf Stahlplatten eingehauen werden, so dass neben jedem dieser Eindrücke ein scharfer Grat entsteht. Diese Raspeln haben den Nachtheil, dass die beim Raspeln entstehenden Späne auf dem zu raspelnden Gegenstande, sei es Holz oder Metall, liegen bleiben und während der Arbeit die bearbeitete Fläche verunreinigen oder sehr häufig durch Blasebalg, Abkehren u.s.w. entfernt werden müssen.

Die vorliegende Erfindung beseitigt diesen Uebelstand. Das Neuartige derselben besteht darin, dass die Stahlplatte nicht durch Hauen mit scharfen Graten versehen, sondern durchlocht wird, und dass die Grate entweder beim Durchlochen in schräger Richtung entstehen oder durch Stanzen und Aufreiben der geraden Durchlochung.

Textabbildung Bd. 287, S. 65
Wie aus der Zeichnung Fig. 24 ersichtlich wird, ist die Stahlplatte a in irgend einer geeigneten Weise derart schräg durchlocht, dass hierbei an der Unterseite der Platte a, an Stelle der schrägen Durchlochung auf deren Oberseite, bei b ein scharfer Grat entsteht, während an der Oberseite die Platte a kaum nennenswerth aufgetrieben ist. Die Grate b bilden scharfe Schneiden, und deren Vorstehen, sowie die schräge Steigung der Durchlochung greifen einestheils das zu bearbeitende Stück mit grosser Leichtigkeit an und ermöglichen anderentheils in Verbindung mit den Löchern d, dass die entstehenden Späne auf die Oberseite der Platte a treten, von wo sie durch eine einfache Handbewegung beseitigt werden können.

Durch diese Anordnung wird weder die bearbeitete Fläche verschmiert, noch bei der Arbeit Zeit zum Fortschaffen der Späne verbraucht.

Werden die Grate b stumpf, so können sie durch Aufreiben der Löcher d oder durch Schleifen mittels Steines oder Sandsteingebläses geschärft werden.

Auf der Unterseite der Raspel können seitlich an den beiden Längsseiten Einschnitte eingefeilt werden, um im Bedarfsfalle als Feile zu dienen.

Je nach der Tiefe des Grates b, der Grösse und Anzahl |66| der Löcher d und je nach dem Lochwinkel ist die Arbeitsleistung eine verschiedene und je nach Erfordern können Raspeln in verschiedenster Anordnung und Form aus derart bearbeiteten Stahlplatten a hergestellt werden.

Als geschlossener Cylinder mit entsprechendem Querschnitt auf eine Welle gesteckt und in schnelle Rotation gesetzt, kann eine solche Raspel als Fräser oder auch als Hobel zur Bearbeitung von Flächen beliebiger Form Verwendung finden.

Fig. 25 erläutert eine Maschine zum Anschneiden der Zapfen an Radspeichen von R. Webmann in Bremen (*D. R. P. Nr. 54028 vom 6. April 1890).

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Um den Wagenrädern grössere Widerstandsfähigkeit gegen seitliche Stösse, wie solche beispielsweise beim Fahren gegen einen Prellstein erfolgen, zu verleihen, werden die Speichen nicht in einer Ebene, sondern in einer Kegelfläche angeordnet. Die Nabe wird cylindrisch abgedreht, so dass sich daraus die Notwendigkeit ergibt, die Brust der Speichenzapfen schräg, entsprechend der geneigten Stellung der Speiche, abzusetzen. Bei den für diesen Zweck bisher angewendeten Maschinen mussten die Speichen mindestens von einer Seite glatt bearbeitet werden, um sie in der Haltevorrichtung, in welcher die Vorbeiführung des Werkstückes an den Messern erfolgt, einspannen zu können. Diese Bearbeitung ist deswegen überflüssig, weil die Speichen nicht gerade, sondern nach flachen Curven in den Längsrichtungen, im Querschnitt aber annähernd elliptisch hergestellt werden, so dass die vorher bearbeitete Fläche in der fertigen Speiche nicht mehr zum Vorschein kommt.

Bei dieser Maschine wird diese Bearbeitung vermieden und das Anschneiden der Zapfen an den nur durch Längsspalten des Holzes hergestellten rohen Speichenstücken ermöglicht.

An der Querseite eines Schlittens A ist um ein Gelenk drehbar eine Leiste B befestigt; an der Rückseite derselben ist ein Bogenstück b angebracht, das mit demjenigen a, welches sich auf den Schlitten A erhebt, zusammen zur Einstellung der Leiste B dient. An der Vorderseite von B ragt ein Bügel C vor zur Aufnahme des Spannhebels D mit Klinke E, durch welche der an der pressenden Fläche gezahnte Pressklotz F gegen das einzuspannende Speichenholz S bewegt wird. Die Länge des anzuschneidenden Zapfens wird durch den Winkel G bestimmt, welcher in einer Nuth der Leiste B schiebbar und mittels der Flügelmutter g feststellbar ist. Unterhalb des Schlittens A sind auf eine Welle H zwei Messerköpfe M aufgeschoben, durch deren Naben eine mit Rechts- und Linksgewinde versehene Spindel K geführt ist. Um die Verschiebung der Messerköpfe zu verhindern, ist der in der Mitte der Spindel K vorgesehene Kopf K in einen auf der Welle H befestigten Stellring eingelassen. Beide Messerköpfe werden mit der Nuth ihrer Naben auf der Feder geführt. Die Einrichtung der Messerköpfe ist aus dem Grunde in der vorbeschriebenen Weise getroffen, um jede gewünschte Zapfendicke anschneiden zu können. Die Einstellung der Messer erfolgt durch Drehung der Spindel K mittels eines auf das abgesetzte Vierkant aufgesetzten Schlüssels.

Für das Einspannen der Speichenhölzer genügt ein Riss nach der Mittellinie. Das Holz S wird dann auf den Winkel G gesetzt, die Mittellinie auf die kleinen Dorne f gelegt und durch Andrücken des Hebels D das Holz zwischen f f und F festgespannt; darauf schiebt man den Schlitten A von sich, was ohne grosse Mühe geschieht, und der Zapfen ist fertig geschnitten.

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