Titel: Neue Erdölmaschinen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1893, Band 287 (S. 169–174)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj287/ar287056

Neue Erdölmaschinen.

(Patentklasse 64. Fortsetzung des Berichtes S. 148 d. Bd.)

Mit Abbildungen.

Bei der in Fig. 10 dargestellten Maschine von A. Strattmann in Bielefeld (* D. R. P. Nr. 58312 vom 9. Januar 1891) wird das Erdöl mittels gespannter Luft durch eine geeignete Zerstäubevorrichtung e zerstäubt, durch den Verdampfer a überhitzt und so der Maschine unter gleichzeitiger Mischung mit atmosphärischer Luft, welche aus dem Rohre f durch den Verdampfer a ausströmt, zugeführt. Das Rohr f mündet in die freie Luft.

Das Charakteristische des Verdampfers a dieser Maschine ist, dass derselbe im Ventilkasten der Maschine hinter dem Einlass- und Auslassventile angeordnet ist. Der Verdampfer ist aus dünnem Rothguss in der Weise hergestellt, dass in dem inneren Rohr mit Kuppel beim Anlassen der Maschine zwecks Erwärmung eine Flamme d brennt, welche das durch die Zerstäubevorrichtung e zerstäubte Erdöl überhitzt.

Textabbildung Bd. 287, S. 169
Während der Ansaugeperiode hebt ein Nocken mittels des ihm zugehörigen Hebels das Einlassventil b. Es strömt nun Luft aus der Atmosphäre durch das Rohr f nach dem ringförmigen Räume des Verdampfers a. Von hier muss sie die feinen Löcher in der äusseren Wand des letzteren passiren, wodurch die Luft in den unteren Ventilraum w gelangt. Aus diesem bewegt sie sich durch das Ventil b nach dem Arbeitscylinder, wobei der kurze cylindrische Körper h, welcher mit dem übrigen Ventilgehäuse ein Gussstück bildet, umspült werden muss. Der ganze von der Luft zurückzulegende Weg ist der Deutlichkeit wegen fortlaufend mit Pfeilen angedeutet.

Der ringförmige Raum des Verdampfers a, in welchen die Luft durch längliche Schlitze im äusseren Mantel eintritt, hat einestheils den Zweck, die durchstreichende Luft mittels der durch die Flamme erhitzten inneren Wand vorzuwärmen, anderentheils wird dadurch, dass die Luft gezwungen ist, oberhalb der Schlitze durch die feinen Oeffnungen wieder auszutreten, eine Mischung mit dem herabkommenden, ebenfalls vorgewärmten Erdölnebel hervorgebracht. Die Mischung des explosiblen Gasgemenges erfolgt demnach in dem Räume w unterhalb des Ventiles b.

Die Vorwärmung des explosiblen Gasgemisches durch den Verdampfer a bezieh. seine Flamme ist nur während der ersten Zeit der Ingangsetzung des Motors nothwendig, denn nach kurzer Zeit ist das ganze Ventilgehäuse sammt dem Verdampfer a genügend heiss geworden durch die Explosionen in der Maschine, um die Verdampfung des zerstäubten Erdöls und die Vorwärmung der zuströmenden Luft zu unterhalten.

Der zum Betrieb nöthige flüssige Kohlenwasserstoff (Erdöl) befindet sich in einem Behälter unter gespannter Luft. Die Beschaffung dieser gespannten Luft geschieht auf folgende Weise: Beim Beginn der Compressionsperiode in der Maschine wird durch einen Hebel mittels Nockens ein kleines Ventil geöffnet, so dass aus dem Räume des Ventilgehäuses direct über dem Einlassventile b ein kleiner Theil des angesaugten Gasluftgemenges durch ein Rohr in den Erdölbehälter gelangen kann. Die Offenhaltung des Ventils dauert so lange, dass die Spannung im Behälter auf etwa ½ at gehalten wird. Bei der nächsten Ansaugeperiode gelangt diese gespannte Luft und das unter demselben Druck stehende Erdöl aus dem Behälter in die Röhren durch ein vom Regulator beeinflusstes Regulirventil hindurch zum Zerstäuber e.

Textabbildung Bd. 287, S. 169
Bei der in Fig. 11 und 12 dargestellten Maschine von J. Dheyne, Comte de Nydprück, und J. de la Hault in Brüssel (* D. R. P. Nr. 61350 vom 9. Juni 1891) besteht der Vergaser aus dem cylinderförmigen Brenner K. Derselbe ist an beiden Enden offen und kann die äussere Luft durch das untere Ende frei zutreten, während das obere Ende mit dem mittleren Theil des Generators N in Verbindung steht. Genannter Brenner ist hinter dem Boden des Cylinders des Motors befestigt und enthält ein Injectionsrohr, welches von einem Schlangenrohre umgeben ist, das oben in die Röhre I ausläuft und unten mit dem Injector D in Verbindung steht. Letzterer endet an seinem unteren Theil in eine Stopfbüchse, in welcher eine konisch geformte Regulirnadel spielt, die mit einem Hebelsystem bb1b2 verbunden ist, welches die Nadel selbsthätig auf und nieder bewegt, so dass die Injectordüse mehr oder weniger verengt werden kann. Der Injector ist ausserdem noch mit einem verstellbaren Ablassrohr b3 versehen, dessen Fortsetzung nach unten ein angeschraubtes Rohr b4 bildet, welch letzteres mit dem Auslassrohre des Motors in Verbindung steht.

Das Ablassrohr b3 wird je nach Bedürfniss mittels einer an ihrem Ende mit einem kegelförmigen Ansatz versehenen |170| Schraube durch Drehen des Knopfes b5 geöffnet oder geschlossen.

Ein oberhalb des Brenners angeordneter Generator N hat die Form einer Flasche und ist mit einer Doppelwandung versehen, so dass eine Luftkammer m1 gebildet wird, die oben durch einen Deckel verschlossen ist. An der Seite von N befinden sich zwei Rohrverbindungen nn1, welche den Generator tragen und von denen die erstere das Gas nach dem Cylinder leitet. Der Generator N enthält einen länglichen, konisch geformten Behälter N1, in dessen Innerem sich die Heizröhre J befindet. Er steht mit dem Gasaustrittsrohre n in Verbindung. Der ringförmige, zwischen der centralen Röhre J und dem konischen Behälter N1 befindliche Raum ist mit Hobelspänen oder mit einer sonstigen porösen Masse angefüllt, über welche das durch die Röhre m zugeführte Erdöl sich in sehr fein zertheiltem Zustande verbreitet.

Textabbildung Bd. 287, S. 170
Der zwischen dem Behälter N1 und der Innenwandung des Generators befindliche leere Raum bildet die Heizkammer m2. In dieser Heizkammer ist ein Metallstreifen m3 angeordnet, der mit seinem unteren Ende an der Wandung der Kammer m2 befestigt ist; während das obere Ende desselben drehbar mit dem Hebelsystem bb1b2 verbunden ist, welch letzteres, wie oben schon erwähnt, mit dem unteren Ende der Nadel des Injectors in Eingriff steht.

Je nachdem der Metallstreifen m3 in Folge der in der Heizkammer herrschenden Temperatur sich zusammenzieht oder ausdehnt, wird dieser Vorgang durch das Hebelsystem bb1b2 auf die Nadel übertragen und dadurch der Eintritt der Brennflüssigkeit regulirt.

Der Speiseapparat und Motor sind auf einem ein Reservoir bildenden metallischen Sockel A befestigt (Fig. 12), der gleichzeitig die sämmtlichen Theile des Generators und Motors trägt.

Dieser hohle Sockel enthält das Erdöl, welches durch eine Saug- und Druckpumpe B demselben entnommen wird. Das Erdöl steigt durch das eintauchende Rohr C aufwärts, tritt in den Stiefel der Pumpe B, von wo es durch die Röhre d in den cylinderförmigen Sammelapparat F gedrückt wird, welch letzterer ebenfalls in dem Hohlräume des Sockels A angeordnet ist.

Der Sammelapparat F wird mit Erdöl angefüllt und letzteres durch einen Plungerkolben zusammengepresst.

Der Kolben trägt am oberen Ende seiner Stange einen Behälter f, welcher behufs Belastung des Kolbens zur Aufnahme von Blei oder sonstiger schwerer Körper dient.

Die Flüssigkeit kann im Accumulator F ein gewisses Niveau nicht übersteigen, indem etwa in der Mitte desselben eine Ueberlauföffnung f1 angebracht ist.

Natürlich kann der Kolben nicht höher als bis zu dieser Oeffnung f1 steigen, weil das von der Speisepumpe B im Ueberfluss gelieferte Erdöl durch die Oeffnung f1 abfliesst und in den Behälter A zurücktritt. Es kann in Folge dessen nie ein Drucküberschuss in dem Accumulator F vorhanden sein. Der Kolben ist abgedreht oder mit Kupfermantel versehen und füllt den Accumulator vollkommen genau aus und schliesst die Oeffnung f1 vollständig ab, wenn sich das Niveau der Flüssigkeit unterhalb dieser Oeffnung befindet. Durch diese Anordnung wird erreicht, dass der Druck auf die Flüssigkeit immer der Belastung des Kolbens gleich ist, also beständig derselbe ist.

Das so comprimirte und unter constantem Druck stehende Erdöl wird durch das Rohr g in den Behälter H gedrückt, welch letzterer mit dem Namen „Vertheiler“ bezeichnet werden soll. Derselbe ist mit zwei Hähnen i i1 versehen.

Wird nun das Erdöl mit Hilfe der Speisepumpe B durch die Leitung d gedrückt, so kann es nicht in letztere zurücktreten, da es durch das Pumpenventil daran verhindert wird; und es findet nur einen Ausgang durch die Leitung g nach dem Behälter H.

Von dem Vertheiler aus wird das Erdöl durch die Hähne i i1 einerseits durch das Rohr I, dessen Fortsetzung als Schlangenrohr um den Cylinder K angeordnet ist, in letzteren geleitet, in welchem dasselbe verdampft und entzündet wird; andererseits wird das Erdöl durch eine zweite Pumpe L angesaugt und durch ein Rohr m in das längliche, konisch geformte Gefäss der Kammer N geleitet, in welcher es durch die Wärmeeinwirkung des Brenners K verdampft wird, um sich dann mit der durch das Rohr G von aussen in die Mischkammer O eintretenden Luft zu mischen.

In der Kammer O mischt es sich mit der Luft, und es entsteht so das Explosionsgemisch, welches alsdann in gewissen Zwischenräumen in den Cylinder U des Motors geleitet wird. Durch die Entzündung und Explosion des Gasgemisches bei der Berührung mit einem Zünder oder einem Zündrohr, welches, immer glühend, durch den Hin- und Hergang des Arbeitskolbens abwechselnd freigelegt und bedeckt wird, wird Arbeit erzeugt.

Der Speiseapparat, welcher sich aus den oben beschriebenen Theilen zusammensetzt, ist stets mit der Maschine fest verbunden.

Um die Maschine in Gang zu setzen, wird der Generator durch etwas Alkohol, welcher in einem im unteren Theil des Brenners K angebrachten Napf r sich befindet, erhitzt. Das in den Generator getretene Erdöl verdampft in demselben und mischt sich, wie oben gesagt, mit der Luft. Das am Anfange mit Hand bewegte Schwungrad setzt die Speise- und Gaszuführungsorgane in Thätigkeit. Die ganze Maschine beginnt alsdann selbsthätig zu arbeiten.

Die Welle T ruht in einem Paar Lagern, die mit dem einen an einer Seite offenen Cylinder tragenden Gestell aus einem Stück hergestellt sind. Die Welle T trägt an dem einen Ende das Schwungrad und an dem anderen ein Zahnrad, welches mit dem Getriebe x in Eingriff steht, |171| das auf einer am Gestell befestigten Achse y sitzt. Auf der Achse y sitzen ferner noch das konische Rad Z, sowie das Excenter W. Das konische Rad Z setzt den Regulator Q in Thätigkeit. Das Excenter W bestimmt durch seine Einwirkung auf die am Ende des Hebels E sitzende Rolle e die Wirkungsweise des Generators und Motors. Der Hebel E, welcher aus drei Armen EE1E2 besteht, ist mit der drehbaren Welle n in starrer Verbindung, welche ihrerseits unterhalb des Cylinders quer durch das Gestell hindurchgeführt ist. Die beiden ersten Arme EE1 bilden einen Winkelhebel, dessen wagerechter Arm E an seinem freien Ende die Rolle e trägt, welche mit dem Excenter W in Eingriff steht und die Speisepumpe B bethätigt, welch letztere durch C das Erdöl aufsaugt und es durch d in das Sammelgefäss F drückt, von wo es durch das Rohr g in die Pumpe U gedrückt wird.

Der senkrechte Arm E1 wirkt gegen die Nase des federnden Anschlages R, wodurch die Stange M bewegt und dadurch das im Behälter a befindliche Einlassventil in Thätigkeit gesetzt wird. Die Stange M wird darauf durch eine Spiralfeder in die frühere Stellung zurückgebracht.

Der dritte Arm E2, welcher am anderen Ende der Welle n festsitzt, ist wagerecht und setzt das Auslassventil in Thätigkeit.

Während der ersten halben Umdrehung der Kurbelwelle vollzieht sich das Ansaugen des Erdöls in folgender Weise:

Berührung der mit 1 bezeichneten Curve des Excenters W mit der Rolle e, Einwirkung des Armes E1 auf die Stange M, Oeffnen des Einlassventils a, Ansaugen und Drücken der Pumpe L, Ansaugen des explosiven Gemisches von Gas und Luft durch den vom Schwungrade mit fortbewegten Arbeitskolben, Ansaugen von Erdöl seitens der Speisepumpe B, Absperrung des Austritts.

In Folge der Saugwirkung des Kolbens der Maschine und des Oeffnens des Ventils, welches in die Stange M ausläuft, werden das Gas, sowie die Luft gleichzeitig angesaugt und gelangen nach dem Cylinder M, nachdem sie die Mischungskammer O passirt haben, in welcher sie sich zu dem explosiblen Gemenge vereinigen.

Die Klappe, welche die Krümmung des Rohres G abschliesst, öffnet sich durch einfache Saugwirkung des Kolbens, um der Luft den Durchgang zu gestatten. Durch den Gasdruck schliesst sie sich während der Druckwirkung des Kolbens und der Explosion.

Die zweite halbe Umdrehung des Schwungrades bewirkt die Compression und Explosion:

Berührung des mit 2 bezeichneten Theiles der Curve des Excenters W mit der Rolle e, Rückgang des Arbeitskolbens durch Mitnahme seitens des Schwungrades, Unthätigkeit der Hebel, Pumpen und Ventile, Entzünden des Gemisches am Ende des Hubes des Arbeitskolbens in Folge des Contactes eines Endzapfens mit dem Zünder, welcher durch die Wirkung des Arbeitskolbens auf den federnden Hebel blossgelegt und durch die hohe Temperatur des Brenners K, in welchen der Zünder hineinreicht, glühend erhalten wird, Explosion des Gemisches, Absperren des Austritts. Am Ende der Druckwirkung des Kolbens drückt sein Zapfen auf den Hammer des Hebels, dessen plattenförmiges Ende, an welchem er festgemacht ist, dem Drucke nachgibt und die geneigte Stellung einnimmt. Auf diese Weise also gibt der Hammer des Hebels dem Drucke des Zapfens nach, während der gekrümmte Arm dieses Hebels sich dem Brenner P, den er bedeckt, abwechselnd nähert und von ihm entfernt.

Das Explosionsgemisch befindet sich sofort mit letzterem, welcher fortwährend brennt, in Contact. Nun folgen Expansion und Auspuff.

Die Zuführung des Kohlenwasserstoffes kann nach Belieben dadurch regulirt werden, dass man den Kolbenhub der Pumpe L mit Hilfe eines Keiles n1 ändert. Der letztere ist an seinem oberen Ende zahnstangenförmig ausgebildet und kann mit Hilfe eines mit Handgriff versehenen gezahnten Sectors bewegt werden.

Der Sector ist auf der Einführungstange M drehbar angebracht. Dieser Keil n1 tritt in die Oese des Kolbens und dringt mehr oder weniger in dieselbe hinein, so dass der Hub der Stange ganz oder nur theilweise benutzt wird, um die Pumpe in Thätigkeit zu setzen, wodurch die Leistung der Pumpe nach Belieben regulirt werden kann.

Ein graduirter, auf der Stange M befestigter Anzeigeapparat gibt den Betrag an, um welchen der Griff verstellt worden ist, und gestattet auf diese Weise, die Leistung der Pumpe zu reguliren.

Der Motor wird regulirt, und zwar:

1) Mit Hand durch einen Hahn i2, der unter dem Cylinder angebracht ist und durch das Rohr i3 mit dem Austrittsrohre in Verbindung steht. Durch Oeffnen oder Schliessen des Hahnes kann man nach Belieben im Nothfalle das in den Cylinder eingetretene Gasgemisch und somit auch die Expansion und Compression dieses Gemisches variiren lassen.

2) Durch den Centrifugalregulator Q, der auf den Hebel q wirkt, welcher direct am Gestell drehbar angebracht ist, und der, auf das Federblatt R wirkend, letzteres mit dem senkrechten Hebelarm E1 ausser Berührung setzt, wenn die Geschwindigkeit des Motors zu gross wird.

Wenn in Folge der Einwirkung der Centrifugalkraft die Kugeln des Regulators sich heben, so bewegt die Stange des Regulators sich abwärts und stösst gegen den Hebel q, an dessen Ende ein beweglicher Zapfen r1 sitzt, der bei r2 scharnierartig mit dem Federblatte R verbunden ist.

Durch den Hebel q wird R dann gehoben und die Stange M auf diese Weise mit dem senkrechten Hebelarm E1 ausser Eingriff gebracht, und in Folge dessen hört die Zufuhr des Erdöls zum Generator und von Gas in den Cylinder auf, bis das Schwungrad von seiner lebendigen Kraft verloren hat und der Motor in Folge dessen sich wieder mit der gewöhnlichen Geschwindigkeit bewegt.

Darauf greift die Nase der Blattfeder R in den Vorsprung des senkrechten Hebels E1, dessen Schwingungen den Zutritt des aus dem Erdöle entwickelten Gases zum Cylinder in den gehörigen Zwischenräumen veranlassen.

Fig. 13 bis 16 erläutern eine Maschine von P. H. Irgens in Christiania (* D. R. P. Nr. 61352 vom 18. Juli 1891).

Der Gasapparat Fig. 13 besteht aus dem Flüssigkeitsbehälter A und dem Gasentwickler B. Beide Behälter stehen durch die Rohre D bis D3 mit den Cylindern CC1 in Verbindung, die unter sich durch den cylindrischen Theil C2 mit einander verbunden sind. Der Behälter C dient als Rohstoffbehälter beim Ingangsetzen der Maschine. Man giesst in denselben dann eine schnell zu explosionsfähigem Gase verdampfende Flüssigkeit.

|172|

Ist die Maschine im Gange, so öffnet man den Abfluss des Behälters A, und der aus diesem ausfliessende Brennstoff gelangt durch Rohr D in den Behälter C. Vor dem Ausflusse wird aber der Brennstoff durch das nahe dem Boden des Behälters A angeordnete und mit siebförmigem Boden A1 versehene Einsatzgefäss filtrirt, welches durch die Handhaben a aus dem Behälter A herausgenommen und nach Bedarf gereinigt werden kann.

Textabbildung Bd. 287, S. 172
Das Abflussrohr D1 des Behälters A ist mit einem Hahn d ausgestattet und dieser Behälter auch an seinem oberen Theil durch ein Rohr D mit dem Cylinder C verbunden, so dass beim Ausfliessen des Brennstoffes aus dem Behälter A Luft in denselben eintreten und so die Bildung eines Vacuums verhindern kann.

Der Gasentwickler B ist mit dem Cylinder C1 durch die Rohre D2D3 verbunden, von denen das letztere Luft in den Gasentwickler leitet.

Der aus dem Behälter A fliessende Brennstoff gelangt in den Cylinder C und fliesst aus diesem durch eine feine Oeffnung seines Bodens in den Cylinder C1 und von dort in den Gasentwickler B, und zwar unter den siebförmigen gewölbten Flansch b4 des auf dem Boden des Behälters B stehenden Hutes b3, der durch an ersteren angegossene Rippen b5 in seiner Lage erhalten wird. Der Brennstoff steigt demnach in dem Behälter B hoch und nimmt die gleiche Höhe wie im Cylinder C1 ein. Diese Höhe wird durch den im Cylinder C1 angeordneten Schwimmer c4 geregelt, der an der Ventilstange c3 des Ventils C2 sitzt, welche sich in dem von dem Boden des Cylinders C niederhängenden Knaggen c2 führt.

Der in den Behälter B eingeführte Brennstoff wird in demselben durch Erwärmung zum Verdampfen gebracht, und dies geschieht durch das in der Maschine erhitzte Kühlwasser und durch die abgehenden Explosionsgase.

Zu diesem Zwecke ruht der Behälter B auf einem Erwärmungsgefäss E, in welches das von der Maschine durch Rohr h in den Sammler H gelangende gebrauchte Kühlwasser durch Rohr E2 einfliesst. Desgleichen führt das von der Maschine kommende Auspuffrohr in den Erwärmungsbehälter E und diese Gase, sowie die sich bei der Erwärmung des Wassers in dem Behälter E entwickelnden Dämpfe werden durch ein Rohr abgeleitet.

Ausser der Erwärmung des in dem Gasentwickler B enthaltenen Brennstoffes wird derselbe noch durch Durchleiten erhitzter Luft verdampft. Diese Luft wird von der Maschine erwärmt und dann durch Rohr E1 durch die Mitte des Gasentwicklerbodens B2 unter den Hut b3 geleitet.

Dieses Rohr E1 geht bis nahe an den oberen Boden des Hutes b3, so dass die Luft wieder nach unten strömt und, durch die Löcher des Hutrandes b4 fein zertheilt, den in dem Gasentwickler vorhandenen Brennstoff durchdringt und hierdurch die Vergasung desselben kräftig unterstützt.

Die hierdurch entwickelten Gase strömen dann durch ein an dem oberen Theil des Gasentwicklers B angeordnetes Rohr in einen seitlich vorgesehenen Filter und dann zur Maschine. Der Filter hat den Zweck, von den Gasen mitgerissenen flüssigen Brennstoff zurückzuhalten und wieder in den Gasentwickler B zurückzuführen.

Das so entwickelte Gas wird dann nach der Maschine geleitet, durchströmt aber vorher noch einen Mischapparat, in welchem ihm die zur Explosion erforderliche Luft zugeführt wird.

Dieser Mischapparat (Fig. 14 und 15) besteht aus einem unten offenen Cylinder G, der einen zweiten Cylinder G1 dicht umgibt, welcher mit seinem Endflansch g1 auf Rohr F1 aufgeschraubt ist. Der Cylinder G ist an seinem oberen offenen Ende durch eine Ventilplatte G2 geschlossen, deren Spindel g2 durch die Hülse g3 am Deckelboden des Cylinders G1 hindurchgeht. Die Spindel g2 ist von einer Spiralfeder umgeben, so dass die Ventilplatte mit einem gewissen Druck angepresst wird, sich aber bei den Explosionen heben und so die Erschütterungen von dem Gasentwickler B abhalten kann.

Textabbildung Bd. 287, S. 172
Cylinder G1 ist mit zwei einander gegenüberstehenden Schlitzen g5 und Cylinder G mit zwei einander ebenfalls gegenüberstehenden Schlitzen g6 ausgestattet, die aber eine Dreieckform haben und zum Abhalten des Staubes vergittert (g7) sind. Der äussere Cylinder G ist mit einem Handgriff g ausgestattet; so dass er um den festen Cylinder G1 gedreht werden kann, um so den Einfluss der Luft durch die Stellung der beiden Schlitze g6g5 zu einander bestimmen zu können. Die Grosse des Luftzuflusses wird durch den am Fusse des Cylinders G angeordneten Zeiger g10 auf der Scala angezeigt, die auf dem Flansch g1 verzeichnet ist.

Das Gas strömt nun mit Luft vermischt nach der Maschine.

Diese Maschine besteht aus einem einseitig offenen Cylinder I, dessen andere Seite durch einen kugelförmigen Deckel I1 geschlossen ist. Vor diesem Deckel I1 ist ein zweiter Deckel I2 ebenfalls von der gleichen Form des ersteren, aber nicht wie dieser fest, sondern verschiebbar angeordnet, indem er in der Mittellinie eine Hülse I3 trägt, in welche das Rohr E1 eingepasst ist.

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Die in den Gasentwickler durch das Rohr E1 strömende Luft streicht durch den Zwischenraum der beiden Kugelhälften I1I2 hindurch, bevor sie in das Rohr E1 gelangt, und da der feste Deckel I1 von den Explosionsgasen hoch erhitzt ist, so wird auch die durchstreichende Luft hoch erhitzt und kann in wirksamer Weise die Verdampfung des Brennstoffes in dem Gasentwickler beeinflussen. Die Höhe der Erwärmung dieser Luft wird durch Nähern oder Entfernen der beweglichen Kugelhälfte von der festen geregelt.

Textabbildung Bd. 287, S. 173
Den Einlass des Gases und den Auslass der Explosionsproducte vermittelt ein von der Maschine bethätigtes Ventil. Dieses Ventil besteht aus einem Gehäuse i (Fig. 16) mit dem automatisch wirkenden Ventilkegel i2 für den Gaszufluss und dem Ventilkegel i3 für den Auslass der Explosionsgase. Das letztere ist durch das mit Rolle n3 ausgestattete Gelenk n2 mit dem Hebel O verbunden, der in O1 seinen Drehpunkt hat und von der Maschinenwelle bethätigt wird. Das Gaseinlassventil i2 ist mit einer Spindel i4 ausgestattet, die sich in dem Rohre i6 führt, durch das Deckelstück i5 hindurchgeht und an seinem äusseren Ende von einer Spiralfeder umgeben ist, welche in ihrer Spannung durch die Muttern n1 geregelt wird.

Mit dem freien Ende des Hebels O ist das Führungsstück O2 verbunden, das in dem Gleitstücke gleitet. Das Führungstück wird durch einen Winkelhebel bethätigt, der durch die Lenkerstange von der Maschine eine schwingende Bewegung erhält. Mit dem Winkelhebel ist ausserdem der Kolben der Kaltwasserpumpe verbunden, der das Kühlwasser in den Mantel des Cylinders I drückt.

Zur Regelung der Bewegung des Auslassventils dient die in dem Führungstücke O2 durch eine Schraube verstellbare Backe, gegen die ein Winkelhebel wirkt.

Der Brennstoffbehälter A, der Cylinder C und der Gasentwickler B sind durch Deckel a1, c5 und b1 geschlossen, wobei der Deckel B1 wieder eine Ventilplatte bildet, welche mit ihrer unter dem Drucke der Feder b stehenden Spindel b2 in dem Stege b1 geführt ist.

Der Arbeitsgang bei dem Apparate ist nun folgender:

Der Erwärmungsbehälter E wird mit heissem Wasser gefüllt, das man in den Sammelcylinder H eingiesst, und dann wird der Hahn d in der Abflussleitung D1 des Brennstoffbehälters A geöffnet, und der Brennstoff fliesst in den Behälter C1, von dort in den Cylinder C1 und dann durch Rohr D2 von unten in den Gasentwickler B, wo er durch das heisse Wasser im Erwärmungsbehälter E insoweit verdunstet, dass die zum Anlassen der Maschine erforderliche Gasmenge erzeugt wird. Dies Gas strömt durch den Filter, wird in demselben von dem mitgerissenen, nicht verdampften Brennstoff befreit, und gelangt beim Durchströmen der Leitung unter den Mischapparat G, nimmt dort die zur Explosion erforderliche Luftmenge auf und gelangt durch ein an dem Maschinencylinder angeordnetes Ventil in den Cylinder I, füllt hier den Raum unter dem kugelförmigen Cylinderdeckel I1 aus und wird durch einen von dem elektrischen Zünder K an den Spitzen k überspringenden Funken entzündet. Die Explosion erfolgt, treibt den Cylinderkolben vorwärts, und die Explosionsgase erhitzen den Cylindermantel und den Deckel I1, so dass das den Cylinder umgebende Kühlwasser und die zwischen den beiden Hohlkugelflächen I1I3 befindliche Luft erhitzt wird. Nunmehr strömt frisches erhitztes Wasser durch das Rohr E2 in den Behälter R und ebenso strömen die Auspuffgase in diesen Behälter, während durch Rohr E1 die sich zwischen den Kugelflächen I1I2 erhitzte Luft unter den Hut b3 im Innern des Vergasungsbehälters gelangt und aus diesem durch die Löcher des Flansches b4 fein zertheilt den Brennstoff durchströmt und ihn verdampft. Die entwickelten Gase nehmen nun wiederum den soeben beschriebenen Weg und der Cylinderkolben wird in eine ununterbrochene Hin- und Herbewegung versetzt.

Der Schwimmer c4 in dem Cylinder C1 regelt den Zufluss des zu vergasenden Brennstoffes, so dass in dem Vergasungsbehälter B stets die gleiche Brennstoffmenge vorhanden ist.

Unter Bezugnahme auf Fig. 17 und 18 sei ein Verfahren zum Laden von Gas- und Erdölmaschinen von E. Capitaine in Eilenburg (* D. R. P. Nr. 62267 vom 28. April 1891) beschrieben. Bei Verwendung von Erdöl zur Speisung ist das Verfahren folgendes:

Es sind zwei Luftzulassventile B und J und zwei Auslassventile C und F erforderlich.

Textabbildung Bd. 287, S. 173
Der Kolben des Arbeitscylinders A und der Kolben der Luftpumpe D gehen gleichzeitig heraus, d.h. vorwärts, und alsdann findet ein Ansaugen von Luft durch das Ventil B und Löcher bb... statt. Das Ventil J und das Ansaugeventil K der Pumpe sind während des Vorganges der Kolben geöffnet; durch Ventil K gelangt Luft in den Pumpencylinder und zugleich durch das Rohr r und Ventil J Luft durch den Zerstäuber S, welchem mittels Rohr P |174| Erdöl zugeführt wird. Das zerstäubte Erdöl strömt mit der Luft durch das zuvor von aussen beheizte Rohr G, verdampft in demselben, und der Erdöldampf gelangt in den Cylinder. In letzterem mischt sich der Dampf mit der durch die Löcher b eintretenden Luft in inniger Weise. Es wird jedoch nur so viel Erdöl zugeführt, dass das Gemisch ein sehr schwach brennbares ist und sich an einem glühenden Körper nur sehr langsam entzündet. Bei dem folgenden Rückwärtsgang der Kolben sind die Ventile sämmtlich geschlossen; das im Cylinder befindliche schwache Gemisch wird comprimirt, ebenso die in der Pumpe befindliche Luft. Gegen Ende des Hubes, nahezu in der Todtpunktstellung, wird das Ventil während einer äusserst kurzen Zeit geöffnet und zugleich durch das Rohr P noch eine kleine Menge Erdöl dem Zerstäuber zugeführt. Die aus der Pumpe übertretende, hoch comprimirte Luft strömt mit dem im Rohr G sich in Dampf verwandelnden Erdölstaub in der Richtung des Pfeiles gegen die Mündung des Zündkanals und zum geringen Theil in das Zündrohr L, wobei die in letzterem befindlichen Gase durch Rohr und Oeffnung z verdrängt werden. Es erfolgt eine energische Einleitung der Verbrennung, da der zuletzt eintretende Gemischstrahl sehr brennstoffreich ist.

Nunmehr erfolgt die Expansion, und kurz vor Ende dieses Kolbenhubes wird das Ventil F geöffnet, der Ueberdruck entweicht durch dieses Ventil und die heissen Gase geben einen Theil ihrer Wärme an das Rohr G ab. Gleich nach Ueberschreitung des todten Punktes wird Ventil F wieder geschlossen und die noch im Cylinder befindlichen Gase werden bei dem jetzt erfolgenden Rückwärtsgang durch Ventil C ausgestossen.

Bei Gasbetrieb wird durch Ventil B statt Luft ein schwaches Gasgemisch angesaugt. Die Pumpe saugt Gas oder brisantes Gasgemisch an, welches zum Zweck der Zündung durch das comprimirte schwache Gasgemisch nach dem Zündrohre geblasen wird.

(Schluss folgt.)

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