Titel: Verwendung von Dampfkraft zur Erzeugung des elektrischen Stromes.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1893, Band 287/Miszelle 7 (S. 24)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj287/mi287mi01_7

Verwendung von Dampfkraft zur Erzeugung des elektrischen Stromes.

Wenn auch die Bestrebungen, schreibt die Stat. Corr., die in den Wasserfällen noch schlummernden grossen Kraftquellen der Erzeugung von elektrischer Energie nutzbar zu machen, seit den gelungenen Versuchen dieser Art auf der Frankfurter elektrotechnischen Ausstellung im J. 1891 nicht unwesentlich an Umfang zugenommen haben, so bildet gleichwohl die Gewinnung des elektrischen Stromes durch Dampfkraft heute noch das herrschende Verfahren. Letzteres trifft vornehmlich in einem Lande wie Preussen zu, wo Wasserläufe mit starkem Gefälle nur in verhältnissmässig geringer Zahl vorhanden sind.

Ueber den Umfang der Verwendung der Dampfkraft zu dem bezeichneten Zwecke sind in Preussen zum ersten Male im J. 1891 seitens des königl. statistischen Bureaus Ermittelungen angestellt worden; eine Wiederholung derselben im vorigen Jahre lieferte im Vergleich zu der ersteren Erhebung folgendes Ergebniss. Von den feststehenden und beweglichen Dampfmaschinen Preussens dienten im ganzen Staate Preussen zum Betriebe von Dynamomaschinen:

ausschliesslich
Maschinen
Pferdestärken gleichzeitig
noch anderen
Zwecken
Maschinen
Pferdestärken zusammen
Maschinen
Pferdestärken
Anfang 1891 794 39610 189 9870 983 49489
„ 1892 998 55396 262 13691 1260 69087
Davon entfielen auf den Regierungsbezirk Wiesbaden:
Anfang 1891 28 622 8 183 36 805
„ 1892 33 1147 14 364 47 1511
Auf den Stadtkreis Berlin:
Anfang 1891 135 15373 13 1073 158 16446
„ 1892 155 19673 37 1660 192 21233
Auf den Regierungsbezirk Düsseldorf:
Anfang 1891 99 4388 45 3257 144 7645
„ 1892 121 6664 54 3833 175 10497

Die Gesammtzahl der im preussischen Staate zur Erzeugung von elektrischem Strome nutzbar gemachten Dampfmaschinen hat in den beiden letzten Jahren also um 28,2 Proc. und deren Leistungsfähigkeit um 39,6 Proc. zugenommen. Zu Anfang 1891 machten diese Dampfmaschinen der Zahl nach 1,59 Proc. und der Leistungsfähigkeit nach 2,68 Proc. aller feststehenden und beweglichen Dampfmaschinen Preussens aus; zu Beginn des folgenden Jahres stieg erstere Ziffer auf 1,94, letztere auf 3,5 Proc. Während in der bei weitem grössten Zahl der preussischen Regierungsbezirke eine Vermehrung dieser Dampfmotoren eintrat, zeigte sich in den Regierungsbezirken Königsberg und Köslin ein Rückgang, und in Gumbinnen, Stralsund, Stade, Aurich, Minden und Sigmaringen blieb sich die Zahl derselben gleich. Berlin, welches in der Verwendung von elektrischer Energie allen preussischen Regierungsbezirken weit voraussteht, hatte in den beiden letzten Jahren bezüglich der Zahl der zum Betriebe von Dynamomaschinen dienenden Dampfmotoren eine Vermehrung von 21,5 Proc. und bezüglich der Leistungsfähigkeit derselben eine solche von 29,7 Proc. aufzuweisen. In dem Regierungsbezirke Düsseldorf, welcher nach Berlin an zweiter Stelle folgt, blieben die diesem Zwecke dienenden Dampfmaschinen der Zahl nach nicht viel hinter denjenigen Berlins zurück; die Leistungsfähigkeit der Maschinen im Regierungsbezirke Düsseldorf betrug dagegen nur halb so viel als die der Berliner Maschinen. (Nach Elektrotechn. Zeit)

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