Titel: Metallbeizen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1893, Band 287/Miszelle 7 (S. 144)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj287/mi287mi06_7

Metallbeizen.

a) Schwarzbeize mit Kupfernitrat.

Nach einer Mittheilung von K. Friedrich benutzt Bollert anstatt einer wässerigen concentrirten Kupfernitratlösung, die einen Zusatz von Silbernitrat erfährt, eine weingeistige Lösung. Es soll dadurch die Entstehung der Untersalpetersäuredämpfe vermieden werden und die Beizung weit gleichmässiger erfolgen. Gelöthete Stücke brauchen nicht erwärmt zu werden, bekommen dann allerdings auch einen nicht ganz schwarzen Ton, während nicht gelöthete Gegenstände auf die gewöhnliche Weise gebeizt werden. Für Zink kann diese Beize ebenfalls angewandt werden.

b) Mattbeizen für Messing.

1) (Heiss anzuwenden.) 1 Th. Zink wird in 3 Th. Salpetersäure gelöst und 3 weitere Theile Salpetersäure zugesetzt. Die Gegenstände werden einige Augenblicke in die siedende Flüssigkeit eingetaucht.

2) (Kalt anzuwenden.) Einer Mischung von 20 Th. Salpetersäure (36° B.) mit 100 Th. Schwefelsäure werden 1 Th. Kochsalz und 1 bis 5 Th. Zinksulfat zugesetzt. In diese Flüssigkeit werden die Gegenstände 5 bis 20 Minuten eingelegt, je nachdem man sie minder oder stärker matt beizen will. Da die Gegenstände nach dem Herausnehmen aus der Beize vielfach ein fahles, unschönes Aussehen zeigen, werden sie noch mit einer Glanzbrenne behandelt, welche dem Matt nicht schadet.

3) Um ein körniges Matt zu erzeugen, verdünnt man 1 Th. Salzsäure mit 8 Th. Wasser und setzt 8 Th. Schwefelsäure zu. In dieses Säuregemisch legt man die Gegenstände 10 bis 12 Stunden lang ein und unterwirft sie dann dem Gelbbrennen, wodurch ein körniges Matt auf den Gegenständen hervorgerufen wird.

Gegenstände aus anderen Kupferlegirungen unterwirft man zweckmässig zuerst dem Gelbbrennen, um Fett und Oxydschichten zu entfernen.

Bei jeder Behandlung mit Säuren ist die peinlichste Sorgfalt vor und nach dem Brennen zu beobachten; vorher, um die Ueberzüge gleichmässig und in den gewünschten Tönen zu erhalten; nachher, um auch jede Spur von Säure zu entfernen, damit kein Anlaufen stattfinden kann. Zum Abtrocknen sollen Sägespäne aus Ahornholz den Vorzug verdienen. (Nach Bayerisches Industrie und Gewerbeblatt, 1892 Bd. 24 S. 509.)

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