Titel: Feuersichere Isolirung von Elektricitätsleitern.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1893, Band 287/Miszelle 3 (S. 168)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj287/mi287mi07_3

Feuersichere Isolirung von Elektricitätsleitern.

Reginald A. Fessenden hat in der Electrical World (vgl. Electrician, 1892 Bd. 29 S. 528) folgendes feuersichere Isolirmittel für elektrische Leiter empfohlen. 100 Th. Leinöl, 50 Th. gereinigter mexicanischer Asphalt und 10 Th. Zinkchlorid werden bei 300° C. gekocht, bis alles Zinkchlorid sich mit den anderen Stoffen vereinigt hat. Dann wird die Mischung in eine Art Eiscremegefrierer gebracht und aufgerührt, während 50 Th. Antimon Pentachlorid zugesetzt werden und die Mischung durch eine Wasserhülle kühl erhalten wird. Nach einstündigem Rühren wird kochendes Wasser eingegossen und die Mischung durch Einlassen eines Dampfstromes in die Wasserhülle erhitzt. Nach weiterem einstündigem Mischen erweist sich alle freie Säure als ausgewaschen und die Masse ist fertig, um auf den Draht gebracht zu werden.

Dies liefert aber eine dunkle Masse und ist dazu theuerer, als wenn man einfach Chlorgas in einen Kohlenwasserstoff, z.B. Paraffin, einführt und diesen dann auswäscht. Man erhält dann eine dem Paraffin ganz ähnliche Masse, die aber schwerer ist, von Alkalien leichter angreifbar, unentzündlich, welche in eine Bunsen-Flamme gehalten werden kann, bis sie zu Kohle reducirt ist, ohne dass sie mehr Spuren der Verbrennung zeigt, als ein Marmorstück. Verschiedene hundert Fuss Draht wurden damit überzogen und in Salzwasserröhren aufgerollt; nach mehreren Monaten war ihre Isolation noch hoch und Proben davon zeigten nach 3 Jahren keine Anzeichen von Verschlechterung. Von 2 Atomen Chlor, die in den schmelzenden Asphalt oder Paraffin eingeführt wird, vereinigt sich eines mit 1 Atom Wasserstoff und tritt aus, das andere nimmt die Stelle des Wasserstoffs ein. Dies setzt sich fort, bis genug Wasserstoff durch Chlor ersetzt ist, um die Masse unentzündlich zu machen. Dann wird die Masse herausgenommen und noch im geschmolzenen Zustande mit kochendem Wasser in einer einem Eiscremegefrierer ähnlichen Maschine gewaschen, bis alle Säure heraus ist. Nach dem Abkühlen wird sie noch geknetet, um das Wasser daraus zu entfernen.

Die aus diesen Stoffen bei ihrer Erhitzung bis zur Zersetzung entweichenden Gase fördern die Verbrennung nicht.

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