Titel: Carborundum.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1893, Band 288/Miszelle 9 (S. 192)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj288/mi288mi08_9

Carborundum.

Unter diesem Namen wird, wie Electrical Engineer, 1893 Bd. 15 S. 227, mittheilt, von Amerika aus ein neues Schleif- und Polirmittel in den Handel gebracht, welches den Vorzug haben soll, mit der Härte des Diamantes den Preis des Korundes zu vereinen. Dasselbe wird in der Weise hergestellt, dass man eine innige Mischung aus Kohle und Sand in eine längliche Thonbüchse bringt, in welche an beiden Enden Kohlenstäbeals Elektroden hineinragen, und die Masse der Wirkung eines kräftigen elektrischen Stromes so lange aussetzt, bis sie schmilzt. Die geschmolzene Mischung bildet eine poröse, von Krystallen durchsetzte Schlacke, welche behufs Reinigung mit Wasser und Säuren ausgezogen, dann gewaschen, getrocknet und zerquetscht und schliesslich durch Sieben oder Schlemmen in verschiedene Feinheitsgrade sortirt wird. Die Carborundum Company hatte im Juni 1892, nach einjährigem Bestehen, eine Tagesproduction von 25 Pfund (11,3 k) und erzielte einen Preis von 8,5 bis 17 Mark pro Pfund. Auch für Scheiben, Spitzen und Wetzsteine, zum Schneiden von Glas, Porzellan, Stahl und ähnlichen harten Gegenständen soll sich das Carborundum sehr gut eignen. So gebraucht die Westinghouse Electric and Manufacturing Company in Pittsburg, Pa., monatlich bereits mehrere Tausend Carborundumscheiben zum Einschleifen der Stöpsel ihrer neuen Lampen; auch in der Zahntechnik finden kleine Carborundumscheiben Verwendung. Solche Scheiben werden durch Zusammenkneten des Carborundums mit einem geeigneten Bindemittel und Formen erhalten und ganz ähnlich den Thonwaaren in Kapseln im Ofen gebrannt, bis die Schmelztemperatur des Bindemittels erreicht ist.

Aus Carborundum hergestellte Knöpfe als lichtgebende Körper in den Glasglocken elektrischer Lampen wurden von Nikola Tesla im Februar 1892 der Institution of Electrical Engineers in London vorgeführt.

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