Dieses Projekt wird gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und präsentiert von der Sächsischen Landesbibliothek — Staats- und Universitätsbibliothek Dresden und der Humboldt-Universität zu Berlin.
Eingesandt.Wir erhalten folgende Zuschrift, welche wir der Beachtung der betheiligten Kreise empfehlen: Mittheilung an die deutschen Lampenfabrikanten. Darum besorgt, zur Beleuchtung in Lampen neben dem Kerosin auch Solaröle vom spec. Gew. 0,855 und 0,865 zu verwenden, hält es die Gesellschalt Gebrüder Nobel für angezeigt, die Aufmerksamkeit der deutschen Lampenfabrikanten auf Folgendes zu lenken. Auf Grund der von den Chemikern der Gesellschaft in ihrem Laboratorium ausgeführten Versuche erweist es sich: 1) Dass fast alle zur Verbrennung von Kerosin verwendeten Lampen auch zur Verbrennung von Solaröl geeignet sind. Es müssen an ihnen zwar einige Vorrichtungen getroffen werden, welche aber nicht zur Vermehrung des Zuflusses von Luft zur Flamme, sondern zur Verbesserung der Einführung derselben in die Flamme selbst dienen sollen. So ist es empfehlenswerth, an den Flachbrennern die Hütchen mit dem Einschnitt und bei den Rundbrennern, welche Cylinder mit Einschnürungen haben, – diese Einschnürungen gleichfalls etwas niedriger zu machen. Dasselbe gilt von der Brennscheibe. Die Cylinder bei allen diesen Lampen müssen von derselben Höhe sein wie bei den sogen. 2) Alle diese Lampen müssen einen dicken, aber nicht lockeren und weichen Docht haben, da die Hauptbedingung für ein gutes Brennen der Solaröle darin besteht, dass zur Flamme nicht weniger Oel zufliesse, als davon in einer gegebenen Zeiteinheit verbrennen kann – und ein dicker Docht nimmt mehr Oel auf als ein dünner. Bei einem dicken Docht ist die Schicht brennender Naphtadämpfe grösser als bei dünnen Dochten, weshalb die Flamme röthlich erscheint. Die Versuche zeigten aber auch, dass durch die Mischung der die Flamme bildenden Naphtadämpfe mit Luft durch die oben gezeigte Veränderung der Höhe des Hütchens, der Einschnürung und der Brennscheibe eine ausserordentlich gute und weisse Flamme erzielt werden kann. 3) Bei der Erfüllung der unter 1) und 2) genannten Bedingungen darf man dem Reservoir der Lampe keine grössere Höhe geben als 5 oder höchstens 5½ cm. Die unter 1) und 2) genannten Bedingungen sind jedoch noch nicht genügend, um gut functionirende Lampen mit grösseren Brennern herzustellen, da man in diesem Falle deren Reservoiren einen zu grossen Umfang in die Breite geben müsste. 4) Die Versuche zeigten aber, dass, wenn man die Dochte der auf oben bezeichnete Weise construirten Lampen mit zwei seitlichen, an den mittleren Docht auf irgend welche Weise befestigten Nährdochten versah, die Entfernung zwischen dem Boden des Reservoirs und dem Beginn der Flamme bis zu 10 cm vergrössert werden kann, was genügend ist. 5) Ausserdem zeigten die Versuche, dass in den 6) Endlich haben die Versuche gezeigt, dass Solaröle in den 30linigen Das oben Dargelegte hält die Direction der Gesellschaft Gebrüder Nobel für nützlich, zur Kenntniss der deutschen Lampenfabrikanten zu bringen, in der Hoffnung, dass das von der Gesellschaft auf den Markt gebrachte Solaröl, mit einem Entflammungspunkt von 100° C, ihre Beachtung linden und ihnen einen neuen Impuls zu ihrer Thätigkeit auf dem Gebiete der Lampenfabrikation geben wird, auf welchem die deutsche Industrie zur Zeit die erste Stelle einnimmt. Die Direction der Naphtaproductions-Gesellschaft Gebrüder Nobel. (Vgl. die Abhandlung von Prof. Lissenko, dieses Journal 1893 287 280.) |
Suche im Journal
→ Hilfe
Stichwortwolke
Alternative Artikelansichten
Feedback
|
Die Textdigitalisate des Polytechnischen Journals stehen unter der Lizenz Creative Commons by-nc-sa 3.0, die Bilddigitalisate unter Creative Commons by-nc-nd 3.0. Weitere Informationen finden Sie in unseren Nutzungsbedingungen.