Titel: Neuerungen in der Tiefbohrtechnik.
Autor: Gad, E.
Fundstelle: 1894, Band 291 (S. 62–66)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj291/ar291019

Neuerungen in der Tiefbohrtechnik.

Von E. Gad in Darmstadt.

Mit Abbildungen.

Die VII. internationale Wanderversammlung der Bohringenieure und Bohrtechniker hat an den Tagen vom 21. bis 24. September 1893 in Teplitz stattgefunden.

Charakteristisch ist, dass von der Ausstellung in Chicago wenig die Rede gewesen ist. Dieser befremdend scheinende Umstand erklärt sich dadurch, dass trotz aller Reichhaltigkeit der Ausstellungsobjecte eigentlich Neues im Bereiche der Tiefbohrtechnik nicht zur Ausstellung gelangt ist. Ausgestellt haben nur amerikanische Firmen, von denen naturgemäss die in Chicago ansässige Firma Sullivan Machinery Co. mit ihren 13 verschiedenen Diamantbohrmaschinen an erster Stelle steht, der sich die gleichfalls in Chicago sitzende Firma M. C. Bullock Manufacturing Co. anschliesst.

Es folgen hierunter die Namen der amerikanischen Firmen mit Angabe der ausgestellten Gegenstände, soweit sie die Tiefbohrtechnik, sowie das Gesteinsbohren über und unter Tage betreffen:

  • 1) American Well Works, Aurora, III.
    • a) Diamantbohrmaschinen für Schürfen u.s.w.
    • b) Bohrgeräth für Spülbohrverfahren u.s.w.
  • 2) Atkinson, Geo., Oakland, Cal.
    Brunnenbohrmaschine.
  • 3) Birkin, Wm. A. G., New York.
    Elektrische Gesteinsbohrmaschine.
  • 4) Brown, Samuel S., Pittsburg, Pa.
    Kohlenminirmaschine.
  • 5) Bullock, M. C., Manufacturing Co., Chicago.
    • a) Handdiamantbohrer.
    • b) Gesteinsbohrapparate.
    • c) Diamantbohrmaschinen.
    • d) Brunnenbohrmaschine mit Bohrthurm.
  • 6) Sullivan Machinery Co., Chicago.
    • a) Diamant- und Dampfgesteinsbohrer.
    • b) Kohlenminirmaschinen; Diamantschürfbohrapparate; Tunnel- und Streckenbohrer; Bohrer für Steinbrüche u.s.w.
  • 7) General Electric Co., New York.
    • a) Elektrische Bohrapparate.
    • b) Elektrische Kohlenschneiden; Schürf- und Stossbohrer u.s.w.
  • 8) Ingersoll-Sergeant Drill Co., New York.
    • a) Gesteinsbohrer und Dreifüsse.
    • b) Kohlenschneider.
  • 9) Jeffrey Manufacturing Co., Columbus, O.
    • a) Elektrische und Pressluftbohrer.
    • b) Kohlenminirmaschine; elektrische Kohlenbohrer; elektrische Hebezeuge u.s.w.
  • 10) Jones, Robert M., Salt Lake City, Utah.
    Elektrische Diamantbohrmaschine.
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  • 11) Keystone Driller Co., Beaver Falls, Pa.
    Brunnenbohrmaschinen für Wasser, Oel, Gas, sowie für Schürfarbeiten.
  • 12) Kirk, Arthur, and Son, Pittsburg, Pa.
    Streckenbohrgeräth und Sprengstoffe.
  • 13) Mc Cune, W. A., and Co., Sterling, III.
    Gesteinsbohrer für Hand- und Dampfbetrieb.
  • 14) Mc Kay, H. S. Boston.
    Elektrischer Streckenbohrer.
  • 15) Miller, Dr. G. A., Colfax.
    Schwertorpedo für Strecken und Brunnen.
  • 16) Moody and Sherwood, Fresno, Cal.
    Zünderkappen.
  • 17) Moreau, Eugene, Philadelphia.
    Handgesteinsbohrer.
  • 18) Morgan, A. W., Springneid, III.
    Brunnenbohrapparat (Baggerbohrer).
  • 19) Morgan, Kelly and Taneyhill, Waterloo.
    Brunnenbohrmaschine.
  • 20) New Lechner Electric Mining Machine Co., Columbus, O.
    Elektrische Streckenbohrmaschine; Kohlenbohrer.
  • 21) Oil Well Supply Co., Pittsburg, Pa.
    Brunnenbohrgeräthe für Wasser, Oel, Gas u.s.w.
  • 22) Pope, J., and Sons, Manchester, Me.
    Granitkeile und Halbrundeisen.
  • 23) Rand Drill Co., New York.
    Gesteinsbohrmaschinen für Hand- und Pressluftbetrieb; sehr reichhaltig.
  • 24) Star Drilling Machine Co., Akron, O.
    Bohrmaschinen.
  • 25) Suydam, John, Albany, N. Y.
    Biegbare Metallmuffen.

Alle genannten Firmen haben reich illustrirte Kataloge ausgelegt, von denen z.B. die der Oil Well Supply Co. und Ingersoll-Sergeant Co. wahre Pracht werke sind.

Von den vorstehenden Maschinen u.s.w. ist als weniger allgemein bekannt der unter 18) erwähnte „Baggerbohrer“ von A. W. Morgan in Springfield, III., hervorzuheben, der neuerdings manche Erfolge beim Ausheben von Brunnenschächten in den milden Gebirgen von Illinois und den benachbarten Staaten aufzuweisen hat. Der Apparat charakterisirt sich dadurch, dass ein vierkantiges Walzeisengestänge mit einem flachen Erdbohrer Drehung erhält, welche Drehung zugleich eine Kette mit Bagger kästen in senkrechter Richtung bewegt. In zweckmässiger Weise wird das Bohrmaterial über Tage in einem Wall um die Schachtöffnung herum aufgeschüttet, der an dem hölzernen, aus dem Brunnen etwa 1 m hervorragenden Bohrtäucher seinen Halt findet. Der Brunnenschacht ist normal 0,20 m im Lichten weit, kann aber mit anderen Grössen des Erdbohrers auch bis 2 m weit hergestellt werden. Bis 15 m Tiefe genügt 1 Pferd am Göpel zum Betriebe, bis 30 m Tiefe arbeitet man mit 2 Pferden. Eine kleine Dampfmaschine von 3 verdoppelt die Arbeitsleistung. Bei Tiefen über 30 m arbeitet man mit halbgefüllten Baggerkästen. Immerhin ist weiches Gebirge von geringerer Härte als Kalkstein für das Baggerbohren erforderlich. Im Schwimmsand wird oft eine Senkmauer verwandt. Aehnliche Einrichtungen sind übrigens in Deutschland auch schon im Gebrauch.

Unter der colossalen Anhäufung von Bergwerksproducten, sowie den massenhaften Darstellungen von Bergwerksarbeiten war die Ausbeute von tiefbohrtechnischem Interesse nur gering. Hervorzuheben wäre das Relief der Standard Oil Co., der Hauptölfelder der Vereinigten Staaten. Der Querschnitt dieses Reliefs reicht von Olean, N. Y., bis 30 englische Meilen westlich von Fort Wayne in Indiana, und zeigt in Farben die Höhenlagen, sowie die Mächtigkeit der öl- und gasführenden Schichten. Es sind dies die Sandsteinschichten der Staaten New York, Pennsylvanien und Westvirginien, sowie die gleich guten Kalksteinlager von Ohio und Indiana. Durch enge Gasröhrchen, die auf dem etwas geneigt liegenden Querschnitt von 4 Fuss Tiefe ruhen, sind die Tiefen der Bohrbrunnen anschaulich gemacht, während Nachbildungen der Bohrthürme auf der Relieffläche die Lage von etwa 100 Brunnen im Gelände markiren.

In der deutschen Bergwerksausstellung befand sich das Modell eines fiskalischen Bohrthurms. Von deutschen Zeichnungen bezieh. Drucksachen war die graphisch-statistische Darstellung der Leistungen der Brunnenbohrfirma F. H. Deseniss und Jacobi in Hamburg in zwei Tabellen von je 4 m Länge und 1 m Höhe, welche Tabellen in verkleinertem Maasstabe vorliegen, bemerkenswerth. Diese veranschaulichen von etwa 1000 Brunnen, welche die Firma in den letzten 23 Jahren gebohrt hat, die erreichten Tiefen und den entsprechenden Wasserzufluss der Brunnen in der Stunde. Die Mehrzahl der Brunnen ist wenig über 15 m tief und liefert je 4000 bis 5000 l Wasser in der Stunde; doch finden sich etwa 50 Brunnen mit Tiefen über 150 m, mehrere sogar von etwa 300 m Tiefe, während die Wasserlieferung in einzelnen Fällen bis zu 100000 l in der Stunde steigt. Besonders markirt ist die provisorische Wasserversorgung für Hamburg im Cholerajahr 1892. Es sind dies 80 Brunnen, meist nicht über 15 m tief; nur einzelne mit Tiefen bis zu 40 m, mit je 4000 l Wasserlieferung in der Stunde. Es muss dahin gestellt bleiben, ob diese Tiefen in den betreffenden Verhältnissen für ein gutes Wasser ausreichten.

Von umfassenden Arbeiten der genannten Firma sei noch die städtische Wasserversorgung für das Tiefbauamt Frankfurt a. M. erwähnt, für welche 1885 und 1887 zusammen 280 Brunnen von 50 mm Rohrweite, durchschnittlich 15 m tief mit je 2000 l Wasserlieferung in der Stunde, sowie 1888 fernere 3 Brunnen mit 800 mm Rohrweite, gleichfalls 15 m tief, aber mit 20000 l Wasserlieferung in der Stunde hergestellt sind. Dieses im Stadtforst von Frankfurt a. M. erbohrte Wasser ist tadellos.

Mehr als die ferne Ausstellung zu Chicago beschäftigte die Bohrtechnikerversammlung das näherliegende Brunnenunglück von Schneidemühl, das noch fortdauernd die Einwohner mit Besorgniss erfüllt und das Interesse in weitesten Kreisen wach erhält. Auch im Kreise der Sachverständigen konnte ein abschliessendes Urtheil nicht gewonnen werden, wenn auch vielfach die Meinung dahin ging, dass an dem ganzen Unglück die Bohrarbeit mit mangelhaftem Material schuld sei. Für diese Ansicht spricht allerdings, dass sowohl vor wie nach der Katastrophe gebohrte Brunnen hergestellt sind, ohne verunglückt zu sein. Eine gute Verrohrung, ohne äussere Muffen, ohne Erschütterung und Lockerung der losen Schichten, also ohne Rammen und Spülen, niedergebracht, hätte vielleicht besseren Erfolg gehabt. So lange die Verrohrung ihre guten Dienste leistet, |64| so lange hat man auch das verheerende Element in der Gewalt. Welche der verschiedenen aufgestellten Hypothesen zutreffen mag, möchte praktisch wenig von Belang sein. Im Ganzen ist auf den Vortrag von Th. Karafiath zu verweisen, den derselbe vor der genannten Versammlung gehalten hat, und der, wie alle Vorträge bei dieser Gelegenheit, in der Allg. österr. Chemiker- und Techniker-Zeitung in Wien in den October- und Novemberblättern 1893 abgedruckt ist. Zur Ergänzung sei noch auf einen Brunnenausbruch in Hammersmith (London) hingewiesen, woselbst nach Ausziehen des Bohrers aus der Tiefe von über 100 m Wasser in solch mächtigem Schwall nachgedrungen ist, dass eine Verstopfung des Brunnens nöthig war, um noch grösseren Beschädigungen, als schon angerichtet waren, vorzubeugen. Die Verstopfung gelang weder mit Holz-, noch mit Eisenstopfen, sondern nur durch Einschieben einer Anzahl von Röhren mit immer engerem Durchmesser in das Brunnenrohr. Während nun aber über frühere Brunnenkatastrophen, die zum Glück selten sind, wenig zuverlässige Daten, besonders betreffs deren Bewältigung vorliegen, so lässt sich nicht befürchten, dass die Erfahrungen von Schneidemühl für die Bohrtechnik verloren gehen werden.

Textabbildung Bd. 291, S. 64
In Bezug auf Bohrröhren haben sich die Mannesmanner Röhrenwalzwerke durch ihre reichhaltige Beschickung der Bohrtechnikerversammlung mit Proben zweckmässig in Erinnerung gebracht. Hier sei noch darauf aufmerksam gemacht, dass ohne diese nahtlose, feste und leichte Verrohrung die Erreichung der Tiefe von 2002,34 m bei Paruschowitz durch Köbrich gar nicht möglich gewesen wäre.

Der Diamantenhändler Uildert aus Amsterdam führte seine schwarzen Bohrdiamanten vor, die ihren dreifachen Werth von hellen Schmuckdiamanten wegen ihres grösseren Nutzens sicher verdienen.

F. Kegel, Bohrkronenfabrikant aus Breslau, zeigte eine neu patentirte Fassung von Arbeitsdiamanten behufs besserer Haltbarkeit. Ausserdem wurden Diamanten mit kaum sichtbaren Durchbohrungen vorgeführt, die an Stelle von Stahlzieheisen zum Ziehen dünnen Bronzestahldrahtes benutzt werden.

Es war den Theilnehmern der Versammlung Gelegenheit geboten, eine im Betrieb befindliche Spülbohrung des Bohrunternehmers Thiele in Ossegg bei Langugest zu besichtigen. Die zur Erinnerung vertheilte Broschüre „Erläuterung über Bohrungen auf artesische Brunnen“, die eingehende Angaben über viele von Thiele ausgeführte Arbeiten enthält, ist auch für weitere als tiefbohrtechnische Kreise von Wichtigkeit.

Textabbildung Bd. 291, S. 64
Im J. 1894 wird die VIII. Bohrtechnikerversammlung, die in die Zeit der galizischen Landesausstellung zu Lemberg fallen soll, daselbst Gelegenheit haben, eine Tiefbohrung nach kanadischer Methode zu besichtigen. Man hofft, dass dieses Paradestück zugleich den praktischen Zweck haben wird, mit 300 m Teufe das Liegende der Kreideformation zu erreichen, und dabei Wasser oder Kohlen zu erschliessen. Sollten Kohlenfunde nicht in Aussicht gestellt werden, so würde sich der Landesausschuss wohl entschliessen müssen, eine ähnliche Bohrung an anderer Stelle, etwa bei Przemysl oder Tarnobrzeg niederzubringen, weil dem fühlbaren Mangel an Kohle in Ostgalizien nach Kräften müsste abgeholfen werden.

Fauck sprach sich in seinem Vortrage: „Ueber die Bedeutung der Tiefbohrtechnik für Oesterreich-Ungarn“ sehr beherzigenswerth gegen die Kleinlichkeit der Mittel aus, mit der viele Bohrungen betrieben werden, und deren Misserfolg, wie z.B. bei Teplitz, nur der falschen Sparsamkeit zuzuschreiben sind. Obwohl Fauck selbst ein eifriger Vertreter der Spülbohrmethode ist, und diese sogar auch |65| bei Erdölbohrungen angewendet sehen will – bestärkt durch die guten Erfolge im Elsass –, so räth er doch durchaus, je nach Umständen auch ein anderes Bohrsystem zu wählen. Als Theilhaber der Firma Fauck und Co. in Wien beschränkt sich Albert Fauck auch keineswegs auf sein bevorzugtes System, sondern bringt auch anderweitiges Bohrgeräthe auf den Markt bezieh. passt seine Erfindungen anderweitig bewährten Einrichtungen an.

Aus dem neu vorliegenden Illustrirten Katalog, 5. Aufl., Specialfabrikation von Schürf- und Tiefbohreinrichtungen, Fauck und Co., Wien 1893, sind folgende Aptirungen hervorzuheben.

Textabbildung Bd. 291, S. 65
Fauck's Universaldrehbohreinrichtung für Wasserspülung (D. p. J. 1891 281 52) ist zu einem Stossbohrapparat mit Bohrkrahn umgeändert (Fig. 1). Derselbe Göpel und dasselbe Vorgelege, welche im ersten Falle die Drehvorrichtung treiben, bewegen hier mittels eines Kurbelrades den Bohrschwengel. Bei Trockenbohrung wird eine besondere Löffeltrommel durch Friction mit der Hauptwelle betrieben. Bei Spülbohrung wird bei der zweiten Maschine die Pumpe wie bei der ersten in Bewegung gesetzt, desgleichen die Fördertrommel mit Bremse auf der Hauptwelle. Dieser Krahn ist von einem Krückelführer, einem Taglöhner und einem Pferdejungen zu betreiben.

Eine andere derartige Aptirung ist die Einrichtung für Diamantbohrung mit patentirtem Fauck'schen Bohrkrahn (Fig. 2), die eine Universal-Dampfbohranlage für combinirte Diamantmeisselbohrung nach Köbrich'schem Muster bildet, indem mit derselben jederzeit auch mit Freifallinstrument oder Rutschschere, mittels Meissels, gebohrt werden kann.

Textabbildung Bd. 291, S. 65
Der Antrieb des Gestänges a mit der Diamantbohrkrone geschieht durch das Bohrkrahngetriebe mittels der Riemenscheibe b, welche das starke Vorgelege des Bohrwagens c bewegt. Die Drehung überträgt sich auf die Bohrspindel d, welche mittels Nuth und Feder im Hülsenrad des Bohrwagens schleift, unten durch das Klemmfutter e das Gestänge festhält und dieses oben in der losen Führung f führt. Ausserdem hängt aber die Bohrspindel an Ketten am Schwengelkopf g, so dass man durch wechselnde Belastung des Schwengelendes h den zur Arbeit erforderlichen Gestängedruck auf das Gestein reguliren kann. Das Schwengelende steigt bei der Arbeit bis zur grössten Höhe, worauf das Klemmfutter e gelöst und höher am Gestänge neu angeklemmt wird. Die Spülung geschieht dabei in der gewöhnlichen Weise. Zum Fördern des schweren Gestänges kommt der einfache Flaschenzug i an der Spitze des Bohrthurms in Gebrauch. Alle Manipulationen kann der Bohrmeister von seinem Standpunkt aus durch Hebel und Schnurzüge leiten, so auch die plötzliche Einstellung der Drehung durch Riemenabstellung am Bohrwagen. Dieser ist bei Förderarbeiten, sowie beim Meisselbohren bei Seite zu schieben.

Nach Bedarf wird auch eine solche Anlage mit „hoher“ Schwengelführung hergestellt. Der Schwengel liegt dann 8 m über dem Erdboden und ergreift die Bohrspindel oberhalb des Bohrwagens.

Zwei neuere amerikanische Tiefbohreinrichtungen sind zu erwähnen, die in weichen Schichten auf geringe Tiefe Wirksamkeit versprechen. Die erste ist der Brunnenbohrapparat von William Lewis, Des Moines, Iowa (Amerikanisches Patent Nr. 489021 vom 3. Januar 1893), Fig. 3. Das Bohrrohr a mit dem Bohrkopf b und dem Spülloch c ist oben über Tage mit der Spiralfeder d und dem Spannbügel e versehen, welche auf den Kragen f des Futterrohres g drücken und dies beim Niederbringen des Bohrrohres hinunterpressen. Die Keile h verhindern das Ausweichen der Verrohrung nach oben.

Eine andere Art des Niederpressens der Verrohrung zeigt der artesische Brunnenbohrapparat von Frank O. Brown in Dullas, Tex. (Amerikanisches Patent Nr. 492586 vom 28. Februar 1893), Fig. 4, welcher auf einer drehbaren Platte a die beiden drehbaren Trommeln b trägt, während das Rohr c durch die Mitte der Platte hindurch in das Bohrloch reicht. Das endlose Drahtseil d ist derart über die Trommeln b und das Rohr c geführt, dass letzteres beim Drehen der Platte a in den Erdboden heruntergepresst wird.

Textabbildung Bd. 291, S. 65
Zwei erwähnenswerthe Einzeleinrichtungen neuer Art sind noch eine erleichterte Handhabungsvorrichtung der Bohrmeissel beim Umwechseln in einem pennsylvanischen Seilbohrthurm von William Forker in Pittsville, Pa. (Amerikanisches Patent Nr. 491164 vom 7. Januar 1893); zweitens eine Hebe- und Senkvorrichtung für lose Futterrohre von Edward A. Wanamaker in Montfort, Wisc. (Amerikanisches Patent Nr. 493392 vom 14. März 1893).

Der von Samuel John Moore in Toronto, Ontario, Canada, erfundene, durch Flüssigkeits- oder Gasdruck zu treibende Drehbohrer für Tiefbohrung (Fig. 5) hat das D. R. P. Nr. 62063 vom 21. September 1891 erhalten. Das Treibmittel, Druckluft oder Wasser, strömt unten aus dem Rohr a aus und zum Theil in die hohle Bohrwelle b, um an der Bohrspitze c auszutreten, woselbst es den Boden aufweicht. Der übrige Theil des Treibmittels dreht das Schaufelrad d und somit die Bohrwelle b mit den Schaufeln e, welche in das Erdreich eindringen und dasselbe lockern. Das unter dem Rade d austretende Wasser treibt ausserdem noch das Flügelrad f auf der Welle b (wodurch deren Drehung unterstützt wird) und strömt bei g aus dem Gehäuse aus, das vom Bohrer c und den Schaufeln e gelockerte Material mit nach oben führend.

(Schluss folgt.)

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