Titel: Schutz für Draht- und Hanfseile.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1894, Band 291/Miszelle 2 (S. 23)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj291/mi291mi01_2

Schutz für Draht- und Hanfseile.

Von Mitteln und Verfahren, die geeignet sind zu vorstehend angeführtem Schütze, bringt die Deutsche Techniker-Zeitung folgende Uebersicht:

A) für Drahtseile: 1) Graphit wird in Talg gekocht und die entstandene butterähnliche Schmiere mit einer Bürste auf das Drahtseil aufgetragen. Je nach der Inanspruchnahme des letzteren und den örtlichen Verhältnissen ist diese Einschmierung alle 3 bis 6 Wochen zu wiederholen; sie schützt gut vor Rost und verhindert sowohl das Abscheuern des Seiles an den Seilscheiben als auch eine Reibung der Drähte unter einander, denn die Schmiere findet ihren Weg auch in die kleinsten Zwischenräume. 2) Rohes Leinöl wird mit Holztheer gemischt und auf das Drahtseil gebracht. Dieser Anstrich bildet eine schützende Oberfläche und bewahrt das Seil vor Rost und vorzeitiger Abnutzung. 3) Um Seile unter Wasser oder unter der Erdoberfläche zu erhalten, ist folgendes Mittel anzuwenden: 35 l gelöschter Kalk werden mit 50 bis 60 l mineralischem oder vegetabilischem Theer gemischt und gekocht. Das Gemisch wird heiss auf das Seil gebracht. – B) für Hanfseile. Um Hanfseile, deren Haltbarkeit in feuchter, dumpfiger Atmosphäre stark beeinträchtigt wird, für alle Fälle dauerhaft zu erhalten, empfiehlt es sich, dieselben in folgender Weise zu imprägniren: 1) Auf je 1 l Wasser werden 100 g Seife gelöst und dann das trockene Seil durchgezogen, worauf es getrocknet wird. Dann folgt ein Anstrich von dünnem heissen Theer, nach welchem das Seil noch zum Trocknen der Luft ausgesetzt wird. 2) Auf je 1 l Wasser werden 150 g Kupfervitriol gelöst und das trockene Seil etwa 4 Tage in dieser Lösung gelassen, nach welcher Zeit es getrocknet und alsdann noch mit einem Theeranstrich versehen wird.

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