Titel: Wohnhäuser aus Asche.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1894, Band 291/Miszelle 7 (S. 24)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj291/mi291mi01_7

Wohnhäuser aus Asche.

Es ist schon oft versucht worden, aus der Asche von Hochofen, Puddel- und Walzwerken oder auch aus den Rückständen der Kalköfen und ähnlicher Werke Ziegelsteine herzustellen. Der geschäftliche Erfolg war mehr oder weniger von örtlichen Verhältnissen abhängig, während in technischer Hinsicht die fertig gestellten Baumaterialien meistens alle an sie zu stellenden Bedingungen erfüllten, vielfach sogar in noch höherem Grade, als man sie von Lehmziegelsteinen erwarten darf. Ueber weitere einschlägige Verwendung bringt der Bauten-Nachweis (durch Glaser's Annalen) Folgendes:

Es sind allerdings in einigen Gegenden schon seit Jahren aus Asche Steine für leichte Zwischenwände u.s.w. hergestellt worden, aber dass mehrstöckige Wohnhausbauten ausgeführt worden wären, darüber finden sich keine Berichte. Baumeister Wagner in Limburg a. L. hat das Geschäftshaus für sein im Bau begriffenes Kunststeinwerk ganz aus Asche erbaut. Alles Mauerwerk vom Sockel aufwärts besteht aus Asche und zwar ohne jede Sandbeimischung, auch beim Mörtel nicht. Die Etagenböden werden ebenfalls aus einem Aschenconglomerat (anstatt Holzdichtung) angelegt und das kuppelförmige Dach besteht aus einer kaum 2 bis 3 cm dünnen Schicht wetterfest präparirten Gypses. Ebenso interessant an dem Neubau ist die daran angewendete Steinhauerarbeit, welche nach des Genannten Methode aus Bruchschutt derart täuschend hergestellt ist, dass selbst Fachleute die Imitation nur schwer von natürlichem Stein unterscheiden können. Dass diese Verwerthungsmethode jeder anderen Art überlegen ist, beweist die Einfachheit und Billigkeit, wobei die Solidität nicht beeinträchtigt ist. Die oben erwähnte Anlage ist für diese Industrie in Aussicht genommen, soll als Lehrwerkstätte für auswärtige Interessenten dienen und wird ganz aus Asche und imitirtem Sandstein erbaut, wobei noch zu bemerken ist, dass neben der Verwerthung von Bruchschutt auch Erzeugung von allen harten Gesteinen mit Hochglanzpolitur aus Abfällen in dem neuen Steinwerk betrieben werden wird.

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