Titel: Stahlformguss.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1894, Band 291/Miszelle 3 (S. 71)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj291/mi291mi03_3

Stahlformguss.

Zur Herstellung von Stahlformguss wird in Deutschland meistens der Herdofen benutzt, während in Frankreich, Belgien und England mehrfach die kleine Bessemerbirne von ½ bis 1½ t Fassung zu dem Zwecke betrieben wird. Diese hat den Vortheil, dass der Betrieb leicht allen Anforderungen der Stahlformgiesserei hinsichtlich der Menge und Beschaffenheit angepasst werden kann. Die Erzeugung von blasenfreien Güssen konnte indessen bis jetzt nicht mit der erforderlichen Sicherheit ausgeführt werden, weil in der Birne mit kleinem Einsatz die Temperatur des Metallbades meistens zu niedrig ist, um ohne Metallverlust in Folge Erstarrens eine grosse Zahl von Formen füllen zu können. In Folge der Beschleunigung des Giessens entstanden vielfach blasige Güsse. Diese Schwierigkeit ist durch das Verfahren der Zuführung von Wärme zum Metallbade der kleinen Bessemerbirne von Ch. Walrand und E. Legenisel in Paris (D. R. P. Nr. 64950. Vertreter R. M. Daelen, Civilingenieur in Düsseldorf) beseitigt worden, so dass Stahl von jedem Härtegrade vergossen werden kann und schöne, dichte Güsse ergibt.

Die Hagener Gusstahlwerke haben das deutsche und luxemburgische Patent erworben und eine Anlage von 2 Birnen mit je 500 bis 700 k Einsatz ausgeführt, welche sich in erfolgreichem Betriebe befindet.

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