Titel: Einfluss elektrischer Strassenbahnen auf Galvanometer.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1894, Band 291/Miszelle 6 (S. 71–72)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj291/mi291mi03_6

Einfluss elektrischer Strassenbahnen auf Galvanometer.

Gegen den Entwurf einer elektrischen Strassenbahn in Königsberg i. Pr. mit oberirdischer Stromzuführung und Rückleitung durch die Schienen hatte der Curator der dortigen Universität Einspruch erhoben, da durch eine solche Bahn die Galvanometer des in der Nähe gelegenen physiologischen Instituts beeinflusst und wichtige Arbeiten desselben unmöglich gemacht werden würden. Diese Behauptung stützt sich auf |72| die von Prof. Dorn bei dem physikalischen Institut in Halle gemachten Erfahrungen. Auf Grund dieses Einspruches beauftragte das städtische Elektricitätswerk in Königsberg die Assistenten desselben, Dr. A. Hartwich und Dr. P. Cohn, den möglichen Einfluss der Strassenbahn auf Galvanometer zu ermitteln und durch Versuche festzustellen, ob ein beträchtlicher Theil des in die Schienen eintretenden Stromes von diesen seinen Weg durch die Erde nehmen und somit dem physiologischen Institut nahe kommen könne. Die zu diesem Zweck angestellten beachtenswerthen Rechnungen und Beobachtungen: werden in der Elektrotechnischen Zeitschrift, Heft 47 S. 669 u. ff., ausführlich mitgetheilt. Aus der Untersuchung ergibt sich die Forderung, den Leitungswiderstand der Schienen möglichst klein zu machen und diese unter sich gut leitend zu verbinden, dagegen jede unnöthige Verbindung der Schienen mit dem Erdreich, etwa durch Erdplatten, wie sie in Halle verwendet wurden, fortzulassen. Bei einem stärkeren Betriebe, schnellerer Wagenfolge und grösserer Zahl der befahrenen Strecken würden allerdings Störungen auftreten, zu deren Beseitigung die bis jetzt bekannten Hilfsmittel nicht ausreichen. Ein eigentlicher Schutz gegen den Einfluss der Strassenbahnen erscheint somit zur Zeit insbesondere da unmöglich, wo es sich um fortgesetzte Beobachtung und Bestimmung der Richtung und Stärke des Erdmagnetismus handelt. Hier müsste man also die Nachtstunden zu Hilfe nehmen, in denen der Betrieb der elektrischen Bahnen ruht, oder selbstaufzeichnende Instrumente anwenden, bei deren Aufstellung die Rücksicht auf die Bequemlichkeit des Beobachters nicht in Frage kommt, und für die man daher einen auch vor sonstigen Störungen geschützten Standort ausserhalb städtischer Bebauung wählen kann. (Centralblatt der Bauverwaltung, 1893 Nr. 52.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: