Titel: Zange zum Ausziehen grosser Nägel.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1894, Band 291/Miszelle 1 (S. 214–215)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj291/mi291mi09_1

Zange zum Ausziehen grosser Nägel.

Die Erfindung betrifft eine sich selbsthätig schliessende Zange, mittels welcher grössere Nägel, hauptsächlich Schienennägel, in leichter Weise erfasst und mittels eines einzigen Ruckes ausgezogen werden können, ohne dass sich dieselben verkrümmen, daher solche Nägel ohne jede weitere Bearbeitung wieder verwendet werden können.

Diese Zange besteht aus einer mit einem Stiel versehenen festen Backe und einer unter Federdruck stehenden beweglichen Backe mit einem als Auflage auf dem Boden dienenden schwach gekrümmten Ansatz, welcher derart angeordnet ist, dass beim Aufsetzen der Zange behufs Erfassens des Nagelkopfes dieselbe sich selbsthätig schliesst, worauf durch ein Niederdrücken des Stieles ein Abwälzen des genannten Ansatzes auf dem Boden und hierdurch ein Ausziehen des Nagels in seiner Längsrichtung stattfindet.

Fig. 1 zeigt eine Seitenansicht der Zange, bei welcher der eine Deckring zum Theil weggebrochen ist. Fig. 2 stellt die |215| mit dem Stiele versehene feste Backe in der Ansicht, zum Theile im Schnitte dar. Fig. 3 ist ein senkrechter Querschnitt durch die Zange. Die Zange besteht aus zwei Backen a und b, von denen die erstere mit einem längeren Stiel versehen ist, während die letztere um den gemeinsamen Scharnirbolzen c drehbar ist, wobei die scheibenförmige Nabe b1 der beweglichen Backe b in eine entsprechende Vertiefung der fixen Backe a eingesteckt und mittels der Deckringe r gehalten wird. Der Bolzen c reicht mittels seines Vierkants c1 in eine entsprechende Durchbrechung der Nabe b1, so dass er an der Drehung der Backe b theilnehmen muss. Eine, in einer Ausnehmung a2 der fixen Backe untergebrachte Feder d, welche einerseits mit der festen Backe, andererseits mit dem Bolzen c fest verbunden ist, sucht die Zange stets in geöffneter Stellung zu halten. Die bewegliche Backe b besitzt einen, die feste Backe a umgreifenden Ansatz b2, dessen schwach gekrümmtes verbreitertes Ende der Zange auf dem Boden als Auflage dient.

Textabbildung Bd. 291, S. 215
Textabbildung Bd. 291, S. 215
Textabbildung Bd. 291, S. 215
Um einen Nagel mit der Zange auszuziehen, wird dieselbe in aufrechter Stellung zunächst dem Nagelkopfe auf dem Boden aufgesetzt, so zwar, dass bloss das schmälere Ende b3 des gekrümmten Ansatzes b2 den Boden berührt. In Folge der Schwere des Stieles schliesst sich hierauf die Zange selbsthätig, so dass die feste Backe a die in Fig. 1 punktirt gezeichnete Stellung einnimmt und der Nagelkopf erfasst werden kann. Drückt man nun den Stiel nach abwärts, so wälzt sich die Auflagsfläche des gekrümmten Ansatzes b2, vom Ende b3 angefangen, auf dem Boden ab, wodurch das Ende b3 mit grosser Kraft senkrecht vom Boden abgehoben und hierdurch der Nagel in seiner Längsrichtung ausgezogen wird. Damit die Zange in geschlossener Stellung verbleibe, ist in dem Stiel ein unter Feder druck stehender Sperrstift a3 angeordnet, der bei geschlossener Zange in eine entsprechende Ausnehmung b4 der Nabe einschnappt und hierdurch die Wirkung der Feder d aufhebt, welche die Zange zu öffnen bestrebt ist. Durch Zurückziehen des Sperrstiftes w3 mittels des Knopfes a4 kann die bewegliche Backe wieder ausgelöst werden, wodurch sie in ihre Anfangsstellung zurückkehrt.

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