Titel: Bohren weitgehender Löcher in Metall.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1894, Band 291/Miszelle 1 (S. 239)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj291/mi291mi10_1

Bohren weitgehender Löcher in Metall.

Hierüber macht der Maschinenbauer nachstehende Mittheilung:

Man lässt die zu bohrende Spindel auf der Drehbank rotiren, wie beim gewöhnlichen Bohren mittels Kanonenbohrer, indem man das eine Ende in der Lünette laufen lässt und das andere Ende in den Kloben eines Spannkopfes oder einer Planscheibe einspannt. Der Kanonenbohrer, der zu diesem Verfahren benutzt wird, ist von zwei Kanälen durchbohrt. Der obere verläuft parallel zur Achse des Bohrers, der untere hingegen macht vorn am Löffelende eine Viertelwendung nach der nichtschneidenden Seite hin und kommt hier auf den Löffel heraus. Der leichteren Herstellung wegen und um den Bohrer nicht zu schwächen, sind diese Kanäle keine gebohrten Löcher, sondern nur eingefräste Rinnen, welche mittels einer Blechhaube nach aussen hin wieder verlöthet werden. Beim Beginn des Bohrens wird in die zu bohrende Spindel zunächst ein Loch hineingedreht, so dass der Kanonenbohrer Führung bekommt, und zwar so tief, dass etwa der halbe Löffel hineinreicht. Jetzt wird der Kanonenbohrer in den Support eingespannt oder noch besser mit dem Reitnagel des Reitstockes nachgeschoben. In den oberen Kanal wird Wasser mit einem geringen Druck eingeführt. Das Wasser fliesst auf den Löffel des Bohrers und reisst die Späne sofort durch den unteren Kanal heraus, der so weit sein muss, dass sich Späne in demselben nicht festsetzen. Für den oberen Kanal genügt schon eine geringere Oeffnung. Bei sehr grossen Löchern empfiehlt es sich, die Schneide des Bohrers abzusetzen; dies hat den Zweck, dass sich nicht zu breite Späne ansammeln.

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