Titel: Friedr. Krupp's Verfahren zur Herstellung von Kohlenstäben für elektrische Bogenlampen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1894, Band 291/Miszelle 3 (S. 240)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj291/mi291mi10_3

Friedr. Krupp's Verfahren zur Herstellung von Kohlenstäben für elektrische Bogenlampen.

Wenn die Kohlenstäbe in elektrischen Bogenlampen verbrennen, so bildet sich an ihnen in Folge einer Nebenverbrennung derselben eine ringförmige Schicht von staubförmigen Kohlentheilchen, welche an der lichtgebenden Verbrennung der Kohlen, also im Lichtbogen, nicht theilnehmen, sondern als Kohlenstaub herunterfallen und nutzlos werden. Dadurch wird der Querschnitt der Kohlen und somit auch die Brenndauer der Kohlenstäbe verringert.

Diesen Nachtheil suchte man bis jetzt, jedoch ohne vollen Erfolg, zu beseitigen durch Vermengung oder Tränkung der Kohlenstäbe mit phosphorsaurem Kalk, Kieselsäure, Magnesia, bor-phosphorsaurer Magnesia, Aluminiumoxyd, kieselsaurem Aluminiumoxyd, ferner mit Borsäure, Zinkchlorid, salpetersaurem Kupferoxyd, salpetersaurem Strontian, Kalihydrat, Borax und Schwefelsäure, Borax und schwefelsaurem Natron, Phosphorsäure oder phosphorsaurem Ammoniak.

Diese Nebenverbrennung an den Kohlen wird jedoch ganz beseitigt und die Brenndauer der Kohlenstäbe bedeutend verlängert, sowie die Lichtausbeute erhöht, wenn den Kohlenstäben durch Vermengung oder durch Tränkung Stoffe zugeführt werden, welche in der Weissglühhitze nicht, sondern nur im Lichtbogen verbrennen; dadurch wird die Form der nach unten leuchtenden Fläche der oberen Kohle eine für die Lichtausstrahlung erheblich günstigere und die staubbildende Nebenverbrennung mit ihren Nachtheilen wird beseitigt.

Die Kohlenstäbe liefern thatsächlich eine grössere Lichtausbeute bei erheblich längerer Brenndauer, wenn dieselben mit Wolfrainsäure oder deren Salzen getränkt werden, oder wenn der Brei, woraus die Kohlenstäbe hergestellt werden, mit Wolframsäure oder deren Salzen vermengt wird.

Auf Grund dieser für die Firma Friedr. Krapp in Essen in Oesterreich-Ungarn vom 1. August 1893 (Kl. 21) patentirten Erfindung angestellte Versuche haben ergeben, dass Kohlenstäbe, für achtzehnstündige Brennzeit bestimmt, mit wolframsaurem Natron getränkt, eine einundzwanzigstündige Brennzeit liefern, wobei die untere Kohle die Grenze der Brennzeit bildete, die obere Kohle konnte noch 2 Stunden länger brennen. Wurde die untere Kohle im Durchmesser 1 mm stärker genommen, so wurde eine dreiundzwanzigstündige Brennzeit erzielt, also eine um 17 bezieh. 28 Proc. längere Brenndauer gegen nicht getränkte Kohle.

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