Titel: Neuere Biegemaschinen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1894, Band 292 (S. 25–30)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj292/ar292008

Neuere Biegemaschinen.

(Fortsetzung des Berichtes Bd. 291 S. 175.)

Mit Abbildungen.

Hilles und Jones' Blechbiegemaschine.

Bei dieser mittels Dampfmaschine betriebenen Biegemaschine (Fig. 14) wird nach American Machinist, 1892 Bd. 15 Nr. 51 * S. 2, ein doppelter Geschwindigkeitswechsel der Walzenbewegung durch eine Zwischenkuppelung erhältlich, wodurch je eines der Stirnräderwerke in Thätigkeit tritt. Hingegen erfolgt der Schaltungsbetrieb der beiden Lagerköpfe der Oberwalze gleichzeitig und gleichmassig mittels eines Winkelradwendetrieb Werkes bei schrägstehender Welle auf ein Winkelradpaar und eine wagerechte Welle, die in der Hauptebene der Maschine liegt und mit welcher zwei grosse Winkelräder betrieben werden, die zugleich Spindelmuttern sind.

Textabbildung Bd. 292, S. 25
Da eines dieser Winkelgetriebe hierzu ausrückbar ist, so kann eine Schräglage der Ober walze ermöglicht werden.

Textabbildung Bd. 292, S. 25

J. Cameron's Blechbiegemaschine.

Bei dieser 66 t schweren Dreiwalzenbiegemaschine (Fig. 15) können 25,4 mm starke, 6400 mm lange Stahlbleche kalt gebogen werden.

Nach The Engineer, 1892 Bd. 73 * S. 96, haben die gusseisernen Hohl walzen eine Länge von 6552 mm, die Ober walze 787 mm und die beiden Unterwalzen je 533 mm Durchmesser. Zudem sind die letzteren in der Längsmitte durch Stützrollen S (Fig. 17) unterstützt, weil ihre stählernen Walzenachsen fast, keine oder doch nur einen ganz geringen Beitrag zur Erhöhung der Biegungsfestigkeit der Walzen liefern können. Deshalb wird nur bei längeren Rohrwalzen (Fig. 16) die Achse in der Walzenmitte eingepasst, sonst aber die Schenkeldurchmesser stetig nach einem Ende zu verstärkt.

Weil ferner die biegende Oberwalze annähernd doch den doppelten Arbeitsdruck auszuhalten hat, so erklärt sich dadurch die Nothwendigkeit ihres grösseren Durchmessers von selbst.

Dies hat aber eine Vergrösserung des Krümmungshalbmessers der gebogenen Bleche im Gefolge, was wieder bei gewissen Arbeiten, wie z.B. beim Biegen der Blechschüsse für Masten und Raaen, nicht begrenzt sein darf.

Bei solchen Biegemaschinen mit starken Oberwalzen können daher Rohre von kleinerem Krümmungshalbmesser selbst dann nicht gerollt werden, (wenn eine schwache Zwischenwalze (Fig. 18) unter die Oberwalze eingesetzt würde.

Textabbildung Bd. 292, S. 25
Um Masten und Sparren zu erzeugen, erhält daher die Oberwalze der Biegemaschine selten mehr als 300 mm Durchmesser bei 3000 bis 3600 mm Länge, wobei das eine Lager der Oberwalzen zum Abheben, ausserdem aber noch die ganze Walzenachse zum Schrägstellen eingerichtet ist.

Eine wenn auch schwache Schräglage der oberen Walze ist aber auch bei grossen Biegemaschinen vorzusehen, was in unvollkommener Weise durch ballige Lagerschalen A (Fig. 19) erhalten wird. Besser ist in allen Fällen entweder eine gelenkige Aufhängung des Lagerkörpers A (Fig. 20) oder ein Lager mit Cylinderschalen B (Fig. 21), deren Schwingungsachse winkelrecht die Zapfenachse kreuzt, wobei die seitliche Führung des Lagerkörpers S erhalten bleiben kann.

Geschaltet wird die Tragschraube jedes Zapfenlagers unabhängig von der anderen und zwar nach jeder Richtung hin durch eine kleine Dampfmaschine (Fig. 15) mittelbar |26| bei Einschaltung je eines Winkelradwendetriebwerkes (Fig. 22 bis 24).

Der Walzenbetrieb erfolgt durch eine Zwillingsdampfmaschine mittels starker Räderübersetzung auf kleine Walzengetriebe, deren Zähne durch Seitenscheiben verstärkt sind, die bis zum Theilkreis reichen, während die anderen Getriebe bis zum Zahnkopf anschliessende, angegossene Seitenscheiben erhalten.

Textabbildung Bd. 292, S. 26

Th. Shanks' Blechbiegemaschine.

Für die Schiffswerfte von Harland und Wolff in Belfast ist nach Engineering, 1890 Bd. 50 * S. 529, von Thomas Shanks and Sons in Johnstone bei Glasgow die in Fig. 25 abgebildete Blechbiegemaschine gebaut worden, deren massive Stahlwalzen eine Länge von 9500 mm besitzen.

Während die Oberwalze einen Durchmesser von 762 mm hat, sind die beiden Unterwalzen bloss 432 mm stark und mittels je zwei Stützrollen, die am Gestellverbindungsrahmen sitzen, in der Länge entsprechend unterstützt. Jede dieser Walzen wird durch ein grosses Rad angetrieben.

Beide Räder erhalten ihre Bethätigung von einer gemeinschaftlichen, hochgelagerten Welle aus, wodurch das ganze Triebwerk in eine höhere Lage gebracht werden kann.

Textabbildung Bd. 292, S. 26
Dieses Triebwerk ist für einen dreifachen Geschwindigkeitswechsel eingerichtet, indem auf der Mittelwelle mit dem üblichen Riemenscheibensatz ein Doppelgetriebe sich mittels Stellhebel verschieben lässt.

Wenn nun das innere Getriebe in das obere grosse Stirnrad eingreift, so hat man einen unmittelbaren Betrieb desselben durch die Festscheibe. Da nun sowohl rechts als auch links von dieser Mittelwelle je eine Seitenwelle mit verschieden grossen Räderwerken ebenfalls axial verschiebbar angeordnet sind, so ist es leicht verständlich, dass bei ausgerücktem inneren Getriebe das äussere Getriebe der Riemenscheibenwelle mit je einer Seitenwelle in Verbindung kommen kann, von der aus das grosse Stirnrad bethätigt wird.

Textabbildung Bd. 292, S. 26
Die über der oberen Biegewalze lagernde Antriebwelle bedingt eine besondere Aufhängung der Walzenlager mittels Doppelspindel, deren Schaltbetrieb aus dem Schaubild (Fig. 25) ersichtlich ist.

Unter dem Einflüsse des Arbeitsdruckes ist eine Durchbiegung der sonst freien Oberwalze unvermeidlich.

Dementsprechend wird das gebogene Blech keine rein cylindrische, sondern eine bauchige, fassartige Form erhalten.

Textabbildung Bd. 292, S. 26
Um diesen Uebelstand zu beseitigen, hat man die Oberwalze ballig gemacht, in der Weise, dass z.B. eine 7600 mm lange schmiedeeiserne massive Walze in der Mitte 813 und an den Enden bloss 787 mm Durchmesser erhielt.

Textabbildung Bd. 292, S. 26
Dieses führte aber zu der weiteren Unzuträglichkeit, dass beim Biegen von schmäleren Blechen und nicht ganz mittelachsiger Einführung dieselben schief durch die Maschine laufen.

Hugh Smith's Blechbiegemaschinen.

Nach dem englischen Patent Nr. 12152 vom 2. August 1890 bestehen die hauptsächlichsten Verbesserungen in |27| dieser Dreiwalzenbiegemaschine (Fig. 26 bis 28) in einem starken Blechträger A, der an seinen Enden mittels Bolzen an die Druckspindeln E angelenkt und durch Vermittelung der Schneckenräder H getragen wird. An den Endköpfen D dieses Trägers A sind die Zapfenlager für die obere Biegewalze B angesetzt, während drei Stützrollen paare N (Fig. 28) die Walze B gegen Durchbiegung sichern sollen.

Textabbildung Bd. 292, S. 27
Aehnliche Stützrollenpaare, die auf den zwei Stahlgussbalken O liegen, sichern die beiden unteren Walzen gegen Durchbiegung und stellen eine starre Verbindung der beiden Lagerständer her. Angetrieben wird jede der beiden Unterwalzen durch grosse Stirnräder M mit Pfeilzähnen vermöge eines entsprechend übersetzenden Triebwerks durch offene und gekreuzte Riemen.

Dieselbe Antriebsweise mit zwei Riemen ist auch für den Stellbetrieb des oberen Lagerbalkens A angenommen.

Eine von Hugh Smith und Co. in Glasgow für die Fairfield Schiffswerfte gelieferte Biegemaschine ist nach Engineering, 1892 Bd. 51 * S. 688, in Fig. 29 dargestellt.

Textabbildung Bd. 292, S. 27
Die sämmtlichen Gestelltheile und Triebwerke sind aus Gusstahl gefertigt, während die Walzen aus geschmiedetem Stahl und der Lagerbalken für die obere Biegewalze aus Stahlblech hergestellt sind.

Niles' Blechbiegemaschine.

Niles' Tool Works in Hamilton, Ohio, haben nach Iron, 1890 Bd. 35 * S. 69, für das Norfolk Navy Yard eine 100 t schwere Vierwalzenblechbiegemaschine (Fig. 30) gebaut, mit welcher 38 mm starke und 4876 mm lange Bleche gebogen werden können.

Diese schon bedeutende Maschine wurde durch eine 250 t schwere überflügelt, welche von dem obengenannten Werk für die Vereinigte Staaten-Schiffswerft in Mare Island, Californien, geliefert worden ist.

Mit derselben können 50 mm starke und 5750 mm lange Blechplatten der Länge nach kalt gebogen werden. Hierzu dienen zwei 813 mm starke gegensätzlich umlaufende, mittels Räderwerke angetriebene Klemmwalzen (Fig. 30) und zwei seitliche, symmetrisch zur Hauptebene in Schrägschlitzen des Gestells stellbare Biegewalzen von 650 mm Durchmesser.

Diese vier zwischen den Lagerschalenbunden 6860 mm messenden Walzen sind aus Schmiedeeisen gefertigt und wiegen insgesammt 64 + 50 = 114 t, die Walzenständer sollen zusammen 30 t wiegen.

Textabbildung Bd. 292, S. 27
Während die obere Klemm walze in festen Lagern kreist, ist jedes Lager der unteren Klemmwalze um 125 mm in der Lothrechten mittels zweier 200 mm starker Schraubenspindeln stellbar. Dagegen können die seitlichen Biegewalzen in den Schrägschlitzen der Lagerständer mittels 180 mm starker Spindeln und Schneckentriebwerke bis 500 mm selbsthätige Verstellung erhalten.

Zur Sicherung dieser Triebwerke sind Reibungskuppelungen eingeschaltet; während behufs Angabe der Einstellung der Biegewalzen Zeigerwerke vorgesehen sind, die von den Spindelmuttern bethätigt werden.

An je einem Zapfen jeder der beiden Klemmwalzen ist ein Antriebrad von 3048 mm Durchmesser, 127 mm Zahntheilung und 381 mm Zahnbreite aufgekeilt.

Zum Walzbetrieb ist endlich eine stehende Zwillingsmaschine von 304 mm Cylinderdurchmesser und 406 mm Kolbenhub, zum Stellbetrieb der Biegewalzen eine ebenfalls umkehrbare Zwillingsmaschine von 250 mm Cylinderdurchmesser und 180 mm Kolbenhub vorhanden. (Nach Le Génie civil, 1890 Bd. 17 Nr. 26 * S. 402.)

Textabbildung Bd. 292, S. 27

Stehende Biegemaschinen.

Biegemaschinen stehender Anordnung werden ausschliesslich nach dem Dreiwalzensystem und zwar mit drei verschiedenen Antriebsarten gebaut. Entweder ist der gesammte Antrieb unter die Bettplatte gelegt (Niles' Tool Works) oder er ist in passender Weise auf beide Seiten verlegt, also unter der Grundplatte und über der Kopfplatte (Shanks), wobei nur die zwei Stützwalzen nach bekannter |28| Art angetrieben werden, oder es werden alle drei Walzen unmittelbar angetrieben (Sellers) in der Art, dass die festgelagerte Mittelwalze von oben ihren Antrieb erhält, während die stellbaren Stützwalzen von untenliegenden Triebwerken ihre Bethätigung erhalten.

Bei diesen stehenden Biegemaschinen ist Vorsorge getroffen, die Mittel walze mittels Krahnes auszuheben.

Textabbildung Bd. 292, S. 28

J. Clark's Flanschenbiegemaschine für Kesselböden.

Bei den älteren Flanschenbiegemaschinen von O'Brien (1887 266 * 149) bezieh. Davis (1890 277 * 548) waren für jeden Bodendurchmesser je zwei Formscheiben von entsprechender Grösse erforderlich.

Eine Verbesserung dieser Anordnung weist die Flanschenbiegemaschine von Jacob Clark in Germantown, Pa., auf, welche nach American Machinist, 1892 Bd. 15 Nr. 21 * S. 7, in Fig. 31 und 32 dargestellt ist.

Textabbildung Bd. 292, S. 28
Im oberen Gestellbalken liegt etwas einseitig nach rechts ein Kolben senkrecht verschiebbar, der mittels einer Armkreuzmutter niedergedrückt wird. An seinem unteren Ende ist mittels Spurzapfens freidrehend eine Tellerscheibe angeschlossen. Achsenrichtig wird am unteren Rahmengestellbalken eine Planscheibe in Kreisung versetzt, die mittels Kuppelungszähne an die stehende Spindel angesetzt ist, deren Bethätigung durch Stirn- und Winkelräder von etwas abseits liegenden Riemenscheiben erfolgt. Auf der Bahn des unteren Rahmenbalkens verschiebt sich mittels Stellspindel ein Schlitten, auf dem ein Schneckenradbogen mittels eines Handrades in Schwingung versetzt werden kann.

Da nun an Zapfen dieses Zahnradbogens zwei Hebel angelenkt sind, die mittels eines zweiten Winkelhebels ein Gehäuse um 90° zu drehen und gleichzeitig etwas vorzuschieben vermögen, welches um wagerechte Schildzapfen schwingt und dadurch eine Biegerolle von der wagerechten Achsenlage in die lothrechte bringt, kann bei entsprechender Anstellung an die glühende Blechscheibe der Rand derselben abgebogen werden, sobald ein entsprechendes Widerlager vorhanden ist.

Dieses ist nun durch eine Stützrolle gegeben, welche um einen Zapfen sich dreht, der in einem besonderen Schlitten steckt; letzterer ist mittels Lenker an den Hauptschlitten gebunden.

Durch diese Einrichtung werden die sonst erforderlichen geformten Planscheiben verschiedener Grösse erspart.

Nach beendetem Arbeitsgang wird, nach Lüftung der oberen Kreuzmutter, die obere Tellerscheibe durch das Hebelgewicht vom Werkblech abgehoben.

Textabbildung Bd. 292, S. 28

Hanson's Flanschenbiegemaschine für Kesselflammrohre.

Auf einer Bettplatte a (Fig. 33) ist ein Lager b für eine schrägliegende Planscheibe d aufgeschraubt, die mittels Riemenscheiben e, Stirnräder f, und Winkelräder g bethätigt wird.

Auf der Bettplatte ist ferner ein Führungsbock h stellbar, auf dessen Schrägbahn ein Lagerschlitten i durch eine Schraubenspindel k Verstellung erhält. In diesem schwingt mittels eines Schneckenradbogens l ein Hebelstück m, auf dessen Zapfen die -förmige Biegerolle n kreist, während um einen festen Zapfen die Gegenrolle o sich dreht.

Um nun dem mittels Spannbacken auf der Planscheibe aufgespannten Flammrohr noch einen Widerhalt zu geben, sind auf Querbahnen p zwei Schlitten q mit den Stützrollen r vorgesehen, welche mittels einer Rechts-Linksgangspindel gegensätzliche Einstellung erhalten. Gebaut wird diese Maschine von George Booth und Co. in Halifax.

U. Binns' Flanschenbiegemaschine für Kesselflammrohre.

Nach dem englischen Patent Nr. 17595 vom 15. October 1891 ist die biegende Formwalze E (Fig. 34 und 35) an |29| einem Zapfen drehbar, welcher in dem um den Bolzen H schwingenden Winkelhebel J eingesetzt ist.

In die Gabel dieses Winkelhebels J, welcher durch die Schnecke G um einen Bogen von 45° schwingen kann, ist mittels Schildzapfen ein Gehäuse L eingelegt, in welchem die eigentliche cylindrische Biegerolle K lagert.

Diese legt sich allmählich auf den äusseren Flanschenbord des Flammenrohres A auf, während die nachgerückte Formrolle E den abgerundeten Flanschenansatz formt, zu welchem Behuf die doppelte kegelförmige Gegenrolle M vorhanden ist.

Auf der Bettplatte C ist nun die getriebene Planscheibe B bezieh. der stellbare Führungsbock D aufgesetzt, während auf Querbalken des Lagerschlittens zwei einstellbare Stützrollen F für das Flammrohr A vorhanden sind.

E. Heaton's Flanschenbiegemaschine für Flammrohre.

Während bei Hanson's bezieh. Binns' Flanschenbiegemaschine das Flammrohr auf eine schrägliegende Planscheibe aufgespannt wird, die ganze Maschine demzufolge eine schräge Anordnung bekommt, erhält nach dem englischen Patent Nr. 16815 vom 22. October 1890 Heaton's Maschine (Fig. 36 bis 38) eine winkelrechte Aufrechtstellung.

Textabbildung Bd. 292, S. 29
Auf der Bettplatte kreist, getrieben vom Räderpaare C, die Planscheibe B, auf welcher das Flammrohr aufgespannt wird. In Spannschlitzen der Bettplatte ist der Ständer D aufgeschraubt, an dessen lothrechter Bahn der entlastete Schlitten E, durch die Tragspindel F gehalten, sich verstellen kann. An dem Schlittenkasten E sind die durch Schneckentriebwerke einstellbaren Biegerollen Q, Gegenrollen K in einer der vorbeschriebenen Maschine ähnlichen Anordnung angebracht.

Während in Fig. 37 die Aufstellung der Werkzeuge bei Beginn der Arbeit gezeigt sind, stellt die Fig. 38 die Endstellung der Rollen bei beendetem Arbeitsgang vor.

Eine nach diesem Patent von George Booth und Co. in Halifax ausgeführte Maschine ist nach Industries, 1891 Bd. 10 * S. 84, in Fig. 39 dargestellt, in welcher der Biegevorgang selbsthätig zur Durchführung gelangt.

Trägerbiegemaschine.

Zum Biegen der Walzenträger, Winkeleisen u. dgl. eignen sich Pressen mit Druckwasserbetrieb besonders gut. Trotzdem verdient eine einfache Trägerpresse mit Schraubenspindelbetrieb Erwähnung. Nach Engineering, 1890 Bd. 50 * S. 327, besteht diese Maschine aus einer starken Grundplatte mit zwei Nasen A (Fig. 40 und 41), in welcher Stützklötzchen eingelegt werden, einer Führung für den Druckstempel B, welcher durch die Schraubenspindel C und das Räderwerk D, E betrieben wird.

Textabbildung Bd. 292, S. 29
Weil das Zahnrad D auf die Schraubenspindel C festgekeilt ist, so muss das Getriebe E eine der axialen Verstellung entsprechende Breite erhalten.

Winkeleisenschränkmaschine.

Das Aufbiegen bezieh. das Zubiegen der Schenkel von Winkeleisen in veränderlicher Grösse, aber im stetigen Verlauf, oder das Schränken der Winkel ist im Schiffbau von grosser Wichtigkeit.

Von Davis und Primrose in Leith ist nach Engineering, 1890 Bd. 49 * S. 646, nach Arthur's System eine Winkeleisenschränkmaschine mit selbständigem Dampfbetrieb gebaut worden, welche auf Schienengleise fahrbar ist.

Textabbildung Bd. 292, S. 29
Dieselbe besteht im Wesentlichen aus einer glatten cylindrischen Walze a (Fig. 42), die von einem übersetzenden Rädertriebwerk b bethätigt wird.

Durch Winkel- und Stirnräder c, d wird eine Kegelscheibe e getrieben, zwischen welcher das Werkstück auf die Walze a gedrückt wird.

Eine zweite in einem Schlittengehäuse f frei lagernde Kegelscheibe g legt sich an die Kegelscheibe e und an die innere Fläche des aufrechten Winkelschenkels.

|30|

Da nun der Lagerschlitten f in einem Bogenschlitz h geführt wird, deren Krümmungsmittelpunkt in die untere Scheitelstelle der Kegelscheibe g fällt, so wird bei einer Linksverlegung des Lagerschlittens f mittels der Spindel i und dem Handrad k der Winkelschenkel geöffnet werden.

Findet diese Linksverlegung der Scheibe g noch weiter statt und wird der Werkstückwinkel unter die festgelagerte Kegelscheibe l gebracht, so wird der aufrechte Winkelschenkel zugebogen, der Winkel geschlossen.

Je nach der Einstellung dieser Kegelscheibe g werden verschiedene Schränkwinkel ermöglicht, deren Grösse vermöge eines Zeigerwerks m sichtbar gemacht werden kann.

Um nun diese Länge des durch die Maschine laufenden Winkels beurtheilen zu können, ist ein von der Antriebwelle mittels Schnecken- oder Schnurtriebwerke bethätigtes Zeigerwerk n vorhanden, an welchem die durchlaufenen Längen abgelesen werden.

Bei Beobachtung beider Zeigerangaben kann nach vorbestimmtem Plan bequem eine stetig zunehmende Schränkung der Winkel vorgenommen werden. Bei den neueren Maschinen ist die Walze a vollkommen glatt cylindrisch und es rücken alle drei Kegelscheiben e, g und l an das Werkstück an.

(Schluss folgt.)

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