Titel: Neuere Biegemaschinen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1894, Band 292 (S. 49–54)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj292/ar292012

Neuere Biegemaschinen.

(Schluss des Berichtes S. 25 d. Bd.)

Mit Abbildungen.

J. Laidlow's Transportschnecken-Biegemaschine.

Zur Wagerechtförderung von Körnerfrüchten, Mahlgut u. dgl. wird seit einigen Jahren eine Förderschnecke (Fig. 43) in Anwendung gebracht, die aus einer schraubenförmig gebogenen Flachschiene besteht, welche mittels Schraubenstifte frei um eine Welle befestigt wird und mit dieser in einem Blechkasten kreist. Zum Biegen dieser cylindrischen Schraube aus geraden Flachstäben dient nach Industries, 1891 Bd. 11 * S. 601, bezieh. nach dem englischen Patent Nr. 3697 vom 2. März 1891 die von Watson, Laidlow und Co. in Glasgow gebaute Biege- und Schränkmaschine (Fig. 44 und 45). Diese besteht im Wesentlichen aus zwei festgelagerten fliegenden Rollen B und D, welche vermöge eines Zwischenrades N im gleichen Drehsinn kreisen, und einer dritten stellbaren Biegerolle C, welche auch angetrieben zu den Rollen B und D gegensätzlich umläuft.

Textabbildung Bd. 292, S. 49
Während diese Rollen B und D sammt dem Zwischenrade N bezieh. der Hauptspindel E mit dem Schneckentriebwerk L und M im cylindrischen Gestellkasten lagern, sitzt der Zapfen für die Biegerolle C in einem Deckel F, welcher vermöge eines Schneckenradbogens V eine Winkelverstellung bis zu 45° ermöglicht.

Textabbildung Bd. 292, S. 49
Dadurch wird ohne Beeinträchtigung des Eingriffes der Räder O und K eine Verlegung der Biegerolle C gegen die Centrale der Rollen BD thunlich, wodurch der Krümmungshalbmesser der Cylinderschraube abgeändert werden kann.

Nun ist zur Abschränkung des gebogenen Reifens eine ansteigende Kreisbahn J vorgesehen, auf welcher das gebogene ablaufende Ende aufsteigt, wodurch die Steigung des Schraubengewindes dementsprechend erzeugt wird.

Da diese Deckplatte F mit der vertauschbaren Kreisbahn J um die Mittelrolle B schwingt, so ist eine Aussparung darin nöthig, um die zweite festlagernde Rolle D zu umgehen.

In den Biegerollen sind für die Aufnahme des Stabes Rillen eingedreht, und während zur Unterstützung des Biegevorganges eine Rücklaufbewegung derselben durch das Wendetriebwerk vorgesehen ist, dient zur vollständigen Abstellung der Maschine die übliche Losscheibe.

W. Allen McCool's Wellenrichtmaschine.

Nach dem D. R. P. Nr. 47171 vom 28. August 1888 stützt sich die abzurichtende Welle D (Fig. 46 und 47) auf die Seitenborde der beiden Walzen C, während die Biegerolle E durch die Schraubenspindel m gegen das hohl liegende Wellenstück niedergestellt wird. Da nun die beiden Stützwalzen C vermöge eines Schneckenradtriebwerkes B, J nach gleichem Drehsinn kreisen, so wird unter der Druckwirkung der Biegerolle E die Welle mitlaufen und längsseits mit der Zange d durchgezogen.

Textabbildung Bd. 292, S. 49

T. Barraclough's Drahtrichtmaschine.

Diese nach einem englischen Patent von Wood und Smith in verbesserter Ausführung von T. Barraclough und Co. in Manchester gebaute Richtmaschine (Fig. 48) ist nach Industries, 1890 Bd. 8 * S. 5, aus der eigentlichen |50| Richtvorrichtung, dem Zuführungswerk und der Abstecheinrichtung zusammengesetzt.

Das Richtwerk besteht aus einem rasch kreisenden Rahmen A, in welchem drei Backen B aus Phosphorbronze mit je drei Schrauben gegen dessen Drehungsachse hin stellbar sind.

Indem diese Backen gegen den in der Achsrichtung eingespannten Draht gedrückt werden, dieser aber längsseits fortbewegt wird, während die entsprechend eingestellten Backen um den festgehaltenen Draht kreisen, spielt sich der Richtvorgang ab.

Textabbildung Bd. 292, S. 50
Gehalten und fortgeschoben wird der Draht durch zwei Zangenklemmwerke DD1, welche auf einem festen Rundstab sich hin und her schieben, und zwar werden dieselben durch je ein Hängegewicht beständig nach links geschoben, während die Rechtsstellung durch Kammscheiben CC1 bewirkt wird.

Dadurch aber, dass die Auflagefläche des Kammscheibenkörpers excentrisch ausgebildet ist, erhalten die Zangentheile D zugleich eine Schwingung um den Stab E derart, dass bei deren Rechtsschwingung die Klemmung des Drahtes bewirkt, in der Schwingung nach links derselbe aber ausgelöst ist.

Weil aber die vermöge Stirnräder in langsamer Gangart umkreisenden beiden Kammscheiben genau gegensätzlich auf die Welle gekeilt sind, so findet mit Ausnahme der Wendestelle eine ununterbrochene und gleichmässige Rechtsverstellung des Drahtes statt.

Textabbildung Bd. 292, S. 50
Wie bereits angedeutet, findet an der Wendestelle der Curvenflächen von CC1 ein kurz andauernder Stillstand der Vorschubbewegung statt, während dessen das Abschneiden auf vorbestimmte Längen durchgeführt werden kann. Von der Kammscheibenwelle C wird mittels Versatzräder eine Daumenscheibe F bethätigt, an welcher ein Messerschlitten angelenkt ist, der gegen ein feststehendes Scherblatt geführt wird.

Um aber Drahtstücke von bestimmter Länge abzuschneiden, wird nicht nur die Umlaufszahl der Daumenscheibe F verhältnissmässig zur Umlaufszahl der Kammscheibenwelle C gemacht, sondern es werden ausserdem die Linksschwingungen der Zangenwerke durch stellbare Anschläge G1, welche auf einer Verbindungsstange angeordnet sind, auf ein bestimmtes Maass begrenzt.

Textabbildung Bd. 292, S. 50
Beträgt die Linksschwingung jeder einzelnen Kammscheibe C beispielsweise 75 mm, so entspricht dies für je eine Umdrehung der Kammwelle 2 . 75 = 150 mm Rechtsvorschub des Drahtes, und da z.B. auf je zwei Umdrehungen derselben eine Umdrehung der Daumenscheibe F entfällt, so werden damit Drahtstäbe von 300 mm Länge abgeschnitten.

Collins-Goodin's Drahtrichtmaschine.

Bei der nach American Machinist, 1890 Bd. 13 Nr. 1 * S. 6, in Fig. 49 abgebildeten Drahtrichtmaschine erfolgt die Kreisung des Richtkopfes durch unmittelbaren Riemenantrieb, der Vorschub des Drahtes durch Speisewalzen mittels Schnurantriebes, während das Abstechen der Drahtlängen durch zwei Kammscheiben bewirkt werden soll, von denen die eine das Schneidmesser und die andere die Klemmvorrichtung des Drahtes bethätigt. Ueber weitere Einzelheiten gibt die Quelle und das Schaubild keinen Aufschluss.

Textabbildung Bd. 292, S. 50
Gebaut wird diese Maschine von Collins-Goodin Mfg. Co. in St. Louis, Mo.

Kronenberg und Prinz' Richtmaschine.

Nach dem D. R. P. Nr. 54160 vom 18. Februar 1890 wird der Stab, Draht oder das abzurichtende Rohr a (Fig. 50) mit dem Klemmfutter f durch den Hebel k und die Stange d in die Hohlspindel b gespannt, welche mit der Riemenscheibe c in rasche Drehung versetzt wird, sobald das |51| freie Stabende durch den Handhebel h an die feststehende Bogenführung m angedrückt wird, wodurch alle Biegungen des Werkstückes verschwinden sollen.

John Laidlow's Rohrbiegemaschine.

Waston, Laidlow und Co. in Glasgow bauen nach Industries, 1891 Bd. 11 * S. 529, die in Fig. 51 und 52 dargestellte Rohrbiegemaschine.

Textabbildung Bd. 292, S. 51
Auf der Bettung B lagert der aus mittlerer Fest- und seitlichen Losscheiben bestehende Doppelriementrieb, mit welchem durch das Stirnradpaar G eine Querwelle betrieben wird, die mittels Winkelräder I und I1 die festgelagerten Stützrollen D und E in gleichem Drehsinn bethätigt.

In der Längsbahn der Bettung B gleitet, mittels einer Handradspindel NO betrieben, ein Schlitten C, in welchem um feste Zapfen zwei Biegerollen A kreisen, von denen die eine durch Vermittelung der Räderwerke KLM thätig angetrieben wird, während die andere frei umläuft.

Der wechselnden Einstellung des Schlittens entsprechend, bildet der Zapfen des Zwischenrades L den Gelenkpunkt zweier Hebelschienen, so dass der Antrieb der Gegenrolle A von der Stützrolle E ungestört verlaufen kann.

H. E. Fowler's Rohr- und Schienenbiegemaschine.

Bei dieser von H. E. Fowler in New Haven, Connecticut, erfundenen Biegemaschine verläuft der Arbeitsgang in folgender Weise. Nach Revue industrielle, 1892 Bd. 37 * S. 361, wird mittels einer durch ein Schneckenradtriebwerk FG (Fig. 53 bis 56) bethätigten Curvennuthscheibe H, deren Arbeitscurve nach einer archimedischen Spirale ausgebildet ist, ein Doppelhebel go in Schwingung versetzt.

Textabbildung Bd. 292, S. 51
Indem nun das obere Hebelende o seine linksgerichtete Bewegung in zwei Absätzen ausführt, welche dem kurzen steilansteigenden Theil der Curvennuth und dem langen Bogentheil der Curvenscheibe H entsprechend kurz und langandauernd sind, werden diese Schwingungswege des oberen Hebelendes o verhältnissmässig zu den Radien der Curvennuth stehen, derart, dass auf die rasche Linksbewegung zwei und auf die langsame daran ansetzende Linksbewegung annähernd nur ein Wegtheil der ganzen Ausschwingung entfällt.

Hierbei nimmt dieser Hebel o einen Oberschlitten n mit, welcher in einem Unterschlitten d sich führt, der wieder vom Oberschlitten mitgenommen wird, wobei an den Anschlagstellen ein Spielraum vorgesehen ist.

Während nun am Unterschlitten d die festen Drehzapfen zweier Klemmhebel l angebracht sind, befinden sich am Oberschlitten n die Stifte für die Lenkerschienen der Kniehebelenden von l. Dadurch müssen bei einer Linksbewegung des Oberschlittens n die Stellschrauben dieser Hebel sich nähern, und da sich diese auf zwei bewegliche Spannbacken E stützen, so wird naturgemäss das zwischengelegte Werkstück festgeklemmt.

Wenn nun nach erfolgtem Anschlag beider Schlitten die Linksschwingung derselben sich fortsetzt, so muss im weiteren Verlauf das Werkstück diese Linksbewegung mitmachen.

Dabei wird es achsenrichtig an einem festen Führungsbacken |52| I vorbei geführt und zwischen zwei Formrollen D und D1 geleitet, welche um stehende Zapfen frei umlaufen.

Textabbildung Bd. 292, S. 52
Indem nun die Zapfenplatte der grösseren Formrolle D winkelrechte Einstellung gegen die Längsachse der Klemmbacken E vermöge einer Schraubenspindel k erhalten kann, schwingt die Schlitzplatte a um den Zapfen von D. In dieser Platte a ist nun mittels einer zweiten Schraubenspindel b die Zapfenplatte für die kleine Biegerolle D1 je nach der verlangten Krümmung des Werkstückes stellbar. Um nun die äusserste Linksstellung dieser Zapfenplatte a zu sichern, ist am Unterschlitten d eine Bogenschiene c angelenkt, welche an diese Zapfenplatte a anschlägt, sobald der Unterschlitten seine Linksbewegung verfolgt, während zur Abminderung der Reibung eine kleine Rückenstützrolle im Führungsbacken vorgesehen ist.

Dagegen wird die Rechtslage der Zapfenplatte a vermöge einer Anschlagschraube e erhalten, welche in einem Böckchen g sich einschraubt, und die vermöge eines Mutterschlosses fi (Fig. 54 und 55) versichert wird. Diese Vorkehrungen sind nothwendig, sobald man Krümmungen ausführen will, die grösser sind als die Hauptrolle D.

Werden aber Krümmungen von der Grösse der Hauptrolle D verlangt, so wird die Biegerolle D1 berührend an D gestellt. Um ferner das gebogene ablaufende Werkstückende abzuschränken, dient ein in der Höhenrichtung stellbares Röllchen I1, welches sich auf einem an der linken Tischecke geschraubten Winkelbock befindet.

Weil nun der Biegevorgang sich während der durch die Klemmbacken E bedingten Vorbewegung zwischen den Formrollen D1 und D abspielt; so braucht die Rohrseele nicht mit Kernmaterial, Harz, Pech o. dgl. gefüllt zu sein, es wird daher durch dieses Arbeitsverfahren ein wesentlicher Vortheil erreicht. Nach diesem Verfahren können Rohre bis 200 mm Durchmesser gebogen werden. Beispielsweise sind Rohre von 76, 63 und 31 mm Durchmesser auf Bögen von 230, 152 und 102 mm Halbmesser gekrümmt, wobei die Leistung bei gleichmässig gewundenen Rohrschrauben bis 1 m in der Minute für Kraftbetrieb mittels Riemenscheibe c ansteigt.

Auch für Winkeleisen und Eisenbahnschienen ist dieses Biege verfahren nutzbar gemacht. Mit der Maschine Fig. 57 werden schwere Eisenbahnschienen bis auf einen Krümmungshalbmesser von annähernd 1 m gebogen; wobei die Leistung mittels Handbetrieb auf 150 mm, mit Kraftbetrieb aber von 450 bis auf 600 mm Länge in einer Minute gebracht werden kann.

Niles' stehende Biegemaschine.

Für die Boston bezieh. Mare Island Navy Yard ist von Niles Tool Works in Hamilton, Ohio, nach American Machinist, 1892 Bd. 15 Nr. 19 * S. 1, je eine der in Fig. 58 abgebildeten Biegemaschinen geliefert worden. Mit derselben können 38 mm starke Bleche von 3048 mm Breite kalt gebogen werden; die schmiedeeiserne vordere Biegewalze hat 470, jede der beiden Stützwalzen 394 mm Durchmesser.

Zum Stellbetrieb der Biegewalze dient eine Zwillingsmaschine von 152 mm Cylinderbohrung und 178 mm Kolbenhub, zum Walzenbetrieb eine zweite von 203 mm Cylinderbohrung und 254 mm Kolbenhub. Beide Maschinen sind mit Coulissensteuerung zum Rücklauf eingerichtet.

Beide Lagerständer sind mittels viereckiger Hohlsäulen verbunden, das Ganze jedoch mit sechs kurzen Säulenstutzen auf die Grundplatte gestützt.

Shank's stehende Biegemaschine.

Für die Fairfield Schiffswerfte ist von Thomas Shanks und Co. in Johnstone bei Glasgow nach Engineering, 1890 Bd. 50 * S. 480, eine stehende Biegemaschine (Fig. 59) für 38 mm starke und 3810 mm hohe Blechplatten gebaut worden, deren Biegewalzen je 406 mm Durchmesser haben.

Textabbildung Bd. 292, S. 52
Diese letzteren werden durch Druckrollenpaare von 304 mm Breite und von 254 bezieh. 457 mm Durchmesser gegen Durchbiegung gesichert, weshalb die Griffnuthen |53| an diesen Stellen des Walzenumfanges unterbrochen sind.

Eine 203 mm starke Verbindungswelle betreibt gleichzeitig das obere und untere Stirnrad für die Stützwalzen, deren Zahntheilung zu 89 mm angegeben ist. Die Betriebskraft wird von einer Zwillingsmaschine von 305 mm Durchmesser geliefert, wobei mittels eines Vorgeleges ein Geschwindigkeitswechsel ermöglicht wird.

Textabbildung Bd. 292, S. 53
Von diesem aus wird mittels Riemen der Stellbetrieb der Biegewalze abgeleitet, welche in einem langen Führungsschlitz der Lagergestelle so weit herausgeschoben wird, um beim Ausheben am oberen grossen Triebrad vorbei gehen zu können. Das hohlgegossene Maschinengestell bedarf keiner weiteren Erwähnung.

W. Sellers' stehende Biegemaschine.

Wie bereits vorerwähnt, werden bei dieser Dreiwalzenbiegemaschine alle drei Walzen bethätigt und während die eigentliche mittlere Biegewalze festgelagert ist, werden die beiden Stützwalzen entsprechend verstellt.

Textabbildung Bd. 292, S. 53
Nach American Machinist, 1891 Bd. 14 Nr. 27 * S. 1, wird die 457 mm starke Biegewalze von oben mittels eines 1524 mm grossen Stirnrades von 280 mm Zahnbreite und 101 mm Zahntheilung bethätigt, dagegen ist der Antrieb der 381 mm starken Stützwalzen unter der Grundplatte angeordnet.

Um nun die Geschwindigkeitsunterschiede, welche die inneren und äusseren Cylinderflächen des gebogenen Werkstückbleches zeigen, auszugleichen und ein Gleiten der Walzenoberfläche am Werkstück zu verhindern, sind im Triebwerk der Stützwalzen Reibungskuppelungen eingeschaltet, welche genügenden Leergang ermöglichen.

Durch den gleichzeitigen Betrieb aller drei Walzen wird ein den stehenden Biegemaschinen mit freilaufender Biegewalze anhaftender Mangel beseitigt, der darin beruht, dass das Eigengewicht der Biegewalze den Biegevorgang nicht zu unterstützen vermag und daher leicht gleitet.

Durch den Antrieb der mittleren Biegewalze wird diese zur Hauptarbeit herangezogen und die beiden Stützwalzen von dieser Arbeit entlastet. Während zum Walzenbetrieb eine stehende Zwillingsmaschine vorhanden ist, dient zum selbständigen Stellbetrieb der beiden Stützwalzen eine kleinere Zwillingsdampfmaschine mit Coulissensteuerung.

Textabbildung Bd. 292, S. 53
Die aus Blechplatten gebauten beiden Lagerständer sind mittels Rohrsäulen und Kreuzzugstangen zu einem Gestellsystem verbunden und da die untere Lagerplatte das Triebwerk der Stützwalzen verdeckt, sonst auch in der Quelle keine weiteren Angaben vorhanden sind, so kann der Zusammenbau der eigentlichen Antriebsmittel nur vermuthet werden.

Hilles und Jones' Blechrichtmaschine.

Blechrichtmaschinen können als eine stetige Reihe von Dreiwalzenbiegemaschinen angesehen werden. Weil die abzurichtenden Bleche selten stärker als 12 bis 20 mm und selten breiter als 2000 mm sind, so wird den cylindrischen Stahlwalzen ein Durchmesser von 200 bis 300 mm gegeben.

Diese Richtmaschinen werden mit 7, 8 oder 9 Walzen in folgenden Anordnungen ausgeführt.

Entweder sind drei in gleicher Richtung umkreisende untere Stützwalzen und mittelständig vier gleichzeitig stellbare obere Biegewalzen (Fig. 60) in einer Maschine vereinigt.

Die Anordnung (Fig. 61) mit vier betriebenen Unterwalzen und drei Biegewalzen ist weniger beliebt.

Textabbildung Bd. 292, S. 53
Dagegen ist eine von Hilles und Jones in Wilmington, Del., gebaute und nach American Machinist, 1892 Bd. 15 Nr. 15 * S. 1, in Fig. 64 abgebildete Blechrichtmaschine mit acht Walzen von 230 mm Durchmesser und 1836 mm Länge bemerkenswerth.

Von diesen sind die drei Unterwalzen (Fig. 62) bethätigt, während die drei mittelständigen Oberwalzen gleichzeitig und gleichmässig mittels Handrad niedergestellt werden können.

|54|

Dafür lagert über der vierten Unterwalze die vierte Oberwalze, welche ganz unabhängig von den übrigen stellbar ist. Dadurch werden ein paar Klemm walzen erhalten, die den Richtprocess wirksam unterstützen.

Weil der Richtvorgang erst bei wiederholtem Durchgang des Bleches durchführbar ist, so wird die Hauptbewegung am einfachsten durch Einschaltung einer doppelten Reibungskuppelung zwischen die Antriebscheiben umgekehrt.

Durch einen ins Langsame übersetzenden Rädersatz erhält die mittlere Unterwalze ihre Bethätigung, welche, als Welle dienend, die empfangene Triebkraft durch drei auf Zapfen laufende Zwischenräder (Fig. 62) auf die Nachbarwalzen überträgt.

Aller Wahrscheinlichkeit nach erhält die abseits liegende untere Klemm walze auch hiervon ihren Antrieb, mit Bestimmtheit ist dies aus der angegebenen Quelle nicht zu erkennen.

Bei Maschinen zum Richten stärkerer Bleche findet man auch neun Walzen (Fig. 63) angewendet.

Pregél.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: