Titel: Neuere Maschinenelemente.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1894, Band 292 (S. 107–108)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj292/ar292033

Neuere Maschinenelemente.

Mit Abbildungen.

1) Schraubensicherungen.

Ebenso mannigfaltig wie Zweck und Verwendung der Schrauben sind, so mannigfaltig ist auch die Art und Weise der Sicherung. Von den beiden Mitteln, Sperrvorrichtungen und Klemmungen, wird ziemlich gleichmässig Gebrauch gemacht; nicht selten sind auch beide Methoden mit einander verbunden. – Wesentlich neue Schraubensicherungen sind indess in der letzten Zeit nicht bekannt geworden.

Textabbildung Bd. 292, S. 107
Die Schraubensicherung von W. J. Welch in Wellington Street, Strand, wird nach Engineer vom 3. November 1893 dadurch bewirkt, dass, wie Fig. 1 und 2 zeigen, durch ein Keilloch des Schraubenbolzens ein anziehbarer Nasenkeil gelegt wird, der um eine Sechskantseite herumgebogen wird. Diese Sicherung wird als sehr zuverlässig bezeichnet.

Die Schraubensicherung mit Längsnuthen am Bolzen und Zähnen an der Mutter von Elliott und Blackstock (D. R. P. Nr. 59467 vom 27. Januar 1891) wird bewirkt, wie Fig. 3 und 4 zeigen, mit Hilfe einer oder mehrerer in den Schraubenbolzen eingeschnittener Längsnuthen und einer mit der Mutter fest verbundenen Sicherungsplatte mit aufrecht stehenden Zähnen C. Diese Zähne können bei entsprechender Mutterstellung umgebogen werden, so dass der eine oder andere Zahn sich in eine der Längsnuthen einzulegen vermag. Ferner ist in der Mutter E unterhalb der Sicherungsplatte eine Vertiefung I angeordnet zu dem Zwecke, ein Abwärtsbiegen des betreffenden, in eine Nuth des Bolzens eingreifenden Zahnes zur Lösung der Sicherung zu ermöglichen.

Textabbildung Bd. 292, S. 107
Ein in ähnlicher Form oftmals verwendetes Mittel zur Sicherung der Schrauben ist A. Gross in Sidney durch D. R. P. Nr. 60181 vom 16. April 1891 geschützt worden. Der Bolzen ist mit einer Nuth versehen, in welche ein gegen Längsverschiebungen durch einen verbreiterten Kopf geschützter Einlagestift gelegt ist. Nach dem Anziehen wird der Stift über die Mutter und über die Sechskantseitenfläche gebogen und hält so die gegenseitige Lage fest.

E. Wall und G. H. Frecknall in Northampton geben eine Sicherung an, bei der eine in eine Längsnuth des Schraubenbolzens greifende Splinte zur Verwendung kommt (D. R. P. Nr. 67482). Die Enden der Splinte sind nach auswärts gebogen und sperren nach aussen durch Federung.

Textabbildung Bd. 292, S. 107
Es sind noch mehrere Patente ertheilt ähnlich den vorher besprochenen, die jedoch so wenig Bemerkenswerthes enthalten, dass sie hier unerörtert bleiben können.

Textabbildung Bd. 292, S. 107
Die Schraubensicherung mit über die Mutter geworfenem Sperrbügel von Julius Alexander in Breslau (D. R. P. Nr. 65388 vom 5. Februar 1892), Fig. 5 bis 7, wird durch einen über die Mutter geworfenen Sperrbügel bewirkt. Dieser Bügel wird durch Einführung in einem <-förmigen Schlitz des verlängerten Schraubenbolzens gegen Lösung gesichert und durch Näherung der Zunge z gegen x oder durch Umhauen der Zähne yy, vv des Bügels gegen die benachbarten Mutterflächen gehalten.

Engineer vom 1. September 1893 gibt Beschreibung |108| und Abbildung (Fig. 8 und 9) von einer von W. H. Severn, Great George Street, Westminster, eingeführten Schraubensicherung, bei der die Feststellung durch eine plattenförmige Gegenmutter bewirkt wird, die das Anziehen in Folge des Eigengewichtes des überstehenden Theiles selbsthätig besorgt. Damit dieser Theil stets in die wirksamste Lage gebracht, d.h. wagerecht gestellt werden könne, ist der Kopf des Bolzens mit einem Vierkant versehen, so dass er ohne Schwierigkeit in eine andere passende Stellung gebracht werden kann. Diese Sicherung soll sich auch insbesondere für die Verlaschung von Eisenbahnschienen eignen.

Textabbildung Bd. 292, S. 108
Bei der Sicherung für Kopfschrauben von W. Vockerodt in Mühlhausen, Thüringen (D. R. P. Nr. 73445 vom 23. Juli 1893), ist in den Kopf der Schraube eine elastische Einlage C gelegt, gegen welche sich die abgeschrägten Knaggen D stützen. Letztere greifen in eine über den Schraubenkopf geschobene Hülse E, die mittels eines Stiftes gegen die Unterlage gesperrt ist. In Folge der Elasticität der Einlage C werden die Stifte D in die Hülse E geschoben und bewirken die Sicherung.

Bei der Schraubensicherung von Bernhard Münsberg in Berlin (D. R. P. Nr. 67388 vom 3. September 1892), Fig. 11, sind die beiden Muttern unter einander mit einem Gewinde verschraubt, dessen Ganghöhe von demjenigen der Schraubenspindel sehr wenig abweicht, so dass beim Verschrauben der Muttern gegen einander sofort ein Festklemmen erfolgt.

Textabbildung Bd. 292, S. 108
C. Banovits in Budapest erreicht die Schraubensicherung nach dem D. R. P. Nr. 64791 vom 23. Mai 1891 dadurch, dass er dem unteren Theile der Schraubenmutter eine schwach konische Form gibt bei vollem ringförmigen Querschnitt. Beim Anziehen der Schraube tritt der konische Theil der Mutter in einen entsprechenden Konus des zu verschraubenden Theiles, in welchen er sich einzwängt. Dies kann so weit getrieben werden, dass die ursprünglich lose drehbare Schraubenspindel von dem konischen Ansatz selbst zusammengedrückt und festgeklemmt wird.

Textabbildung Bd. 292, S. 108
M. Albers in Gevelsberg benutzt nach seinem D. R. P. Nr. 58385 vom 30. Januar 1891 zur Schraubensicherung einen in der Unterlegscheibe festgeklemmten Anlegekeil. Zu dem Zwecke ist, wie Fig. 12 zeigt, in der Unterlegscheibe in schräger Stellung zur Mutter eine Brücke ausgepresst, durch welche sich der parallel zur Mutterseite liegende Keil vorschieben lässt und somit die Mutter festhält. Wo es angängig ist, wird man dem Keile eine solche Stellung geben, dass er durch das eigene Gewicht angezogen bleibt.

Eine Sicherheitsschraubenmutter ist von Th. Gare und Th. S. Hardeman in Manchester angegeben und denselben unter D. R. P. Nr. 72892 vom 12. October 1892 patentirt worden. Diese Sicherheitsmutter (Fig. 13) wird aus Stabeisen von trapezförmigem Querschnitt von einer solchen Ganghöhe gewickelt, dass die einzelnen Gänge von dem eingeschnittenen Gewinde durchschnitten werden, wodurch eine solche Spannung von den einzelnen Windungen der Mutter ausgeübt wird, dass sich diese auf den Bolzen festklemmt.

Textabbildung Bd. 292, S. 108
Textabbildung Bd. 292, S. 108
In ähnlicher Weise ist die Sicherheitsschraubenmutter der Elastic Nut Co. in Milwaukee eingerichtet (Oesterreichisch-Ungarisches Privilegium vom 19. November 1892). Bei derselben wird die Mutter aus einem Stück Flacheisen von der Form Fig. 16 gebogen, so dass in der fertigen Mutter die Enden a und b einen schwalbenschwanzförmigen federnden Verschluss bilden. Die fertige Mutter ist in Fig. 14 und 15 dargestellt.

(Fortsetzung folgt.)

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