Titel: Preisausschreiben des Vereins Deutscher Eisenbahnverwaltungen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1894, Band 292/Miszelle 4 (S. 120)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj292/mi292mi05_4

Preisausschreiben des Vereins Deutscher Eisenbahnverwaltungen.

Nach einem Beschlusse des Vereins Deutscher Eisenbahnverwaltungen sollen alle 4 Jahre Preise im Gesammtbetrage von 30000 M. für wichtige Erfindungen und Verbesserungen im Eisenbahnwesen ausgeschrieben werden, und zwar:

A. für Erfindungen und Verbesserungen in den baulichen und mechanischen Einrichtungen der Eisenbahnen

ein erster Preis von 7500 M., ein zweiter Preis von 3000 M., ein dritter Preis von 1500 M.

B. für Erfindungen und Verbesserungen an den Betriebsmitteln bezieh. in der Unterhaltung derselben

ein erster Preis von 7500 M., ein zweiter Preis von 3000 M., ein dritter Preis von 1500 M.

C. für Erfindungen und Verbesserungen in Bezug auf die Verwaltung und den Betrieb der Eisenbahnen und die Eisenbahnstatistik, sowie für hervorragende schriftstellerische Arbeiten über Eisenbahnwesen

ein erster Preis von 3000 M. und zwei Preise von je 1500 M.

Ohne die Preisbewerbung wegen anderer Erfindungen und Verbesserungen im Eisenbahnwesen einzuschränken und ohne andererseits den Preisausschuss in seinen Entscheidungen zu binden, wird die Bearbeitung folgender Aufgaben als erwünscht bezeichnet:

a) Verbesserungen in der Bauart der Locomotivkessel, insbesondere solche, durch welche ohne erhebliche Vermehrung des Eigengewichts grössere Sicherheit gegen Explosionsgefahr oder bessere Ausnutzung des Brennstoffes, Verhütung des Funkenfluges und Verminderung der Unterhaltungskosten erzielt wird.

b) Herstellung eines dauerhaften Kuppelungsschlauches für Dampf-, Wasser und Luftleitungen an Fahrbetriebsmitteln.

c) Eine Einrichtung, durch welche die Verbindung von Wagen mit selbsthätiger amerikanischer Kuppelung und solcher mit Vereinskuppelung sicher und gefahrlos vorgenommen werden kann.

d) Herstellung einer zweckmässigen und billigen Rangirbremse für Güterwagen.

e) Selbsthätige Sicherung der Fahrstrasse beim Durchfahren eines Zuges gegen verfrühte Umstellung der Weichen.

f) Eine einfache Vorrichtung, welche anzeigt, dass der einfahrende Zug das Markirzeichen der Weiche ungetheilt, d.h. sammt dem Schlusswagen, passirt hat.

g) Eine Wägevorrichtung, mittels welcher einzelne rollende oder lose gekuppelte Wagen eines ganzen Zuges mit hinreichender Genauigkeit abgewogen werden können.

h) Vorschlag und Begründung einer Vereinfachung der Wagenmiethe-Abrechnung.

Ausgeschrieben werden die Preise für den 8jährigen Zeitabschnitt vom 16. Juli 1887 bis 15. Juli 1895. Die Bewerbungen müssen während des Zeitraumes vom 1. Januar bis 15. Juli 1895 postfrei an die geschäftsführende Verwaltung des Vereins, Kranold, Berlin SW., Bahnhofstrasse 3, von wo auch weitere Auskunft ertheilt wird, eingereicht werden.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: