Titel: Schweisslose Ketten.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1894, Band 292/Miszelle 6 (S. 215–216)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj292/mi292mi09_6

Schweisslose Ketten.

Wie Stahl und Eisen mittheilt, fand in Gegenwart zahlreicher Fach- und Finanzleute auf dem Walzwerk Germania in Neuwied am 5. Mai d. J. die Vorführung eines neuen Walzverfahrens zur Herstellung schweissloser Ketten nach Patenten von Klatte statt. Das patentirte Walzwerk besteht aus vier dicht an einander anschliessenden Kopfwalzen, deren Achsen |216| senkrecht bezieh. wagerecht liegen. Das Zwischenerzeugniss ist ein Stab mit kreuzförmigem Querschnitt; aus ihm werden vermöge der muschelartigen Aussparungen auf den Winkelflächen der Kopfwalzen mit verhältnissmässig sehr wenig Abfall die Kettenglieder in einem Arbeitsvorgange bis auf eine sehr geringe Nacharbeit fertig gewalzt. Bei den im praktischen Maasstab aufgeführten Versuchen wurden mit einer Geschwindigkeit von etwa 8 m in der Secunde Ketten von 26 bezieh. 30 mm Dicke der Glieder gewalzt. Wegen mangelnder Einrichtung zum Erwärmen der Kreuzstäbe bis auf helle Rothglut blieb die Länge der Walzstücke auf etwa 2 m beschränkt; sie genügte indessen, um den Nachweis zu erbringen, dass das Princip des Walzens schweissloser Ketten von Klatte nach vielen und mühsamen Vorarbeiten nunmehr erfolgreich gelöst ist. Ein endgültiges Urtheil über das Verfahren lässt sich erst fällen, wenn Ergebnisse von Zerreissversuchen mit den schweisslosen Ketten vorliegen und das Walzwerk sich als den Anforderungen eines dauernden Betriebes gewachsen erwiesen hat.

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