Titel: Vorkommen und Anwendung des Glimmers.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1894, Band 292/Miszelle 4 (S. 264)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj292/mi292mi11_4

Vorkommen und Anwendung des Glimmers.

Weisser Glimmer kommt, soweit bekannt, in Norwegen nur an einem Orte in gewinnungswerther Menge vor, nämlich in Rakkestad an der Südküste. Aber in einer Tiefe von 10 bis 12 m musste auch dieser Betrieb eingestellt werden, weil das Material zu unrein wurde und mit Kiesen und Rostflecken behaftet war. In den Jahren 1885/90 fand von hier aus nach Amerika, Deutschland und Frankreich eine Ausfuhr statt, deren Werth für Amerika 37675 M. betrug (gegen 13 M. das Pfund). Ausser zu Ofenscheiben verwendet man Glimmer zu Compassplatten, zu Isolatoren bei elektrischen Beleuchtungsmotoren, als Pulver in Tapeten, feuerfesten Papieren und als Beimengung für Maschinenöle. Aber im Verhältniss zum Weltmarkt stehen die amerikanische Union (Nord-Carolina) und Russland als Glimmerproducenten obenan. In den letzten Jahren soll auch Asien bedeutende Mengen geliefert haben. Sind die Glimmerplatten mindestens 5 × 5 cm gross, so sind sie verkäuflich, aber deren Werth steigt bedeutend mit der Grösse. Während man 5 × 5 cm-Platten mit nur 0,4 M. bezahlt, erreichen solche von 8 × 13 cm schon 8 bis 9 M. Die Stärke der Platten wechselt zwischen 1,0 und 0,1 mm, aber am meisten wird die Stärke von 0,2 mm gesucht. Die Platten werden zugeschnitten, wobei ein sorgfältiges Schneiden eine grosse Rolle spielt; schlecht zugeschnittene Platten können bis 50 Proc. an Werth verlieren, und solche mit Rissen oder Riefen in den Kanten oder mit Rostflecken sind von geringem oder keinem Werthe. (Norges geologiske undersögelse nach Oesterreichische Zeitschrift.)

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