Titel: Verzinnen kleiner Gegenstände auf mechanischem Wege.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1894, Band 293/Miszelle 4 (S. 144)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj293/mi293mi06_4

Verzinnen kleiner Gegenstände auf mechanischem Wege.

Kleine Gegenstände, Nägel, Stifte, Schnallen u. dgl., erhalten nach folgendem Verfahren einen gut deckenden Zinnüberzug. In einen aus Eisen oder Thon bestehenden Topf werden die zu verzinnenden Sachen hineingelegt, worauf man soviel Zinn hinzugibt, als dieselben annehmen sollen, Salmiakpulver darauf streut und den Inhalt über dem Feuer erhitzt, bis das Zinn zu schmelzen beginnt und sich Salmiakdämpfe entwickeln. Darauf sind die Theile gründlich durch einander zu werfen, womit man so lange fortfährt, bis sämmtliche Gegenstände einen Zinnüberzug zeigen. Dann gelangen die Theile ins Wasser und werden sofort in erwärmten Sägespänen getrocknet.

Die Schwierigkeit einer guten Ausführung dieses Verfahrens besteht darin, das Zinn genau abzupassen, da bei zu wenig Zinn ein schlechter, unvollkommener Ueberzug zu Stande kommt, während bei Zinnüberschuss die Gegenstände an einander schmelzen, wodurch grössere Mengen Zinn verbraucht werden, was gerade bei diesem Verfahren vermieden werden soll. Das Durcheinanderrütteln hat bis zu dem Augenblicke zu geschehen, wo aus dem Behälter die Theile ins Wasser fallen.

Eine andere Methode, Massenartikel zu verzinnen, besteht darin, dass man dieselben in ein Steingutsieb bringt, das Sieb durch Auflösung von Chlorammon oder Chlorzinklösung zieht und darauf in das im eisernen Kessel geschmolzene und mit Salmiak, Colophonium oder Talg bedeckte Zinn eintaucht. Nachdem die Gegenstände den passenden Wärmegrad angenommen haben, wird das Sieb herausgenommen, der Inhalt gründlich durch einander geworfen und entweder ins Wasser gebracht oder auf Eisenblech ausgebreitet. Diese Verzinnungsart ist bei Gegenständen angebracht, die vermöge ihrer Gestalt oder Grösse in Siebe gebracht werden können, die einigermaassen grosse Löcher besitzen, damit das überflüssige Zinn bald wieder abfliessen kann. Das Sieb ist vor dem Eintauchen in das Zinnbad zu erwärmen, um ein Zerspringen desselben zu verhüten. Man kann sich auch mit Vortheil ein Sieb aus starkem Eisendrahtgewebe herstellen, das man vor Gebrauch in irgend eine verdünnte Säure taucht und an der Luft getrocknet wird, um das Anhaften des Zinnes zu verhindern. Sz.

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