Titel: Weisses Email auf Gusseisen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1894, Band 293/Miszelle 3 (S. 216)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj293/mi293mi09_3

Weisses Email auf Gusseisen.

Ein sehr schönes und festes Email, welches wohl theuer zu stehen kommt, aber grosse Widerstandsfähigkeit zeigt, wird nach folgendem Verfahren erhalten. Die zu emaillirenden Gegenstände, Geschirre u.s.w., bringt man in Sand eingebettet zur Rothglühhitze, in der sie etwa ½ Stunde verbleiben; darauf lässt man langsam erkalten und beizt in verdünnter Schwefelsäure ab, worauf man mit scharfem Sande abscheuert, nochmals auf kurze Zeit in die Säure zurückbringt, abspült und trocknet.

Die zunächst aufzutragende Grundmasse bereitet man aus 1 Th. Bleioxyd, 1 Th. Zinkoxyd, 3 Th. Borax und 6 Th. Flintglas. Alles wird fein gepulvert, gemengt und 4 Stunden lang geglüht, dann gibt man mehr Hitze, so dass die Masse zusammensintert und beinahe zum Schmelzen gelangt; in diesem Zustande wirft man sie ins kalte Wasser. Nun wird die Masse fein pulverisirt, 1 Th. derselben mit 2 Th. Knochenmehl gemischt und das Ganze unter Zusatz von Wasser zur sämigen Masse vermählen und auf die zu deckenden Gegenstände in dünnem Ueberzuge gebracht. Hierauf erfolgt das Trocknen in sehr starker Wärme und das Einbrennen. Diese Grundirung erhält folgende in derselben Weise präparirte Mischungen nach einander aufgetragen.

32 Th. Knochenmehl, 16 Th. Porzellanerde, 14 Th. Feldspath und 4 Th. Potasche, alles gepulvert und gemischt, wird verschmolzen und nach dem Ablöschen in Wasser nochmals gepulvert. Eine Mischung von 16 Th. Flintglas, 572 Th. gebrannten Knochen und 3 Th. gebranntem Quarz wird fein pulverisirt hinzugebracht, mit Wasser das Ganze innig verrieben, die Gegenstände damit gedeckt und getrocknet. Hierauf schreitet man zum Auftragen der dritten Mischung, die aus 1 Th. Zinkoxyd, 1 Th. reiner Kreide, 1 Th. Salpeter, 1 Th. Arsenik, 4 Th. Potasche, 4 Th. reinem Sand, 4 Th. Feldspath und 6 Th. Borax besteht. Diese Bestandtheile werden gleichfalls gepulvert, gebrannt und mit 3 Th. Quarz und 5 72 Th. gebrannten Knochen, unter Zusatz des nöthigen Wassers verrieben, aufgetragen. Nach dem Trocknen findet dann das Einbrennen, somit Verschmelzen der Masse statt.

Sz.

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