Titel: Neuere Drehbänke.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1894, Band 294 (S. 81–87)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj294/ar294024

Neuere Drehbänke.

(Fortsetzung des Berichtes S. 57 d. Bd.)

Mit Abbildungen.

E. Child's Abstechmaschine.

Von der Hurlburt-Roger's Machine Co. in South-Sudburg, Mass., wird nach American Machinist, 1892 Bd. 15 Nr. 6 |82| * S. 5, die in Fig. 34 bis 36 dargestellte Abstechmaschine für gleichbleibende Schnittgeschwindigkeit gebaut. Mittels eines Rädervorgeleges wird die Hohlspindel S von einer Reibungsscheibe d bethätigt, deren Welle axiale Verschiebung mittels eines Hebelwerkes erhält, dessen Bewegung von der Stellung der Stahlhalterschlitten zum Werkstück abgeleitet wird. Weil nun diese Antriebreibungsscheibe d eine radiale Verschiebung gegen die beiden mit Leder bezogenen grossen Tellerscheiben D ausführt, zwischen welchen dieselbe mittels einer Windungsfeder geklemmt und daher durch Reibung sicher mitgenommen wird, entsteht ein Antrieb mit wechselnder Geschwindigkeit. Damit diese Art Antrieb ermöglicht werde, müssen die beiden Tellerscheiben DD gegensätzlich kreisen, was durch die Riemenrollen pp leicht erhältlich ist.

Textabbildung Bd. 294, S. 82
Wenn nun zwischen den Schnittkreisen am Werkstück und den Berührungskreisen an den Tellerscheiben eine feste Beziehung hergestellt wird, in der Art, dass ihr gegenseitiges Verhältniss eine bleibende Schnittgeschwindigkeit

für eine ebenfalls stetige Umlaufszahl n0 der treibenden Tellerscheiben D ergibt, so wäre die Aufgabe gelöst. Weil nun die veränderliche Umlaufszahl n der Werkstückspindel S nicht nur von der constanten Räderübersetzung i, sondern auch vom Durchmesser D des Berührungskreises an den Tellerscheiben und vom Durchmesser d der Antriebscheibe, welche die Umlaufszahl in ausführt; abhängig ist, wird der Bedingung gleicher Kreisgeschwindigkeit

entsprechend

die Umlaufszahl des Werkstückes werden. Es wird daher die constante Schnittgeschwindigkeit

sein.

Weil nun mit Ausnahme von (2r) Durchmesser des Schnittkreises und D Durchmesser des Antriebkreises alle anderen Grössen constant sind, so folgt

wieder als eine constante Grösse, deren Gleichung

einer gleichseitigen Hyperbel entspricht.

In der vorbeschriebenen Maschine (Fig. 34 bis 36) wird aber mittels einer Zahnstange am Werkzeugschlitten eine Querwelle f mit Winkelgetriebe g und damit ein Hebel l bethätigt, an welchem durch eine Brille die Antriebwelle d frei drehbar angeschlossen ist. Das daraus entspringende Uebersetzungsverhältniss (f : l) bestimmt die Beziehung zwischen Rollenverschiebung d und Verstellung der Abstechstähle. Wäre beispielsweise D = 500 der grösste und D0 = 100 mm der Durchmesser des kleinsten Berührungskreises an der Tellerscheibe, daher

die Verschiebung der Rolle d, sowie (f : l) = 4 das vorgenannte Uebersetzungsverhältniss, so würde als grösster Halbmesser des Schnittkreises r0 = 50 mm folgen, wenn r = 1 als kleinster angesetzt ist.

Für diese Annahme folgt weiter

die constante Umlaufszahl der Tellerscheiben, und wenn

v = 126 mm/sec,

d = 100 und i = 10

ist, so wird

sein. Hieraus kann aber für D0 = 100 der Werth von C berechnet werden:

also der Annahme gemäss

2r . D = C = 1000

und weiter

also r0 = 5 mm als Halbmesser des grössten Schnittkreises folgen, was mit der Annahme in Widerspruch steht.

Soll aber ein Schnittkreis von 2r0 = 100 mm Durchmesser mit gleichbleibender Schnittgeschwindigkeit hervorgebracht werden, so müsste der Durchmesser des kleinsten Berührungskreises

sein, während derselbe der Annahme gemäss D0 = 100 mm betragen hat.

Daraus folgt, dass unter den beschriebenen Verhältnissen dieser Maschine eine gleichbleibende Schnittgeschwindigkeit nicht erreichbar ist.

Meriden's Drehbank.

Die Meriden Tool Co. in Meriden, Conn., baut Drehbänke für die Bearbeitung von Rothgusstheilen, silberplattirten |83| u. dgl. Waaren, welche nach American Machinist, 1893 Bd. 16 Nr. 14 * S. 1, besonders am Stahlhalterschlitten bemerkenswerthe Einzelheiten darbieten. Der Schlitten a (Fig. 37 und 38) wird auf die Drehbankswage mit dachförmigen Führungen mittels zweier Deckleisten a1 durch eine Klemmschraube r festgesetzt. Eine zweite Platte b, welche in b1 um einen Bolzen schwingt, erhält durch eine Schraube s Schräglagen gegen die Wagerechte, an welche der Querschlitten c, der durch die Schraubenspindel d anstellbar ist, sich anschliesst. In einer aus zwei aufrecht stehenden Leisten gebildeten Tasche schwingt um einen Bolzen m durch Vermittelung eines Excenters n, welcher durch Stellschrauben k und l Einstellung erhält, ein Zwischenstück e, auf welchem die Platte f Winkeleinstellungen um den Drehzapfen g einnehmen kann. Auf diesem Drehstück sind erst zwei Stahlhalterschlitten i und h vorgesehen, welche durch Schraubenspindeln entsprechende Quereinstellung erhalten. Einer der beiden Stahlhalter erhält einen stumpfen Formstahl, mittels welchem das Werkstück abgeschabt und von Sand befreit wird, während der zweite scharfe Formstahl die Bearbeitung des Werkstückes in der Weise durchführt, dass in Folge seines schrägen Schliffes nur nach und nach seine Schneiden zum Angriff kommen. Zudem wird durch das obere Drehstück f ermöglicht, gleiche Form stähle sowohl für Rechts- als auch Linksschnitt zu gebrauchen, und während durch die Schräglage des oberen Zwischenstückes e die Anstellwinkel der Formstähle abzuändern sind, wird bei der Anstellbewegung des Schlittens c die Schnittstelle eine Höhenverstellung gegen die Drehungsachse des Werkstückes durchführen, welcher auf die Schnittwirkung von Einfluss ist.

Textabbildung Bd. 294, S. 83
Durch das Schneckentriebwerk opq wird ferner eine im Schlitten lagernde Schraubenspindel bethätigt, welche in eine feste Rothgussmutter des Spindelstockes eingreift, durch welche eine Längs Verschiebung des Schlittens a erhalten wird. Eine Vierteldrehung des Griffrades q verschiebt den Schlitten a um annähernd ⅓ mm. Der Arbeitsbetrieb wird nach Fig. 37 in der Weise durchgeführt, dass durch Schwingung des rechtsseitigen Hebels das Klemmfutter gespannt und im weiteren Verlauf der Schwingung der Stahlhalterschlitten angestellt und die Bearbeitung durchgeführt wird. Zu diesem Behufe ist der Schwingungsbolzen (Fig. 38) als Hebelwelle verlängert und mit einem Zahnstangengetrieb versehen, mit welchem die Querschlittenbewegung c zur Ausführung kommt, sofern die Handradspindel d ausgelöst ist. Ausserdem erhalten diese Drehbänke noch einen besonderen Schlitten mit drehbarem Stichelkopf.

Taylor's Kugeldrehbank.

Der massenhafte Bedarf an Stahlkugeln bei Fahrrädern ist Veranlassung zur Ausbildung selbsthätig wirkender Maschinen für die Herstellung von Lagerkugeln aus Stahlstäben geworden.

Textabbildung Bd. 294, S. 83
Nach Revue industrielle vom 12. November 1892 S. 454 besteht eine von der Taylor Cooper and Bednell Co. verbesserte Maschine aus einem Spindelstock b (Fig. 39 bis 48) mit Spindelrohr c, auf welcher eine Fest- und Losscheibe sitzt, durch welche aber eine axial festgehaltene zweite Hohlspindel d mit Kegelkopf gelegt ist. Dadurch, dass dem äusseren Spindelrohre c eine kleine axiale Verschiebung ertheilt werden kann, wird der Rohstab x mittels Klemmbacken, welche in Längsschlitzen des Kegelkopfes von c liegen, entsprechend festgehalten, sobald durch die Wirkung der Feder v (Fig. 45) das Spindelrohr c sich in der Rechtslage befindet. Wenn aber durch die Vermittelung eines Gabelhebels f das Spindelrohr c in die Linkslage gebracht ist, wird der Rohstab x frei, so dass derselbe durch das Zangenklemmwerk i (Fig. 45) erfasst und bis zur Anschlagschraube o (Fig. 39) vorgerückt werden kann. Ihre feste axiale Einstellung erhält die Hohlspindel d vorn durch eine am Lagerauge angeschraubte Kappe h und hinten durch eine im Lagerbocke a eingestellte Spurschraube e, an welcher die Windungsfeder für das Zangenklemmwerk i ihren Stützpunkt findet, während die vorerwähnte Feder v sich an Stellringen der Hohlspindel d (Fig. 44) anlegt. Indem nun am äussersten rechten Ende des Rohstabes x eine Kugel anhaftet, welche durch die rechte längere Spitze des Formstahles l (Fig. 43) abgestochen wird, sobald dieser in die vorderste Stellung gelangt, fällt diese durch eine Rinne t des Stahlhalters m in einen Sammelbehälter t2 (Fig. 40 und 42). Durch ein am Winkelhebel u hängendes Gewicht u1 wird aber der Stahlhalterschlitten beständig gegen eine Curvenscheibe n (Fig. 48) gedrückt, während der richtige Abstand der Anschlagnase durch eine Stellmutter m2 geregelt werden kann, was auch eine entsprechende Einstellung des Schneidstahles l mitbedingt. Neben der Curvenscheibe n ist ferner noch |84| eine Unrundscheibe p vorgesehen, mit welcher eine Schiene o bethätigt wird, welche die Anschlagschraube o trägt. Auf der wagerechten, durch zwei Schneckenradtriebwerke s, r von der Hauptspindel c bethätigten Steuerwelle q ist ferner noch eine Daumenscheibe g vorhanden (Fig. 47), welche zur Lösung des konischen Klemmkopfes d durch axiale Linksverschiebung des äusseren Spindelrohres c mittels des Kniehebel Werkes f, f1 und f2 dient, wodurch der Rohstab x frei wird.

Textabbildung Bd. 294, S. 84
Eine zweite Zahnscheibe k (Fig. 46) besorgt das Ausschwingen des federnden Doppelhebels jj1, mittels welchem das vorbeschriebene Zangenklemmwerk ii (Fig. 45) während der Freilage des Rohstabes x denselben erfasst und nach rechts bis zur Anlage an die Anschlagschraube o schiebt. Der durch die Daumen von k gegebene Hebelhub ist gewöhnlich grösser als der eigentliche Vorschub und daher vom Durchmesser der Werkstückkugel unabhängig. Dieser Ueberschuss an Hub wird durch die Federkraft des zweiten Hebelschenkels j1 ausgeglichen.

Zur Ergänzung muss noch bemerkt werden, dass die zur Bewegung des Stahlhalterschlittens m dienende Curvenscheibe stetig ansteigende Curven besitzt, durch welche ein allmähliches Näherrücken des Schneidstahles l hervorgerufen wird. Ist nun die vordere Kugel abgestochen und in das Sammelgefäss t2 abgefallen, die zweite am Rohstab x noch anhaftende Kugel abgedreht, so springt der Schneidstahl l bezieh. dessen Schlitten m in die Rücklage, und während der Schlitten mit der Anschlagschraube o durch p sich in die Spindelachse einstellt, ist der Rohstab x durch gf freigelegt, während dessen derselbe durch kji seine Rechtsschiebung erfährt. Weil mit der Rücklage des Schneidstahles l (durch die kurze Steilfläche der Curvenscheibe n) auch sämmtliche Schaltungen zusammenfallen, wird die richtige gegenseitige Stellung der Zahn- und Curvenscheiben n, p, k und g leicht verständlich sein.

Hartness' Drehbank mit flachem Drehtisch.

Textabbildung Bd. 294, S. 84
Diese von der Jones and Lamson Machine Co. in Springfield, Vermont, gebaute Drehbank mit flachem Drehtisch für sechs Stahlhalter zeichnet sich durch Eigenartigkeit der Bauart und durch den besonderen Vorzug vor anderen Maschinen mit drehbarem Stichelgehäuse aus, dass jedes Werkzeug eine selbständige Anstellung erhält. Angetrieben wird diese Drehbank (Fig. 49 bis 60) durch ein |85| Deckenvorgelege a mit drei Riemenscheiben, von denen je eine Vor- und Rücklaufscheibe 300 minutliche Umdrehungen machen. Mittels Reibungsscheiben findet die Einrückung der Deckenwelle statt, so dass durch eine dreiläufige Stufenscheibe b die Drehbankspindel mit folgenden minutlichen Umläufen kreist:

Textabbildung Bd. 294, S. 85
n = 450
225
300
150
200
100
ohne
n = 116
58
77
38
53
26
mit

Rädervorgelege mit der Uebersetzung von annähernd 4 : 1.

Schwere Drehbänke erhalten noch ein zweites Rädervorgelege am Spindelstock, so dass noch langsamere Spindelumgänge ermöglicht werden:

n = 26
13
17
8,5
12
6

Nach Engineering, 1893 Bd. 2 * S. 658, befindet sich das erste Rädervorgelege c (Fig. 52) unter der hohlen Drehspindel, auf welcher sowohl die Stufen Scheibe b mit Getriebe als auch das grosse Zahnrad d lose gehen. Zwischen beiden ist auf der Spindel eine Scheibe e aufgekeilt, welche vier radial gerichtete Bremsbacken führt. Auf der Nabe dieser Scheibe verschiebt sich auf Längskeil die eigentliche Kuppelungshülse, welche das grosse Zahnrad d mittels Zahnklauen fasst und die Bremsbacken von e durch einen Kegelkopf radial nach auswärts schiebt. Dadurch werden diese Backen an die innere cylindrische Hohlwand der Stufenscheibe gedrückt und in der Linksstellung die Stufenscheibe mit der Spindel gekuppelt, während hierbei selbstverständlich das grosse Zahnrad ausgerückt bleibt. Diese Verschiebung der Kuppelungshülse erfolgt durch eine Halsscheibe, an der eine das grosse Zahnrad übergreifende Haube angeschraubt ist, welche mittels eines Handhebels f (Fig. 5) verstellt wird. Hierdurch wird der Wechsel der Hauptbewegung der Spindel bezieh. die Einrückung des Rädervorgeleges c durch einen einzigen Hebelgriff ermöglicht. Mittels eines zweiten, am Spindelstock vorgesehenen Handhebels g wird sowohl das Spannschloss (Fig. 55 bis 57) geöffnet, als auch das Vorschubwerk (Fig. 54) in Betrieb gesetzt. Bei geöffnetem Spannschloss (Fig. 56) wird durch einen Riegel h (Fig. 51) eine relative Verdrehung der äusseren gerifften Büchse i gegen die Drehbankspindel veranlasst, wodurch zwei Speisewalzen (Fig. 54) gegensätzlich umlaufen und dadurch den eingelegten Rohstab nach rechts gegen das Spannschloss vorführen. Diese zwei Vorschub walzen k (Fig. 52 und 54) lagern in einem auf der Spindel befestigten Lagerstück, in welchem auch die Rechts- und Linksgangschnecke l läuft, welche die Walzen kk bethätigt. Nun greift das zwischen den Schnecken l angeordnete Schrägzahnrad in den Zahnkranz ein, welcher an der gerifften Büchse vorgesehen ist. Da nun dieses doppelte Schneckentriebwerk bei ausgelöstem Riegel h ein Kuppelungsschloss bildet, welches die Mitnahme der gerifften Büchse mit dem darauf geschobenen Verschlussgehäuse i durch die Spindel besorgt, so wird diese letztere als Antriebscheibe für die Steuerwelle m (Fig. 51 und 59) gebraucht, wozu zwei Stufenscheiben vorgesehen sind. Aus Fig. 55 und 56 ist ferner die Einrichtung des Spannschlosses ersichtlich.

Textabbildung Bd. 294, S. 85
Textabbildung Bd. 294, S. 85
Auf die Spindel ist ein Kopf mit Kegelbohrung geschraubt, in welchen ein viergetheiltes Klemmfutter n passt, das mittels einer übergeschobenen Bordbüchse o gehalten wird. Auf den hinteren Theil dieser Bordbüchse ist eine Ringmutter p geschraubt, welche sowohl vier offene Fenster der Bordbüchse abschliesst, als auch einen Anschlag den |86| vier im Kopf angelenkten und durch die Fenster der Bordbüchse ragenden Flügelkörper darbietet, die mittels einer Aussenbüchse q zusammengerückt werden können, sobald wie in Fig. 55 diese Aussenbüchse nach links gestellt ist. Damit ist aber auch eine Linksbewegung der Bordbüchse verknüpft, welche die Klemmbacken n in den Kopf drückt, wodurch diese zugeschoben werden. Wenn aber, wie in Fig. 56, die Aussenbüchse q nach rechts gestellt ist, werden die unter Federwirkung stehenden Flügel frei, drehen sich auswärts und gestatten hierdurch eine kleine und beschränkte Rechtsschiebung der Bordbüchse o, mit welcher die Lösung der Klemmbacken n zusammenhängt.

Textabbildung Bd. 294, S. 86
Es schwingt ferner die von einer Stufenscheibe bethätigte Keilnuthsteuerwelle m (Fig. 51, 59 und 60) mit ihrem rechtsseitigen Lager um einen Zapfen, während dieselbe mittels eines am Schlittenschild vorgesehenen Winkelhebels r (Fig. 60) in der Wagerechten gestützt und so der Eingriff der Schnecke m (Fig. 59) mit dem Schneckenrade bezieh. mit dem Zahnstangentriebwerke gesichert wird. Wenn daher dieser Winkelhebel r mittels einer Zahnschneide s (Fig. 57), welche das Stirnende einer Schwingungswelle t (Fig. 51, 57 und 59) zu einer Hebelschiene u c ist, gehalten oder freigelassen wird, dauert selbsthätiger Schaltbetrieb des Schlittens nach links im Arbeitsgange oder Ruhelage des letzteren am Ende des Arbeitsbetriebes.

Am Ende einer Arbeitsperiode wird der Schlitten durch ein Handhebelkreuz nach rechts gestellt und soweit verlegt, bis die Drehverstellung des Rundtisches mit den sechs Werkzeughaltern durchgeführt ist, worauf der selbsthätige Schaltbetrieb durch Einrückung des stützenden Winkelhebels r wieder eingeleitet werden kann.

Auf einer Kreisbahn des Schlittens liegt der Drehtisch, welcher durch einen Mittelzapfen, sowie einen einspringenden Nuthring gehalten und durch einen Federbolzen v in der Lage dadurch gesichert wird, dass dieser Federbolzen in eines der sechs in der unteren Tischfläche vorhandenen Löcher einsetzt. Wenn nun dieser Federbolzen v mittels eines Hebels w niedergestellt und aus dem Tischloche gezogen, dieser Hebel aber von einer federnden Klinke x (Fig. 59) zurückgehalten wird, so ist der Kreistisch frei zur Drehung im Rechtssinn.

Textabbildung Bd. 294, S. 86
Ein in der Nähe der Tischnabe vorgesehener, nach abwärts fallender Riegelbolzen y liegt auf der sperrzahnartig ausgebildeten Stirnfläche eines Zahnstangengetriebes z, welches sich frei um den Tischmittelzapfen dreht. Nun sind die Sperrzähne derart ausgebildet, dass dieses Getriebe bei einer Rechtsschwingung des Getriebes den Kreistisch mitnimmt, bei einer Linksschwingung desselben jedoch einfach der Riegelbolzen y zurückgehoben wird. Mittels einer Zahnstange a1, welche bei der Rechtsbewegung des Schlittens an eine feste Anschlagstange b1 (Fig. 51 und 52) trifft und dadurch eine Linksbewegung erhält, wird vorerst der vorerwähnte Hebel w niedergestellt, dann aber das Zahngetriebe in eine Rechtsschwingung versetzt, während beim selbsthätigen Schaltbetrieb des Schlittens diese Zahnstange durch eine Windungsfeder zurückgezogen wird. Kurz vor einer durchgeführten Rechtsdrehung der Tischplatte trifft eine der darin eingesetzten sechs Stellschräubchen c1 auf die Klinke x (Fig. 59) und löst dieselbe aus der Verbindung mit dem Hebel w, wodurch der federnde Schliessbolzen v frei wird und in das vorrückende Tischloch einsetzt. Nun soll für jedes der sechs auf dem Kreistische befindlichen Werkzeuge ein selbsthätig auszulösender Schlittenhub vorgesehen werden, was durch sechs Zahnschienen d1 (Fig. 57, 58 und 60) ermöglicht wird, die in entsprechender Lage auf der Wange befestigt sind. Jede dieser Schienen besitzt einen Hakeneinschnitt (Fig. 57), in welchen je einer der sechs Winkelhebel e1 eingreift, welche an einem gemeinschaftlichen Bolzen der Hebelschiene u sitzen. Jede Winkelplatte e1 (Fig. 52 und 57) besitzt aber einen nach oben gerichteten Finger, welcher an den Randbord des Kreistisches sich stützt. Fällt nun einer dieser Finger in einen entsprechenden Ausschnitt des Randbordes, so verliert die untere Winkelplatte ihre wagerechte Lage und setzt in den Hakeneinschnitt der Schiene d1 ein. Hierdurch wird bei einer weitergeführten Schaltung des Schlittens die Schiene u zurückgehalten, was eine Schwingung derselben zur Folge hat, die wieder eine Drehung des Bolzens t veranlasst, wodurch der Winkelhebel r ausgelöst und der selbsthätige Schaltbetrieb abgestellt |87| wird. Weil nun diese sechs Hakenschienen d neben einander liegen, so muss bei der Austheilung der Randeinschnitte am Drehtisch entsprechende Rücksicht darauf genommen werden.

(Schluss folgt.)

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