Titel: Einwirkung von Luft und Wasser auf Kohle.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1894, Band 294/Miszelle 3 (S. 24)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj294/mi294mi01_3

Einwirkung von Luft und Wasser auf Kohle.

Die vorliegende Untersuchung von M. G. Arth (Bull. soc. chim., 5. Juli 1894) bildet eine Ergänzung zu den Versuchen von M. Fayol (Bull. soc. de l'ind. min., t. 8 3. liv. S. 565, 568 und 604), der die Steinkohle von Commentry in ihrem Verhalten gegen Wasser untersucht und gefunden hatte, dass sie nach zweijährigem Liegen im Wasser nicht verändert war. Arth untersuchte eine Kohle aus Frankenholz (Rheinbayern) mit 8,1 Proc. Sauerstoff, eine aus Drocourt (Pas-de-Calais) mit 3,7 Proc. Sauerstoff und eine von Aiseau-Prêle (Becken von Charleroi) mit 1,6 Proc. Sauerstoff. Alle drei Proben wurden unmittelbar nach ihrer Förderung untersucht. Sie wurden zu dem Zweck zerkleinert, die mineralischen Einsprengungen entfernt, der Staub ausgesiebt und von der körnigen Kohle, welche zwischen Sieben von 3 und 10 mm zurückblieb, vier möglichst gleichartige Proben gezogen. Die erste wurde sofort analysirt und ihr calorimetrischer Werth bestimmt, die zweite mit stark lufthaltigem Wasserleitungswasser ein Jahr lang gespült, die dritte in einem offenen Gefäss unter einer 6 bis 8 cm hohen Wasserschicht, die nicht erneut wurde, ein Jahr lang aufbewahrt und die vierte in einem Holzkasten, welcher durch Oeffnungen in seinen Wänden Luft und Regenwasser ein- und ausliess, während der gleichen Zeit den Einflüssen der Witterung ausgesetzt. Nach Verlauf des Versuchsjahres wurden sämmtliche Proben auf ihren Gehalt an Asche, Kohlenstoff und Wasser und auf ihren calorimetrischen Werth untersucht. Es ergab sich 1) dass das Verhältniss der organischen Bestandtheile und der calorimetrische Werth sich bei Probe 2 und 3 nur unerheblich, in einem für die Praxis zu vernachlässigenden Umfange, geändert hatten; 2) dass indessen eine gewisse Veränderung der Kohle, die bei längerer Versuchsdauer oder Verwendung weniger grobkörniger Kohle wohl deutlicher hervortreten würde, eingetreten zu sein schien; 3) die Einwirkung der Luft (Probe 4) anscheinend energischer als die des Wassers ist, aber gleichfalls praktisch vernachlässigt werden kann, wenn die Kohle so aufbewahrt wird, dass sie sich nicht erhitzen kann; 4) der Einfluss der Luft und der des Wassers sowohl an sich als nach der Art der verwendeten Kohle ein verschiedener zu sein scheint, wenngleich die verändernde Wirkung nur eine sehr kleine ist.

H.

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