Titel: Kupfergewinnung aus kupferhaltigen Pyriten in Portugal.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1894, Band 294/Miszelle 5 (S. 48)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj294/mi294mi02_5

Kupfergewinnung aus kupferhaltigen Pyriten in Portugal.

Nach Mittheilung J. Henry Brown's (Journal of the society of chemical Industry, Mai 1894) haben die grossen portugiesischen Bergwerke, welche alle seit 1884 ihre Erze selbst in vollem Umfange auf Kupfer verarbeiten, mit strengen Vorschriften zum Schutz der Fischerei zu rechnen, welche sie nöthigen, ihre Eisenwässer, die von der Cementkupfergewinnung in enormen Mengen abfallen, in Reservoirs zu sammeln und diese nur im Winter oder beginnenden Frühjahr zur Hochwasserzeit in die Wasserläufe abzulassen. Die Verarbeitung der Erze geschieht nach zwei Methoden: 1) Abbrennen der Erze im Freien. Dies Verfahren ist nur bei den Bergwerken von Adjustrel in einigem Umfange eingeführt. Es hat den Vortheil, relativ arsenarme Wasser bei der Auslaugung zu geben, hat aber in Folge des Verlustes an Schwefel, der Werthlosigkeit des Auslaugerückstandes und der Schädigung der landwirthschaftlichen Industrie in den Nachbardistricten weitere Ausdehnung nicht gewonnen. Das allgemeine Verfahren ist vielmehr 2) das auf nassem Wege, obgleich dasselbe ein sehr langwieriges ist und arsenreiche Laugen liefert, aus denen das Arsen mit dem Kupfer bei der Behandlung mit Eisen gefällt wird.

Das verwendete Erz muss ausgelesen werden; harte Erze sind nicht verwendbar, sie nehmen kein Wasser auf und geben ihr Kupfer nicht ab. Auch kupferkieshaltige Erze werden deshalb trotz ihres hohen Kupfergehaltes ausgeschlossen. Die ausgelesenen Erze werden zu hohen Bergen von je 100000 bis 250000 t geschichtet. Bei einem Gehalt von 1½ bis 2 Proc. Kupfer und einer Ausbeute von 88 Proc. von dem vorhandenen Kupfer, die durch 6jährige entsprechende Behandlung der Erze erreicht wird, ergibt sich für jeden Haufen von einer Viertelmillion Tonnen ein jährlicher Ertrag an Kupfer in Höhe von 625 bis 830 t. Ueber 88 Proc. Ausbeute an Kupfer lässt sich nicht ohne erhebliche Verlängerung des Processes erreichen. Die Haufen sind von einem System von Kanälen durchzogen, die der Luft Zutritt ermöglichen. Durch die eintretende Oxydation wird so viel Wärme frei, dass eine Berieselung bald nöthig ist, damit sich die Haufen nicht entzünden und die Erze nicht zu festen Massen zusammenbacken. Mit vielem Vortheil werden dazu die kupferhaltigen Grundwässer der Bergwerke verwandt, die von Eisenoxyd frei sind. Sind bei systematischer Durchführung dieser Behandlung dem Erzhaufen 88 Proc. seines Kupfers entzogen, so wird das stark zerfallene rückständige Erz, dessen Schwefelgehalt kaum abgenommen hat, nach Möglichkeit zur Vitriolfabrikation weiter verwerthet.

Die Fällung des Kupfers aus den Auslaugewässern mittels Eisen verlangt, dass die Laugen zuvor von Eisenoxydsalz befreit sind, da dies den Eisenverbrauch steigert. Deshalb findet eine Filtration der Auslaugewässer durch Kupferkies statt, wobei sich das Eisenoxydsalz reducirt:

Cu2S + 5(Fe2O3, 3SO3) = 2CuSO4 + 10FeSO4 + 4 SO3.

Die Laugen werden nunmehr in Sedimentationsbassins geklärt und dann durch ein System weiter, flacher Kanäle mit einem Gefälle von 1/100 bis 1/50 geführt, in denen Gusseisenstücke mit zahlreichen Zwischenräumen für den Durchtritt der Flüssigkeit systematisch angeordnet sind.

Haber.

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