Titel: Apparat zur Entdeckung schlagender Wetter in Kohlengruben.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1894, Band 294/Miszelle 2 (S. 95–96)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj294/mi294mi04_2
|96|

Apparat zur Entdeckung schlagender Wetter in Kohlengruben.

Es ist eine bekannte Thatsache, dass ein zur Rothglut erhitzter Platindraht bedeutend heller glüht, wenn er in ein Gefäss getaucht wird, welches eine Mischung von Luft mit entzündlichen Gasen enthält. Diese Thatsache bildet, wie wir dem Londoner Electrical Review entnehmen, die Grundlage für eine von G. Fletscher ersonnene Methode, um das Vorhandensein schlagender Wetter in Kohlengruben zu entdecken. Die Methode erfordert die Anwendung eines Instrumentes, welches aus zwei gleichen Spiralen eines feinen Platindrahtes besteht, von denen die eine in eine luftdicht abgeschlossene und gewöhnliche Luft enthaltende Röhre, deren oberes Ende aus Glas besteht, eingeschlossen ist, während die andere Spirale in einer ähnlichen Röhre aus Drahtgaze, deren oberes Ende ebenfalls aus Glas besteht, sich befindet. Beide Röhren stehen senkrecht. Wird ein elektrischer Strom durch beide Röhren gesandt, so glühen dieselben mit gleichem Glänze. Wird aber der Apparat in eine ein entzündliches Gas enthaltende Atmosphäre gebracht, so fängt die in der Röhre aus Drahtgaze befindliche Spirale an heller zu glühen, und zwar ist die Helligkeit bis zu gewissem Grade der Menge des in der Atmosphäre enthaltenden entzündlichen Gases proportional. Eine besondere Einrichtung ermöglicht es, den Procentgehalt an gefährlichem Gase zu berechnen. Letztere Einrichtung beruht auf dem bei Photometern benutzten Princip. Nimmt man das Licht des eingeschlossenen Drahtes als Einheit, so ergab sich das Licht des freien Drahtes zu 1,24, wenn ¼ Proc. entzündliches Gas vorhanden war, ferner zu 1,65, 2,78, 5,10, 22,0 und 64,0, wenn bezieh. der Procentsatz ½, 1, 2, 3 und 4 war. James Grundy zu Bolton fand, dass der Apparat bei geringem Gehalt der Luft an entzündlichen Gasen bis zu etwa 1 Proc. nicht verlässlich genug ist, auch erleiden die Drähte bei längerem Gebrauch ungleiche Aenderungen, z.B. wird der Widerstand des in der freien Atmosphäre befindlichen Drahtes grösser, während der des eingeschlossenen constant bleibt. Man muss daher, um die Photometerscala wieder einzustellen, den Apparat von Zeit zu Zeit in reiner Luft nachaichen. Um auch einen constanten Strom durch die Drähte zu erhalten, da ein solcher Voraussetzung für ein constantes Glühen des eingeschlossenen Drahtes ist, kann man mit Vortheil eine kleine Accumulatorenbatterie, wie sie in elektrischen Grubenlampen benutzt wird, als Elektricitätsquelle verwenden.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: