Titel: Verwendung des Elektromotors in der Textilindustrie.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1894, Band 294/Miszelle 3 (S. 120)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj294/mi294mi05_3

Verwendung des Elektromotors in der Textilindustrie.

In dem Industriebezirke von St. Etienne in Frankreich bedient man sich der Elektricität zum Betriebe von Seidenwebstühlen. Die Firma Forest und Co., welche 500 Personen beschäftigt, richtete im J. 1891 elektrischen Betrieb ein, dessen eingehende Beschreibung im Electricien vom 18. August enthalten ist. Die Anlage umfasst zwei Mac Nicol'sche Röhrenkessel, welche Dampf für die Heizung und die Dampfmaschinen liefern. Eine weitere, liegende Condensationsdampfmaschine von 120 treibt mittels Riemen zwei Sautter-Harlé-Dynamos von 42000 Watt und 70 Volt Spannung bei 600 Umdrehungen in der Minute. Diese Maschinen werden zum Theil zur Beleuchtung, zum Theil für Kraftzwecke benutzt. Wenn die Generatoren still gesetzt sind, werden Bureaus und Waarenlager mittels einer Batterie von 36 Tudor-Zellen beleuchtet, welche eine Capacität von 200 Ampère-Stunden besitzt. Die Beleuchtung der Speicher wird von 50 Bogenlampen zu 6 Ampère bewirkt, die der Bureaus mittels 350 Glühlampen. Zum Betriebe der Webstühle wurde der Elektromotor Type Olivet Dessaul gewählt. Es sind 40 Motoren vorhanden, welche an dem oberen Theile der Webstühle angeordnet sind. Letztere werden mittels Riemen betrieben. Wird der Webstuhl plötzlich angehalten, so ermöglicht eine Losscheibe, dass der Motor frei läuft. Die übliche Geschwindigkeit der Motoren beträgt zwischen 800 und 900 Umdrehungen in der Minute und steigt bei Leerlauf auf 1000 Umdrehungen in der Minute. Die Seidenband- und Velvetwebstühle werden von 60 Motoren betrieben, welche 2,4 bis 4 Ampère bei 1400 bis 1500 Umdrehungen in der Minute erfordern. Ausser diesen sind 7 Motoren von 1 bis 3 eingebaut, die zu verschiedenen Zwecken benutzt werden. Zur Ausschaltung der Motoren sind einfache Schaltvorrichtungen angebracht.

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