Titel: Erhitzung und Selbstentzündung des Heues.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1894, Band 294/Miszelle 4 (S. 120)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj294/mi294mi05_4

Erhitzung und Selbstentzündung des Heues.

In den Ann. de chim. et phys., Juli 1894, macht M. Berthelot neue Mittheilungen zu dieser vielbesprochenen Frage. Heu, das, bevor es genügend getrocknet ist, in Schobern aufgestapelt wird, erleidet unter lebhafter Erwärmung eine Zersetzung, die zwar durch fermentative Processe hervorgerufen wird, in ihrem Fortgang aber von der Lebensthätigkeit der Bacillen ganz unabhängig sein kann. Die Temperatur in einem solchen Heuschober überschreitet gelegentlich die obere Grenze, bei der Fermentationserreger noch existiren können (70°) und erreicht 100°, ja selbst beträchtlich darüber.

Der Process ist dann ein rein chemischer Oxydationsprocess, dessen Energie durch die Wärmesteigerung, die er selbst veranlasst, dauernd wächst. In Folge der erzeugten Wärme wird das Heu trocken und es werden empyreumatische Producte gebildet, welche den Geschmack und Geruch solchen Heues charakteristisch verändern. Die Entflammung kann bei relativ niederer Temperatur erfolgen. Berthelot hat im Trockenschrank Heu bei 140° sich entzünden sehen und bemerkt, dass die in der Pulverfabrikation benutzten Kohlen von 100° aufwärts Kohlensäure entwickeln und einzelne solcher Kohlen sich selbst in der Kälte bei Berührung mit der Luft entzünden; Erscheinungen, welche nach Berthelot mit der Selbstentzündung des Heues in eine Kategorie gehören.

H.

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