Titel: Vergiessen von Eisen in Stein.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1894, Band 294/Miszelle 4 (S. 168)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj294/mi294mi07_4

Vergiessen von Eisen in Stein.

Zum Vergiessen von Eisen in Stein werden bekanntlich verschiedene Mittel angewendet. Beim Bau der an die Merchantsbrücke in St. Louis anschliessenden Viaductsstrassen, welche von Eisensäulen getragen werden, hat man eine Reihe verschiedener Befestigungsarten der Prüfung unterzogen. Eine Anzahl eiserner Stangen wurde in Probelöcher gesetzt, die in gewachsenen Fels eingearbeitet waren, und theils mit Schwefel, Blei, reinem Portlandcement, Cementmörtel oder Cement mit Eisenoxydzusatz vergossen, theils nur einfach verkeilt. Nach genügender Erhärtung der Bindemittel wurde versucht, die Stäbe herauszuziehen. Die eingekeilten und mit Cement unter Eisenoxydzusatz vergossenen Stäbe leisteten nur geringen Widerstand. Von dreien, die mit Schwefel vergossen waren, brachen zwei ab, der dritte wurde herausgezogen; von sechs mit reinem Cement befestigten Stäben konnte nur einer herausgezogen werden. Zwei Stäbe, welche mit Cementmörtel aus gleichen Theilen Cement und Sand vergossen waren, brachen.

Die Versuche wurden hiernach noch weiter ausgedehnt. Man richtete eine Anzahl 25 cm langer und breiter und 30 cm hoher Kalksteinkörper her, durchbohrte sie und befestigte in den Bohrlöchern 2,5 und 5 cm starke Eisenstangen mittels reinen Portlandcementes. Die Hälfte der Stäbe war glatt, die andere Hälfte mit Schraubengängen versehen. Nach 10tägigem Erhärten zeigten die glatten Stäbe einen Widerstand gegen Herausziehen von 35 k für 1 qc der eingebetteten Fläche; einen noch grösseren Widerstand zeigten die, welche mit Schraubengängen versehen waren. (Centralblatt der Bauverwaltung, 1894 S. 427.)

r.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: