Titel: Wasserbehälter auf dem Schornstein.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1894, Band 294/Miszelle 5 (S. 191)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj294/mi294mi08_5

Wasserbehälter auf dem Schornstein.

Ueber die Anbringung eines Wasserbehälters auf dem Fabrikschornstein, wie sie zur Ersparung der Baukosten eines besonderen Wasserthurms von französischen und belgischen Betrieben ausgeführt worden sein soll, berichtet die Wochenschrift des niederösterreichischen Gewerbevereins:

Der in der Kunstdüngerfabrik zu Eugis bei Lüttich von dem Aachener Hause Ferbeck und Co. ausgeführte Schornstein ist aus eigenthümlich construirten Ziegeln erbaut worden und hat bei einer Höhe von 35 m im obersten Theile einen inneren Durchmesser von 1,40 in. Der Wasserbehälter, der einen Fassungsraum von 100 cbm besitzt, ist in solcher Höhe angebracht, dass in demselben das Niveau des Wassers noch bei dem niedersten Stande sich 20,70 m über dem Estrich der Werkstätten befindet. Das Gewicht des Wasserbehälters beträgt ungefähr 11 t, woraus sich eine Last von 111000 k ergibt, welche der Schornstein ausser seinem Eigengewicht zu tragen hat.

Der metallische, rings um den Schornstein gehende Kasten des Behälters ist ohne weitere Verkittung auf einen Granitkranz aufgesetzt, welcher seinerseits durch ein aus Ziegeln hergestelltes Gesimse mit einer Ausladung von 160 mm getragen wird. Er ist aus zwei concentrischen Cylindern gebildet, deren untere Enden konisch zusammenschliessen. Der innere Cylinder steht 500 mm von der Wand des Schornsteins ab; dieser Zwischenraum verhindert, dass sich die Temperatur des Wassers durch die den Schornstein durchziehenden heissen Gase wesentlich erhöhe; gleichwohl wird durch die Nähe der erhitzten Schornsteinwand das Einfrieren des Wassers bei niedrigen Wintertemperaturen verhindert. Die Leitungen zum Füllen und Ablassen, sowie die Leiter zur Besichtigung des Behälters sind an dem Schornstein angebracht.

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