Titel: Elektrolytische Scheidung von Gold und Silber.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1894, Band 294/Miszelle 7 (S. 191)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj294/mi294mi08_7

Elektrolytische Scheidung von Gold und Silber.

Die Scheideanstalten zu Saint-Louis haben, wie l'Electricien berichtet, in ihren Fabriken die elektrolytische Methode an Stelle der Behandlung mit Schwefelsäure zur Scheidung des Goldes von goldhaltigem Silber eingeführt. Diese Methode ist auf Erze anwendbar, welche bis zu 5 Tausendtheilen Gold enthalten. Dieselbe besteht darin, dass die Elektrolyse des Silbers in einer salpetersauren Lösung ausgeführt wird. Das Silber wird in grosse Platten gegossen, welche als Anoden dienen und in Leinwandsäcke gesetzt werden. Die Kathode wird aus einem Bleche aus reinem Silber gebildet. Selbsthätige Apparate nehmen beständig den auf der Kathode sich bildenden und leicht zu Kurzschlüssen Anlass gebenden krystallinischen Niederschlag ab. Nach etwa 30 Stunden sind die Anoden vollständig aufgelöst und das Gold findet sich in den Säcken in der Form eines fein vertheilten schwarzen Pulvers. Mit Salpetersäure behandelt und geschmolzen, gibt dasselbe Gold von 99,5 Proc. Reingehalt. Die Dichte des Stromes beträgt 3,5 Ampère für 1 qdcm und die erforderliche Spannung ist 45 Volt für ein Bad. In Saint-Louis werden täglich etwa 900 k Silber nach dieser Methode behandelt und gegenwärtig werden in Pittsburgh grössere Anlagen eingerichtet.

L.

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