Titel: Die elektrotherapeutische Bedeutung von Strömen mit hoher Wechselzahl.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1894, Band 294/Miszelle 7 (S. 214)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj294/mi294mi09_7

Die elektrotherapeutische Bedeutung von Strömen mit hoher Wechselzahl.1)

Dr. d'Arsonvall hat die physiologischen Wirkungen der Ströme mit hoher Wechselzahl, bezüglich welcher die Tessla'schen Versuche schon überraschende Ergebnisse gezeigt haben, näher untersucht und gefunden, dass diese Wirkungen auf die Muskeln mit steigender Wechselzahl bis zu 3000 W. i. S. zunehmen, dann bis zu 5000 W. i. S. unverändert bleiben und mit weiterer Steigerung abnehmen und verschwinden. Bei grossen Wechselzahlen (50 000 und mehr W. i. S.) zeigt sich selbst bei hohem Potential keine Einwirkung auf den Froschmuskel. Es treten aber andere, sehr auffällige Erscheinungen dafür auf. Lässt man einen solchen Strom mit hoher Wechselzahl und hohem Potential durch den Körper gehen, indem man ihn mittels grosser Elektroden den Händen zuleitet, so wird die Haut der Innenhand für mehrere Minuten bis zu einer halben Stunde unempfindlich. Stellt man sich auf einen Isolirschemel und fasst einen Pol des Wechselstromerzeugers an, so fühlt man eine Körpererwärmung, welche von einer reichlichen Schweissausscheidung begleitet ist. Endlich wird durch die Stromwirkung auch der Blutausfluss einer kleinen Wunde stark vermehrt. Man sieht also, dass die Elektrotherapie in diesen Strömen mit hoher Wechsel zahl ein kräftiges Hilfsmittel finden kann; wie weit es verwendbar ist, haben natürlich die Mediciner zu entscheiden.

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Zeitschrift für Elektrotechnik und Elektrochemie.

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