Titel: Elektrische Reinigung von Wasser.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1894, Band 294/Miszelle 9 (S. 214–215)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj294/mi294mi09_9

Elektrische Reinigung von Wasser.

Ein Ueberschuss von Calcium- und Magnesiumsulphat und -carbonat im Trinkwasser und in dem zu industriellen Zwecken verwandten Wasser ist eine nicht angenehme Zugabe. Die |215| meisten der bisher zur Beseitigung dieser Stoffe vorgeschlagenen Verfahren sind chemischer Natur und nicht nur kostspielig, sondern zum Theil auch unwirksam. Villon hat ein elektrolytisches Verfahren angegeben, welches weniger kostspielig und gleich wirksam sein und keine beständige Ueberwachung erfordern soll. Das Verfahren besteht nach dem Londoner Electr. Review in Folgendem: Nachdem man den Procentgehalt des Wassers an Magnesium- und Calciumsalzen bestimmt hat, wird eine äquivalente Menge von salpetersaurem Natron zugefügt. Das Wasser wird dann der Wirkung eines elektrischen Stromes unterworfen, wobei Bleielektroden benutzt werden. Die Wirkung des Stromes ist, dass kaustische Soda am negativen und Salpetersäure am positiven Pol frei wird. Die positive Elektrode muss von Zeit zu Zeit erneuert werden, da die Salpetersäure die Elektrode angreift, wodurch Bleinitrat entsteht. Von der kaustischen Soda werden Calcium- und Magnesiumcarbonate und -sulphate gefällt und schwefel- und kohlensaures Natron gebildet. Das kohlensaure Natron fällt dann das salpetersaure Blei. In der von Villon beschriebenen Anlage konnten 250 l Wasser stündlich gereinigt werden; die umfassendsten der beschriebenen Versuche beziehen sich auf die Behandlung von 20 cbm Wasser täglich bei einem Kostenaufwand von 4 Pf. für 1 cbm. Die erwähnten Niederschläge setzen sich sehr schnell ab und es kann dann das klare Wasser abgezogen werden.

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