Titel: Pflastersteine aus Hochofenschlacke.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1894, Band 294/Miszelle 1 (S. 237)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj294/mi294mi10_1

Pflastersteine aus Hochofenschlacke.

Vor etwa 20 Jahren stellte Woodward zuerst Pflastersteine in Cleveland dadurch her, dass er die Hochofenschlacke in Eisenformen laufen liess und die so gewonnenen Steine dann ausglühte. Diese Fabrikation, welche bessere und billigere Steine als die natürlichen Vorkommen liefert, wird zur Zeit durch die Tees Scoriae Brick Co. auf drei Hochofenwerken betrieben. Da nur ein Theil der Schlacke, so wie der vom Hochofen kommt, von geeigneter Beschaffenheit ist, so ist eine Auswahl aus der von fünf Hochöfen fallenden Schlacke erforderlich, um täglich im Durchschnitt ungefähr 10000 Steine herzustellen. Die gesammte Erzeugung des Clevelander Districts beläuft sich gegenwärtig auf 100000 Pflastersteine in der Woche mit einem Werth von ungefähr 13 M. für 1 t oder 75 M. für je 1000 Steine gewöhnlichen Formats. Die Fabrikation geht in folgender Weise vor sich: Diejenige Schlacke, welche in geeigneter Beschaffenheit direct vom Hochofen kommt, lässt man in eine fahrbare Pfanne laufen und entleert diese in gusseiserne, auf dem Rande einer wagerechten Scheibe aufgestellte Formen. Die Böden der letzteren können sich nach unten öffnen. Man lässt dann die Scheibe langsam rundlaufen und öffnet die Böden einen nach dem andern. Die im Inneren flüssigen, aber an der Oberfläche erstarrten Blöcke fallen auf eine weiche Lage granulirter Schlacke, werden dann schnell entfernt und in Glühöfen gelegt. Ist der Ofen gefüllt, so werden seine Thüren geschlossen und die Blöcke durch den Ausgleich der Temperatur ohne weitere Wärmezuführung von aussen ausgeglüht. Nach etwa 8 Stunden Dauer werden die Oefen geöffnet und die Steine allmählich herausgezogen, welche dann zum Gebrauch fertig sind. Ohne dieses Ausglühen würden die Blöcke wegen der inneren Spannungen sehr schnell in Stücke zerfallen. Der Ausfall beträgt in Folge unvermeidlicher Verwendung von ungeeigneter Schlacke und anderen Schwierigkeiten durchschnittlich 30 Proc. der überhaupt gegossenen Steine. Ungefähr 20 verschiedene Grössen werden den Bedürfnissen der Abnahme entsprechend angefertigt. Nach den Steinen herrscht nicht nur im Clevelander Bezirk, sondern auch an anderen Orten mit billigen Wasserfrachten lebhafte Nachfrage. Sogar nach Canada finden diese Steine Abnahme. Die Pflasterkosten bei Verwendung dieser Steine stellen sich ausschliesslich Fracht und Arbeitslöhne auf 2 M. 39 Pf. bis 4 M. 28 Pf. für 1 qm. (Stahl und Eisen, Nr. 7 S. 297.)

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